DE265976C - - Google Patents
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- G01—MEASURING; TESTING
- G01C—MEASURING DISTANCES, LEVELS OR BEARINGS; SURVEYING; NAVIGATION; GYROSCOPIC INSTRUMENTS; PHOTOGRAMMETRY OR VIDEOGRAMMETRY
- G01C3/00—Measuring distances in line of sight; Optical rangefinders
- G01C3/10—Measuring distances in line of sight; Optical rangefinders using a parallactic triangle with variable angles and a base of fixed length in the observation station, e.g. in the instrument
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
-Ja 265976-KLASSE 42 c. GRUPPE
Firma CARL ZEISS in JENA.
des Meßobjekts darbietet.
Patentiert im Deutschen Reiche vom 3. Februar 1912 ab.
Die Erfindung betrifft Entfernungsmesser, die, für einen einzelnen Beobachter bestimmt,
ein Fernrohrsystem enthalten, das zwei Bilder des Meßobjekts entwirft. Die Messung geht
bei diesen Instrumenten bekanntlich von dem Winkel aus, der im Meßdreieck der Grundlinie
gegenüberliegt. In der Spitze dieses Winkels kann sich das Objekt befinden; es liegt
dann ein Basisentfernungsmesser im engeren
to Sinne vor. Die Winkelspitze kann aber auch am Orte des Beobachters, also im Instrument
liegen, wenn dieses in bekannter Weise eine zur Visierrichtung senkrechte Abmessung des
Objekts als Grundlinie voraussetzt. Für beide Fälle gilt, daß der Winkel im allgemeinen um
so genauer in die Messung eingeht, je stärker die Vergrößerung der Bilder ist. Einer Erhöhung
der Meßgenauigkeit auf diesem Wege sind indessen dadurch Grenzen gezogen, daß
mit einer Steigerung der Vergrößerung eine entsprechende Einschränkung des objektiven
Sehfeldes, also auch eine Verminderung der Übersicht notwendig verknüpft ist.
Bei dem Entfernungsmesser nach vorliegender Erfindung wird ein Fernrohrsystem angewandt,
von dessen Bildern jedes in sich zweierlei Vergrößerung aufweist: eine schwächere Vergrößerung
in der Richtung senkrecht zur Meßebene (bei wagerechter Grundlinie, also in Höhe)
und eine stärkere in der Richtung parallel zur Meßebene (unter jener Voraussetzung, also
in Breite). Die Vergrößerung senkrecht zur Meß ebene ist nämlich auf die Meßgenauigkeit
ohne Einfluß, diese steht nur im geraden Verhältnis zur Vergrößerung parallel zur Meßebene.
Durch den neuen Entfernungsmesser wird daher der gerügte Übelstand wenigstens teilweise
vermieden, insofern die Einschränkung des objektiven Sehfeldes nur in der Richtung parallel
zur Meßebene stattfindet. Vergleicht man umgekehrt den neuen Entfernungsmesser mit
einem alten von derselben Vergrößerung parallel zur Meßebene, so besteht sein Vorzug
in der Erweiterung des objektiven Sehfeldes senkrecht zur Meßebene.
Die Erzeugung scharfer Bilder von zweierlei Vergrößerung, also verzerrter Bilder, durch
optische Instrumente im allgemeinen ist der Gegenstand der Patentschrift 99722; die Anwendbarkeit
der in ihr angegebenen Mittel auf Fernrohre ist dort auf S. 5, Z. 7 bis 11,
erwähnt. Als einfachste Mittel zur Erzielung einer Bildverzerrung stehen nach dieser Patentschrift
Zylinderlinsen und brechende Prismen zur Verfügung, die man in geeigneten Kornbinationen
entweder an die Stelle sphärischer Linsen setzen oder den sphärischen Linsen hinzufügen kann. So kann man einem der
bekannten Entfernungsmesser z. B. dadurch eine der Erfindung entsprechende Bildverzerrung
erteilen, daß man jedes seiner Objektive durch zwei sammelnde Zylinderlinsen ersetzt,
deren Brennweiten sich zueinander verhalten wie die beiden zu erzielenden Vergrößerungen.
Diese beiden Zylinderlinsen sind so anzuordnen, daß ihre hinteren Brennebenen ineinanderf
allen, ihre Zylinder ach sen aufeinander senkrecht stehen und die Zylinderachse der Linse
von kürzerer Brennweite zur Meßebene parallel ist. Zur Verminderung der Bildfehler können
die Zylinderlinsen in bekannter Weise zusammengesetzt sein. Man kann die Bildverzerrung
auch im Okularsystem herbeiführen, indem man z. B. die Augenlinse oder bei terrestrischen
Okularen die Umkehrlinse durch ein Zylinderlinsensystem der beschriebenen Art ersetzt. Soll ein solches System eine Umkehrlinse
ersetzen, so muß auch hier die Zylinderachse der Linse von kürzerer Brennweite zur
Meßebene parallel sein, soll jedoch eine Augenlinse ersetzt werden, so muß jene Achse auf
der Meßebene senkrecht stehen.
Wenn man die Abbildung mit Büscheln großer öffnung herbeiführen will, so überläßt
man zweckmäßig die sammelnde Wirkung hauptsächlich sphärischen Linsen und bringt
die verzerrende Wirkung durch Zusatzsysteme hervor (vgl. S. 5, Z. 85 bis 89 der Patentschrift
99722). Solche Zusatzsysteme können z. B. aus zwei Zylinderlinsen bestehen, die mit parallelen Zylinderachsen und im übrigen
so angeordnet sind, daß sie, wenn beide Sammellinsen, wie in einem astronomischen, wenn
aber die eine eine Zerstreuungslinse, wie in einem holländischen Fernrohre, zusammenwirken. Es
entspricht dieser Wirkungsweise der Zusatzsysteme, daß im Falle zweier sammelnder
Glieder neben der Verzerrung noch eine Bildumkehrung in der Richtung senkrecht zu den
Zylinderachsen hervorgerufen wird. Das Brennweitenverhältnis der Glieder hängt von dem
Verhältnis der beiden gewünschten Vergrößerungen ab. Es ist diesem Verhältnis gleich,
wenn das Zusatzsystem, weil im parallelen Strahlengange, z. B. vor dem Objekt oder
hinter dem Okular, angeordnet, als teleskopisches System ausgebildet ist. Je nachdem das
Glied mit der kleineren Brennweite vorangeht oder nachfolgt, wirkt das System in der Richtung
senkrecht zu den Zylinderachsen verkleinernd oder vergrößernd. Ein vergrößerndes
System ist mit senkrecht auf der Meßebene stehenden Zylinderachsen anzuordnen, bei einem verkleinernden System müssen die
Zylinderachsen der Meßebene parallel laufen.
Auch ein achromatischer Prismensatz mit
verzerrender Wirkung stellt eine einfache Form eines Zusatzsystems dar, darf indessen nur an
einer solchen Stelle angeordnet werden, an der genau oder sehr angenähert paralleler
Strahlengang herrscht, wenn anders Bildschärfe erzielbar sein soll. Die brechenden Kanten
eines vergrößernden Prismensatzes müssen senkrecht auf der Meßebene stehen, die eines verkleinernden
ihr parallel laufen.
Die Verwendung zusätzlicher Zylinderlinsen ist bei Koinzidenzentfernungsmessern mit getrennten
Bildern bekannt. Der Zweck dieser Linsen war, zum leichteren Messen der Entfernung
undeutlicher oder punktartiger Objekte deren Bilder in Streifen zu verwandeln, die
auf der Koinzidenzlinie senkrecht stehen. Diese Bilder waren jedoch nicht so scharf, da
in ihnen die Objektpunkte nicht durch Punkte, sondern durch Linien wiedergegeben wurden;
auch hatte die Verzerrung ja stets den umgekehrten Sinn als nach vorliegender Erfindung.
In Fig. ι und 2 der Zeichnung ist als Ausführungsbeispiel
das optische System eines Entfernungsmessers dargestellt, in dem sphärische Linsen durch Zylinderlinsensysteme ersetzt
sind, während durch die Fig. 3 bis 8 die Verwendung von Zusatzsystemen zur Erzielung
der Bildverzerrung veranschaulicht ist.
Das optische System nach Fig. 1 und 2 ist das eines Koinzidenzentfernungsmessers mit
getrennten Bildern, von denen das untere, dem rechten Ende der Standlinie angehörige,
vollständig aufgerichtet, das andere in der Richtung senkrecht zur Meßebene umgekehrt
geblieben ist. Statt einer sphärischen Objektivlinse ist hinter jedem der beiden Objektivprismen
α ein Paar sammelnder Zylinderlinsen b1, b2 mit gekreuzten Zylinderachsen angeordnet.
Die hinteren Brennpunkte der linken sowohl wie der rechten Zylinderlinsen fallen
in die Kittschicht c° eines Scheideprismensystems c1, c2. Ein längsverschieblicher Glaskeil
d deutet die Meß vorrichtung, das nur im Grundriß (Fig. 2) angegebene Linsenpaar e1, e2
ein astronomisches Okular an.
Als zweites Beispiel ist in Fig. 3 und 4 das optische System eines Koinzidenzentfernungsmessers
mit getrennten Bildern dargestellt, die beide vollständig aufgerichtet sind. Es ist
hier zwischen die Objektivlinsen f und das Scheideprismensystem c1, c3 je ein verkleinerndes
System geschaltet, das nach Art eines astronomischen Fernrohres aus zwei sammelnden
Zylinderlinsen, einer stärkeren g1 und einer schwächeren g2, zusammengesetzt ist.
Die Zylinderachsen sind einander und der Meßebene parallel. Die Objektivlinsen und die
Linsen der Zusatzsysteme sind in ihren Brechkräften so bemessen und sind so angeordnet,
daß der Brennpunkt jedes der beiden Gesamtsysteme sowohl hinsichtlich des der Meßebene
parallelen als auch des auf ihr senkrecht stehenden ebenen meridionalen Büschels in
der Kittschicht c° des Scheideprismensystems liegt.
Fig. 5 und 6 zeigen als drittes Ausführungsbeispiel das optische System eines Doppelbild-
entfernungsmesser. Vor das Objektiv f ist ein vergrößerndes teleskopisches, nach Art
eines holländischen Fernrohres zusammengesetztes System aus einer sammelnden Zylinderlinse
k1 und einer zerstreuenden h2 mit parallelen
Zylinderachsen geschaltet. Zwischen dem Objektiv und dem durch die vier Lin-
sen i1, i2, iz und i4 angedeuteten terrestrischen
Okular liegt ein in der Richtung der optischen Achse verschiebliches Rochonsches Prisma k,
das zwei Bilder des Meßobjekts liefert. Die Ebene des Prismenhauptschnitts, also auch
jede Verbindungslinie einander entsprechender Punkte der beiden Bilder, liegt senkrecht zu
den Zylinderachsen. Zum Messen wird in bekannter Weise das Instrument in eine solche
ίο Lage gedreht, daß die dem Meßobjekt angehörende
Grundlinie jenen Verbindungslinien parallel liegt; die Messung wird dadurch vollzogen,
daß durch Verschieben des Prismas Koinzidenz des einen Endes des einen Bildes der Grundlinie mit dem andern Ende ihres
andern Bildes herbeigeführt wird.
Als letztes Beispiel ist in Fig. 7 und 8 das optische System eines stereoskopischen Entfernungsmessers
dargestellt. Zwischen die Objektivprismen α und die Objektivlinsen f ist
hier je ein Brewsterscher Prismensatz P-, I2,
dessen Hauptschnitt auf der Meßebene senkrecht steht, so geschaltet, daß er vergrößernd
wirkt. Die beiden Okularprismen m tragen die Markensysteme m°, deren Bilder in bekannter
Weise eine stereoskopische Entfernungsskala ergeben.
Claims (1)
- Patent-Anspruch :Entfernungsmesser mit einem Fernrohrsystem, das einem Beobachter zwei Bilder des Meßobjekts darbietet, dadurch gekennzeichnet, daß jedes dieser Bilder in sich zweierlei Vergrößerung aufweist: eine schwächere Vergrößerung in der Richtung senkrecht zur Meßebene (in Höhe) und eine stärkere in der Richtung parallel zur Meßebene (in Breite).Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE265976C true DE265976C (de) |
Family
ID=523159
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT265976D Active DE265976C (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE265976C (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1260162B (de) * | 1962-01-18 | 1968-02-01 | Joel T Hartmeister | Monokularer Basisentfernungsmesser |
-
0
- DE DENDAT265976D patent/DE265976C/de active Active
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1260162B (de) * | 1962-01-18 | 1968-02-01 | Joel T Hartmeister | Monokularer Basisentfernungsmesser |
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