DEP0010980MA - - Google Patents
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Description
BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
Tag der Anmeldung: 11. Dezember 1953 Bekanntgemacht am 15. September 1955
DEUTSCHES PATENTAMT
Bisher ist es üblich, Fleisch- und Wurstwaren in Räucherkammern, -türmen oder -schachten zu
räuchern. Das Räuchergut wird dabei vorzugsweise auf Spießen oder in Wagen hängend in die
Kammern· hineingebracht. Bei Räucherschächten wird: das Räuchergut auch mittels paternosterartig
umlaufender Kettentriebe während des Räuchervorganges auf- und abwärts bewegt. Unmittelbar
unter dem Räuchergut oder in danebenliegenden besonderen Kammern werden mit Hilfe von Holz,
Sägemehl, Gas od. dgl. die für den Räucherprozeß erforderliche Wärme und der Rauch .erzeugt. Durch
seitlich oder in dem unteren Teil der Räucherkammer vorgesehene (Öffnungen läßt man die
Wärme und den erzeugten Rauch durch natürlichen Zug oder aber durch von Gebläsen angesaugte Luft
laufend an dem Räuchergut vorbeistreichen.
Alle diese bekannten Räucheranlagen haben den Nachteil, daß die Ware fast nie gleichmäßig geräuchert
wird und die infolge dieser ungleichmäßigen Räucherung bereits vorzeitig fertig
werdende Ware länger als zuträglich in der Kammer verbleiben muß, wodurch Aussehen und
Qualität leiden. Umgekehrt ist die Ware bei ungenügender Räucherung dem Verderb ausgesetzt.
Die Erfindung bringt auf diesem Gebiet einen erheblichen Fortschritt und besteht im wesentlichen
darin, daß das Räuc'hergut in einer mit einem
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Raucherzeuger ausgestalteten Kammer während des Räuchervorganges quer zur Durchzugsrichtung
der Katichgase bewegt und dabei die Bewegungsrichtung des Räuchergutes in bestimmten Zeitabständen
umgekehrt wird. Ferner kann die Bewegungsgeschwindigkeit
der Ware während des Räucliervorganges vermindert bzw. erhöht werden.
Zu diesem Zweck werden die das Räuchergut tragenden Gestelle vorzugsweise auf einen um eine
ίο senkrechte Achse drehbaren Rost gebracht, der
mittels eines poluinsclialtbaren Motors und eines zwischcngeschalteten Mehrstufengetriebes in beiden
Drelirichtungeii mit verschiedener Geschwindigkeit
drehbar ist.
Die Rauchgase1 werden dabei zweckmäßig im
Kreislauf durch die Kammer bewegt, wodurch eine erhebliche üreiinstoffersparnis sowie eine erhebliche
Abkürzung des Räucherprozesses erzielt wird. Insbesondere aber liil.it sich durch das erfindungsgemäße
Verfahren eine in der Farbe gleichmäßig aussehende Rauchware erzielen sowie eine außerordentlich
iniensive Konservierung, was für die Haltbarkeit des Räuchergutes bzw. der im Anschluß
daran hieraus hergestellten Konserven von großer Bedeutung ist. Die Wartung der Anlage ist
«lenkbar einfach und bequem, da keine Belästigung durch Rauch und: Hitze mehr stattfindet.
In der Zeichnung ist die Krfmdung an einem Ausfülirungsbeispiel
veranschaulicht. Es zeigt
Fig. 1 einen senkrechten Schnitt durch eine Käueheranlagc nach der Erfindung,
Fig. 2 einen Querschnitt nach der Linie C-D der Fig. i,
Fig. 3 einen Querschnitt nach der Linie A-B der Fig. i.
Der im wesentlichen zylindrisch geformte Räucherofen 1 ist innen miteiner wärmeisolierenden
Schicht 2 ausgekleidet und in einer gewissen Entfernung vom Boden mit einem waagerechten, fest
eingebauten Rost 3 versehen, unter dem sich der Raucherzeuger .| befindet, der üblicherweise mit
Holz, Sägemehl od. dgl. gespeist wird. Oberhalb des festen Rostes ist ein zweiter Rost 5 mittels an
seinem Rande angebrachter, auf einem Ring 7 al>laufender Stützrollen f>
um eine zentral angeordnete senkrechte Achse S drehbar angeordnet.
Der Antriebdreß des Rostes 5 erfolgt über ein Kegelräderpaar 9, eine Welle 10 und ein Mehrstufensclialtgetriebe
1 1 mittels eines polumschaltbaren Elektromotors 12. Das Getrieben und der
poluiuschaltbare Motor 12, die beide außerhalb des
Ofens 1 angeordnet sind, ermöglichen es, den Rost in beiden Richtungen mit verschiedenen Geschwindigkeiten
anzutreiben.
Der Ofen 1 wird so eingebaut, daß der drehbare Kost 5 in I lohe des Fußbodens 13 oder einer Plattform
liegt. In den oberhalb des Drehrostes 5 befindlichen
Raum, der von außen durch eine luftdicht verschließbare Tür 14 zugänglich ist, werden die
f)(> die zu räuchernde Ware enthaltenden Transportgestelle
15, deren Ausführung bekannt ist und daher nicht mehr beschrieben wird, eingefahren.
Dabei laufen die Rollen 16 der Gestelle 15 in parallel
verlaufenden Führungsschienen 17 des drehbaren Rostes 5, die zweckmäßig aus U-Eisen mit
nach oben gerichteten Seitenstegen bestehen.
Au den Rauchabzugskanal 18 des Räuc'hcrofcns 1
sind erfindungsgemäß eine ins Freie führende Abluftrohrleitung 19 und eine Umluftrohrleitung 20
angeschlossen, von denen jeweils eine durch eine Absperrklappe 21 verschließbar ist. Die Rohrleitung
20 führt zum Ansaugstutzen 22 des Gebläses 23, an den außerdem eine Frischluftzuführungsleitung
24 angeschlossen ist. Auch von den Leitungen 20 und1 24 kann jeweils eine durch eine
Absperrklappe 25 verschlossen werden, während die andere offengehalten wird. Vom Austrittsstutzen
des Gebläses 23 aus führt eine Rohrleitung 26, in die eine I Ieizbatterie 27 eingebaut ist, zurück in den
unteren Teil des Ofens 1, und zwar mündet diese Leitung in ein ringförmiges Endstück 28, das den
Raucherzeuger 4 umgibt und in gleichmäßigen Abständen nach innen gerichtete Luftaustrittsöffnungen
29 aufweist.
Die vorstehend beschriebene Anordnung crniöglicht
es, die durch die Leitung 24 zugefü'hrte warme Frischluft und den bei 4 erzeugten Rauch durch das
Gebläse 23 abzusaugen, indem man die Abzugsleitung 19 durch die Klappe verschließt, und Luft
und Rauch von neuem von unten in den Ofen einbläst, so daß ein ständiger Kreislauf erzielt wird.
Die Abkühlung wird durch die Innenauskleidung 2 des Ofens 1 und gute Isolierung der Rohre 20
und 26 auf ein Minimum herabgemindert; die unvermeidliche Wärmeabgabe an die Ware und deren
Träger wird durch die Heizbatterie 27 in der Rohrleitung 26 wieder ausgeglichen, so daß d'ie Temperatur
im Innern des Ofens während des ganzen Räucherprozesses konstant gehalten oder genau reguliert
werden kann. Da zur Erzielung der bcnötigten Rauchmenge jetzt eine wesentlich geringere
Menge LIoIz oder Sägemehl genügt, entwickelt sich durch Nachlegen bei weitem nicht so viel
frischer Wasserdampf als bisher, was in vielen Fällen für eine einwandfreie Räucherung von
großem Vorteil ist.
Die Geschwindigkeit der Luftumwälzung wird durch das mit verschiedener Geschwindigkeit anzutreibende
Gebläse 23 gesteuert. Durch die erhöhte Luft- bzw. Rauchgasgeschwindigkeit wird der
Räucherprozeß selbst zeitmäßig stark abgekürzt, insbesondere aber die Konservierung erheblich
intensiviert, was für die Haltbarkeit des Räuchcrgutcs
bzw. der im Anschluß daran hieraus hergestellten Konserven von größtem Nutzen ist.
Bei einigem Räuchergut ist es erwünscht, dem eigentlichen Räuchervorgang eine Vcrschwadung
der Luft mit Wasserdampf vor- bzw. nachzuschalten. Diese Verschwadu-ng kann dadurch erreicht
werden, daß man die aus dem Räuchergut infolge der starken Erwärmung austretende Wasserdampf
menge (bis zu i2°/o des Gewichtes) eine beliebige Zeit durch das Gebläse 23 umwälzt, während
man die Frischluftzuleitung 24 und die Abluftleitung 29 durch die Klappen 21 und 25 vollständig
verschließt. Dadurch werden die Darmporen für die
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Aufnahme der konservierenden Rauchgase jede gewünschte Zeit offengehalten. Will man diese Umwälzung
von temperiertem Wasserdampf zum Abschluß des Räuchervorganges erreichen, wird eine
Nebeldüse eingebaut oder von außen Sattdampf zugeführt.
Der erfmdungsgemäße Räucherofen eignet sich vornehmlich zum Heißräuchern von Dosenwürstchen.
Hierbei soll während der · letzten zwei
ίο Drittel der Räucherzeit möglichst mit relativ geringer
Luftfeuchtigkeit gearbeitet werden. Dieses erreicht man dadurch, daß man während dieser
Räucherperiode fast ausschließlich die durch die Heizbatterie 27 erzeugte Trockenluft umwälzen
läßt.
Die zu räuchernde Ware wird während des ganzen Räuchervorganges im Ofen gedreht, und zwar wird
die Drehrichtung des Rostes 5 durch Polumschaltung des Motors 12 in gewissen Zeitabständen geändert,
so daß eine absolut gleichmäßige Färbung und Konservierung der im Ofen enthaltenen Ware
gewährleistet ist. Die Drehgeschwindigkeit des Rostes 5 kann durch das Getriebe 11 beliebig eingestellt
werden.
Nach Beendigung des Räucherprozesses wird die Abluftleitung 19 durch Umschwenkung der Absperrklappe
211 geöffnet, so daß der im Innern des Ofens befindliche Rauch durch die Leitung 19 ins
Freie entweichen kann. Jetzt kann die Tür 14 geöffnet
und die in den Gestellen 15 hängende Rauchware aus dem Ofen entfernt werden, ohne daß das
Bedienungspersonal vom Rauch belästigt wird. Danach wird der Ofen erneut beschickt, die Tür 14
verschlossen, und der nächste Räuchervorgang kann beginnen.
Naturgemäß sind die Ausführungsmöglichkeiten der Erfindung durch das dargestellte Ausführungsbeispiel nicht erschöpft. So ist es beispielsweise
möglich, den Raucherzeuger 4 außerhalb des eigentliehen Ofens anzuordnen. In diesem Fall wird die
Anordnung jedoch zweckmäßig so getroffen, daß Rauch und Warmluft durch eine gemeinsame Leitung
in den unteren Teil des Ofens eingeleitet werden.
Claims (11)
1. Verfahren zum Räuchern von Fleisch- und Wurstwaren in einer mit einem Raucherzeuger
ausgestatteten Kammer, dadurch gekennzeichnet, daß das Räuchergut während des Räuchervorganges
quer zur Durchzugsrichtung der Rauchgase bewegt und die Bewegungsrichtung in bestimmten Zeitabständen umgekehrt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Bewegungsgeschwindigkeit der Ware während des Räuchervorganges vermindert bzw. erhöht wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Rauchgase im Kreislauf durch die Kammer bewegt werden.
4. Vorrichtung zur Ausübung des Verfahrens nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,
daß in einem vorzugsweise zylindrischen Räucherofen (1) oberhalb des Raucherzeugers
(4) ein waagerechter Rost (5) um eine senkrechte Achse (7) drehbar gelagert ist, der als
Träger für die die Räucherware enthaltenden, fahrbaren Transportgestelle (15) dient.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet,
daß die Drehachse (8) des Rostes
(5) durch einen polumschaltbaren Elektromotor (12) angetrieben wird.
6. Vorrichtung nach Anspruch 4 und 5, dadurch
gekennzeichnet, daß zwischen Antriebsmotor (12) undi Drehachse (8) ein Mehrstufenschaltgetriebe
(11) eingeschaltet ist!
7. Vorrichtung nach Anspruch 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß Antriebsmotor (12)
und Schaltgetriebe (11) außerhalb des Ofens (1)
angeordnet sind.
8. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet,
daß der Raucherzeuger (4) innerhalb eines ringförmig ausgebildeten. Endstückes
(28) der Umluftleitung liegt, das in gleichmäßigen Abständen nach innen gerichtete Luftaustrittsöffnungen
(9 und 29) aufweist.
9. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet,
daß auf dem drehbaren Rost (5) parallel verlaufende Führungsschienen (17) für
die Laufrollen (16) der Transportgestelle (15)
angeordnet sind.
10. Vorrichtung nach Anspruch 4 und1 9, dadurch
gekennzeichnet, daß auf dem Rost (5) beiderseits der Drehachse Führungsschienen (17)
für je ein Transportgestell (15) vorgesehen sind und die den Ofen (1) abschließende Tür derart
einseitig angeordnet ist, daß jeweils eines der beiden Transportgestelle (15) aus- und eingefahren
werden kann, während das Aus- und Einfahren des zweiten Gestells nach einer halben
Umdrehung des Rostes (5) möglich ist.
11. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet,
daß der drehbare Rost (5) an seinem Rande gleichmäßig auf den Umfang verteilt
angeordnete Stützrollen (6) trägt, die auf einem im Innern des Ofens (1) vorgesehenen
Ring (7) laufen.
Angezogene Druckschriften:
Deutsche Patentschriften Nr. 767083, 893436.
Deutsche Patentschriften Nr. 767083, 893436.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
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