DE95690C - - Google Patents
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- B—PERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
- B41—PRINTING; LINING MACHINES; TYPEWRITERS; STAMPS
- B41B—MACHINES OR ACCESSORIES FOR MAKING, SETTING, OR DISTRIBUTING TYPE; TYPE; PHOTOGRAPHIC OR PHOTOELECTRIC COMPOSING DEVICES
- B41B3/00—Apparatus for mechanical composition using prefabricated type, i.e. without casting equipment
- B41B3/04—Means for distributing type
Landscapes
- Engineering & Computer Science (AREA)
- Mechanical Engineering (AREA)
- Containers And Packaging Bodies Having A Special Means To Remove Contents (AREA)
Description
KAISERLICHES
PATENTAMT
PATENTSCHRIFT
KLASSE 15: Drückerei.
Dr. EUGEN MÜLLENDORFF in BERLIN. Letternablegemaschine.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 22. Januar 1897 ab.
Gegenstand vorliegender Erfindung ist eine selbsttätig wirkende Ablegemaschine für Lettern
mit Ablegesignaturen (Einschnitten) an der Kegelseite. Die Maschine gehört zu derjenigen Klasse
der mit signirten Lettern arbeitenden Ablegemaschinen, bei welchen der Ablegesatz sich
zeilenweise in den im Kreise angeordneten Längskanälen eines drehenden Behälters befindet
Und dieser Behälter sich gegen einen zweiten gleichartigen feststehenden Sammelbehälter
auf gleicher Achse derartig bewegt, dafs die Kanalenden der beiden mit den Stirnseiten
auf einander schleifenden Behälter allmälig
mit einander übereinstimmen, während der Uebertritt der Lettern aus dem drehenden
Behälter in den feststehenden durch Ablegeschablonen (Durchlässe mit seitlichen Vorsprüngen)
in den Kanalenden des letzteren regulirt wird, d. h. bei der Uebereinstimmung
zweier Kanalenden nur dann die äufserste Letter übertreten kann, wenn ihre Signaturen
mit den Vorsprüngen des gegenüberstehenden Durchlasses übereinstimmen.
Bei allen bisher gebauten Ablegemaschinen dieser Art ist der Behälter mit dem Ablegesatz
oberhalb des Sammelbehälters für den abgelegten Satz angeordnet. Diese Anordnung hat
den Vortheil, dafs der Uebertritt der Lettern aus dem einen Behälter in den anderen durch
ihre eigene Schwere bewirkt wird, ohne dafs es einer besonderen treibenden Kraft bedarf.
Die Erfahrung hat aber bewiesen, dafs die Maschinen dieser Anordnung häufigen Betriebsstörungen
unterworfen sind und einen grofsen Procentsatz gebrochener Lettern liefern. Die Bestriebsstörung wird noch dadurch
vermehrt, dafs die Bruchstücke bezw. der Metallstaub in die Letternkanäle gelangen,
diese zum Theil verschmutzen und versetzen und für den Durchgang der Lettern ungeeignet
machen. Ein weiterer Uebelstand der vorgenannten Anordnung ist eine starke Abnutzung
der Lettern an ihren Kanten bezw. auf der Schleifseite, so dafs sie ihre genaue Form verlieren und aus diesem Grunde vorzeitig
unbrauchbar werden.
Alle diese Mängel sind als die Folge der Anordnung des Behälters mit dem Ablegesatz
oberhalb des Sammelbehälters erkannt, und zwar aus folgendem Grunde: Befindet sich
der Ablegesatz gemäfs dieser Anordnung etwa in den Kanälen k des oberen drehenden Cylinders
h (Fig. 4), und ist b der auf gleicher Achse darunter liegende feststehende Sammelcylinder,
so haben die in den Kanälen k untergebrachten Lettern infolge dieser Anordnung
ständig das Bestreben, durch ihre eigene Schwere herabzusinken. Kommen nun zwei Kanäle der Cylinder b und h in Uebereinstimmung,
wie die mittleren Kanäle in Fig. 4, und stimmen die Signaturen der untersten Letter im Kanal k mit den Vorsprüngen der
Schablone im oberen Ende des Kanals c überein, so sinkt die Letternsäule durch die
Schwere abwärts, bis die unterste Letter ganz in den Kanal c übergetreten ist, während die
Letternsäule nicht weiter sinken kann, wenn, wie es im Allgemeinen der Fall sein wird, die
nächste Letter im Kanal k andere Signaturen hat. Diese Letter wird demnach in den Kanal
nicht übertreten können. Damit sich nun der Cylinder h ohne Hindernifs weiter drehen kann,
ist erforderlich, dafs die jetzt unterste Letter auf ihrer Unterseite mit der unteren Gleitfläche
des Cylinders glatt abschneidet und nicht gleichzeitig auch nur theilweise im Kanal c
und im Kanal k steckt, widrigenfalls die scharfe Kante der gleichzeitig in beiden Kanälen
steckenden Letter ein Bewegungshindernifs bilden würde, welches gewaltsam nur unter
Beschädigung bezw. gänzlicher Vernichtung (durch Abscheerung) der Letter überwunden
werden könnte. .
Da nun bei der fraglichen Anordnung die unterste Letter stets das Bestreben hat zu
sinken, so wird sie demselben auch stets so weit nachgeben, als sie durch die Vorsprünge
der Schablonen am Sinken nicht gehindert ist. Die Signaturenstellen sind aber durch die gegebene
Länge der Letter beschränkt, so dafs die Lettern eines Alphabets (ca. 100 Stück)
nicht durchaus verschiedene Signaturen haben können. Man ist daher genöthigt, Signaturenzusammenstellungen
(etwa zu vier) anzuwenden, und die Folge hiervon ist, dafs die Signatureinschnitte
verschiedener Lettern zum Theil übereinstimmen. Demgemäfs werden auch die
Vorsprünge der Ablegeschablonen theilweise mit den Einschnitten solcher Lettern übereinstimmen,
welche die Schablonen nicht vorbeilassen. Es wird also bei der Uebereinstimmung zweier Kanäle unter anderem der
FaIl vorkommen können, dafs die unterste
Letter nur von einem Vorsprung der Schablone gestützt und so am vollständigen Uebertritt
verhindert wird, während die übrigen drei Vorsprünge die Einschnitte der Letter decken.
Die somit nur mit einem Punkte gestützte Letter wird sich daher theilweise senken
können,, und es wird der vorerwähnte Fall ■ eintreten, dafs die Letter theilweise in beiden
Kanälen steckt, wovon eine Betriebsstörung bezw. Verletzung oder gänzliche Vernichtung
der Letter die. Folge sein wird..
Alle diese Uebelstände werden beseitigt und der Betrieb wird ein durchaus sicherer, wenn
man, wie bei vorliegender Erfindung, den Behälter mit dem Ablegesatz unterhalb des
Sammelbehälters anordnet und statt der Schwere eine dieser entgegenwirkende Kraft
zum Ueberführen der Lettern aus dem unteren Behälter in den oberen anwendet. Bei dieser
Anordnung fehlt der äufsersten Letter das Bestreben, von selbst eine schiefe Lage einzunehmen,
und sie wird daher, wenn auch nur an einem Punkte gestützt, niemals auch nur theilweise in einen Kanal des Sammelbehälter.'
eintreten können, in den sie nicht hineingehört Die Erfindung ist in Fig. ι in senkrechtem
Längsschnitt und in Fig. 2 bezw. 3 in Seiten bezw. Oberansicht dargestellt; Fig. 4 ist eine
Abänderung in Seitenansicht, Fig. 5 und sind Einzelheiten.
Auf einer Säule α sitzt drehbar der Konus b mit Längskanälen c auf seinem Umfang, welche
zeilenweise mit dem Ablegesatz d gefüllt werden. Die Ablegezeile stützt sich auf einen
Schieber e, der durch Federn f ständig nach oben geprefst wird. Der Ablegekonus b wird
mittelst des Rades g in ständiger oder intermittirender Umdrehung gehalten. Auf dem
oberen Theil der Säule α sitzt fest der.Sammelkonus
h mit den Sammelkanälen k und den abgelegten .Letternsäulen /. Drahtfedern m sind
in die Kanäle k eingesteckt und stützen sich mit einem Ende gegen die Deckplatte η und
mit dem anderen gegen die Letternsäule /. Die Federn / sind so kräftig, dafs sie die
Federn m und das Gewicht der Letternsäule überwinden. Die Fig. 5 und 6 sind Schnittansichten
nach x-x der Fig. 1, und zwar ist Fig. 5 eine Oberansicht eines Kanals c des
Ablegekonus b mit den bei 0 signirten Lettern d, und Fig. 6 eine Unteransicht eines Kanals k
des Sammelkonus h mit der in seinem unteren Ende befindlichen Ablegeschablone bezw. den
Vorsprüngen p.
Dreht sich der Konus b um seine Achse, so kommen die Kanäle c und k allmälig in
Uebereinstimmung, und diejenigen obersten Lettern in den Kanälen c, deren Signaturzusammenstellungen
0 jeweilig mit den gegenüberstehenden Vorsprüngen ρ der Kanäle k
zusammenfallen, treten infolge des Federdruckes / in den Konus h über. In den
Kanälen des letzteren sammeln sich auf diese Weise die nach Charakteren ausgesuchten,
d. h. abgelegten Lettern. Die Federn m verhindern dabei das Emporschleudern der Letternsäule
/, wenn eine neue Letter durch Federn/ in den zugehörigen Kanal k geschnellt wird.
Die konische Form des Ablege- und des Sammelbehälters gewährt den Vortheil, dafs
die Lettern d bei der Drehung von b und bei ihrer Aufwärtsbewegung im Kanal c infolge
ihrer Schwere mit ihren Fufsenden d1 stets in Anlage an den Boden des Kanals
bleiben, was nothwendig ist, damit sie stets in richtiger Lage an der Ablegeschablone vorbeiziehen.
Wählt man statt dessen die cylindrische Gestalt für beide Behälter, wie in Fig. 4 dargestellt,
so wird die Anordnung von Organen nothwendig, welche diese Lage sichern. Dazu eignet sich beispielsweise eine am oberen feststehenden
Cylinder h (Fig. 4) befestigte Rolle q, unter welcher die oberen Kanalenden des Cylinders
b vorbeigehen, wobei die etwa in der Längsrichtung verschobenen Lettern stets wieder
in die richtige Längslage gebracht werden. Ohne an dem Wesen der Erfindung, welche
lediglich in der neuen Anordnung des Ablege- und des Sammelbehälters besteht, etwas zu
ändern, läfst sich dieselbe noch mehrfach abändern. Statt der Federn/ lassen sich Ge-
wichte setzen, welche mittelst über Rollen geführter Schnüre an die Schieber e angreifen
und diese ständig nach oben ziehen. Die Rollen sind im Innern des Konus b gelagert
und nehmen sammt den Gewichten an der Drehung desselben Theil. Die Gewichte
können zweckmäfsig auf Führungsstangen gleiten. Desgleichen können statt der Federn m
Beschwerstücke gewählt werden, welche mit ihrem Gewicht auf der Letternsäule / ruhen.
Ohne an dem Wesen der Erfindung irgend etwas zu ändern, kann der Ablegebehälter b
feststehend und statt dessen der Sammelbehälter h drehend, oder endlich beide in gleichem
oder entgegengesetztem Sinne drehend angeordnet werden.
Erfolgt die Bewegung intermittirend, so ist es zweckmäfsig, jedem Behälter die gleiche
Anzahl von Kanälen zu geben und den Abstand der Kanäle gleich zu machen, derart,
dafs bei jeder Unterbrechung der Bewegung sämmtliche Kanäle übereinstimmen. Wählt
man dagegen die ständige Umdrehung, bei welcher die Maschine gleichfalls ohne Störung
arbeitet, so können die Kanäle bei jedem Behälter in beliebiger Zahl vorhanden und in
ganz beliebigen Abständen angeordnet sein. So zeigen Fig. 2 und 3 beispielsweise eine
gleiche Anzahl von Kanälen in jedem Behälter, während in Fig. 4 der untere Behälter mehr
Kanäle hat als der obere.
Dafs die Kanäle mit den Kegeln bezw. Cylindern b und h nicht aus dem Vollen gearbeitet
zu sein brauchen, sei schliefslich noch erwähnt. Diese Kanäle können, wenn sie einzeln auswechselbar sein sollen, um z. B. in
Verbindung mit' einer Setzmaschine gebraucht zu werden, für sich bestehen und in konischen
bezw. cylindrischen Gestellen lösbar befestigt sein. Zu dem gleichen Zwecke kann aber
auch der ganze Kegel oder Cylinder mit dem abgelegten Satz gegen den ganz oder theilweise
entleerten Kegel oder Cylinder einer Setzmaschine ausgewechselt werden. Die in der
Zeichnung dargestellte Ausführung der Kanäle aus dem Vollen ist ferner mit der Nebenabsicht
verbunden, aus dem oberen Sammelbehälter unmittelbar zu setzen, oder die Sammelkanäle
zeitweise in Setzmagazine zu entleeren. Die Kanäle k sind alsdann gleichzeitig als die
Vorrathsbehälter einer Setzmaschine anzusehen.
Das Füllen der Magazine des unteren Behälters mit dem abzulegenden Satz kann von
Hand oder auch selbsttätig dadurch erfolgen, dafs durch die der Entleerung eines Ablegekanals
entsprechende Schieberstellung ein Hebelwerk eingeschaltet wird, welches von dem abzulegenden
Satz eine Zeile abbricht und in den leeren Kanal schiebt.
Es kann für das Setzen der abgelegten Lettern zweckmäfsig sein, die Kanäle k nicht
radial, sondern in einem von Null verschiedenen Winkel zum Radius anzuordnen, und
es ist alsdann nur nöthig, auch den Ablegekanälen c eine entspreclr nde Stellung zu geben.
Claims (2)
1. Ablegemaschine für Lettern mit Ablegesignaturen auf der Kegelseite, gekennzeichnet
durch die Uebereinanderordnung zweier Kegel oder Cylinder auf gemeinschaftlicher
Achse, deren unterer in Kanälen an seinem Umfang den Ablegesatz aufnimmt, und
deren, oberer entsprechende Kanäle zur Aufnahme des abgelegten Satzes enthält,
welche letzteren an ihren unteren Enden mit Ablegeschablonen zur Regulirung des Uebertrittes der unter ständigem Feder-,
Gewichts- oder sonstigem Druck stehenden Lettern aus den unteren Kanälen in die oberen versehen sind, während einer der
beiden Kegel oder Cylinder stillsteht und der andere sich ständig oder intermittirend
dreht, oder beide Kegel oder Cylinder sich in gleichem oder entgegengesetztem Sinne
ständig oder intermittirend um die gemeinschaftliche Achse drehen.
2. Bei der unter 1. gekennzeichneten Ablegemaschine die Anordnung der oberen und
unteren Kanäle in ungleicher Anzahl und in beliebigem Abstand von einander, zu dem Zwecke, die Herstellung zu vereinfachen
und in jedem Moment nur eine oder wenige Uebertrittsstellen für die Lettern
zu haben.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE95690C true DE95690C (de) |
Family
ID=366908
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT95690D Active DE95690C (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE95690C (de) |
-
0
- DE DENDAT95690D patent/DE95690C/de active Active
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