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Aus Einzelteilen zusammensetzbare schrankartige Puppenküchenmöbel
Die Erfindung bezweckt die Herstellung besonders preiswerter und gut aussehender
Puppenküchenmöbel.
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Es -ist üblich, bei Puppenküchenmöbeln die Vorderseite sowie die anschließenden
Seitenteile und oft auch noch die Rückseite aus einem einzigen Stück Blech herzustellen
und seine Kopfenden in bekannter Weise miteinander zu verbinden. Boden und Oberseite
sind dabei durch Verlappen mit den senkrechten Wänden verbunden oder werden auch
lediglich federnd daran gehalten.
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Ferner sind U-förmige Standardteile für Puppenmöbel bekannt, die mit
ihrer offenen Seite nach unten übereinanderges.tapelt werden können und waagerecht
verlaufende Kanäle von rechteckigem Querschnitt bilden, in welche Schubkästen passen.
Hohe Stapel davon können beispielsweise Regale mit einer Vielzahl von Fächern bilden.
Man kann auch zwei niedrige Stapel mit Schubkästen vorsehen und durch eine gemeinsame
Platte zu einem Schreibtisch verbinden.
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Durch die Erfindung wird angestrebt, trotz der Verwendung von Standardteilen,
die einen niedrigen Preis ermöglichen, die unzulängliche und billig wirkende Form
der bisherigen Puppenküchenmöbel zu vermeiden und ihnen statt dessen eine besondere
Eigenart und Note sowie eine sehr ansprechende gefällige Form zu geben.
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Die Erfindung besteht im wesentlichen darin, daB jedes. Möbelstück
drei untereinander austauschbare Grundteile; nämlich zwei rechteckige flache Schalen
und einen einstückigen, U-förmig gebogenen, die Rückwand und die :beiden angrenzenden
kürzeren Wände bildenden Teil aufweist. Je
nach der Eigenart des
aus diesen drei Grundteilen nach der Erfindung hergestellten Puppenküdhenmöbels
erhält beispielsweise die eine Schale in der Nähe ihrer Ecken Ausbauchungen, welche
die Füße das Puppenküchenmöbels. bilden., die andere Schale eine für das Möbelstück
eigenartige Ausstanzung oder Ausprägung. Der Grundteil nach der Erfindung kann ferner
den äußeren Mantel für bestimmte Einsatzteile, z. B. für eine Eisschrankeinheit
mit Innenbeleuchtung bilden. Zur Verbindung solcher Einsätze weist z. B. gemäß der
Erfindung der U-förmnige Teil schräg nach innen verlaufende Zapfen auf, welche in
Vertiefungen an der Außenseite des Einsatzes federnd und ohne Spiel .einrasten.
Die offene Seite des schrankähnlichen Grundteiles wird durch eine die Vorderseite
des jeweiligen Küchenmöbels wiedergebende Wand abgeschlossen. Die Verbindung des
schalenförmigen und des U-förmig gebogenen Grundteiles mit der Vorderwand geschieht
zweckmäßigerweise dadurch, daß die Schalen mit in Schlitze der Vorderwand und des'
U-förmigen Teiles passenden Zapfen versehen sind.
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Die Zeichnungen geben die Grundteile nach der Erfindung sowie einige
Anwendungsbeispiele wieder, und zwar zeigt Fig. i im Schaubild denn U-förmig gebogenen
Grundteil gemäß der Erfindung, Fig. 2 im Schaubild einen der an dem U-förmigen Grundteil
anliegenden flachen Grundteile, welcher, je nach dem gewünschten äußeren Aussehen
des I,Cüehenmöbels, außer dem Anstanzen der Zapfen an seinen Rändern auch noch eine
weitere Bearbeitung erfahren kann; Fig. 3_ ist eine Vorderansicht von einem
Spültisch nach der Erfindung; Fig. 4 ist ein Blick auf den Spültisch nach Fig. 3
von oben; Fi;g. 5 zeigt einen Herd nach der Erfindung von vorn, Fig. 6 den gleichen
Herd von oben, aber bei abgenommener oberen Herdwand; Fig. 7 ist ein Kühlschrank
nach der Erfindung von vorn, FRg. 8 der gleiche Schrank im Schnitt nach der Linie
VII-VII der Fig. 7 bei geöffneter Tür.
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Der U-förmige Grundteil gemäß der Erfindung nach Fig. i besteht aus
einem langen Stück Blech i, dessen seitliche Ränder rechtwinklig nach innen abgewinkelte
Leisten 2, 3 bilden und Schlitze 4, 5 aufweisen. Die Stirnränder 6 sind ebenfalls
rechtwinklig nach innen abgebogen und tragen Zapfen 7. Die Rückwand 8 und die kurzen
daran sich anschließenden Wände 9 sind in bekannter Weise durch Sicken io, ii versteift.
An den Biegestellen 12 bis 15 sind die Leisten 2, 3 etwas schmäler gehalten, um
das Biegen zu erleichtern und die Bildung von Falten zu verhindern.
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Die an die Leisten 2, 3 des Bleches i anzusetzenden Teile werden aus
dem flachen Grundteil näch Fig. 2 hergestellt. Dieser Grundteil besteht aus einer
viereckigen flachen Schale 16 mit abgerundeten Rändern 17 und Ecken 18. Je nach
dem Verwendungszweck wird von diesem Grundteil nur der Rand i9 abgeschnitten, und
.zwar so, daß nur in die Schlitze 4 der Leisten 2, 3 passende Zapfen stehenbleiben,
oder es wird der Boden der Schale 16, je nachdem, was dieser Teil des Küchenmöbels
darzustellen hat, beim Abschneiden des. Randes 18 gleichzeitig noch mit Ausstanzungen
oder Ausprägungen versehen.
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Bei dem Spültisch nach Fig. 3 z. B. ist die Sehale 16, welche
den Boden des Spültisches bildet, an den Ecken mit vier Ausbauchungen 2o versehen,
welche die Füße des Spültisches darstellen. Die gleiche Schale 16 erhält, wenn sie
als obere Arbeitsfläche des Spültisches benutzt wird (Fig. 4), in der Mitte eine
große Aussparung zur Aufnahme einer Schüssel 2i sowie zu beiden Seiten der Schüssel
Rippen 22.
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Bei dem Küchenherd nach Fig. 5 hat die Sehale 16, welche den Boden
bildet, wiederum die als Füße dienenden Ausbauchungen 2o. Die aus der gleichen Schale
16 geformte Herdplatte nach Fig. 6 zeigt zwei kleine Feuerstellen 24 und eine große
Feuerstelle 25 mit Ringen 26 sowie eine Aussparung für eine Wasserpfanne 27 mit
Deckel 28, wobei das alles selbstverständlich auch durch einen anderen Aufbau oder
eine andere Einteilung der Herdplatte ersetzt werden kann.
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Beim Kühlschrank nach den Fig. 7 und 8 haben die flachen Grundteile
nach Fig. 2 keine besonderen Ausstanzungen oder Ausprägungen. Sie bilden hier lediglich
glatte Wände 29, 30, deren Zapfen 3 i in Schlitze 4, 5 (Fig. i) der Leisten 2, 3
eingeführt und dann umgebogen worden sind, so daß sie zusammen mit dem U-förmigen
Grundteil einen bis auf eine Seite geschlossenen, stabilen Blechkasten bilden.
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Die Vorderseite der Küchenmöbel ist je nach dem besonderen Zweck des
Möbels verschieden gestaltet.
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In Fig. 3 besteht die Vorderseite aus den oberen und, unteren Führungsleisten
32, die von den freien Zapfen 31 der Schalen 16 gehalten werden und die Schiebetüren
33, 34 führen.
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Nach Fig. 5 ist mittels der Zapfen 7 des Bleches i eine Herdwand 35
gehalten; die in bekannter Weise ausgestaltet ist. Die obere Herdwand 36 sitzt in
Schlitzen 37 (Fig. 6) der Herdplatte 23.
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Beim Kühlschrank -nach Fig. 8 ist in die offene Vorderseite ein besonderer
schrankähnlicher Einsatzteil 38 mit Tür 39 eingeschoben., in dessen Vertiefungen
40, 41 die nach innen gebogenen Zapfen 7 des Bleches i ohne Spiel federnd ,einrasten
und auf diese Weise die Einheit 38 unverrückbar in der richtigen Lage halten. Eine
Öffnung 42 am Boden der Einheit 38 dient zur Aufnahme einer Salatschüssel 43, welche
die gleiche Form wie die Spül-
schüssel 21 des Spültisches nach Fig. 4 haben
kann. Neben der Schüssel 43 ist Platz für eine Stabbatterie 44, die bei geöffneter
Tür 39 über einen federnden Kontaktstift 45 mit der Lampe 46 verbunden .ist.
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Bereits die skizzenmäßig gehaltenen Zeichnungen lassen deutlich erkennen,
d-aß die in den Fig. 3 ;bis 8
abgebildeten Küchenmöbel nur wenig
Ähnlichkeit miteinander aufweisen und in keiner Weise die Ver-`,vendüng gleicher
Grundteile ahnen lassen. Die Grundteile nach der Erfindung hinterlassen beim Beschauer
vielmehr den Ei-ndru-k, daß es sich um eine gelungene Nachbildung einer hochwertigen.,
modernen Küche mit harmonisch zueinander passenden Einzelmöbeln handelt. Die stark
herabgesetzte Zahl von Werkzeugen und die Möglichkeit, ganz nach Bedarf aus wenigen
vorrätigen Grundteilen die verschiedensten Küchenmöbel herstellen zu können, verringert
jedoch die Herstellungskosten erheblich und erlaubt es, Puppenküchen preiswerter
oder bei gleichen Preisen in einer erheblich besseren Ausführung zu liefern.