DEP0028268DA - Verfahren zur Herstellung von einheitlichem, großblättrigem Glimmer - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von einheitlichem, großblättrigem GlimmerInfo
- Publication number
- DEP0028268DA DEP0028268DA DEP0028268DA DE P0028268D A DEP0028268D A DE P0028268DA DE P0028268D A DEP0028268D A DE P0028268DA
- Authority
- DE
- Germany
- Prior art keywords
- mica
- composition
- uniform
- melt
- leaved
- Prior art date
- Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
- Expired
Links
Description
Verfahren zur Herstellvmg von einheitlichem, grossblättrigem
Glimmer.
G-Iimmer ist ein besonders wegen seiner wertvollen elektrischen Eigenschaften sowie wegen seiner guten spaltbarkeit hochgeschätzter
und kaum zu entbehrender Vferkstof f. Ss hat deshalb nicht an Versuchen gefehlt, diesen mitunter schwer zugänglichen
Haturstoff synthetisch und vioiaüglich in noch .grösserer Reinheit darzustellen. Die eine Gruppe von Verfahren, die nur theoretisches
Interesse haben dürfte, lässt die Glimrierkristal! e sich in einer Schmelze von EP und K2SiFg a^e "Lösungsmittel " bilden
und ausscheiden. Grössere Kristalle konnten auf diesen Wege bis jetzt offenbsr nicht erhalten v/erden, Die andere Gruppe
von Verfahren zielt darauf ab, die ganze Schmelze zu möglichst einheitlichen und grossblättrigen Glimmerkristailen erstarren
zu lassen. Diese Herstellungsart ist die technisch nichtige.
Hinsichtlich der chemischen Zusammensetzung von Glimmer stand man den zahllosen Varietäten der natürlichen Gümmer
gegenüber, die untereinander meist lückenlose Miseiikristallreinen bilden. Sämtliche natürlichen Glimmer sind HycLroylgliinner,
d.h. sie enthalten OH-Gruppen; diese können z.B. in den Phlogopiten, teilweise durch Pluorionen ersetzt sein. Im
Gegensatz hierzu hat man bei der Glimmersynthese die OH-Gmppai vollständig durch das weniger flüchtige Fluor ersetzt, also
reine Fluorglimmer dargestellt. Das Fluor wurde dabei durch EP, E2SiFg oder GaF2 eingeführt. Hinsichtlich Art und Menge der
Kationen liess man einen verhältnismässig weiten Spielraum. So vjircl z.B. folgender Versatz angegeben (~Bä? 367 527) s 7 Gew.-T.
Fensterglas, 5 Gew.T. MgO, 2 Gew.-T. E2SiF6» 3 Gew.-T. AlP3.
»Fensterglas"besitzt keine definierte Zusammensetzung. Da es hauptsächlicn Katron,Kalk und Kieselsäure enthält, müsste nach
diesem Versatz einK-lTa-Ca-Mg-Al-Süikat-Fluorglimmer entstehen. Später wurde geltend gemacht, dass man nur Kali, vorzugsweise
als K2SiFgj als Alkaliträger verwenden soll, während das Molverhältnis der 2- zu den 3-wertigen Metallen etwa 4 : 1 betragen
soll .
In einer systematischen Untersuchung über die Glimmersynthese haben vi ir demgegenüber gefunden, dass die Varistionsmöglichkeiten
in der chemischen Zusammensetzung sehr beschränkt und vor allen Dingen nur nach ganz bestimmten Regeln statthaft
sind, wenn man hochwertigen, einheitlichen Glimmer erzeugen
will, yir haben nämlich gefunden, dass nur eine einzige Bruttoformel homogene Glinuuerkristane aus der Schmelze liefert, und
dass in ihr die einzelnen Ionen nur streng nach den Gesetzen der Kristall chemie ausgetauscht werden können! Ein auch nur
geringfügiges Abweichen von dieser Formel (z.B.weniger als 0,5 ia eines Bestandteils) bedingt eine Fremdausscheidung, die
bereits das einheitliche Wachs1;um der Glinmerblättehen stört und beim Spalten Schwierigkeiten ergibt. Die »Glimmerforiael"
lautet in ihrer allgemeinen Forms
Ä4 BS-12 (sii2Al4°4oF8^*
A sind grosse Kationen mit einem Ionenradius von Üb er 1,1 S in 12er Koordination, einerlei •.Melcher Wertigkeit. A wird
in der Kegel Kalium sein, kann aber teilweise oder ganz durch andere grosse Ionen, z.B. Barium, ersetzt werden. In der obigen
Formel müssen es aber zusammen immer 4A sein. B sind mixtelgrosse Kationen mit einem Ionenradiiis zwischen
0,6 und 0,9 2 ir. 6er Koordination, einerlei welcher "y/ertigkeit. B wird in der Regel Magnesium sein, es kann aber teilweise
oder ganz z.B. durch zweiwertiges Mangan oder Eisen, Lithium usw. ersetzt werden. Die Anzahl von B ist so zu wählen, dass
Vplenzausgleich entsteht; dieser ist dann gegeben, wenn die Summe der Valenzen der 4 A und aller B = 28 ist. So erhält man
einheitliche Glimmer, wenn die schmelzen beispielsweise die folgenden Zusammensetzungen habens
K4 Ife12 (Si12Al4O40F8)
Ba 4 WiS10 ( " )
E4 Mg1o Mn2 ( η )
K2Ba2Ig1QLi2( » ).
Zwischen solchen Zusammensetzungen sind lückenlose Übergänge möglich.
Die so erzeugten Glimmer imterscheiden sich merklich in ihren Eigenschaften, go ist z.B. ein Barytglimmer wesentlich
härter und sprüder als ein Ksliglimmer, er lässt sich nicht so gut spalten. Ein eisenhaltiger Glimmer ist elektrisch mangelhaft»
Mangan hat den Vorteil, den Schmelzpunkt zu erniedrigen. Vom praktischen Standpunlit aus kommt somit nur eine kleine
Auswahl von Zusammensetzungen in Frage, in deren Mittelpunkt die Zusammensetzung K4 Mg12 (Si12Al4O40F8) steht.
Die bisher bekannt gewordenen Zusammensetzungen für synthetischen Glimmer entsprechen entweder der obigen Bruttoformel
überhaupt nicht, und es können also niemals einheitliche, gut spaltbare (Jlimmerkristalle nach diesen Angaben erzielt werden;
oder aber es sind Bereiche für die anteiligen Mengen der Bestandteile angegeben, die Schwankungen in der Zusanmens et axing
um 4 bis 10 $ für jeden Bestandteil zulassen. Da es, wie wir gefunden haben, auf genaueste Sinlialtung der Zusammensetzung
entsprechend der obigen Bruttoformel ankommt, kann es nur Saclie eines glücklichen Zufalls sein, wenn man einheitliche Glimmerkristalle
nach den bisherigen verfahren erhält. Demgegenüber gibt die obige Formel die exakte Unterlage für die Glimmersynthese.
Die Herstellung von Glimmerschmelzen der genannten bestimmten Zusammensetzung ist nicht einfach, vor allem aus zwei
Gründen, während des schmelzens verdampft ein Teil der Fluoride usw. in einer ziemlich unkontrollierbaren und schwer reproduzierbaren
Menge, wenn man nach den bisher bekannten Verfahren arbeitet. Man hat versucht, die Fluorverdampfung dadurch zu
kompensieren, dass man zum Schluss der schmelze dieser eine gewisse Menge Kaliumsilikofluorid zugibt. Da das Fluor aber nicht
als K^SiFg verdampft, bedingt eine solche Zugabe naturgemäss eine neuerliche Minderung der Zusammensetzung in wiederum unerwünschter
Weise. Wir haben nun gefunden, dass der Hauptstörenfried der Feuchtigkeitsgehalt der Rohstoffe ist; beim Einschmelzen
setzt sich Wasserdampf mit Fluoriden zu HF um, das entweicht und den Hauptfluorverlust bedingt. Vor allem sind es
die hygroskopischen Rohstoffe wie XF, K^GO^ u.dgl., die unkontrollierbare Feuchtigkeitsmengen einschleppen. Erfindungsgemäss
verwandet man deshalb nichthygroskopische Rohstoffe und trocknet sie oder die fertige Rohsxoffmischirag vor. Auch
leicnt zersetzliche Fluoride wie KrjSiFgwerden besser gemieden. Als vorteilhaft hat sich die Einführung des Fluors in Form von
Kaliumkryolith erwiesen.
Der zweite Grund für die Änderung der Zusammensetzung liegt in der Auflösung des bisher'verwendeten keramischen Tiegelmaterials,
daß durch die Fluoridschmelze merklieh angegriffen wird. Wir fanden nun, dass man zweckmässig Grafit oder noch
besser nicht grafitierte Kohletiegel verwendet· sie werden durch die Schmelze nur wenig angegriffen, ausserdem löst sich
der Schmelzkuchen nach dem Erstarren, sodass ein Tiegel für mehrere Sclimelzen verwendet werden kann. Die Verwendung von
Kohletiegeln hatte gleichzeitig das unerwartete Ergebnis, dass sich - im Gegensatz zu Schmelzen in keramischen, insbesondere
tonerdereichen Tiegeln - nur wenige Kristallkeime und damit grosse Kristalle bildeten, selbstverständlich muss- die Schmelzatmosphäre
neutr--l oder reduzierend sein, was aber auf die Qualität des Glimmers keinen Einfluss hat. Will man in oxydierender
Atmosphäre f-chmelzen, so k»nn man ddn Kohletiegel in einen keramischen Tiegel stellen. Zur Verringerung der Verdampfung,
die such um;er den obigen Vorsichtsmpssregeln nie ganz zu vermeiden, sondern nur reproduzierbar zu gestalten ist,
wird der Eohle-Ciegel in jedem Falle abgedeckt.
Sei konstanter Arbeitsweise ist unter Beachtung dieser Regeln die Änderung der Zusammensetzung ebenfalls konstant,
und es ist durch analytische Kontrolle leicht möglien, den Versatz so einzustellen, dass die geforderte Zusammensetzung
erreicht wird. So arbeiteten wir z.B. mit folgendem Versatz:
Quarzmehl 64,86 Gew.-T.
Aluminiuraoxyd 12.23 Gew. -T .
schwere Magnesia 43,54 Gew.-T.
Kaliumlzry©Iith 35,94 Gew.-T .
zusammen 156,57 Gew.-T., um einen Glimmer der Zusammensetzung K20.6 MgO.A^O^-ö SiO2 und
4 F anstelle von 2 0 entsprechend K4Hg12Si12Al4O40Fg ^erzwstellen.
Claims (1)
- Patentansprüche.1) Verfahren ^ur Herstellung von einheitlichem,grossblättrigem Gümmer, dadurch gekennzeichnet, dass man die chemische Zusammensetzung der Glimiaerschmelze so genau als nur möglieh auf die Formel i4Bs_i2 (Si12Al4O40F8) einstellt, wobei A grosse Kationen mit einem Ionenradius über 1,1 2, B solche mit einem Ionenradius zwischen 0,9 und 0,6 S sind, und die Zahl von B so gewählt wird, dass die Summe der Valenzen von 4 A und aller B = 28 ist.2) Verfahren nach Anspruch 1), dadurch gekennzeichnet, dass für A Kalium und für B Magnesium eingesetzt wird, sodass ein Glimmer der ZusamBiensetzung Mg-)2 Al^ O^g I13 entsteht.3) Verfahren nach Anspruch 2), dadurch gekennzeichnet, dass in dieser Zusammensetzung KalirJii teilweise oder ganz durch Barium ersetzt wird ujfc/f. im Verhältnis 1 κ zu 1 Ba oder 1 K2O durch2 BaOj unter gleichzeitiger entsprechender Änderung der Anzahl sJi Mg-Ionen.4) Verfahren nach Anspruch 1) bis 3), dadurch gekennzeichnet, dass Magnesium teilweise, bis höchstens zur Hälfte, durch zweiwertiges Mangan ersetzt wird.5) Verfahren nach Anspruch 1) bis 4), dadurch gekennzeichnet, dass nur nicht-hygroskopische Rohstoffe verwendet und diese bzw. das HoliEtofigemisch getrocknet werden, ehe sie eingeschmolzen werden.6) Verfahren nach Anspruch 4), dadurch gekennzeichnet, dass das Fluor als Kaiiurakryolith eingeführt wird.7) Verfahren nach Anspruch 1) bis 6), dadurch gekennzeichnet, dass man eine Veränderung der Schmelzzuspimaensetzung durch aufgelöstes Tiegelmaterirl dadurch vermeidet, dass man Kohle- oder Qrafittiegel als Schmelzbehälter verwendet.27.12.48.
Family
ID=
Similar Documents
| Publication | Publication Date | Title |
|---|---|---|
| EP0018633A2 (de) | Giesspulver zum Stranggiessen von Stahl | |
| DE3906320C2 (de) | Fluorophosphatglas und dessen Verwendung | |
| DE2612803A1 (de) | Stranggiesspulver | |
| DE896924C (de) | Gegossenes feuerfestes Erzeugnis auf Zirkonoxyd-Tonerde-Basis | |
| DE2446820B2 (de) | Keramische masse | |
| DE2329382B2 (de) | Verfahren zur herstellung von weissen oder gefaerbten, saeure- und laugenfesten, kristallinen und hochfesten kunststeinen | |
| DE2742283C3 (de) | Schaumtonmischung und Verfahren zu ihrer Herstellung | |
| DEP0028268DA (de) | Verfahren zur Herstellung von einheitlichem, großblättrigem Glimmer | |
| DE60316133T2 (de) | Verfahren zur herstellung eines heizelements vom molybdänsilizid-typ | |
| DE824791C (de) | Verfahren zur Herstellung von einheitlichem, grossblaettrigem Glimmer | |
| DE752067C (de) | Verfahren zur Herstellung Kalk und Magnesia enthaltender feuerfester Baustoffe | |
| DE19537311A1 (de) | Verfahren zur Herstellung einer Glasschmelze | |
| DE841872C (de) | Feuerbestaendiger Moertel | |
| DE1496561A1 (de) | Glas,insbesondere als Werkstoff fuer optische,im IR-Bereich durchlaessige Bauelemente | |
| DE2613502A1 (de) | Verfahren zum herstellen von kupferhaltigen glaszusammensetzungen | |
| DE2139459C3 (de) | Verfahren zur Herstellung von gegenüber einer chemischen Ätzung durch Glasschmelzen, Schlacken u.dgl. besonders widerstandsfähigen Materialen | |
| DE715840C (de) | Verfahren zur Herstellung keramischer Filter, Diaphragmen u. dgl. mit teils dichtem, teils porigem Gefuege | |
| AT154382B (de) | Feuerfester Körper und Verfahren zu seiner Herstellung. | |
| DE229571T1 (de) | Indium-fluorid-glaeser und ihre herstellung. | |
| DE1933360C (de) | Masse für feuerfeste Ziegel sowie Verfahren zur Herstellung eines gebrannten feuerfesten Ziegels mit hohem Aluminiumoxidgehalt | |
| DE626112C (de) | Verfahren zur Erzeugung eines UEberzuges vom Aussehen der terra sigillata auf keramischen Gegenstaenden | |
| DE729909C (de) | Verfahren zur Herstellung von Sinterphosphaten | |
| DE2107004B2 (de) | Hochfeuerfestes material | |
| DE601500C (de) | Verfahren zur Herstellung von Porzellanmassen aus Rohkaolin | |
| DE1496656C (de) | Optisches Fluorphosphatglas mit einer Brechung von 1,45 bis 1,53 und einer Abbe sehen Zahl von 55 bis 80 und Verfahren zu seiner Herstellung |