DEE0008865MA - - Google Patents

Info

Publication number
DEE0008865MA
DEE0008865MA DEE0008865MA DE E0008865M A DEE0008865M A DE E0008865MA DE E0008865M A DEE0008865M A DE E0008865MA
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
acid
hydrazine hydrate
water
diluent
added
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Active
Application number
Other languages
English (en)

Links

Description

BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
Tag der Anmeldung: 12. April 1954 Bekanntgemacht am 31. Oktober 1956
DEUTSCHES PATENTAMT
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung einer neuen chemischen Verbindung, nämlich der 2-Semicarbazidoessigsäure der Formel
CHXOOH
H2NNCONH2
Die neue Verbindung dient als Zwischenprodukt bei der' Herstellung pharmakologisch wirksamer Substanzen, z. B. des N-(5-Nitro-2-furfuryliden)-i-aminohydantoins. Es wurde gefunden, daß man die neue Verbindung in guter Ausbeute und reiner Form nach einem Verfahren herstellen kann, welches sehr leicht ausgeführt werden kann.
Bei der Herstellung der neuen Verbindung wird eine wäßrige Chloressigsäurelösung allmählich einer Lösung von Natriumhydroxyd in mindestens 5o°/0igem Hydrazinhydrat, vorzugsweise 85°/oigem Hydrazinhydrat, zugesetzt. Die Geschwindigkeit des Zusatzes der Chloressigsäurelösung wird so geregelt, daß sie etwa ι Stunde in Anspruch nimmt. Während dieses Zusatzes wird die Temperatur der Reaktionslösung in einem Bereich von etwa 90 bis etwa ioo° gehalten. Danach hält man die Temperatur der Lösung in demselben Temperaturbereich unter Rühren eine weitere Stunde lang, um die Reaktion zu vervollständigen.
Der Überschuß an Hydrazinhydrat, der in der Anfangsstufe des Verfahrens verwendet wird, wird
609 660/448
E 8865 IVb/12 ο
nun aus dem Reaktionsgemisch entfernt, und zwar mittels eines Verdünnungsmittels, z. B. eines Mineralöls, eines Polypropylen- oder Polyäthylenglykols. Das vorzugsweise verwendete. Verdünnungsmittel ist Polypropylenglykol 400. Es wurde gefunden, daß es ein äußerst wirksames Hilfsmittel zur Entfernung des in der Reaktionsmischung vorhandenen Überschusses an Hydrazinhydrat durch Destillation bei vermindertem Druck von etwa 40 bis 50 mm und bei einer Temperatur von etwa 50 bis 60° darstellt. Bei dieser Destillationsstufe wird Wasser ebenso wie Hydrazinhydrat entfernt, wobei ein Rückstand als kristalline Suspension zurückbleibt. Das Verdünnungsmittel ermöglicht eine im wesentlichen vollständige Entfernung und Wiedergewinnung des Hydrazinhydrats, welches in den Prozeß zurückgeführt werden kann, ohne das Reaktionsprodukt zu verunreinigen. Außerdem vermindert das Verdünnungsmittel die Bildung eines Salzkuchens, erleichtert die Behandlung des Reaktionsproduktes und kürzt die zur Abtreibung des überschüssigen Hydrazinhydrats erforderliche Zeit ab, da dieses gegenüber längerer Wärmeeinwirkung unbeständig ist. Nach der Entfernung des Hydrazinhydrats kann das Reaktionsprodukt aus der Reaktionsmischung durch Filtrieren oder, wenn das verwendete Verdünnungsmittel mit Wasser nicht mischbar ist, durch Zusatz von Wasser abgetrennt werden, wobei sich eine wäßrige Schicht bildet, die das Reaktionsprodukt in leicht isolierbarer Form enthält.
Eine wäßrige Lösung, die die wie oben beschrieben erhaltene kristalline Suspension gelöst enthält, wird mit einem Alkalicyanat behandelt, z. B. mit einer wäßrigen Natrium- oder Kaliumcyanatlösung, wobei genügend Säure hinzugefügt wird, um den pH-Wert der Lösung auf etwa 3 bis 9, vorzugsweise 6,5 bis 7,5, bei 25 bis 300 zu bringen. Nach etwa 2 Stunden wird so viel Säure zusätzlich zugegeben, um das Reaktionsgemisch auf seinen isoelektrischen Punkt einzustellen. Hierdurch wird beim Abkühlen die neue Verbindung, 2-Semicarbazidoessigsäure, erhalten. Das so erhaltene Rohprodukt läßt sich leicht durch Lösen in Wasser, Klären durch Filtrieren und Abkühlen reinigen, wobei die gewünschte Substanz in reiner Form ausgefällt wird.
Beispiel 1
82 g Natriumhydroxyd werden in 412 g 85°/oigem Hydrazinhydrat gelöst. Die Lösung wird dann unter Rühren auf eine Temperatur von 900 gebracht, worauf eine Lösung von 94,5 g Chloressigsäure in 100 g Wasser innerhalb annähernd 1 Stunde zugesetzt wird, wobei die Temperatur bei 90 bis ioo° gehalten wird. Darauf wird eine weitere Stunde bei dieser Temperatur nachgerührt. Nun werden 600 g PoIypropylenglykol 400 zugesetzt und das überschüssige Hydrazinhydrat und Wasser unter weiterem Rühren des Reaktionsgemisches bei etwa 40 bis 50 mm Druck und 50 bis 6ö° abdestilliert, wobei eine kristalline Suspension zurückbleibt. Dann werden 300 g Wasser zugesetzt, und das Gemisch wird zur Lösung des kristallinen Rückstandes einige Minuten bei 75 bis 8o° gerührt. Diese'Temperatur wird bei der folgenden Schichtentrennung aufrechterhalten und darauf die wäßrige Schicht abgezogen.
160 g Wasser und 65 g Kaliumcyanat werden der in der vorhergehenden Verfahrensstufe erhaltenen wäßrigen Lösung zugesetzt. Zu dem Gemisch wird unter Rühren allmählich konzentrierte Salzsäure zugesetzt, um bei dem Fortschreiten der Reaktion einen pH-Wert von 7 bis 7,5 einzustellen und aufrechtzuerhalten, wobei die Temperatur auf 25 bis 300 gehalten wird. . Nach 2 Stunden wird ein pH-Wert von * 2,4 bei 25 bis 3p0 durch Zusatz konzentrierter Salzsäure eingestellt, worauf die Gesamtmenge an verwendeter konzentrierter Salzsäure annähernd 200 g beträgt. Dann wird das Gemisch unter Rühren in * Eis 2 Stunden abgekühlt und-von der rohen 2-Semicarbazidoessigsäure abfiltriert, Nach dem Trocknen auf dem Filter wird diese in 300 g Wasser unter Erhitzen auf 80 bis 900 gelöst, zur Klärung nitriert und das Filtrat unter Rühren 2 Stunden in Eis abgekühlt. Darauf wird von den Kristallen abfiltriert. Erhalten wird eine Ausbeute von 53 g (40 °/0) 2-Semicarbazidoessigsäure vom Schmelzpunkt 174 bis 1750 (unkorrigiert).
Beispiele
Das im Beispiel 1 als Verdünnungsmittel zur Anwendung gelangende Propylenglykol 400 wird unter genauer Einhaltung der dort beschriebenen Arbeitsweise durch 300 g einer Erdölfräktion (Dichte 0,85 bis 0,90) ersetzt, wobei in gleicher Ausbeute wie im Beispiel 1 die 2-Semicarbazidoessigsäure vom Schmelzpunkt 174 bis 1750 erhalten wird.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH:
    Verfahren zur Herstellung von 2-Semicarbazido- : essigsäure, dadurch gekennzeichnet, daß man eine * Alkalihydroxydlösung in mindestens 50 %igem Hydrazinhydrat bei etwa 90 bis ioo° mit wäßriger Chloressigsäurelösung umsetzt, darauf dem Um- f setzungsgemisch ein vorzugsweise mit Wasser nicht mischbares Verdünnungsmittel zusetzt, dann das überschüssige Hydrazinhydrat, zweckmäßig bei 40 bis 50 mm Druck, zusammen mit Wasser abdestilliert und hierauf, nach Entfernung des Verdünnungsmittels, eine wäßrige Lösung des Rückstandes mit einem Alkalicyanat zur Umsetzung bringt, wobei der pH-Wert der Reaktionsmischung etwa 3 bis 9, vorzugsweise etwa 6,5 bis 7,5 bei 25 bis 30° beträgt, danach das Reaktionsgemisch durch weitere Säurezugabe auf seinen isoelektrischen Punkt einstellt und schließlich die abgeschiedene 2-Semicarbazidoessigsäure abtrennt.
    © 609 660/448 10.56

Family

ID=

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE69108746T2 (de) Herstellung und Trennung von Ibuprofen-lysinat.
DE69021455T2 (de) Verfahren zur Herstellung von Ascorbinsäure.
DE69309958T2 (de) Verfahren zur herstellung von im wesentlichen enantiomeren der phenylpropionsäuren
EP0512211A2 (de) Verfahren zur Herstellung von substituierten Malonesteraniliden und Malonsäure-monoaniliden
AT404832B (de) Verfahren zur kristallisation von iopamidol
DE2358297C2 (de) Verfahren zur Gewinnung von reinem 3,3,7,7-Tetrahydroxymethyl-5-oxanonan
AT390253B (de) Verfahren zur herstellung der d-2-(6-methoxy-2naphthyl)-propionsaeure
DE2449492A1 (de) Verfahren zur herstellung von optisch aktivem p-hydroxyphenylglycin
EP0305721B1 (de) Verfahren zur Herstellung von 1,6-Di(N3-cyano-N1-guanidino)hexan
EP0293753A2 (de) Verfahren zur Herstellung von E-2-Propyl-2-pentensäure und physiologisch verträglichen Salzen derselben
DE965904C (de) Verfahren zur Herstellung von 2-Semicarbazidoessigsaeure
DE3051036C2 (de)
DEE0008865MA (de)
DE2813712A1 (de) Verfahren zur trennung von racemischen alpha-aminonitrilen
CH693745A5 (de) Verfahren zur Herstellung von Hexahydro-2-oxo-1H-thieno (3,4-d) imidazol-4-pentansaeure.
CH651834A5 (de) Verfahren zur reinigung von guanin.
DE2559285A1 (de) Verfahren zur herstellung von l-phenylalaninalkylestern aus den entsprechenden dl-phenylalaninalkylestern
DE2854069C2 (de) Verfahren zur Gewinnung von optisch aktiven Basen
DE2843040C2 (de)
EP0174624A1 (de) Verfahren zur Herstellung von Milchsäureestern
EP0027956A1 (de) Verfahren zur Herstellung von (1-(4-Chlorbenzoyl)-5-methoxy-2-methyl-3-indol)acetoxyessigsäure
DE2558507A1 (de) Verfahren zur racemattrennung von dl-phenylpropanolamin
DE233118C (de)
DE2721261B2 (de) Verfahren zur Herstellung von Din-propylacetamid
DE1568755C (de)