DEM0022216MA - - Google Patents

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DEM0022216MA
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BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
Tag der Anmeldung: 6. März 1954 Bekanmitgeinacht am 11, Oktober 1956
DEUTSCHES PATENTAMT
Der Wunsch nach möglichst weitgehender Rationalisierung des Gütertransportes ließ zahlreiche Sonderfahrzeuge entstehen. So wurden beispielsweise besondere Fahrzeuge für den Transport von Schüttgütern entwickelt oder ein Schienenfahrzeug, das ausschließlich dem Transport von Straßenfahrzeugen dient, die mit Hilfsrollen von der Kopfseite des Schienenfahrzeuges her auf Längsschienen des Schienenfahrzeuges auffahrbar sind. Diese Sonderfahrzeuge sind dem jeweiligen Sonderzweck so angepaßt, daß der Transport und das Umladen des jeweiligen Transportgutes in rationeller und zeitsparender Weise möglich ist. Diese Vorzüge werden jedoch in der Regel damit erkauft, daß die Fahrzeuge die Möglichkeit vielseitiger Einsetzbarkeit verloren haben. Die Folgen hiervon können lange Wartezeiten und häufige Leerfahrten der Fahrzeuge sein.
Vereinzelt wurden auch schon Mehrzweckgüterwagen bekannt. So ist ein Flachwagen- bekanntgeworden, an dessen Fußboden in Fahrzeugquerrichtung sich erstreckende Ladeschwellen oder Tragschienen für Rollbehälter gelagert sind, derart, daß sie entweder in den Fußboden eingeschwenkt oder aus dem Fußboden herausgeschwenkt sind. Sind die Ladeschwellen bzw. Behältertragschienen in den Fußboden eingeschwenkt, so ist der Güterwagen als normaler Flachwagen einsetzbar.
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Sind die Ladeschwellen ausgeschwenkt, so können mit dem Wagen beispielsweise Eisenbahnschienen befördert und, indem ein Kran die Schienen von deren Unterseite her erfassen kann, in einfacher Weise auf- und abgeladen werden. Sind statt der Ladeschwellen Tragschienen für Rollbehälter angewendet und sind diese Tragschienen aus dem Fußboden herausgeschwenkt, so ist mit diesen eine Rollfläche und Führung für von der Seite her auf
ίο den Güterwagen auffahrbare Rollbehälter gegeben. Den bisher bekanntgewordenen Mehrzweckgüterwagen ist eigentümlich, daß sie in der Regel nur für den Transport gleichartiger oder allenfalls einiger weniger verschiedenartiger Transportgüter geeignet sind. Die Transportmöglichkeit einiger weniger verschiedenartiger Transportgüter wird darüber hinaus häufig noch mit einem Aufwand erkauft, der in keinem wirtschaftlich tragbaren Verhältnis zum erzielten Effekt steht.
In vielfacher Form wurden auch Maßnahmen bekannt, die den Transport sowie das Auf- und Abladen von Gütern erleichtern sollen. Hierher gehören schwenkbare seitliche Bordwände zur Verbreiterung der Ladefläche von Flachwagen oder zum Überbrücken eines Zwischenraumes zwischen der Ladefläche und einer Seitenrampe und schwenkbare stirnseitige Bordwände zum Überbrücken des Zwischenraumes beispielsweise zwischen den Lädeflächen von miteinander gekuppelten Fahrzeugen.
Was die obenerwähnten Ein- oder Mehrzweckgüterwagen anlangt, so macht sich deren bestenfalls nur wenig vielseitige Ersetzbarkeit im sogenannten Behälterverkehr besonders nachteilig bemerkbar. Auf dem Gebiet des Behälterverkehrs wurde eine ganze Reihe verschiedenartiger Systeme entwickelt, die an die Transportfahrzeuge verschiedenartige Anforderungen stellen. Demgemäß wurde. auch eine ganze Reihe verschiedenartiger Transportfahrzeuge entwickelt, die jedoch nur im Rahmen des jeweiligen Behältersystems einsetzbar sind. Auf Grund der Verschiedenartigkeit der Behältersysteme und der Vielzahl der Behältersysteme konnten die einzelnen Systeme bisher nur regionale Bedeutung erlangen. Da jedoch gerade der Behälterverkehr ein entsprechend großes Verbreitungsgebiet voraussetzt, um wirtschaftlich und konkurrenzfähig sein zu können, erscheint der derzeitige Zustand der nur regionalen Bedeutung der einzelnen Behältersysteme auf die Dauer gesehen untragbar. Diese Sachlage wurde von der Fachwelt auch durchaus erkannt. Die Fachwelt arbeitet deshalb schon seit langer Zeit auf eine Vereinheitlichung der verschiedenen Behältersysteme hin. Der Erfindung ging nun die Erkenntnis voraus, daß diese bisherigen Bestrebungen der Fachwelt ohne Erfolg bleiben müssen. Denn es wird kaum ein wenn auch nur in einem verhältnismäßig kleinen Verbreitungsgebiet gut eingeführtes Behältersystem zugunsten eines anderen Behältersystems abgelöst werden körinen. Bei der Erfindung wurde daher das Vorhandensein verschiedener Behältersysteme im Gegensatz zu der bisherigen Auffassung der Fachwelt als gegeben hingenommen, und das Bestreben richtete sich darauf, die Verbreitungsgebiete der einzelnen Behältersysteme zu vergroßem, ohne daß eine Verringerung der Zahl der bisher bereits wesentlich eingeführten Behältersysteme erforderlich wäre. In Erkenntnis des Umstandes, daß hierfür von entscheidender Bedeutung die Gestaltung der Transportfahrzeuge ist, wurde ein Mehrzweckgüterwagen entwickelt, der zum Transport von Behältern der bisher schon eingeführten wesentlichen Behältersysteme und darüber hinaus noch zur Bewältigung zahlreicher nicht an Behälter gebundener Transportaufgaben geeignet ist. Dieses Fahrzeug zeichnet sich gemäß der Erfindung aus durch eine Plattform mit in dieser eingelassenen Querschienen als Führung für quer zur Fahrzeuglängsrichtung nebeneinander auffahrbare Rollbehälter und mit schwenkbaren seitlichen Bordwänden, die so ausgebildet sind, daß sie in lotrechter Stellung einerseits die Plattform des Fahrzeuges begrenzen und somit Bestandteile eines Kastens zum Transport von Schüttgütern bilden, andererseits mit an ihnen festgelegten Schienen die Laufbahn für Plilfsrollen von den Kopfseiten her aufgefahrener Straßenfahrzeuge bilden, in waagerechter Stellung aber mit an ihnen befestigten Schienenstücken eine Verlängerung der in der Plattform eingelassenen Querschienen und damit eine Überbrückung zwischen der Plattform und beispielsweise einer Laderampe sowie eine Verbreiterung der Plattform bilden, wozu bemerkt wird, daß die Erfindung nur in einem Fahrzeug gesehen wird, das alle die angegebenen Merkmale aufzuweisen hat. Ein Fahrzeug mit allen diesen Merkmalen kann benutzt werden als Plattformwagen zum Transport von Langgütern, als Niederbordwagen zum Transport von Schüttgütern und Stückgut, unter Verwendung der Querschienen zum Transr port von bei abgeklappter Bordwand quer auf das Fahrzeug aufzubringenden Rollbehältern und bei hochgeklappten seitlichen Bordwänden zum Transport von Straßenfahrzeugen, die von der Kopfseite her auf das Fahrzeug aufzubringen sind und entweder mit ihren Laufrädern auf der Plattform stehen oder sich über besondere Hilfsrollen auf die als Schienen dienenden Bordwände abstützen. Gegebenenfalls kann noch die Möglichkeit zum Einstecken von Rungen gegeben sein, so daß das Fahrzeug außerdem noch als Rungenwagen einsetzbar ist.
Ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes ist in seinen wesentlichen Merkmalen in der Zeichnung schematisch wiedergegeben. Es zeigt
Fig. ι eine Seitenansicht eines Mehrzweckgüterwagens gemäß der Erfindung, und zwar in der linken Hälfte mit niedergeklappter und in der rechten Hälfte mit hochgeklappter Seitenwand,
- Fig. 2 eine Draufsicht auf den Wagen nach
Fig· i>
Fig. 3, 4 und 5 Einzelheiten, der Erfindung.
Auf den Achsbuchsen der Radsätze 1, 2 ist über Federsysteme der Fahrzeugrahmen 3 abgestützt, der die beispielsweise aus Querbohlen bestehende Plattform 4 trägt. In die Bohlenlage der Platt
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form 4 sind Querschienen 5 für mehrere quer zur Fahrzeuglängsrichtung nebeneinander auf das Fahrzeug auffahrbare Rollbehälter 6 eingelegt. Die Plattform 4 wird seitlich begrenzt von Bordwänden 7, 8. Die Bordwände 7, 8 sind auf ihrer Innenseite mit Schienenstücken 9 versehen, die sich nach außen trichterförmig erweitern (Fig. 2) und so angeordnet sind, daß sie bei in die horizontale Lage heruntergeklappter Bordwand eine Verlängerung der Querschienen 5 bilden. Beim Be- und Entladen des Fahrzeuges überbrücken die Bordwände 7, 8 in herabgeklapptem Zustand den Zwischenraum zwischen Fahrzeugplattform und Laderampe bzw. Plattform eines Straßenfahrzeuges, und die Rollbehälter 6 können unschwer beispielsweise von der Rampe zum Fahrzeug und umgekehrt verschoben werden. Die Bordwände 7, 8 sind außerdem so ausgebildet, daß sie in hochgeklappter (lotrechter) Stellung mit Laufschienen 10 als Fahr-
ao bahn für Straßenfahrzeuge 11 dienen können, die von der Stirnseite des Fahrzeuges aus auf- und abgeladen werden. Die Bordwände 7, 8 haben zweckmäßig eine solche Höhe, daß Straßenfahrzeuge mit gleichachsig zu ihren Rädern angeordneten Hilfsrollen 28 von kleinerem Durchmesser mit den Hilfsrollen auf den als Tragschienen wirkenden Bordwänden 7, 8 unter Entlastung der Räderbereifungen aufruhen. Die quer auf das Fahrzeug aufzuladenden Behälter 6 werden mittels Spannbändern und an den Bordwänden angebrachter Haken 12 auf dem Transportfahrzeug gesichert; 1 die von der Kopfseite her aufzurollenden Straßenfahrzeuge mittels nicht gezeichneter Gleisschuhe. Die Bordwände 7, 8 sind der leichteren Handhabung wegen geteilt ausgeführt und werden in hochgeklappter Stellung durch Riegel 13 miteinander verbunden. Die Festlegung der Bordwände in der hochgeklappten Stellung erfolgt durch konisch zulaufende Unförmige Verriegelungsstücke 14, die durch Augen 15 an den Bordwänden 7, 8 und den U-förmigen Langträgern 16 des Fahrzeugrahmens hindurchtreten (Fig. 3). Die Langträger 16 sind an den Stellen des Durchtritts der Verriegelungsstücke 14 durchbrochen. Zum Schwenken
4-5 der Bordwände 7, 8 aus der lotrechten (hochgeklappten) Stellung (Fig. 3) in die waagerechte • (heruntergeklappte) Stellung (Fig. 4) werden die Verriegelungsstücke 14 so weit gelöst, daß sie außer Eingriff mit den mit den Langträgern 16 verbundenen Augen 15 kommen. Die Flacheisen 17 der im wesentlichen aus in Fahrzeuglängsrichtung durchlaufenden Flacheisen 17, 18 aufgebauten und gegebenenfalls durch Aussteifungen 19 versteiften Bordwände 7, 8 sind mit Schwenkarmen 20 fest verbunden, die auf Bolzen 21 schwenkbar gelagert sind. Die Bolzen 21 wiederum sind an den Langträgern 16 gelagert, zweckmäßig in Aussteifungen 22 der Langträger. Sind die Seitenwände in die waagerechte Stellung heruntergeklappt (Fig. 4), dann werden die Verriegelungsstücke 14 eingeschlagen; sie kommen an den Innenseiten der oberen Flansche der Langträger 16 zur Anlage und verhindern auf diese Weise ein unbeabsichtigtes Ausschwenken der Bordwände 7, 8 nach oben. Ein weiteres Herunterklappen der Bordwände 7, 8 wird verhindert mittels durchlaufender Leisten 23, die mit den Flacheisen 18 der Bordwände 7, 8 fest verbunden sind und an Anschlagleisten 24 für die Bordwände 7, 8 zur Anlage kommen. Weitere Leisten 25, 26 ermöglichen außerdem eine unmittelbare Übertragung der lotrecht gerichteten Kräfte von den Bordwänden 7, 8 auf die Langträger 16, wenn die Bordwände 7, 8 mit den Schienen 10 als Fahrbahn für Straßenfahrzeuge dienen. Um ein Überladen von Rollbehältern mittels der Querschienen 5 und deren Verlängerungen 9 zu ermöglichen, müssen die Leisten 25 an den Kreuzungsstellen mit diesen Schienen unterbrochen sein. Die Leisten 26, 27 sind abgeschrägt,' um ein Schwenken der Bordwände 7, 8 zu ermöglichen.
Um die Verwendungsmöglichkeit eines solchen Schienentransportfahrzeuges noch weiter zu steigern, können die Bordwände in geeigneter Weise mit nicht gezeichneten Halterungen für Rungen versehen sein.
Bezüglich der nachfolgenden Ansprüche wird erklärt, daß die Ansprüche 2 bis 6 reine Unteransprüche sind, die nur in Verbindung mit Anspruch ι gelten, der seinerseits nur die Gesamtkombination seiner sämtlichen Merkmale schützt.

Claims (6)

PATENTANSPRÜCHE: ;
1. Mehrzweckgüterwagen, gekennzeichnet durch eine Plattform (4) mit in dieser eingelassenen Querschienen (5) als Führung für quer zur Fahrzeuglängsrichtung nebeneinander auffahrbare Rollbehälter (6) und mit schwenkbaren seitlichen Bordwänden (7, 8), die so ausgebildet sind, daß sie in lotrechter Stellung einerseits die Plattform (4) des Fahrzeuges begrenzen und somit Bestandteile eines Kastens zum Transport von Schüttgütern bilden, andererseits mit an ihnen festgelegten Schienen (10) die Laufbahn für Hilfsrollen (28) von den Köpfseiten her aufgefahrener Straßenfahrzeuge (11) bilden, in waagerechter Stellung aber mit an ihnen befestigten Schienenstücken (9) eine Verlängerung der in der Plattform (4) eingelassenen Querschienen (5) und damit eine Überbrückung zwischen der Plattform (4) und beispielsweise einer Laderampe sowie eine Verbreiterung der Plattform bilden.
2. Mehrzweckgüterwagen nach Anspruch 1,. dadurch gekennzeichnet, daß das Schwenken der seitlichen Bordwände (7, 8) unter Vermitt- 115, lung von mit ihnen fest verbundenen, an den durchlaufenden Langträgern (16) des Fahrzeugrahmens gelagerten Schwenkarmen (20) erfolgt.
3. Mehrzweckgüterwagen nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die seitliehen Bordwände (7, 8) in lotrechter und waagerechter Stellung festlegbar sind durch Verriegelungsstücke (14), die, in Augen (15) der Bordwände (7, 8) geführt, in lotrechter Stellung der Bordwände in an den Langträgern (16) befestigten Augen (15) eingreifen, in waage-
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rechter Stellung der Bordwände (7, 8) dagegen an den Unterseiten der oberen Flansche der vorzugsweise Unförmigen Langtfäger (16) zur Anlage kommen.
4. Mehrzweckgüterwagen nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß in lotrechter Stellung der Bordwände (7, 8) zwischen den im wesentlichen aus einzelnen Profilen (17, 18), Versteifungsrippen (19) und/ oder Blechen bestehenden seitlichen Bordwänden und den Langträgern (16) des Fahrzeugrahmens unter Zwischenschaltung von Druckleisten (25) eine formschlüssige Verbindung hergestellt ist.
5. Mehrzweckgüterwagen nach einem der Ansprüche ι bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die seitlichen Bordwände (7, 8) geteilt'' ausgeführt sind.
6. Mehrzweckgüterwagen nach einem der Ansprüche ι bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die seitlichen Bordwände (7, 8) mit Halterungen zur Aufnahme von Rungen versehen sind.
In Betracht gezogene Druckschriften:
Deutsche Patentschriften Nr. 620 586, 632 039, 829601;
britische Patentschrift Nr. 336 894.
Hierzu ι Blaitt Zeichnungen

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