DE945686C - Verfahren zur Gewinnung von Essigsaeure als Calciumacetat aus Laubholzsulfitzellstoffablauge - Google Patents

Verfahren zur Gewinnung von Essigsaeure als Calciumacetat aus Laubholzsulfitzellstoffablauge

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DE945686C
DE945686C DEA756D DEA0000756D DE945686C DE 945686 C DE945686 C DE 945686C DE A756 D DEA756 D DE A756D DE A0000756 D DEA0000756 D DE A0000756D DE 945686 C DE945686 C DE 945686C
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DE
Germany
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acetic acid
calcium acetate
waste liquor
furfural
limestone
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Expired
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DEA756D
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English (en)
Inventor
Dr Alfred Ogait
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Aschaffenburger Zellstoffwerke AG
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Aschaffenburger Zellstoffwerke AG
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07CACYCLIC OR CARBOCYCLIC COMPOUNDS
    • C07C53/00Saturated compounds having only one carboxyl group bound to an acyclic carbon atom or hydrogen
    • C07C53/08Acetic acid
    • C07C53/10Salts thereof

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Paper (AREA)

Description

  • Verfahren zur Gewinnung von Essigsäure als Calciumacetat aus Laubholzsulfitzellstoffablauge Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Gewinnung von Essigsäure als Calciumacetat aus Laubholzsulfitzellstoffablauge.
  • Bei der Sulfitzellstofferzeugung aus Laubholz, insbesondere Buchenholz, löst die saure Bisulfit-Kochflüssigkeit die Hauptmenge der im Holz enthaltenen Pentosane als wasserlösliche Pentosen, insbesondere Xylose, heraus. Ein Teil dieser Pentosen wird bereits gegen Ende der Kochung in Furfurol umgewandelt. Durch zusätzliche Erhitzung der vom Zellstoff abgetrennten Ablauge auf eine genügend hohe Temperatur gelingt es, nahezu den gesamten Pentosengehalt der Ablauge in Furfurol überzuführen, so daß eine wirtschaftliche Erzeugung von Furfurol aus Laubholzsulfitzellstoffahlauge möglich ist. Das bei der Destillation der genannten Ablauge bei gewöhnlichem oder erhöhtem Druck sich entwickelnde Dampfgemisch enthält aber außer Furfurol und schwefliger Säure noch Essigsäure und Methanol. Zur Gewinnung des Furfurols müssen daher Essigsäure und schweflige Säure durch Neutralisation mit Alkalien, Erdalkalien oder deren Carbonaten neutralisiert werden, da die genannten Säuren die Reindarstellung des Furfurols stören. Nach der Neutralisation enthält das Destillat die Essigsäure als essigsaures Alkali oder Erdalkali, z. B. Calciumacetat. Da der Essigsäuregehalt der auf Furfurol zu verarbeitenden Destillate von Baubholzsulfitzellstoffablauge etwa 1 beträgt, so ist die gleichzeitige Gewinnung von Essigsäure in Form von Calciumacetat aus der durch Abdestillieren von Furfurol und Methanol erhaltenen großen Flüssigkeitsmenge sehr unwirtschaftlich, da zum Eindampfen der verdünnten Calciumacetatlösung zu festem Calciumacetat (Graukalk) eine große Dampfmenge erforderlich wäre. Außerdem müßte die Calciumacetatlösung von dem gleichzeitig bei der Neutralisation des Destillates mit Kalkmilch oder Kalksteinmehl entstehenden unlöslichen Calciumsulfit durch Filtration getrennt werden. Diese Abtrennung ist indes dadurch erschwert, daß die schweflige Säure in den aus Laubholzsulfitzellstoffablauge erhaltenen Destillaten zum größten Teil an Furfurol als furfurolschweflige Säure gebunden ist, deren Zerlegung in Calciumsulfit und Furfurol nicht so rasch und vollständig verläuft wie die Neutralisation eines Gemisches von Essig- und schwefliger Säure ohne Anwesenheit von Furfurol. Daher ist das durch Eindampfen der abfiltrierten Calciumacetatlösung gewinnbare feste Calciumacetat durch Calciumsulfit mehr oder weniger verunreinigt.
  • Die vorstehend genannten Nachteile werden dadurch vermieden, daß erfindungsgemäß das beim Verdampfen der Ablauge sich bildende Dampfgemisch aus Wasser, Furfurol, Essigsäure, Schwefeldioxyd und Methanol über stückförmigen Kalkstein (Calciumcarbonat) geleitet wird, wobei die entstehende Calciumacetatlösung dem den stückförmigen Kalkstein tragenden Behälter entnommen wird.
  • Uberraschenderweise setzt sich unter diesen Bedingungen Kalkstein nur mit Essigsäure, nicht aber mit schwefliger Säure um, so daß letztere die Kalksteinsäule verläßt und auf diese Weise vollständig von Essigsäure getrennt wird. Essigsäure dagegen setzt sich hierbei mit Kalkstein unter Freiwerden von Kohlensäure zu Calciumacetatlösung um, die am unteren Ende der Kalksteinsäule abgezogen wird und praktisch frei von Furfurol, schwefliger Säure und Methanol ist. Furfurol und Methanol passieren also die Kalksteinsäule unverändert.
  • Man hat es bei diesem Verfahren in der Hand, die Konzentration der abfließenden Calciumacetatlösung durch Einstellung des ' Temperaturunterschiedes des Dampfgemisches vor und nach der Kalksteinsäule zu regeln.
  • Es ist zwar aus der deutschen Patentschrift 2I4 558 bekannt, aus den bei der trockenen Destillation des Holzes entstehenden Destillationsprodukten die Essigsäure von den gleichzeitig anwesenden Phenolen, Holzölen sowie dem Holzgeist auf ähnliche Weise durch Überleiten des dampfförmigen Gemisches über eine Kalksteinsäule zu trennen, wobei nur die Essigsäure vom Kalkstein zu Calciumacetat gebunden wird. Bei der Essigsäuregewinnung aus den Holzdestillationsprodukten handelt es sich darum, die Essigsäure von den Phenolen zu trennen, die zwar mit Kalkmilch (Calciumhydroxyd), nicht aber mit Kalkstein reagieren.
  • Es war aber durchaus nicht zu erwarten, daß beim Überleiten des aus Laubholzsulfitzellstoffablauge entstehenden Dampfgemisches von Furfurol, Essig- und schwefliger Säure sowie Methanol nur die Essigsäure, nicht mehr aber die schweflige Säure von Kalkstein unter den obengenannten Bedingungen gebunden wird. Es war vielmehr zu erwarten, daß gerade in erster Linie die wesentlich stärkere schweflige Säure leichter mit Kalkstein reagieren würde als die schwächere Essigsäure.
  • Die Bildung der Calciumacetatlösung ist dadurch zu erklären, daß das System Wasserdamp-Essigsäure äureKalkstein labil ist und einem Gleichgewichtszustand zustrebt, der erreicht ist, wenn eine quantitative Umsetzung zu Calciumacetat stattgefunden hat. Wie diese Umsetzung im einzelnen erfolgt, ist Gegenstand komplizierter thermodynamischer Betrachtungen, die im Endeffekt darauf hinauslaufen dürften, daß infolge der gegenüber Wasser geringeren Dampftension der sich bildenden Calciumacetatlösung zwangläufig die Tendenz zur Bildung einer solchen Lösung vorhanden ist. In Anbetracht der Tatsache, daß eine 50/oige Calciumacetatlösung bei Ion,30 und eine Io8)loige bei Ion,60 siedet, ist die Regelung der Konzentration der abfließenden Calciumacetatlösung so vorzunehmen, daß das Dampfgemisch im unteren Teil des Turmes auf Ion,3 bis Ion,60 gehalten wird bzw. unter Berücksichtigung der Schwankungen des atmosphärischen Druckes der Temperaturunterschied des Dampfgemisches im unteren Teil des Turmes und beim Austritt auf 0,3 bis 0,60 gehalten wird.
  • Unterwirft man Buchenholzsulfitablauge nach Abtrennung vom Zellstoff der Destillation bei erhöhtem Druck, so erhält man ein Dampfgemisch, das beispielsweise etwa 2 0/o Furfurol, IO/o Essigsäure und 0,5 bis I O/o Schwefeldioxyd enthält. Man leitet dieses Gemisch in dampfförmigem Zustand durch einen mit etwa faustgroßen Stücken von Kalksteinen gefüllten Turm, dessen Höhe ausreicht, um eine fast vollständige Bindung der Essigsäure zu gewährleisten. Vom unteren Ende des Kalksteinturmes läuft eine Calciumacetatlösung aus, deren Konzentration auf 5 bis 100/0 eingestellt wird, und zwar dadurch, daß man durch entsprechende Isolierung des Turmes dafür sorgt, daß nur die Dampfmengen kondensiert werden, die zur Bildung einer solchen Lösung erforderlich sind.
  • Das aus dem Turm austretende Gemisch von Wasser-, Furfurol-, Methanol dampf und Schwefeldioxyd wird anschließend in einem Kiihler verflüssigt und aufgearbeitet.

Claims (2)

  1. PATENTANSPRUCH Verfahren zur Gewinnung von Essigsäure als Calciumacetat aus Laubholzsulfitzellstoffablauge, dadurch gekennzeichnet, daß das beim Verdampfen der Ablauge sich bildende Dampfgemisch aus Wasser, Furfurol, Essigsäure, Schwefeldioxyd und Methanol über stückförmigen Kalkstein (Calciumcarbonat) geleitet wird, wobei die entstehende Calciumacetatlösung dem den stückförmigen Kalkstein tragenden Behälter entnommen wird.
    Angezogene Druckschriften: Deutsche Patentschriften Nr. I46 Io3, 2I4 558; Chemisches Zentralblatt, 1933, Bd. 2, S. 937, I936, Bd.
  2. 2, S. 2839.
DEA756D 1945-02-22 1945-02-22 Verfahren zur Gewinnung von Essigsaeure als Calciumacetat aus Laubholzsulfitzellstoffablauge Expired DE945686C (de)

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Citations (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE146103C (de) *
DE214558C (de) * 1908-03-01 1909-10-11

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* Cited by examiner, † Cited by third party
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DE146103C (de) *
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