DEP0036293DA - Verfahren zur Herstellung von geformten und ungeformten Seifen unter Mitverwendung von Glykolen, Polyglykolen und Polyglykolaethern als Streckmittel - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von geformten und ungeformten Seifen unter Mitverwendung von Glykolen, Polyglykolen und Polyglykolaethern als StreckmittelInfo
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Description
Eine Anzahl von Zusätzen anorganischer und organischer Natur sind bekannt, die als Füllmittel in allen Arten von Seifen eingearbeitet werden können. Nur selten stellen diese Zusätze ideale Streckmittel dar, sie verschlechtern im allgemeinen die Wasch und Schaumwirkung. Ebenso ist das Rissigwerden und die rauhe Oberfläche beim Gebrauch der Seife nicht zu vermeiden.
Es wurde nun gefunden, daß man unter Anwendung von Polyglykolen und Polyglykolaethern als Streckmittel zu hochwertigen Seifen gelangt, die die bisherigen Nachteile von gefüllten Seifen nicht mehr aufweisen. Die Polyglykole und Polyglykolaether erhöhen die Schaum- und Waschwirkung, insbesondere bei schlecht schäumenden Seifen. Sie verbessern das Aussehen erheblich und sind in Bezug auf Gleichmäßigkeit und Geschmeidigkeit sogar einer ungefüllten pilierten Seife überlegen. Setzt man 15-25% Polyglykol bzw. Polyglykolaether ein, so erhält man eine fettarme, transparente Seife, bei der sich der Pilierprozeß erübrigt. Dadurch wird weiterhin ein zeitraubender Arbeitsgang erspart.
Die Polyglykole, wie auch die entsprechenden Aether, sind in Gegenwart von Seife als aktive Hilfsmittel anzusehen, da sie die Wasch- und Schaumwirkung erhöhen. Durch ihre fettlösenden Eigenschaften verbessern sie die reinigende Wirkung der Seife noch erheblich. Sie werden daher besonders bei starken Verschmutzungen mit Erfolg eingesetzt. Ein weiterer Vorteil besteht darin, daß die Verseifung in wenigen Minuten erfolgt, wenn die Fettsäuren in Gegenwart von Polyglykolen bzw. Polyglykolaethern mit NaOH eingesetzt werden. Die Seife bleibt klar und flüssig, sofern Mengen von 15 - 25% zur Anwendung kommen.
Im übrigen haben die mit dem Zusatz versehenen Seifen in gewissen Umfang fungicide und baktericide Wirkung, z.B. in Fällen von Krätze.
Die Polyglykole bzw. Polyglykolaether können auch nachträglich der fertig-gesottenen Seife zugesetzt werden. Die Weiterverarbeitung erfolgt dann auf dem üblichen Weg. Die noch flüssige Seife wird entweder in Form gegossen, oder in die Kühlpresse gedrückt, wo sie nach kurzer Zeit zu einer homogenen und harten Masse erstarrt. Die Zusätze an Polyglykolen bzw. Polyglykolaethern können in weiten Grenzen schwanken und richten sich jeweils nach der Art der eingesetzten Fettsäure. Am geeignetsten erscheinen Hartfettsäuren, wie
sie normalerweise für Stückseifen in Frage kommen. Bei einem Einsatz von 15 - 25% Polyglykol bzw. Polyglykolaether kann man den Anteil an Fettsäure bis zu 40% kürzen, wobei die allgemeinen Eigenschaften der Seife keinerlei Änderung erfahren. Selbst Mengen bis zu 5% verbessern aber das Aussehen, die Transparenz und die Schaumwirkung der Seife bereits erheblich.
1. Beispiel:
40 Gew.Tl. Hartfettsäure werden in Gegenwart von
25 Gew.Tl. Polyglykolaether und
35 Gew.Tl. NaOH + Wasser verseift.
Man erhält eine transparente, gut schäumende und reinigende Seife von harter Konsistenz.
2. Beispiel:
140 Gew.Tl. Seife mit einem Fettsäureanteil von60% werden bei ca. 50 - 60°C mit
60 Gew.Tl. Polyglykolaether bis zur gleichmäßigen Verteilung verrührt, worauf die Seife nach dem üblichen Verfahren fertiggestellt wird.
3. Beispiel:
30 Gew.Tl. Kokosölfettsäure und
10 Gew.Tl. Abdeckerfett werden in Gegenwart von
25 Gew.Tl. Polyglykol von einem Molgewicht 3500 bei ca. 80°C mit
35 Gew.T. NaOH + Wasser verseift.
Es resultiert eine gut reinigende und hautschonende Seife.
4. Beispiel:
Zu 100 Gew.Tl. einer frisch-gesottenen Rasierseife werden noch im warmem Zustand
5 Gew.Tl. Polyglykol von einem Molgewicht von ca. 170 zugesetzt und bis zur Gleichmäßigkeit verrührt. Die Seife wird wie üblich verarbeitet. Der Zusatz bewirkt ein leichteres Anschäumen und ergibt einen reichlicheren Schaum als eine ohne Polyglykol hergestellte Rasierseife.
5. Beispiel:
100 Gew.Tl. einer 62%igen Kernseife werden bei 50-60°C
3-5 Gew.Tl. 1,3 Butylenglykol zugesetzt und gleichmässig verrührt und wie üblich fertiggestellt. Es resultiert eine homogene Seife, die durch einen schönen Glanz gekennzeichnet ist.
6. Beispiel:
100 Gew.Tl. Seifenspäne, die zu Flocken verarbeitet werden, setzt man beim Pilieren
3 Gew.Tl. eines Gemisches aus 90 Gew.Tl. Diaetylenglykol und 10 Gew.Tl. Aethylalkohol hinzu. Man erhält transparente und glänzende Seifenflocken von guter Löslichkeit.
7. Beispiel:
Bei der Herstellung von Toiletteseifen werden während des Pilierprozesses auf
100 Gew.T. Seifenspäne
2 Gew.T. 1,3 Butylenglykol, in dem
1 Gew.T. Riechstoff gelöst ist,
zugesetzt. Durch diesen Zusatz erzielt man eine gleichmässige Verteilung des Riechstoffes. Die Seife neigt, selbst bei schlechter Trocknung, nicht zur Schuppenbildung. Ein Vergilben der Seife, auch bei noch so langen Lagern, wird dadurch vermieden.
Claims (3)
1.) Verfahren zur Herstellung von gestreckten Seifen, dadurch gekennzeichnet, daß man der Seifenmasse beim Verseifen oder Pilieren mehr als 15% Glykole, Polyglykole, Polyglykolaether oder Gemische derselben einverleibt.
2.) Verfahren zur Herstellung von veredelten Seifen, dadurch gekennzeichnet,m daß man der Seifenmasse beim Verseifen oder Pilieren weniger als 15%, vorzugsweise nicht mehr als 5%, Glykole, Polyglykole, Polyglykolaether oder Gemische derselben einverleibt.
3.) Verfahren nach Anspruch 1) oder 2), dadurch gekennzeichnet, daß man der Seife gleichzeitig einwertige niedermolekulare Alkohole zusetzt.
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