DE91194C - - Google Patents

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DE91194C
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    • GPHYSICS
    • G01MEASURING; TESTING
    • G01CMEASURING DISTANCES, LEVELS OR BEARINGS; SURVEYING; NAVIGATION; GYROSCOPIC INSTRUMENTS; PHOTOGRAMMETRY OR VIDEOGRAMMETRY
    • G01C3/00Measuring distances in line of sight; Optical rangefinders
    • G01C3/10Measuring distances in line of sight; Optical rangefinders using a parallactic triangle with variable angles and a base of fixed length in the observation station, e.g. in the instrument
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  • Radar, Positioning & Navigation (AREA)
  • Remote Sensing (AREA)
  • Measurement Of Optical Distance (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 42: Instrumente.
Entfernungsmesser.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 27. März 1896 ab.
Der vorliegende Entfernungsmesser gehört zu jener Klasse von Instrumenten zur Bestimmung von Entfernungen, bei welchen eine getrennte Beobachtung von den Endpunkten einer zu Grunde gelegten Basis stattfindet. Derselbe zeigt eine gewisse Aehnlichkeit mit der in der Patentschrift Nr. 26517 beschriebenen Erfindung, und zwar insofern, als beide Beobachter ihre Einstellung von dem Mafsstabe des Nebenmannes ablesen, jedoch sind die Einrichtung und das den beiden Apparaten eigenthümliche Verfahren verschieden, denn während bei dem Entfernungsmesser der genannten Patentschrift durch eine einmalige Einstellung des Objectes von zwei Standpunkten die Entfernung bestimmt wird, erfolgt bei vorliegendem Instrument die Messung in der Weise, dafs zwei Beobachter vermittelst mit Winkelprismen versehenen Ferngläsern . zwei beliebige Objecte auf ihre Stellung zu dem Mafsstabe des Nebenmannes prüfen, hierauf ihre Plätze wechseln und die Beobachtung wiederholen, worauf beide die Resultate ihrer Beobachtungen addiren und hieraus die Entfernung beider Ziele herleiten. Die betreffende Summe setzt sich nämlich zusammen aus dem Winkelwerthe für Ziel 1 und Ziel 2, d.h. sie ist identisch mit der Summe der Winkel, welche die beiden beobachteten Ziele mit der zu Grunde gelegten Basis bilden, so dafs man durch Halbirung desselben den mittleren Winkelwerth erhält. Da nicht jeder Beobachter den seinem eingestellten Objecte entsprechenden Winkel ermittelt, sondern erst durch die Addition der praktisch verwendbare Werth gefunden wird, so ist es für die Praxis von Bedeutung, dafs beide Beobachter möglichst gleich weif entfernte Ziele wählen.
Der Werth und die praktische Bedeutung des vorliegenden Entfernungsmessers beruhen wesentlich darauf, dafs die schwierige und stets Fehler erzeugende Einstellung eines und desselben Objectes durch zwei verschiedene Beobachter in Fortfall kommt, indem beide ganz beliebige, ihnen geeignet erscheinende Zielpunkte des zu bestimmenden Objectes oder seiner Umgebung wählen können. Der Nachtheil der zweimaligen Einstellung, den das Instrument gegenüber anderen Instrumenten mit einmaliger Einstellung hat, wird dadurch aufgehoben , dafs bei diesem Verfahren die doppelte Beobachtung an und für sich den Vortheil gewährt, dafs die Einstellungsfehler durchschnittlich halb so grofs werden, wie bei jenen Instrumenten mit einfacher Einstellung des Objectes von zwei Standpunkten aus.
Das vorstehend skizzirte Mefsverfahren ist an den Fig. 1 und 2 veranschaulicht, wobei allerdings der Winkel x1 O1J^ dem Winkel x1 oy bezw. die Summe der Winkel x1 oxy und xox1 dem Winkel χ 0y gleichgesetzt ist, was, mathematisch betrachtet, nicht genau richtig ist, indessen kann für die Praxis, da der Winkel X1O1Jr durchweg klein sein wird und der Abstand der beiden Beobachter von einander sehr gering ist, gegenüber der Entfernung der Zielpunkte diese Gleichheit ohne Weiteres angenommen werden.
Visirt (Fig. 1) der Beobachter A das Ziel χ an und B das Ziel x1, und werden beide Einstellungen durch die Visire de und fg von den mit den gegenüberliegenden Visiren
verbundenen Mafsstäben abgelesen , so ist die Summe dieser Ablesungen gleich Null, vorausgesetzt, dafs A χ und B x1 einander parallel sind. Wechseln nun beide Beobachter ihre Plätze (Fig. 2) und wiederholen die Beobachtung, so wird die Ablesungssumme nicht gleich Null sein, sondern sie entspricht den Winkeln χ 0 x1 -\- χ1 ο χ bezw. den Winkeln ο χ o1 -f- o1 x1 0. Da nun Winkel und Entfernung in bestimmtem Verhältnifs zu einander stehen, so läfst sich aus der Gesammtabweichung die Entfernung der Ziele herleiten. Gleichgültig ist es natürlich, ob die beiden Ziele χ und x1 identisch sind oder ob sie innerhalb gewisser Grenzen von einander entfernt liegen, denn nehmen wir z. B. an, bei der ersten Einstellung sei von dem Beobachter B anstatt x1 das seitlich befindliche Ziel y beobachtet worden, so wird die Addition der Beobachtungen doch dasselbe Ergebnifs liefern wie bei der Einstellung von x1, denn das Plus, welches durch' die Beobachtung von y anstatt x1 von Seiten des Beobachters JB anfangs erhalten wird, tritt bei der Beobachtung nach vollzogenem Platzwechsel als »Minus« auf. Es ergiebt sich dies aus folgender Betrachtung. Sind Ax und Bx1 parallel, so ist die Ablesung gleich Null, wechseln aber beide Beobachter die Plätze und beobachten von neuem ihre Ziele, so ergiebt sich eine Minus-Ablesung, und zwar von der Gröfse, welche den Winkeln XOx1^-X1OX entspricht. Nehmen wir nun den anderen Fall, dafs A. das Ziel x, B aber anstatt x1 das Ziel y anvisire, so wird die Ablesung dieser Einstellung ein Plus von der Gröfse des Winkels x1 01J^ ergeben. Wechseln nun beide Beobachter ihre Plätze, so entsteht infolge der Beobachtung des Zieles χ durch den Beobachter A eine Minus-Ablesung, entsprechend dem Winkel X1O1X, während durch die Beobachtung des Zieles y eine Minus-Ablesung eintritt, die den Winkeln xoi' + x'o/ entspricht. Die Einstellungen der zweiten Beobachtung werden also eine Minus-Ablesung von der Gröfse der Winkel χ1 ο1 χ + χ ο x1 + x1 oy ergeben, und da nun Winkel x1 oj' für die Praxis dem Winkel x1 oly gleichgesetzt werden kann, die erste Beobachtung aber eine Plus-Abweichung von der Gröfse des Winkels x1 01J^ ergab, so wird das Gesammtergebnifs der ersten und zweiten Beobachtung eine Minus - Ablesung sein, die den Winkeln xo'i' + xox1 entspricht.
Das Instrument besteht aus zwei mit je einem Mafsstabe und einem Winkelprisma versehenen Ferngläsern (Doppel-Ferngläsern, Fig. 3). Die Mafsstabe sind nicht, wie dies des leichteren Verständnisses halber in den Fig. ι und 2 geschehen, in plus und minus eingetheilt, sondern haben eine fortlaufende Numerirung, dementsprechend die Tabelle eingerichtet ist, in welcher nach vollzogener Messung die Gesammtablesung auf ihren Entfernungswerth nachgesehen wird. Beide Doppel-Ferngläser sind so eingerichtet, dafs die zwei Einzelrohre eines jeden von vornherein auf verschieden gröfse Entfernungen eingestellt sind, nämlich das zur Beobachtung des Zieles auf gröfsere Entfernungen, das andere entsprechend der zu Grunde liegenden Basis.
Anstatt das mit Prisma versehene Rohr zur Beobachtung des Mafsstabes und das andere zum Einrichten des Zieles zu verwenden, kann das Instrument natürlich auch für das umgekehrte Verfahren eingerichtet werden, was für die Praxis entschieden vorzuziehen ist.
Soll eine Entfernung bestimmt werden, so stellen sich beide Beobachter in dem zu Grunde gelegten Abstande von einander auf,' richten das Doppel-Fernrohr auf das Ziel und beobachten, jeder für sich, einen ganz beliebigen Punkt des Zieles oder seiner Umgebung, sowie die Mafsstabzahl, mit welcher der gewählte Zielpunkt zusammenfällt, worauf beide ihre Plätze wechseln, die .Fernrohre vertauschen und die Beobachtung wiederholen. Nachdem nun jeder Beobachter für sich seine Ablesungen summirt hat, werden beider Ergebnisse addirt, und die erhaltene Gesammtsumme wird in der Tabelle auf ihren Entfernungswerth nachgesehen.
Die einmalige Justirung des Instrumentes erfolgt in der Weise, dafs man unter Benutzung der Basis, welche der Tabelle zu Grunde liegt, solche Ziele mifst, deren Entfernung genau bekannt ist; die etwaige Verschiedenheit in dem Ergebnisse der Messung gegenüber dem der Berechnung wird bei der Tabelle in Anrechnung gebracht.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Entfernungsmesser, dadurch gekennzeichnet, dafs man den doppelten Winkelwerth, in welchem das zu bestimmende Ziel mit der zu Grunde gelegten Basis steht, in der Weise ermittelt, dafs zwei Beobachter in entsprechendem Abstand von einander vermittelst mit Prismen oder dergleichen versehenen Ferngläsern beliebige Zielpunkte, sowie den Mafsstab des Nebenmannes beobachten, hierauf einen Platzwechsel vornehmen und die Beobachtung ihrer Ziele und des Mafsstabes wiederholen, worauf aus den Ergebnissen beider Ablesungen die Entfernung hergeleitet wird.
    Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
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