DEP0021154DA - Verfahren und Einrichtung zum Darren von Malz - Google Patents
Verfahren und Einrichtung zum Darren von MalzInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf ein neuartiges Malzdarrverfahren, bei welchem die zum Schwelken und Darren erforderliche Heissluft als Kaltluft mittels Gebläse durch ein Heizrippenrohrsystem gesaugt und durch ein weiteres Rippenrohrsystem gedrückt und dabei erhitzt wird, worauf sie das auf der unteren Darrhorde aufgeschüttete Malz durchströmt, und nach Austritt aus demselben wieder abgesaugt und, erforderlichenfalls mit Frischluft vermischt, im gleichen Kreislauf wieder durch das Heizrippenrohrsystem oberseitig angesaugt und unterseitig durchgedrückt wird, bis die richtige Malzqualität erreicht ist.
Die über der unteren Horde angeordnete obere Horde, auf welcher das Vorschwelken des Grünmalzes stattfindet, ist von der unteren Horde durch einen Warmluftraum von beispielsweise 50 cm lichter Höhe und durch eine zwischengemauerte Decke aus wärmedämmendem Werkstoff getrennt, d.h. aus einem Werkstoff, welcher für die darunter herrschende Hitze nur halbdurchlässig ist.
In diesen Warmluftraum münden Frischluft- und Heissluftkanäle, wobei mittels Regulierschiebern die jeweils erforderliche Schwelktemperatur eingestellt werden kann. Die Heissluftumwälzung erzeugt nach vorgenommener Einregulierung mittels der Regu-
lierschieber in den Frischluft- und Heissluftkanälen in kurzer Zeit temperaturmässig einen Beharrungszustand, welcher so lange aufrecht erhalten wird, bis der Mälzprozess vollendet ist. Hierauf wird durch entsprechende Umstellung der Regulierschieber und Abstellung der Feuerung mittels Gebläses oder natürlichen Zuges Frischluft durch das fertige Malz geblasen und damit das auf der unteren Horde liegende Malz allmählich abgekühlt, während die Warmluft unter die obere Horde geleitet, zum Schwelken des Grünmalzes ausgenutzt und, vom Dunstschlotventilator abgesaugt, ins Freie geführt wird.
Durch dieses Umwälzverfahren werden erhebliche Mengen an Heizstoff, ferner Zeit und Arbeit gespart. Die Bauhöhe der gesamten Malzdarreinrichtung wird wesentlich geringer, weil infolge des Wegfallens des natürlichen Zuges sowohl bezüglich der Heizung, als auch bezüglich des Durchziehens der aufsteigenden Luft große Höhen nicht mehr erforderlich sind.
Das erfindungsgemäße Umwälzverfahren ermöglicht ferner eine schnellere und intensivere Ausnutzung des Brennstoffes und eine gleichmässigere Erzeugung des Darrgutes, als nach dem bisher üblichen Verfahren mittels der Sau. Jede Feuergefahr ist bei dem Heissluftumwälzverfahren ausgeschlossen, weil das an ein senkrechtes Lufterhitzersystem angeschlossene wagrechte, unter der unteren Horde liegende Erhitzersystem nur noch mittlere Temperaturen aufweist, bei welchen ein Inbrandgeraten von Malzkeimlingen nicht mehr in Frage kommt, wie dies infolge der heissen Wandungen der Saurohre bei den bekannten Anlagen der Fall war.
Die Figuren zeigen ein Ausführungsbeispiel der erfindungsgemässen Anlage und zwar
Figur 1 die Darranlage teilweise geschnitten,
Figur 2 den unteren Teil des Heizrohrsystemes vergrössert im Querschnitt.
Figur 3 eine weitere Ausführungsform schematisch im Schnitt.
Die Anlage enthält eine obere Horde 1 und eine untere Horde 2. Zwischen beiden befindet sich eine Decke 3 mit durch Klappen verschliessbaren Öffnungen 4; die Decke besteht aus wärmeabdämmendem Werkstoff. Sie schafft zwischen der unteren Horde 2 und der oberen Horde 1, auf welch' letzterer das Vorschwelken des Grünmalzes stattfindet, einen Warmluftraum 5, der an geeigneten Stellen mit (nicht gezeichneten) Regulierschiebern zum Einlassen von Frischluft versehen ist.
Der Luftstromkreislauf wird durch einen Ventilator (Gebläse) 6 erzeugt, welcher druckseitig über ein Heizrohrsystem 7, bestehend aus senkrecht über dem Feuerungsraum 8 angeordneten Rohren, fördert. Der Luftstrom bestreicht in Richtung der ausgezogen gezeichneten Pfeile die mit Rippen versehenen Oberflächen dieser Rohre, die ihrerseits von den Rauchgasen der Feuerung durchzogen werden und zwar in vertikaler Richtung. Die Rohre 7 sind, wie Figur 2 zeigt, mit ihren konischen Enden 9 einfach in entsprechend konische Durchbrechungen einer Platte 10 aus wärmebeständigem Werkstoff stehend eingesetzt. Diese Gruppen von senkrechten Rohre 7 ist von einer nach oben anschliessenden Gruppe ebensolcher Rohre 11 durch eine Zwischenplatte 12 getrennt, die verhindert, dass der von dem Ventilator 6 erzeugte und gedrückte
Luftstrom in den Bereich der Rohre 11 gelangen kann. Diese dienen vielmehr der Erwärmung der aus dem Warmluftraum 5 über einen Kanal 13 von dem Ventilator zurückgesaugten Luft, die dann, im Kreislauf, neuerdings ihren Weg über das Heizrohrsystem 7 nimmt. Der Verlauf der Heizgase von der Feuerung durch die Rohrsysteme 7 und 11 ist durch strichpunktierte Pfeile angedeutet. Die Heizrohre 11 münden oberseitig in einen Heizgassammelkasten 14, an welchen horizontal Heizrohre 15 anschliessen, die unterhalb der unteren Horde 2 verlaufen und mit ihren freien Enden in ein Sammelrohr 16, das zum Kamin führt, münden. Die Luft nimmt somit vom Ventilator 6 aus zunächst ihren Weg über die Heizrohre 7 im wesentlichen in horizontaler Richtung und biegt dann zur Vertikalen nach oben um, die Heizrohre 15 bestreichend, und über die untere Horde 2 in den Warmluftraum 5 gelangend, von wo aus sie über einen oder mehrere Kanäle 13 über die Heizrohre 11 vom Ventilator wieder zurückgesaugt wird. Die Heizrohrsysteme 7 und 11 befinden sich im wesentlichen seitlich, während die Heizrohre 15 den Darraum unterhalb der Horde 2 durchziehen. Durch die Horde 2 nach unten fallende Malzkeime können daher nur auf die Rohre 15 treffen, die, da sie nur mittlere Temperatur haben, keine Brandgefahr verursachen können. Die erhitzte Luft durchströmt, wie ersichtlich, das auf der unteren Horde 2 aufgeschüttete, abgeschwelkte Malz; die obere Darrhorde 1, auf welcher das Vorschwelken stattfindet, erhält ihre Wärmezufuhr mittelbar über die für die in dem Raum 5 herrschende Hitze nur halbdurchlässige Decke 3. Ist der Mälzprozess vollendet, so wird durch Umstellen der Regulierschieber und Abstellen
der Feuerung Frischluft durch das fertige Malz geblasen, sodass dieses abgekühlt wird; die Warmluft wird zum Schwelken des Grünmalzes auf der oberen Horde ausgenutzt und wird durch den Dunstschlotventilator 17 ins Freie geführt.
In Betrieben, in welchen eine Dampfkraftanlage vorhanden ist, können zur Erzeugung der Heissluft zweckmässig die Abgase, welche sonst in der Regel aus dem Überhitzer 18 direkt in den Rauchkamin entweichen, unter das Lufterhitzersystem 7, 11 geleitet und dort restlos ausgewertet werden, sodass unter Umständen kein zusätzlicher Aufwand an Feuerungsmaterial für den Darrvorgang erforderlich ist.
Die Erfindung ist nicht auf die Verwendung zweier Horden beschränkt; es können mehr als zwei Horden übereinander angeordnet sein.
Beispielsweise könnte, wie in Figur 3 gezeigt, über der Horde 1 unter Zwischenschaltung einer wärmedämmenden Decke 18 eine weitere Horde 20 vorgesehen sein, sodass der über der erwähnten Decke liegende Raum 21 den eigentlichen Schwelkkasten bildet. Die Räume 5 und 21 sind durch Kanäle 22 und 23 miteinander verbunden, welche gemeinsam an einen Ventilator 24 angeschlossen sind, der die Luft aus dem Raum 5 absaugt. Mittels eines nicht gezeichneten Umsteuerorganes ist es möglich, die abgesaugte Luft entweder durch den Kanal 22 unter die Horde 20 oder durch den Kanal 23 in den Raum 21 über die Horde 20 zu fördern. 21 ist hier der eigentliche Schwelkkasten. Die aus Raum 5 abgesaugte Luft wird, je nach Feuchtigkeitsgehalt, entweder unter die Horde 20 geleitet oder (durch Kanal 23) über derselben abgeführt. Selbstverständlich kann auch hier durch Regulierschieber zusätzliche Frischluft beigegeben werden.
Claims (13)
1. Verfahren zum Darren von Malz, dadurch gekennzeichnet, dass während des Darrvorganges Luft zwischen Heizrohrsystemen und dem Darrgut im Kreislauf umgewälzt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der aus dem Malzgut abgesaugten Luft erforderlichenfalls Frischluft beigegeben wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass die im fertigen Malzgut gespeicherte Wärme unter Beimengung von Frischluft zum Schwelken des Gründmalzes ausgenützt wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Luftstrom aus dem Darraum wieder über das Heizrohrsystem zurückgeführt wird.
5. Verfahren nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß als Wärmequelle für das Heizrohrsystem die Abwärme einer Dampferzeugungsanlage benützt wird.
6. Einrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1 - 5, dadurch gekennzeichnet, dass ein Gebläse vorgesehen ist, welches den Luftstrom im Kreislauf über ein Heizrohrsystem durch das Darrgut drückt und aus demselben absaugt.
7. Einrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass das von den Heizgasen durchzogene Heizrohrsystem aus einem senkrechten, von der Luft im wesentlichen horizontal bestrichenen, über der Feuerung liegenden Teil, und einem anschliessenden wagrechten, von der Luft im wesentlichen vertikal nach oben bestrichenen, unter der unteren Horde liegenden Teil besteht.
8. Einrichtung nach Anspruch 6 und 7, dadurch gekennzeichnet, dass die senkrechten und die wagrechten Rohre durch einen
Heizgassammelkasten zusammengeschlossen sind.
9. Einrichtung nach Anspruch 6 - 8, dadurch gekennzeichnet, dass der im wesentlichen seitlich des Darraumes angeordnete, senkrechte Teil des Heizrohrsystemes seinerseits in eine obere und eine untere Gruppe unterteilt ist, deren erstere von dem durch das Gebläse zurückgesaugten Luftstrom bestrichen wird.
10. Einrichtung nach Anspruch 6 - 9, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen der unteren und der oberen Horde eine Zwischendecke aus wärmedämmendem Werkstoff angeordnet ist, sodass unter der oberen Horde ein Warmluftmischraum entsteht, und dass in diesen Raum der Rücksaugkanal mündet.
11. Einrichtung nach Anspruch 6 - 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Warmluftmischraum mit Regulierschiebern o.dgl. zum Einlassen von Frischluft versehen ist.
12. Einrichtung nach Anspruch 6 - 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Rohre des senkrechten Teiles des Heizrohrsystems mit konischen Enden in entsprechend konischen Ausnehmungen einer Trägerplatte über der Feuerung sitzen.
13. Einrichtung nach Anspruch 4 - 12, dadurch gekennzeichnet, dass der eigentliche Schwelkkasten mit dem von ihm durch eine wärmedämmende Zwischenwand getrennten, darunter liegenden Raum durch einen oder mehrere Kanäle mit eingebautem Ventilator verbunden ist.
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