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Antennenmeßempfänger für Fernsehzwecke Bei Fernsehempfang kommt der
Antenne eine wesentlich größere Bedeutung zu als beim UKW-oder gar dem Rundfunkempfang
auf MW. Wenn sich z. B. bei Mehrfachwegen für UKW-Rundfunkempfang Wegdifferenzen
erst von q. km oder darüber störend bemerkbar machen, ergibt sich bei Fernsehempfang
schon bei einer Wegdifferenz von etwa ioo m eine deutlich bemerkbare Verschlechterung
des Bildes. Aus diesem Grunde treten Störungen, die durch irgendwelche Reflektoren
in der Nähe der Empfangsantenne hervorgerufen werden, bei Fernsehempfangsgeräten
häufig und mit großer Intensität auf. Außerdem machen sich Empfangsstörungen auf
dem Bildkanal der im allgemeinen nach dem Amplitudenmodulationsverfahren arbeitenden
Fernsehsender viel unangenehmer bemerkbar als z. B. beim frequenzmodulierten Rundfunk.
Um beide Arten von Störungen zu vermindern oder auszuschalten, bedient man sich
irgendwelcher Richtantennen. Für einen guten Fernsehempfang ist es dann von ausschlaggebender
Bedeutung, daß die Antenne an der bestgeeigneten Stelle und in der günstigsten Orientierung
aufgestellt wird.
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Es sind verschiedene Mittel vorgeschlagen worden, um das Auffinden
der günstigsten Aufstellung der Antennen zu erleichtern. So hat man z. B: bei normalen
Empfängern das Ausgangssignal gleichgerichtet und die so entstandene Gleichspannung
mit Hilfe eines geeigneten Instrumentes an der Antenne selbst gemessen und konnte
dann die Antenne so ausrichten; daß das Instrument einen maximalen Strom aufweist.
Bei diesen Verfahren ergaben sich jedoch verschiedene, Nachteile. So kann man z.
B. an dem Ausschlag des Meßinstrumentes
nicht erkennen, ob er von
einem Netz- oder Störsignal herrührt oder ob tatsächlich der gewünschte Sender empfangen
wird bzw. wie das Verhältnis dieser beiden Signale zueinander ist. Aus diesem Grunde
hat man auch schon vorgeschlagen, an die aufzustellende Antenne einen Empfänger
anzuschließen, diesen zu beobachten und die Beobachtungsergebnisse dem die Antenne
Aufstellenden auf telefonischem `Fege mitzuteilen. Auch hierbei zeigen sich erhebliche
Mängel, weil insbesondere bei Fernsehempfang die auftretenden Störungen und Bildfehler
an Hand des beobachteten Bildes schwer zu deuten sind. Zur Behebung aller dieser
Mängel wird erfindungsgemäß vorgeschlagen, einen Antennenmeßempfänger für Fernsehzwecke:
zu verwenden, der dadurch gekennzeichnet ist, daß er aus einem Bild- oder Bild-Ton-Empfänger
besteht, dessen Bildröhre wahlweise auf Bildwiedergabe oder Sichtbarmachung des
Zeilen- oder Bildoszillogramms geschaltet werden kann, und der baulich mit einer
Telefonanlage vereinigt ist, die, in an sich bekannter Weise unter Benutzung des
Antennenkabels als Leitung eine Verständigung zwischen den Aufstellungsorten von
Empfänger und Antenne ermöglicht, und der einen Pegelmesser für die Anzeige der
Empfängereingangsspannung enthält.
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Die Wirkungsweise wird wie folgt beschrieben: Die: aufzustellende
Antenne wird an den Meßempfänger angeschlossen und dessen Bildrohr zunächst auf
Bildwiedergabe geschaltet, der aus Telefon und Mikrofon bestehende Fernhörer unter
Zwischenschaltung geeigneter Drosseln an die- Antenne bzw, an das Zuleitungskabel
angeschlossen und auf diese Weise das Antennenkabel in an sich bekannter Weise für
die Fernsprechverbindund zwischen dem Aufstellungsort der Antenne und des Empfängers
ausgenutzt. Der Meßempfänger wird zunächst auf den richtigen Empfangskanal abgestimmt,
die gewünschte Abstimmung ist ohne weiteres an dem beobachteten Bild zu erkennen.
Hierauf wird auf Bild- oder Zeilendiagramm umgeschaltet, d. h. das Videosignal wird
nicht mehr zur Steuerung der Strahlhelligkeit benutzt, sondern zur Vertikalablenkung
des Elektronenstrahles, während die Horizontalablenkung beibehalten wird (Zeilendiagramm)
oder im Rhythmus des Bildwechsels erfolgt (Bilddiagramm). Im Gegensatz zu dein auf
Fernsehbildwiedergabe geschalteten Antennenmeßempfänger bzw. einem Fernsehempfänger
sind Störungen auf dem Bild- oder Zeilendiagramm viel klarer als solche zu erkennen.
Diese Tatsache beruht darauf, daß an Hand des Diagramms das jeweilige Verhältnis
von Nutz- und Störspannung, insbesondere an den feststehenden Teilen des Diagramms,
also der Schwarzschulter und dem Synchronisierimpuls im Zeilendiagramm, unmittelbar
beobachtet werden kann. Dadurch ergibt sich der Vorteil, daß das Auspeilen eventueller
Störquellen mittels einer richtungsempfindlichen Antenne wesentlich einfacher und
besser erreicht werden kann, als es bei Betrachtung des Fernsehbildes möglich ist.
Die Ausrichtung geschieht dabei gemäß telefonischer Anweisung des Beobachtenden.
Zweckmäßig wird an den Ausgang des Videoverstärkers noch ein (Pegelmesser) angeschlossen,
an dem die Größe der von der Antenne gelieferten Spannung abgelesen werden kann.
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Die Zeichnung zeigt eine schematische Darstellung des Antennenmeßempfängers,
an Hand deren die Wirkungsweise nochmals zusammenhängend erläutert sei. Das Antennenkabel
2 der Empfangsantenne z wird an den Hochfrequenz- und Mischteil 3 angeschlossen.
In üblicher Weise wird dann von diesem aus der Tonteil ,4 und der Bildverstärker
5 gespeist. Der Bildverstärker 5 liefert das Bildsignal. Es kann je nachdem, ob
das Fernsehbild oder ein Diagramm sichtbar gemacht werden soll, mittels des Schalters
7 zur Helligkeitssteuerung oder zur Ablenkung des Elektronenstrahls der Bildröhre
8 benutzt werden. Der am Bildteil 5 angeschlossene Pegelmesser 14 gestattet die
laufendeZ.@berwachung der Antenneneingangsspannung. Mittels des Schalters g kann
die Zeilenablenkung wahlweise auf Zeilen- oder Bildfrequenz geschaltet werden. Bei
Vorhandensein irgendwelcher Störer sind diese auf den horizontalen Teilen des oder
der Impulse besonders deutlich erkennbar. Sie heben sich hier wesentlich deutlicher
ab als bei der Beobachtung des gesendeten Bildes. Sorgt man dafür, daß der Impuls
nicht am Anfang oder am Ende des Diagramms, sondern als Ganzes mehr nach der Mitte
zu steht, so wird die Beobachtung weiterhin erleichtert. Praktisch ist die Verschiebung
des Impulses nach der Mitte zu dadurch zu erreichen, daß man in die vom Bildteil
5 zum Kippteil 6 führenden Leitungen geeignete Verzögerungsglieder legt, wenn der
Antennenmeßempfänger auf Diagrammwiedergabe geschaltet wird. .Mit besonders kleinem
technischem Aufwand wird praktisch dieselbe Wirkung erzielt, wenn man im genannten
Fall, statt Verzögerungsglieder zu verwenden, die Kippfrequenz auf einen ganzen
Bruchteil der Zeilen- bzw. Bildfrequenz herabsetzt. 'Es steht dann bei dem Zeilendiagramm
mindestens ein Impuls etwa in der Mitte des Bildschirms, der sich besonders gut
beobachten läßt, weil er nicht durch Unvollkommenheiten der Ablenkung beschnitten
sein kann.
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Die Verständigung geschieht in bekannter Weise mittels normaler Telefone
1o und rr, wobei die als elektrische VGleichen wirksamen Glieder an der Empfängerseite
sowie die Stromversorgung für die Verbindung in den Antennenmeßempfänger eingebaut
sind. An der Antennenseite muß mindestens eine Ader des Zuleitungskabels durch einen
Kondensator 12 für die Sprachfrequenzen unterbrochen werden. Der Anschluß des Telefonhörers
erfolgt über die Hochfrequenzdrosseln 13. Die Wahl der verschiedenen Senderkanäle
und der gewünschten Betriebsart geschieht mittels Drucktasten. Diese erweisen sich
im vorliegenden Fall als besonders vorteilhaft, weil damit im Gegensatz zu anderen
Anordnungen, «wie z. B. Drehschaltern oder kontinuierlicher Abstimmung; ein plötzlicher
Übergang von irgendeinem Fernsehkanal auf einen beliebigen
anderen
möglich ist, ohne daß die dazwischenliegenden, wenn auch nur kurzseitig, eingeschaltet
werden müssen. Diese Tatsache ermöglicht einen besonders guten Vergleich zwischen
mehreren Sendern. Außerdem ergibt das Drucktastenaggregat ein besonders übersichtliches
Bild von dem jeweils eingeschalteten Betriebszustand.