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Verfahren zur Herstellung geätzter metallener Hochdruckformen Es ist
bekannt, photomechanische Kopien auf Metallplatten nach der Entwicklung und Atzung
in ein,em galvanischen Bade zu behandeln, um ein ätzbares Metall, z.B. Zink oder
Kupfer, auf die nicht mit unlöslichen Teilen der photornechanischen Schicht bedeckten
Teile des Metalls aufzutragen. Der von der Anode ausgehende Strom hat eine bestimmte
Stromdichte (Amp./dm2). Da die als Kathode dienende MetaUplatte teilweise mit der
elektrisch isolierenden photomechanischen Schicht bedeckt ist, konzentriert der
Strom sich auf die anderen - geätzten - Teile der Platte, Lind zwar
ist die Strom#dichte an denjenigen Stellen, an denen diese geätzten Flächenteile
am 'kleinsten sind, am höchsten. Das hat zur Folge, daß in den kleineren Ätzhöhlen
der dunklen Partien eine dickere Metallschicht gebildet wird als in den größeren
Atzhöhlen der hellen Partien. Wenn die Platte nun aufs neue geätzt wird, schützt
das gefällte Metall die Ränder der Punkte um so länger, je stärker der Metallniederschlag-
ist; da dieser Niederschlag in den kleinen Atzhöhlen am dicksten ist, werden dort,
also irmerhalb der dunklen Partien, die Punkte weniger seitlich geätzt als die mit
dünnerem Niederschlag bedeckten Punkte der hellen Partien.
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Au#f diese Weise wird zwar eine gewisse Verbesserung des Kontrastes
erzielt, aber diese Verbesserung ist nicht derart, daß sich von einer automatischen
Ätzung reden ließe, wenigstens nicht,
wenn Hüchdruckplatten guter
Qualität verlangt werden. Außerdem ist der auf diese Weise erhaltene Metallniederschlag
von mehr oder weniger grober Struktur, die, die Schärfe gleichmäßiger Tonstufungen
b:ce#inträchtigt.
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Gemäß der Erfindung wird die Kontra:stwirkung geätzt-er Hochdruckformen
dadurch erheblich verstärkt, daß die elektrolytische Behandlung unter Anwendung
einer Anode durchgeführt wird, die sich in einer Entfernung von höchstens
3 nim von der als Kathode dienenden Hochdruckplatte befindet.
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Es hat sich -nämlich gezeigt, daß um so mehr Metall an den Rändern
der Ätzhöhlen niedergeschlagen wird, je kleiner die Anodenentfernung ist;
es bildet sich dann ein Metallring oder -kranz um die Ätzhöhlen, der die Ränder
der mit der photomechanischen Schicht - bedeckten Flächenteile üblerwäch-st.
Diese Niederschlagbildung geschieht auf Kasten der in den Ätzhöhlen selbst niedergeschlagenen
Menge.
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Auch bei größerem Anodeabstand entsteht zwar grundsätzlich ein solcher
Ring, dieser ist aber dann viel weniger deutlich. Außerdem hat der entstandene Ring
bei größerem Ano,deabstand in allen Teilen der photomechanischen Kopie etwa diegleiche
Dicke-. Bei:sehr kleiner Anodeentfernung tritt jedoch ein großer Unterschied auf
zwischen den kräftigen Partien mit kleinen Ätzstellen, an denen der Ring sehr stark
ist, und den hellen Partien mit größeren Ätzhöhlen, an den-en der Ring viel weniger
kräftig ist. Das hat zur Folge, daß sich bei der nachfolgenden Atzung außerordentlich
verstärkte Kontraste ergeben.
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Es hat sich weiter gezeigt, daß das gefällte Metall bei kurzem Anodea-b-stand
eine sehr feine Struktur hat und daß die entstandenen Ringe scharf umgrenzt sind.
Bei größeren Anodeabständen ist die Metallstruktur gröber, und die Form der verhältnismäßig
schwachen Ringe ist unregelmäßig. Bei der Ätzung wird dadurch der Punkt unregelmäßig
angegriffen, was ein unruhiges Bild ergibt. Bei dem Verfahren. mit :sehr geringem
Anodeabstand hingegen findet eine äußerst regelmäßige Anätzung der Punkte statt,
und es ergeben sich dementsprechend sehr gleichmäßige Töne.
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Infolge des Umstandes, daß die Ätzung in der Mitte des mehr oder weniger
s#chlüsselförmigen Metallniederschlages am stärksten angreift, werden Ätzhöhlen
von geeigneter konischer Form erzielt, so daß die Punkte die zur Erzeugung :eines
guten Druckes vorteilhafteste Form besitzen.
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Falls erwünscht, kann das Metall unmittelbar au# die bei der Entwicklung
der belichteten Platte freigelegten Teile der Metalloberfläche niedergeschlagen
werden, aber es hat Vorteile, die Platte vor der galvan;ischen Behandlung leicht
anzuätzen.
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- Für die Druckformerzeugung gemäß, der Erfinduing können verschiedene
Metalle verwendet werden. Man kann z. B. ane Grundplatte aus Kupfer nehmen; in diesem
Falle wird in den Ätzhöhlen, vorzugsweise Kupfer niedergeschlagen. Es ist aber auch
möglich, z. B. eine Zinkplatte zu, verwenden -und Zink in den Ätzhöhlen zu
fällen.
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Nach einer besonders vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung wird
eine Bimetallplatte, z. B. eine mit einher dünnen Nickelschicht überzogenen Zinkplatte,
benutzt. In diesem Fall ist zweckmäßig ein Ätzmittel zu verwenden, das sowohl Nickel.
als auch Zink angreif t, z. B. Salpetersäure, während als in den Ätzhöhlen niederzus,chlagendes
Metall ebenfalls Zink verwendet werden kann.
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Die hier erwähnten Metalle -sind nur als Beispiele genannt, und die
Erfindung ist keineswegs auf deren Verwendung beschränkt.
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Die Erfindung sei an Hand der Zeichnung nochmals erläutert. Darin
zeigen die Eig. i und 2 ischematische Schnitte der Hüchdruckform in vers-cl nedenen
Behandlungsstadien und die -Fig. 3 bis 5 zur elektrolytischen Abscheidung
des Metalls geeignete Vorrichtungen.
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Auf die Platte i, die beispielsweise aus Zink bestehen kann, wird
eine photomachanische Schicht 2 aufgebracht. Nachdem diese Schicht in bekannter
Weise belichtet und entwickelt und die Platte angeätzt Worden ist, wird auf die
angeätzten Flächenei ektrolytisch ein Metall. aufgetragen, daß das t ile el gleiche
Metall wie das der Platte v,der ein anderes Metall sein kann. Der Metallauftr;#g
erfolgt mit Hilfe einer aus. dem gewünschten Metall bestehenden Anode, die sicli
in sehr geringem Abstand von der als Kathode dienenden Druckplatte befindet. Nach
dieser Behandlung zeigt die Platte den in der Mg. i angegebenen Schnitt.
Man sieht, daß das abgelagerte Metall-3 sicl-i nicht nur in den offenen Stellen
zwischen den zurückgebliebenen Teilen der photomechanischen Schicht 2 befindet,
sondern daß es. die Ränder dieser Schicht anch überwachsien hat und daß die Ablagerung
in den kleinen Ätzhöhlen viel dick-er ist als in dengrößeren Ätzhöhlen.
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Wenn die Platte nun aufs neue geätzt wird, dringt diese Ätzung an
den Stellen, an denen sich nur eine dünn-e Metallschicht abgelagert hat, viel weiter
ein als an anderen Stellen, und es wird dann das Bild der Fig. 2 erhalten. Die in
diesem Stadium nocU vorhandenen Reste der photomechanischen Schicht werden -schließlich
in bekannter Weise entfernt.
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Das Verfahren kann sowohl mit einer stillstehenden als auch mit :einer
:sich bewegenden Anode durchgeführt werden.
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In Fig. 3 ist eine zweckmäßige Ausführungsforrn einer Vorrichtung
mit stillstehender Anode abgebildet.
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- 4 ist ein Behälter aus Plexiglas oder einem anderen. Kunststoff
mit Doppelboden. In diesem Behälter befindet ;sich eine ;elektrisch leitende Kafhodenplatte
5, auf die die zu ätzende Druckform 6 mit der unteren Seite aufgellegt
wird. In einem Abstand von etwa 3 mm von der Oberseite der Druckfürm
6 ist die metallene Anodenplatte 7
angeordnet; dIese, 'kann z. B. auf
Vorsprüngen 8
ruhen,. Der Elektrolyt 9 strömt arn Behälter 4 unter
der Wirkung der Pumpe 16 zwischen den
beiden Platten und wird durch,
den Doppelboden wieder in den Behälter zurückgeführt.
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Fig.4 zeigt in senkrechtem Längsschnitt eine Vorrichtung mit beweglicher
Anode und Fig. 5
einen Querschnitt gemäß der LinieV-V der Fig.4.
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Ein hohler Metallzylinder io mit zahlreichen Perforationen in der
Mantelwandii ist mit einer Filzschicht 12 von 2 bis 3 mm Stärke bekleidet.
Der Elektrolyt wird durch die mit öffnungien 14 versehene Hohlachse13 dem Innern
der Metallrolle io zugeführt. Diese Rolle ist mit dem positiven Pol, die nicht abgebildete
metallene Druckplatte mit dem negativen Pol einer Gleichstromquelle verbunden. Das
Ganze ist mit einem Handgriff 15 versehen, durch den sowohl die Flüssigkeitsizufuhr
wie die:Stromzuleitung geführt is..t.
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Um das Metall auf der Druckforrn niederzuschl,agen, wird die Rolle
gleichmäßig über deren ZD Oberfläche hin, und her bewegt.