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Rolirbiegemaschine mit hydraulischem. .Antrieb Es sind Rohrbi°gemasohinen
mit einem schwenkbaren Formstück bekannt, die mit einer Rohrhaltevorrichtung und
einem fes.terl Dorn zusammenwirkt und die durch einen hydraulischen Druckzylinder
angetrieben Sind, der einerseits an dem Formstück und andererseits an dem Maschinengestell
schwenkbar angeschlossen ist. Hierbei sind für das Biegen der Rohre mehrere Einzelhübe
der Antriebsvorrichtung erforderlich, so daß der Angriffspunkt am Formstück oder
am Maschinengestell nachstellbar sein muß. In der praktischen Anwendung haben sich
derartige Maschinen bisher insbesondere nicht für große Rohrdurchmesser und- für
große Biegeradien sowie für Biegungen über 9o° bewährt.
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Um größere Bogen anzufertigen, hat man.bei einer bekannten Maschine
ein Nachgreifen der Rohrklemmvorrichtung über den durch den Hub des hydraulischen
Getriebes begrenzten Schwenkwinkel des Biegesegmentes hinaus vorgesehen. Hierbei
ist jedoch der Druckzylinder fest angeordnet, so daß während des' Biegevorganges
zur Zylinderachse geneigte Kräfte hohen Ausmaßes auftreten und die Anschlußelemente
zur Übertragung dieser Kräfte entweder sperrig ausgebildet oder mit großen Kraftübertxagungsquerschnitten
versehen sein müssen. Außerdem ist eine besondere Führung der Kolbenstange erforderlich.
Von der hierdurch bedingten, komplizierten und teueren Bauweise abgesehen, können
diese Maschinen höchstens zur Durdhführung von Biegungen bis zu i$o° verwendet Werden,
wodurch sie in ihrer Anwendungsmöglichkeit ebenfalls beschränkt sind.
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Eine ändere Maschine dieser Art enthält ein Schrittschaltwerk, durch
welches das Nachgzeifen
bewirkt wird. Hierbei wird das Rohr durch
eine äußere kreisbogenförmig geführte Biegerolle um ein festes Biegewerkzeug herumgelegt.
Diese Maschine hat den Nachteil, daß die Anwendung eines Biegedornes unmöglich ist,
was ebenfalls die Anwendungsmöglichkeit sehr beschränkt.
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Schließlich ist noch eine Ausführungsform zu erwähnen, bei der die
Kolbenstangenführung durch einen besonderen Support erfolgt, der dem fest angeordneten
Druckzylinder vorgeschaltet ist und der zum Antrieb des Bi-gewerkzeuges über ein
Zahngetriebe dient. Der mechanische Aufwand ist außerordentlich groß, und man kann
auch hiermit nur Bogen bis zu iSo° ausführen.
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Durch die Erfindung ist die Aufgabe gelöst worden, bei dem hydraulischen
Antrieb schwenkbarer Biegeformstücke durch einen am Maschinengestell schwenkbar
abgestützten Druckzylinder und einem am Formstück schwenkbar angreifenden Druckkolben,
d. h. bei Antrieben, bei denen die Kolben-und Zylinderachse stets auf der Verbindungsgeraden
zwischen Stützpunkt am Gestell und Angriffspunkt an der Biegeform liegt, eine Nachstelleinrichtung
für den Antrieb vorzusehen, die es mit einfachen, kraftsparenden Mitteln erlaubt,
den Schwenkwinkel der Biegeform beliebig zu vergrößern, so daß Werkstücke über den
durch den Hub des hydraulischen Antriebes begrenzten Schwenkwinkel hinaus ohne erneutes
Einspannen des Rohres an der Biegeform gebogen werden können, wobei der Druckkolben
im Gegensatz zu iden oben beschriebenen bekanntenVorrichtungen keiner Bijegebeanspruchung
unterliegt.
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Es ist erst durch die neue Erfindung gelungen, mit derartigen Maschinen
diese Aufgabe zu lösen, und zwar dadurch, daß eine besonders vorteilhafte Bahn gewählt
wurde, entläng welcher der Angriffspunkt der Antriebsvorrichtung - nachstellbar
ist. Diese Bahn hat einen zur Schwenkachse des Formstückes konzentrischen Verlauf.
Hierdurch läßt sich die geradlinige Kraftwirkung der hydraulischen Antriebsvorrichtung
der kreisförmigen Bahn des Formstückes in jeder Drehlage einfach und. kraftsparend
insofern anpassen, als der Kraftangriffspunkt so verstellt wird, daß die Kolben-
und Zylinderachse in die Richtung einer Tangente an die Kreisbahn des Schwenkzapfens
des Kolbens fällt und während des Hubes nur wenig von dieser Richtung abweicht.
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Dies kann in besonderer Ausbildung der Erfindung so durchgeführt werden,
daß der Schwenkzapfen des Zylinders an einem um die Schwenkachse des Formstückes
schwenkbaren und in beliebi.gen Lagen am Maschinengestell feststellbaren Zwischenhebel
angreift.
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Gemäß einer anderen Ausführungsform greift der Sohwenkzapfen des Kolbens
an einem Zwischenhebel an, der um die Schwenkachse des Formstückes schwenkbar und
in beliebigen Winkelstellungen mit dem Formstück kuppelbar ist. Hierbei kann zwischen
dem Zwischenhebel und dem Formstück ein Schriittschaltwerk eingeschaltet sein.
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In der Zeichnung sind Ausführungsbeispiele der Erfindung dargestellt,
und zwar zeigt Fig. i eine Draufsicht auf eine erfindungsgemäße Rohrbiegemaschine,
bei welcher die Abstützung des Hubgetriebes nachsfellbar ist, Fig.2 eine Seitenansicht
der Maschine nach Fig. I, Fig.3 eine Draufsicht auf die gleiche Maschine in einer
anderen Betriebsstellung, Fig. 4 eine andere Ausführungsform einer erfindungsgemäßen
Rohrbiegemaschine, wobei zwischen dem Hubgetriebe und dem Biegesegment ein Schrittschaltwerk
vorgesehen ist.
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Die Rohrbiegemaschine nach den Fig. i bis 3 besteht aus einer Grundplatte
i, auf welcher das Biegesegment 2 um die Achse 3 schwenkbar gelagert ist. Das Hubgetriebe,
das aus dem hydraulischen Zylinder 4 mit Kolben und Kolbenstange 5 besteht, stützt
sich schwenkbar gegen einen Zwischenhebel d ab, der ebenfalls schwenkbar um die
Achse 3 gelagert ist. Dieser Zwischenhebel 6 ist mit einem Ansatz 7 versehen, der
eine Bohrung 8 aufweist zur Aufnahme eines Befestigungsbolzens, um den Hebel 6 und
das Hubgetriebe mit der Grundplatte i unnachgiebig zu verbinden: Die Grundplatte
i weist mehrere Gegenbohrungen 9 auf, so daß der Hebel 6 verschiedene Stellungen
einnehmen kann. Es besteht auch die Möglichkeit, eine Anordnung zu treffen, um den
Hebel 6 stufenlos in -seiner Lage verändern zu können. Die Kolbenstange 5 ist mit
dem Biegesegment 2 durch ein Gelenk io verbunden. An dem einen Ende besitzt das
Biegesegment eine Rohrhaltungseinrichtung i i, die, wie aus Fig. 2 zu ersehen ist,
im wesentlichen aus zwei Klemmbacken i2 besteht. Zur Führung des Rohres kann außerdem
noch ein auf der Zeichnung nicht erkeniabarer Dorn und ein Dornhalter 13 vorgesehen
sein. Diese Dornhalterung ist auf der Grundplatte i mittels einer verstellbaren
Führung 14 verschiebbar angeordnet. Das gleiche gilt für die auf der Grundplatte
noch angeordnete Beispannvorrichtung 15, die zusammen mit der Hohlgleitschiene 16,
die ebenfalls zur Führung des Rohres dient, auf der Grundplatte i längs verschieblich
und mittels .einer Spindel 17 einstellbar ist, so daß man verschieden bemessene
Biegesegmente in der gleichen Maschine verwenden kann.
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Beim Biegen eines Rohres kann man je -nach Durchmesser und Wandstärke
einen Dorn verwenden oder den Arbeitsgang auch ohne Dorn durchführen, im ersten
Falle wird er bis in den Bereich in das zu biegende Rohr 18 eingeführt, in welchem
sieh die Rohrhalterung ii befindet. Das Rohr wird in die Halterung i i eingespannt
und nunmehr das Hubgetriebe in Tätigkeit gesetzt, so daß sich das Biegesegment 2
durch Verschieben der Kolbenstange 5 in dem hydraulischen Zylinder 4, auf der Zeichnung
gesehen, im Uhrzeigersnne dreht und dabei das Rohr 18 mitnimmt. Ist nach einem bestimmten
Drehwinkel des Segmentes der größte Hub des Zylinders 4 erreicht, so wird der Hebel
6 in die nächste Stellung geschwenkt, bis beispielsweise die Stellung gemäß Fig.3
erreicht ist und das Rohr 18 um 9o° gebogen ist. Die genannte Schwenkung des Hebels
6 erfolgt so, daß der Bolzen
aus den Bohrungen 8 und g entfernt
wird und der Zylinder 4 eine rückläufige Bewegung ausführt, so daß sich dadurch
der Hebel 6 in die neue Stellung, bewegt, wo er wiederum durch Einsetzen des Bolzens
mit der Grundplatte 1 fest verbunden wird. Wie aus Fig. 2 noch zu erkennen ist,
kann der hydraulische Zylinder mittels einer Handpumpe 1g bedient werden, andererseits
ist aber auch ein motorischer Antrieb möglich.
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Die gleiche Einrichtung .kann auch zum Biegen von Vollstäben mit dem
gleichen Erfolg verwendet werden.
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Eine andere Ausführungsform zeigt die Fig.4, die dem Prinzip nach
zwar mit der bisher beschriebenen Maschine übereinstimmt, wobei jedoch das Hubgetriebe,
nämlich der hydraulische Zylinder 4, gelenkig, aber unverrückbar an der Grundplatte
i befestigt ist. Um während des Biegevorganges, wenn der Kolben in dem hydraulischen
Zylinder 4 zum Anschlag gekommen ist und der beabsichtigte Biegewinkel noch nicht
erreicht ist,-eine Nachstellung im Sinne der Erfindung vornehmen zu können, ist
zwischen dem Hubgetriebe und dem Biegesegment 2 ein Schrittschaltwerk 2o eingeschaltet,
das insbesondere als einseitig wirkende Ratsche ausgebildet sein kann, deren Hebel
ei mit der Kolbenstange 5 gelenkig verbunden ist.