DE906705C - Kippschaltung fuer zwei stabile Zustaende mit zwei Kipproehren - Google Patents
Kippschaltung fuer zwei stabile Zustaende mit zwei KipproehrenInfo
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Description
(WiGBl. S. 175)
AUSGEGEBEN AM 18. MÄRZ 1954
12124 VIII a j 21a1
Sindelfingen (Württ.)
In Buchungsmaschinen oder Rechenmaschinen, insbesondere auch in durch Aufzeichnungen, z. B.
Lochkarten, gesteuerten Maschinen, werden vielfach Umschalter oder Kommutatoren verwendet.
Besonders vorteilhafte Ausführungsformen ergeben sich bei elektronischen Umschaltern. Ein solcher
Umschalter enthält mindestens drei Stufen, die als Kippschaltungen ausgebildet sind. Gemäß der Erfindung
enthält jede Kippschaltung, die im Gleichgewicht sich befindende, miteinander rückwirkend
gekoppelte Zweige aufweist, mindestens eine Röhre mit zwei Entladungsstrecken in einem der beiden
Zweige. Die eine Entladungsstrecke ist mit einer Röhre des anderen Zweiges verbunden, und diese
Verbindung stellt den Rückkopplungsweg zwischen den beiden Zweigen dar. Dieser andere Zweig überträgt
Impulse in dem einen stabilen Zustand der Schaltung, während er diese in dem anderen
stabilen Zustand der Schaltung nicht weiterleitet. In jedem eine Röhre mit zwei Entladungsstrecken
enthaltenden Zweig ist die eine Strecke mit dem Steuergitter der anderen Röhre zum Herstellen der
rückwirkenden Kopplung verbunden, und die andere Strecke dient wahlweise als Impulsweg, je
nachdem, ob die Kippschaltung sich im »Ein«- oder »Aus «-Zustand befindet. Vorteilhafterweise enthält
die Kippschaltung zwei über Kreuz gekoppelte Pentoden, deren Fanggitter an einer positive Impulse
liefernden Spannungsquelle liegen und von denen nur die Pentode in ihrem Anodenkreis Impulse
erzeugt, deren Steuergitter nicht vorgespannt ist.
Die Scheinwiderstände der beiden Zweige der Kippschaltung schließen die Sehirmgitterkathodenstrecken
ihrer Pentode mit ein. Die an dieser Strecke einer Pentode auftretenden Spannungsänderungen
werden auf das Steuergitter der anderen Pentode rückwirkend übertragen. Die Kippschaltung kann durch Anlegen eines negativen
Impulses an das Steuergitter der zur Zeit ohne Steuergittervorspannung betriebenen Pentode oder
ίο durch Anlegen eines positiven Impulses an das zu
dieser Zeit bis zum unteren Knick der Kennlinie negativ vorgespannte Steuergitter der anderen
Pentode der Kippschaltung zum Kippen gebracht werden. Wenn die Fanggitter im Ruhezustand an
einem negativen Sperrpotential liegen, verwandeln die Pentoden die positiv zugeführten Impulse in
negative. Wenn dagegen die Fanggitter im Ruhezustand Kathodenpotential aufweisen, kehren die
Pentoden die negativ zugeführten Impulse in so positive um.
Derartige Kippschaltungen werden nun als Stufen eines Umschalters gemäß der Erfindung
verwendet. Zwischen den einzelnen Stufen sind Kopplungskreise vorgesehen, die auf Impulse wahlweise
ansprechen, die durch jede der Kippschaltungsstufen durchgelassen sind, und die Impulse
an die nachfolgende Stufe zum Umschalten des Kippzustandes dieser Stufe leiten. Zwei Sätze
von Kopplungsschaltungen sind wahlweise wirksam; die durch jede Stufe gelaufenen Impulse
werden einer nachfolgenden Stufe in Vorwärtsrichtung oder einer nachfolgenden Stufe in Rüekwärtsrichtung
zugeführt. Die Schaltrichtung wird durch eine zusätzliche Kippschaltung gesteuert.
Ferner ist zur Unterbrechung des Arbeitsganges des Umschalters ein Schalter vorgesehen, der
die während des Betriebes den Fanggittern der Pentoden der Umschalterstufen zugeführten positiven
Impulse von diesen Gittern abschaltet. Nach Zurückschaltung dieses Schalters in seine Betriebsstellung nimmt der Umschalter seine Tätigkeit von
der Schaltphase wieder auf, in der er sich vor Betätigung des Schalters befunden hat.
An Hand der Figuren wird nunmehr ein Ausführungsbeispiel der Erfindung im einzelnen erläutert
und beschrieben.
Fig. ι ist das Schaltbild eines Ausführungsbeispiels gemäß der Erfindung;
Fig. 2 ist eine graphische Darstellung der Impulse und zeigt die an den verschiedenen Stellen
der Schaltung auftretenden Impulsspannungen.
Nach Fig. 1 sind die Plusleitung 50 und die Minusleitung 51 über einen nicht dargestellten
Schalter mit einer Gleichstromquelle verbunden. Widerstände 52, 53 und 54 überbrücken in
Spannungsteilerschaltung die Leitungen 50 und 51. Der Spannungsteiler ist von den Leitungen 55 und
angezapft, wobei die Leitung 55 an einer positiveren Spannung als die Leitung 56 liegt.
Impulse werden benötigt, um den aus Elektronenröhren aufgebauten Umschalter zu betätigen. Als
Hauptimpulsgenerator dient ein bekannter Multivibrator M. Bekanntlich erzeugt ein solcher Multivibrator
rechteckige Impulse abwechselnd in den Ausgangskreisen der Röhren α und b. Nur die Ausgangsspannung
der Röhre α wird in diesem Fall ausgenutzt. Sie speist über den Kondensator 75
und den Widerstand 76 die Leitung 55. Der Kondensator und der Widerstand haben ein genügend
kleines R · C-Produkt, um die rechteckigen Impulse im Ausgangskreis der Röhre α in positive und
negative Impulse von äußerst kurzer Dauer und steiler Wellenfront umzuformen. Eine Anzapfung
an dem Widerstand 76 führt zu dem Gitter der Triode 86. Die Anode der Triode ist durch den
Widerstand 87 mit der Leitung 50 und ihre Kathode mit der Leitung 55 verbunden. Die Ausgangsspannung
der Triode liegt über den Kondensator 99 und den Widerstand 98 an der Leitung 56. Da der Widerstand 76 und die Kathode der
Triode 86 an die Leitung 55 angeschlossen sind, ist die Gittervorspannung der Triode im Ruhezustand
gleich Null, die unter dieser Bedingung voll leitet. Infolgedessen werden von den vom Widerstand 76
dem Gitter der Triode 86 zugeführten positiven und negativen Impulse die positiven Impulse im wesentlichen
unterdrückt, während die negativen Impulse umgekehrt werden und als verstärkte positive
Impulse an dem Widerstand 98 auftreten. Diese positiven Impulse sind ziemlich spitz und haben
eine steile Wellenfrant (vgl. Fig. 2, Reihe 1) und werden dem Umschalter zugeführt, um dessen
Arbeitsgang zu steuern.
Der Kommutator weist mehrere Stufen auf, deren Zahl von der Anzahl der Schritte abhängt,
die er während eines Arbeitsumlaufes ausführen soll. In der Fig. 1 sind drei Stufen dargestellt und
mit Ci3 C2 und C3 bezeichnet. Jede Stufe gleicht
der anderen und enthält eine neuartige Kippschaltung. Diese Kippschaltung weist zwei parallel
liegende und symmetrische Scheinwiderstandsnetzwerke oder Zweige auf. Der linke Zweig enthält die
Widerstände 60 α, βτα und 62», die in Reihe
zwischen den Leitungen 50 und 56 liegen. Ein Kondensator 63 a überbrückt den Widerstand 61 a.
Der rechte Zweig enthält die gleiche Anordnung, die Widerstände 60 l·, 61 b und 62 b und den Kondensator
63 b. Die Anoden-Kathoden-Strecke der zwei Pentoden 95 α und 95 h liegen parallel und
zwischen den Leitungen 50 und 56. Der Einfachheit halber sind die beiden Pentoden als zwei Systeme
einer Doppelröhre mit einer gemeinsamen Kathode dargestellt. Die Anoden der Systeme 95 α und 95 b
sind über die Widerstände 100 α bzw. 100 b an die
Leitung 50 angeschlossen, und die gemeinsame Kathode ist mit der Leitung 56 über den Widerstand
96 verbunden. Der Widerstand 96 besitzt einen solchen Wert, daß, wenn entweder 95 a oder
b leitet, der Spannungsabfall über den Widerstand 96 etwa gleich dem maximalen Spannungsabfall
ist, der über den Widerständen 62 α und 62 b
auftritt. Das Schirmgitter von 95 α ist an den Verbinid'ungspunkt
66 α der Widerstände 60 α und 61 a
und das Schirmgitter von 95 b ist an den Verbindungspunkt 66 δ der Widerstände 60?) und 61b
angeschlossen. Das Steuergitter von 95 α liegt an
dem Verbindungspunkt 67 b der Widerstände 616
und 62 b und das Steuergitter von 95 b an dem Verbindungspunkt 67 a der Widerstände 61 α
und 62 a. Die Fanggitter der Pentoden 95 α und 95 b aller Kippschaltungen Ci, C2 und C 3 sind
an die gemeinsame Leitung 97 angeschlossen, die mit der Anzapfung des Widerstandes 98 verbunden
ist, an dem die positiven Impulse (Fig. 2, Reihe 1) fortlaufend in der vorher beschriebenen Weise auftreten.
Die gleichartig bezifferten Teile der beiden Zweige einer jeden Kippschaltung haben die gleichen
Werte. In der Praxis hat es sich als zweckmäßig erwiesen, jedem der Widerstände 60 a, 62 a,
60b und 62b einen Wert zu geben, der ungefähr
ein Drittel des Wertes λόπ jedem der Widerstände
61 α und 61 b ist. Die Kondensatoren 63 α und 63 b
besitzen jeder eine Kapazität von einigen Mikromikrofarad.
ao Die Schirmgitterkathodenstrecke der Pentode 95 a liegt im Nebenschluß zu den Widerständen
61 α und 62 a und kann demzufolge als ein Teil des
linken Widerstandszweiges der Kippschaltung betrachtet werden. In gleicher Weise kann die
Schirmgitterkathodenstrecke von 95 b als ein Teil des rechten Widerstandszweiges betrachtet werden.
Die beiden Scheinwiderstandszweige der Kippschaltung sind über Kreuz gekoppelt, da der Punkt
67 a des linken Zweiges mit dem Steuergitter der Röhre 95 b und der Punkt 67 b des rechten Zweiges
mit dem Steuergitter der Röhre 95 α verbunden sind. Mit anderen Worten, die zwischen den beiden
Hälften der Kippschaltung erforderliche rückwirkende Kopplung wird hier durch die rückwirkende
Kopplung der Schirmgitterkathodenstrecke der Röhre in der einen Hälfte des Stromkreises
auf das Steuergitter der Röhre in der gegenüberliegenden Hälfte der Schaltung erreicht.
Die Kippschaltung weist zwei miteinander abwechselnde stabile Zustände auf. In dem einen Zustand,
den man den »Aus«-Zustand nennen kann, besitzt das Steuergitter der Pentode 95 b fast
keine Vorspannung und einen ziemlich großen Schirmgitterstrom, während die Steuergittervorspannung
der Pentode 95 α negativ ist und ihre Schirmgitterkathodenstrecke nicht leitend ist.
Im »Aus«-Zustand befinden sich die Verbindungspunkte 66 a und 67 a auf einem hohen
Potential und die Verbindungspunkte 66 b und 67 b auf einem niedrigen Potential. In dem anderen Zustand,
dem »Ein«-Zustand, sind die elektrischen Bedingungen umgekehrt. Die Schaltung hält sich
selbsttätig in einem ihrer beiden Zustände, bis sie durch einen Auslöseimpuls in den anderen Zustand
versetzt wird.
Wie schon oben erwähnt wurde, ist im »Aus«- Zustand der Kippschaltung das Steuergitter der
Röhre 95 b nicht vorgespannt, unter welcher Bedingung ein merklicher Strom durch die Schirmgitterkathodenstrecke
von 95 b fließt. Bei passend gewähltem Wert des Widerstandes 60b ist der
Scheinwiderstand der Schirmgitterkathodenstrecke gegenüber dem des Widerstandes sehr niedrig.
Demgemäß weisen das Schirmgitter von 95 b ein nicht viel höheres Potential als die Kathode und
der Verbindungspunkt 66 b, an welchem das Schirmgitter angeschlossen ist, ein niedriges
Potential auf. Bei passend gewählten Werten der Widerstände 61 & und 62 b macht der Spannungsabfall
an 61 b den Punkt 67 b bezüglich des Kathodenpotentials negativ. Da das Steuergitter
von 95 α an den Punkt 67 b angeschlossen ist, ist es auch gegenüber der Kathode negativ. Diese Vorspannung
reicht aus, um den Schirmgitterstrom in 95 α zu sperren. Mit anderen Worten, die
Schirmgitterkathodenstrecke von 95 a leitet nicht, und ihr Scheinwiderstandswert ist gegenüber dem
des Widerstandes 60 a hoch. Infolgedessen weisen das Schirmgitter von 95 α und der damit verbundene
Punkt 66 a ein solches Potential auf, daß der Spannungsabfall an dem Widerstand 61 α den
Punkt 67 a nicht unter das Kathodenpotential drücken kann. Da das Steuergitter von 95 b an den
Punkt 67 a angeschlossen ist, ist die Steuergittervorspannung von 95 b praktisch Null und hält so
die Schirmgitterkathodenstrecke von 95 b auf niedrigem Widerstand.
Auf diese Weise hat die Kippschaltung im »Aus «-Zustand eine Potential verteilung, die die
Kippschaltung in diesem Zustand hält. In gleicher go
Weise, da die beiden Zweige symmetrisch gebaut sind, hält die Kippschaltung ihren »Ein«-Zustand
selbsttätig aufrecht, wobei das Steuergitter der Pentode 95 α bei einem ziemlich großen Schirmgitterstrom
nicht vorgespannt ist. Die Punkte 66 a und 67 a weisen ein niedriges Potential auf,
während das Steuergitter der Pentode 95 b negativ vorgespannt ist, die Schirmgitterkathodenstrecke
leitet nicht, und die Punkte 66 b und 67 b besitzen ein hohes Potential.
Der Zustand der Kippschaltung kann durch einen Schaltimpuls, der an eine geeignete Stelle eingeführt
wird, geändert werden. Er ist von »Ein« auf »Aus« durch einen negativen Impuls oder einen
positiven Impuls, der am Punkt 676 bzw. Punkt 67 a angelegt wird, umsteuerbar. Im vorliegenden
Fall wird ein negativer Schaltimpuls verwendet. Die Vorrichtung zur Erzeugung der Schaltimpulse
wird später beschrieben. Für den Augenblick genügt es, zu wissen, daß ein negativer Impuls über
den Kondensator 59 a zum Punkt 67 a geschickt wird, um die Kippschaltung vom »Aus«-Zustand
in den »Ein«-Zustand zu schalten; ein negativer Impuls wird ebenfalls verwendet, um über den
Kondensator 59 & die Kippschaltung vom »Ein«- in den »Aus «-Zustand zu schalten. Es sei nun angenommen,
daß z. B. eine Kippschaltung sich im »Aus «-Zustand befindet und ein negativer Impuls
über den Kondensator 59 a zum Punkt 67 a geschickt wird. Dieser Impuls verringert den Spannungsabfall
über den Widerstand 62 a. Mit anderen Worten, das Potential des Punktes 67 α und des mit
ihm verbundenen Steuergitters von 95 b fällt von seinem vorher anliegenden, annähernden Kathodenpotential
auf einen negativen Wert gegenüber der Kathode. Demzufolge verringert sich der Schirm-
gitterstrom von 95 b, darauf vermindert sich der Spannungsabfall über den Widerstand 60 b, und
das Potential des Punktes 66 b steigt plötzlich. Der beim Punkt 66 b dabei auftretende positive Impuls
wird über den Kondensator 63 b zum Steuergitter von 95 α übertragen und vermindert plötzlich
dessen vorher anliegende negative Vorspannung. Demgemäß steigt der Schirmgitterstrom von 95 a;
dadurch tritt über den Widerstand 60 α ein größerer to Spannungsabfall auf, und das Potential des Punktes
66 α sinkt plötzlich. Der hierbei erzeugte negative Impuls wird vom Punkt 66 a über den Kondensator
63 α dem Steuergitter von 95 b aufgedrückt und erhöht dessen negative Spannung,
wodurch der Schirmgitter strom sinkt. Diese Wechselwirkung zwischen den zwei Zweigen der
Kippschaltung setzt sich fort, bis schließlich die Schirmgitterkathodenstrecke von 95 & nicht mehr
leitet, während der Schirmgitterstrom von 95 α eine beträchtliche Größe hat. Die Kippschaltung kippt
so vom »Aus«- in den »Ein«-Zustand, in dem die Punkte 66 α und 67 α niedriges und die Punkte 66 b
und 67 b hohes Potential aufweisen; das Steuergitter der Pentode 95 α ist nicht vorgespannt, und
die Schirmgitterkathodenstrecke von 95 a weist einen geringen inneren Widerstand auf, während
das Steuergitter der Pentode 95 b negativ vorgespannt ist und die Schirmgitterkathodenstrecke
nicht leitet. In gleicher Weise kann die Kippschaltung von dem »Ein«-Zustand in den »Aus«-
Zustand durch einen negativen Impuls geschaltet werden, der über den Kondensator 59 b dem Punkt
67 b zugeführt wird. Zur wirksamen Umschaltung sollen die Schaltimpulse, die an die Punkte 67 CL
und 67 & gelegt werden, wesentlich steiler und kürzer als die Impulse sein, die über die Kondensatoren
63 α und 63 b zugeführt werden, nachdem die Umschaltung in die Wege geleitet wurde.
Eine wesentliche Eigenschaft einer Pentode ist, daß, wenn ihr Fanggitter gegenüber ihrer Kathode
genügend negativ vorgespannt ist, dieses den Anodenstrom ungeachtet des Steuergitterpotentials
sperrt, wenn aber das Fanggitter fast Kathodenpotential besitzt, der Anodenstrom durch die Steuergittervorspannung
geregelt wird. Wie vorher erwähnt wurde, sind die Fanggitter der Pentoden
95 α und 95 b mit der Leitung 97 verbunden, die zur
Anzapfung am Widerstand 98 führt, an dem fortlaufend positive Impulse auftreten (vgl. Fig. 2,
Reihe 1). Der Widerstand 98 ist mit der Leitung 56 verbunden, die negatives Potential gegenüber
den Kathoden der Pentoden 95 α und 95 b aufweist.
Die Fanggitter dieser Pentoden sind dabei im Ruhezustand genügend negativ gegenüber den
Kathoden vorgespannt und sperren so den Anodenstrom ohne Rücksicht auf deren Steuergitterpotential.
Aber sobald ein positiver Impuls am Widerstand 98 auftritt und über die Leitung 97 zu
den Fanggittern der Pentoden geleitet wird, erhöht sich das Potential der Fanggitter über das Sperrpotential.
Daraufhin wird die Pentode, deren Steuergitter nicht vorgespannt ist, in ihrer Anoden-Kathoden-Strecke
leitfähig und erzeugt einen negativen Impuls in ihrem Anodenkreis. Solche
negativen Impulse werden fortlaufend durch diese Pentode so lange erzeugt, als deren Steuergitter
nicht vorgespannt ist, und so lange, als die Leitung 97 positive Impulse führt.
Wie vorhergehend ausgeführt wurde, ist das Steuergitter der Pentode 95 b, wenn die Kippschaltung
sich im »Aus «-Zustand befindet, nicht vorgespannt, während die Pentode 95 α eine negative
Steuergittervorspannung aufweist. Demzufolge kann im »Aus «-Zustand der Kippschaltung nur die
Pentode 95 b auf die Änderungen der Fanggitterspannung ansprechen. Daher wird bei gleichzeitigem
Anlegen eines positiven Impulses über die Leitung 97 an beide Pentoden der Kippschaltung
nur die Pentode 95 6 einen negativen Impuls in ihrem Anodenkreis erzeugen, während die negative
Steuergittervorspannung von 95 a· deren Anodenstrom gesperrt hält. Wenn andererseits die Kippschaltung
sich im »Ein«-Zustand befindet, weist die Pentode 95 b eine negative Steuergittervorspannung
auf, während das Steuergitter der Pentode 95 a nicht vorgespannt ist, so daß nur die Pentode 95 a
einen negativen Impuls in ihrem Anodenkreis infolge des positiven Impulses erzeugt, der über die
Leitung 97 dem Fanggitter zugeleitet wird.
Nach vorstehendem ist in einer Kippschaltung die rückwirkende und den Zustand aufrechterhaltende
Kopplung in den gegenseitig das Gleichgewicht herstellenden Widerstandsnetzen zwischen
einer Hilfsabnahmeelektrode, dem Schirmgitter der Pentode in jedem Netzwerk und einer Steuerelektrode,
dem Steuergitter der Pentode im anderen Netzwerk vorgesehen. Durch eine derartige rückwirkende Kopplung zwischen den
Netzen wird der Anodenstrom ausgelöst, um Impulse zu erzeugen, umzukehren und Impulse durchzulassen,
die an einer Elektrode, dem Fanggitter, angelegt sind, ohne den Schaltzustand der Kippschaltung
zu beeinflussen. Je nach dem Schaltzustand der Kippschaltung kann die eine Anoden-Kathoden-Strecke
als Impuls weg dienen und ist ganz besonders von der Steuergittervorspannung
abhängig, deren Größe sich entsprechend dem Schaltzustand der Kippschaltung ändert. Da die
Kippschaltung zwei stabile Zustände wechselnd einnehmen kann, weist sie auch zwei wechselnde no
Impulswege auf, die im Betrieb sein können, ohne die Stabilität oder den Zustand der Kippschaltung
zu beeinflussen. Die Pentode 95 α oder 95 & kann
positive Impulse in negative oder negative in positive umkehren, je nachdem, ob das Fanggitter im
Ruhezustand negatives Sperrpotential oder fast Kathodenpotential aufweist. Im Ausführungsbeispiel besitzt die Leitung 97 normalerweise
gegenüber der Kathode ein negatives Potential und führt positive Impulse dem Fanggitter zu. In
diesem Fall also dienen die Pentoden der Kippschaltung dazu, die positiven Impulse in negative
zu verwandeln. Diese negativen Impulse wirken über miteinander in Abhängigkeit stehende Vorrichtungen
für die Kippschaltungen C 3, C 2 und Ci, die die Stufen des Umschalters enthalten, und
steuern die aufeinanderfolgenden Arbeitsgänge der Umschalterstufen in einer der einander entgegengesetzten
Richtungen oder Folgen. Der Einfachheit halber kann die eine Richtung die Vorwärtsrichtung
und die andere die Rückwärtsrichtung genannt werden. Es wird noch zur Erklärung hinzugefügt,
daß als Vorwärtsrichtung die gelten soll, in welcher die Stufen C3, C2. und Ci aufeinanderfolgend
arbeiten, und als Rückwärtsrichtung jene, in welcher die Stufen Ci, C2 und C 3 aufeinanderfolgend
arbeiten. Die miteinander in Abhängigkeit stehenden Vorrichtungen weisen einen Satz Schaltelemente
auf, der für die Vorwärtsfolge, und einen anderen Satz von Schaltelementen, der für die
Rückwärtsfolge arbeitet. Diese Sätze werden wahlweise vorbereitet und durch einen die Richtung
steuernden Schaltkreis betätigt. Dieser Schaltkreis FR ist eine übliche Kippschaltung. Ihr
linker Zweig enthält die Widerstände 60a, 61 α und 62 α sowie den parallel zum Widerstand 61 α
liegenden Kondensator 63 a. Der symmetrische rechte Zweig enthält die Widerstände 60 b,
61 b und 62 b und den den Widerstand 61 b
überbrückenden Kondensator 63 b. Diese Schaltelemente der Kippschaltung FR sind die gleichen
wie die Elemente der Kippschaltungen Ci, C2
oder C 3, wenn sie in gleicher Weise bezeichnet sind. Die Kippschaltung FR enthält zwei Trioden
64 a und 64 b, die der Einfachheit halber als Systeme einer Doppelröhre mit einer gemeinsamen
Kathode dargestellt sind. Die Kathode ist über einen Widerstand 96 an die Leitung 56 angeschlossen,
der dem Widerstand 96 in der Schaltung C 3 entspricht. Die Anode der Triode 64 a ist
mit dem Punkt 66 α verbunden, so daß die Anoden-Kathoden-Strecke dieser Triode im Nebenschluß
zu den Widerständen 61a und 62 a liegt. Die Anode der Triode 64b ist an den Punkt 66b angeschlossen,
so daß deren Anoden-Kathoden-Strecke im Nebenschluß zu den Widerständen 61 b
und 62 & liegt. Der linke und rechte Scheinwiderstandszweig sind rückwirkend gekoppelt, da das
Gitter von 64 a des linken Zweiges an den Punkt 6yb des rechten Zweiges und das Gitter von 64 b
an den Punkt 67 a des linken Zweiges angeschlossen sind. Bei dieser bekannten Kippschaltung besteht
die rückwirkende und die Stabilität aufrechterhaltende Kopplung zwischen der Anoden-Kathoden-Strecke
der Röhre 64a oder 64b und dem Steuergitter der anderen Röhre. Diese Kippschaltung besitzt auch zwei miteinander abwechselnde
stabile Zustände, den »Ein«- und den »Aus«-Zustand. Der »Aus«-Zustand ist der, bei
dem die Triode 64 a nicht leitet und die Punkte 66 a und 67 a ein hohes Potential aufweisen, während
das Gitter der Triode 64 b nicht vorgespannt ist und1
diese Röhre daher sehr gut leitet, und die Punkte 66 b und 67 b ein sehr niedriges Potential aufweisen.
Beim »Ein«-Zustand der Kippschaltung liegen die umgekehrten elektrischen Verhältnisse
an entsprechenden Stellen des anderen Zweiges vor. Um diese Kippschaltung umzuschalten, müssen
Impulse an die Punkte 67 α bzw. 67 b angelegt werden.
Wenn die Schaltung sich im »Aus«-Zustand befindet, kann sie in den »Ein«-Zustand durch
einen positiven Impuls gebracht werden, der von einer nicht dargestellten Stromquelle über den
Kondensator 59 b dem Punkt 67 b zugeführt wird. Die Schaltung kann in den »Aus«-Zustand zurückkehren,
indem ein positiver Impuls von einer nicht dargestellten Stromquelle über den Kondensator
59 α dem Punkt 67 a aufgedrückt wird.
Man nehme beispielsweise an, daß die Kipp-' schaltung FR sich im »Aus«-Zustand befindet und
es erwünscht ist, sie in den »Ein«-Zustand zu kippen. Ein positiver Impuls wird über den Kondensator
59 b zu dem Punkt 67 b und somit zum Gitter der Triode 64 a geschickt. Dieser Impuls
verringert die am Gitter wirksame negative Spannung von 64a, indem er einen Anodenstrom fließen
läßt, wodurch das Potential des Punktes 66 a plötzlich sinkt. Infolgedessen wird ein negativer Impuls
vom Punkt 66 über den Kondensator 63 α zum Punkt 67a und somit zum Gitter von 64b übertragen
und die Leitfähigkeit der Röhre 64 ο herabgesetzt.
Das Potential des Punktes 66 & steigt daraufhin stark an, und der hierdurch entstehende
positive Impuls wird über den Kondensator 63 b zu Punkt 67b und zum Gitter 64a geleitet; die Leitfähigkeit
von 64 a wird erhöht. Hierdurch tritt ein go negativer Impuls bei 66 a auf und wird über 63 a·
zum Punkt 67 a und dem Gitter von 64 b übertragen; die Leitfähigkeit der Triode 64 ο nimmt
weiter ab. Diese Wechselwirkung zwischen den beiden Zweigen setzt sich fort, bis schließlich die
Triode 64 b nicht mehr leitet und das Steuergitter der Triode 64 a nicht mehr vorgespannt ist. So
wurde die Kippschaltung vom »Aus«- in den »Ein«- Zustand umgeschaltet. In gleicher Weise kann die
Kippschaltung wieder in den »Aus«-Zustand durch Zuführen eines positiven Impulses über den Kondensator
59 a an den Punkt 67 α zurückgeschaltet werden.
Wenn die Kippschaltung FR sich im »Aus«-Zustand befindet, betätigt sie dann den für die Rückwärtsfolge
bestimmten Satz der voneinander abhängigen Vorrichtungen für die Umschalterstufen.
! Wenn die Kippschaltung sich im »Ein«-Zustand j befindet, betätigt sie den für die Vorwärtsrichtung
arbeitenden Satz von Schaltelementen der vonj einander abhängigen Vorrichtungen. Die der Vorwärtsrichtung
zugeordneten Schaltelemente sind j mit dem Buchstaben F1 die der Rückwärtsrichtung
zugeordneten Elemente sind mit dem Buchstaben R j bezeichnet. Die voneinander abhängigen Vorrichtungen
stehen unter der gemeinsamen Steuerung der die Richtung bestimmenden Schaltung FR und
der Umschalterstufen.
Die voneinander abhängigen \forrichtungen enthalten
mehrere aus Elektronenröhrenschaltungen aufgebaute Netzwerke, von denen jedes von einem
der Zweige jeder Umschalterstufe gesteuert wird. Da der dargestellte Umschalter drei Stufen aufweist
und aus sechs Zweigen besteht, sind auch sechs aus Elektronenröhren aufgebaute Netzwerke
in den dargestellten, voneinander abhängigen Vor-
richtungen vorhanden. Jedes dieser Netzwerke enthält
eine Triode und zwei Pentoden. Die Röhren des Netzwerkes, die durch den linken Zweig der
Stufe C 3 gesteuert werden, sind die Triode 3 α und
die Pentoden 3 aF und 3 aR. Die Röhren des Netzwerkes,
die durch den rechten Zweig der Stufe C 3 gesteuert werden, sind die Triode 3 b und· die Pentoden
2,bF und 3 bR. Die der Stufe C 2 zugeordneten
Netzwerke enthalten die Röhren 2 a, 2 aF
und 2,aR für den linken Zweig und die Röhren 2b, 2 bF und 2 bR für den rechten Zweig. Die Röhren,
die zu den Netzwerken der Stufe C1 gehören, sind durch die Ziffern 1 und den Buchstaben α für den
linken Zweig und den Buchstaben b für den rechten Zweig bezeichnet.
Die Pentoden in jedem Netzwerk werden mit einer üblichen Spannung durch die Verbindung
ihrer Schirmgitter über den Widerstand 11 und den Kondensator 12 zu den Leitungen 50 bzw. 55
versorgt. Die Steuergitter der mit dem Buchstaben F bezeichneten Pentoden sind mit der Gemeinschaftsleitung
FF verbunden, die über den Widerstand 15 b mit dem Punkt 67 b des die Richtung
bestimmenden Schaltkreises FR gekoppelt ist. Die Steuergitter dieser mit dem Buchstaben R
bezeichneten Pentode liegen an der Gemeinschaftsleitung RR, welche über einen Widerstand 15 α mit
dem Punkt 67 α der Schaltung FR verbunden ist. Wenn FR sich im »Aus«-Zustand befindet, weist
der Punkt 67 α beinahe das Potential der Leitung 55 auf. Dieses ist auch das Kathodenpotential der
Pentoden in den voneinander abhängigen Schaltkreisen. Entsprechend sind bei FR im »Aus«-
Ziistand die Steuergitter der i?-Pentoden nicht vorgespannt;
andererseits weist der Punkt6jb, wenn
FR sich im »Ein«-Zustand befindet, fast das Potential
der Kathoden der F-Pentoden auf, deren Steuergitter fast nicht vorgespannt sind. Es ist
verständlich, daß nur die Pentoden, deren Steuergitter nicht vorgespannt sind, auf einen Wechsel
des Fanggitterpotentials ansprechen werden. Die Pentoden, die durch die o-Volt-Gittervorspannung
vorbereitet sind, sind die einzigen, die während der gewählten Umschaltfolge arbeiten. Die i?-Pentoden
sind durch den »Aus «-Zustand des Schaltkreises FR so vorbereitet, daß sie bei der umgekehrten
Folge arbeiten, während die F-Pentoden in gleicher Weise durch den »Ein«-Zustand der F2?-Schaltung
vorbereitet sind, so daß sie für die Vorwärtsfolge arbeiten.
Die Fanggitter der R- und F-Pentoden in jedem
Netzwerk sind positiv vorgespannt und pulsieren gemeinsam unter Steuerung der zugehörigen Umschalterstufe.
Aber nur die Pentode, die durch eine o-Volt-Gittervorspannung vorbereitet ist, wird ansprechen
und einen negativen Impuls an ihrer Anode erzeugen. Dieser negative Impuls wird der
nachfolgenden Umschalterstufe zugeführt, um deren Zustand umzuschalten. Wenn die F-Pentoden
durch den Schaltkreis Fi? zur Arbeit vorbereitet sind, wird der negative Impuls, der durch die
F-Pentode eines zu einer Stufe gehörenden Netzwerkes
erzeugt ist, der Stufe,, die in der Vorwärtsrichtung folgt, zugeführt, aber wenn die J?-Pentode
zum Betrieb vorbereitet ist, wird ein von der i?-Pentode eines ihrer Stufe zugeordneten Netzwerkes erzeugter Impuls der Stufe zugeführt, die
in der Rückwärtsrichtung folgt.
Zur weiteren Erklärung wird angenommen, daß die F-Pentoden durch den »Ein«-Zustand der
Schaltung FR zum Arbeiten für die Vorwärtsfolge vorbereitet sind. Weiterhin wird angenommen, daß
die Stufe C 3 sich im »Ein«-Zustand befindet, während
die Stufen C2 und Ci sich im »Aus«-Zustand
befinden. Wenn C 3 sich im »Ein«-Zustand befindet, ist das Steuergitter ihrer Pentode 95 & bis
zum unteren Knick der Kennlinie vorgespannt, während ihre Pentode 95 α keine Steuergittervorspannung
aufweist. Dementsprechend wird nur die Pentode 95 α von C 3 arbeiten, wenn die positiven
Impulse über die Leitung 97 den Fanggittern beider Pentoden zugeführt werden, um negative
Impulse in ihren Anodenkreisen zu erzeugen. Ein von der Pentode95a (C3) erzeugter negativer Impuls
wird über den Kondensator 4 α zu dem Widerstand 5 a geleitet. Das Gitter der Triode 3 a ist mit
einer Anzapfung des Widerstandes 5 α verbunden. Der Widerstand 5 ο und die Kathode von 3 α liegen
beide an der Leitung 55, so daß die Gittervorspannung
von 3 α im Ruhezustand Null ist und 3 α voll
leitet. Aber bei der Übertragung eines negativen Impulses zu dem Widerstand 5 α wird die Gittervorspannung
von 3 a negativ, wodurch eine starke Verminderung des Anodenstromes von 3 a durch
den Belastungswiderstand 7 α veranlaßt wird. Der sich ergebende positive Impuls wird von der Anode
von 3 α über den Kondensator 9 ο dem Widerstand S ß zugeführt. Die parallel liegenden Fanggitter
der Pentoden 3 aF und 3 aR sind mit Anzapfungen des Widerstandes 8 a verbunden, der an
die Leitung 56 angeschlossen ist, die gegenüber den Kathoden der Pentoden 3 aF und 3 aR ein
negatives Potential aufweist. Die Fanggittervorspannung jeder dieser Pentoden ist gewöhnlich
negativ und bewirkt eine Sperrung das Anodenstromes unabhängig von den anliegenden Gittervorspannungen.
Aber beim Auftreten eines positiven Impulses an dem Widerstand 8 a und seiner
gleichzeitigen Weiterleitung an die Fanggitter der beiden Pentoden wird die Pentode mit o-Volt-Steuergittervorspannung
infolge der Verminderung der negativen Fanggittervorspannung leitend gemacht. Wenn angenommen wird, daß das Steuergitter
der Pentode 3 aF keine Vorspannung besitzt.
wird diese Pentode als einzige durch das positive Pulsieren ihrer Fanggitter leitend gemacht. Es
fließt somit durch die Pentode 3 aF und durch ihren Belastungswiderstand 13 a ein Strom, wodurch ein
negativer Impuls an ihrer Anode erzeugt wird. Dieser negative Impuls wird durch die Leitung
2 au> und über den Kondensator 59 α zu dem Punkt 67 α der Stufe C 2 geleitet. Wie vorher erklärt
wurde, bewirkt ein an dem Punkt 67 α der Kippschaltung angelegter Impuls ein Kippen vom
»Aus«- in den »Ein«-Zustand. So gelangt die Stufe C 2 jetzt in ihren »Ein«-Zustand.
In der vorher beschriebenen Weise, wurde durch die gemeinsame Steuerung der die Richtung bestimmenden,
im »Ein«-Zustand befindlichen Schaltung FR und der im »Ein«-Zustand befindlichen
Schaltstufe C 3 die Stufe C 2, die der Stufe C 3 in der Vorwärtsrichtung folgt, auf »Ein« umgeschaltet.
Dieser Schaltvorgang wurde durch einen Impuls eingeleitet, der über die Anoden-Kathoden-Strecke
der Pentode 95 a (C 3) lief und durch einen erzeugten Impuls vollendet wird, der durch den
Schaltungsteil für das Vorwärtsschalten der voneinander abhängigen, zwischen C 3 und C 2 liegenden
Vorrichtungen lief.
Wenn C 2 sich im »Ein«-Zustand befindet, ist deren Pentode 95 α vorbereitet, negative Impulse in
ihrem Anodenkreis infolge des positiven Pulsierens ihrer Fanggitter zu erzeugen. Der erste positive
Tmpuls, der über die Leitung 97 zum Fanggitter von 95 α geleitet wird, nachdem C2 sich im »Ein«-
Zustand befindet, bewerkstelligt das Umschalten der nächsten Stufe Ci in den »Ein«-Zustand. Im
einzelnen ausgeführt erzeugt 95 a (C 2) auf den positiven Impuls hin, der an ihrem Fanggitter angelegt wird, in ihrem Anodenkreis einen negativen
Impuls, der zum Widerstand 5 a des Netzwerkes weitergeleitet wird, das dem linken Zweig von C 2
zugeordnet ist. Die Röhre 2 α verwandelt den negativen Impuls in einen positiven, welcher gleichzeitig
an das Fanggitter von 2aF und 2aR gelegt
wird. Da das Steuergitter der Röhre 2aF nicht vorgespannt ist, während das Steuergitter der Röhre
2aR bis zum unteren Knick der Kennlinie vorgespannt ist, verwandelt nur die Röhre 2aF den positiven
Impuls in einen negativen. Dieser negative Impuls wird über die Leitung 1 aw und den Kondensator
59« zum Punkt 67 α der Stufe Ci geleitet
und schaltet diese auf »Ein«. Auf diese Art wird durch die vereinte Steuerung der im »Ein«-Zustand
befindlichen Schaltung FR und der ebenfalls im »Ein«-Zustand befindlichen Stufe C2 die Stufe Ci,
welche C 2 in der Vorwärtsrichtung folgt, auf »Ein« geschaltet. Sobald Stufe C 1 kippt, steuert
sie die Stufe C3 in den »Aus«-Zustand um. Der erste positive Impuls an dem Fanggitter von 95 a
(Ci), nachdem Ci auf »Ein« geschaltet ist, bewirkt
die Umschaltung von C3 auf »Aus«. Wenn ■ C ι sich im »Ein«-Zustand befindet, wird ihre Pentode
95 α durch die o-Volt-Gittervorspannung vorbereitet, den positiven Impuls an ihrem Fanggitter
in einen negativen in ihrem Anadenkreis zu verwandeln. Dieser negative Impuls wird dem Widerstand
5 α im Netzwerk zugeleitet, das dem linken Zweig" von Ci zugeordnet ist. Die Röhre ία in diesem Netzwerk verwandelt den negativen Impuls,
den sie vom Widerstand 5 α erhält, in einen positiven, welcher dem Fanggitter von 1 aF und 1 aR
aufgedrückt wird. Da das Steuergitter von laF
nicht vorgespannt ist, verwandelt die Röhre den von ihrem Fanggitter empfangenen positiven Impuls
in einen negativen in ihrem Anodenkreis. Dieser negative Impuls wird über die Leitung 3 bw
und den Kondensator 59 b zum Punkt 6yb der
Stufe C3 übertragen und schaltet diese auf »Aus«.
Auf diese beschriebene Art wird durch die gemeinsame Steuerung der im »Ein«-Zustand befindliehen
KippschaltungFR und der im »Ein«-Zustand befindlichen Stufe C 1 ein Schaltimpuls zum Umschalten
der C3-Stufe in die »Aus«-Stellung erzeugt. Mit anderen Worten, Ci, die die letzte
Stufe in der Vorwärtsreihenfolge ist, steuert C 3, die die erste Stufe in der Vorwärtsfolge ist, derart,
daß nach Umschaltung der letzten Stufe in die »Ein«-Stellung die erste Stufe in die »Aus«-
Stellung geschaltet wird.
Wenn nun C3 sich im »Aus«-Zustand befindet, ist das Steuergitter ihrer Pentode 95 b nicht vorgespannt,
und ihre Pentode 95 b verwandelt den positiven, über die Leitung 97 vom Fanggitter zugeleiteten
Impuls in einen negativen. Ein solcher negativer Impuls wird dem Widerstand 5 b zügeleitet,
der in dem dem rechten Zweig von C 3 zugeordneten Netzwerk vorgesehen ist. Die Röhre 3 b
dieses Netzwerkes kehrt den negativen Impuls in einen positiven um, welcher über den Kondensator
9 b und einen Teil des Widerstandes 8 b den Fanggittern der Pentoden 3 bF und 3 bR zugeführt
wird. Da nur das Steuergitter der Röhre 3 bF nicht vorgespannt ist, kann nur diese Röhre den positiven,
an ihrem Fanggitter auftretenden Impuls in einen negativen verwandeln. Dieser negative Impuls
wird über die Leitung 2 bw und den Kondensator 59 b dem Punkt 67 b von C 2 zugeleitet und
kippt diese Stufe in die »Aus«-Stellung.
In der oben beschriebenen Weise löst der über die Leitung 97 von C 3 erhaltene erste Impuls nach
Umschalten von C 3 in die »Aus«-Stellung eine Reihe von Schaltvorgängen zum Umschalten von
C2 in die »Aus«-Stellung aus. Wenn sich C2 im »Aus«-Zustand befindet, kann ihre Röhre 95 & die
positiven Impulse von der Leitung 97 in negative umkehren. Ein solcher negativer Impuls wird dem
Widerstand 5 b zugeleitet, der dem rechten Zweig von C 2 zugeordnet ist. Die Röhre 2 b in diesem
Netzwerk verwandelt den negativen Impuls in einen positiven, welcher gleichzeitig den Fanggittern
von 2bF und 2bR zugeführt wird. Jedoch
nur die Röhre 2 bF kann, da ihr Steuergitter nicht vorgespannt ist, den positiven Impuls an ihrem
Fanggitter in einen negativen umkehren. Dieser negative Impuls wird über die Leitung 1 bw und
den Kondensator 59 b zum Punkt 67 b von C1 geschickt,
wodurch die Stufe Ci in die »Aus«- Stellung geschaltet wird.
In der vorher beschriebenen Weise löst der über die Leitung 97 der Stufe C 2 erhaltene erste positive
Impuls, nachdem C2 in den »Aus«-Zustand gekippt ist, mehrere Schaltvorgänge aus, um C1 in
den »Aus «-Zustand zu bringen.
Wenn Ci sich im »Ein«-Zustand befindet, verwandelt deren Röhre 95 b einen positiven Impuls
von der Leitung 97 in einen negativen, der zum Widerstand 5 b des Netzwerkes geleitet wird, das
dem rechten Zweig von Ci zugeordnet ist. Die Röhre 1 b dieses Netzes kehrt den negativen Impuls
in einen positiven um. Dieser positive Impuls wird an die Fanggitter von 1 bF und 1 bR gelegt.
Wenn das Steuergitter von ι bF nicht vorgespannt
ist, verwandelt ι bF den positiven Impuls an ihrem Fanggitter in einen negativen. Der negative Impuls
wird über die Leitung 3 aw und den Kondensator
59 a zum Punkt 67 α der Stufe C 3 gesendet und schaltet diese wieder in die »Eins-Stellung. Ein
neuer Umlauf beginnt.
In der beschriebenen Weise ruft die letzte Stufe C 3 in der Vorwärtsrichtung, nachdem sie
sich im »Aus «-Zustand befindet, das Kippen der ersten Stufe C1 in die »Ein«-Stellung in der Vorwärtsfolge hervor.
Das Arbeiten des Umschalters kann zeitweilig unterbrochen werden, indem man den Schalter 103
i:5 von der gezeigten Stellung in die andere Schaltstellung
bringt, in welcher er die Leitung 97 mit der Leitung 56 verbindet. In dieser Stellung des
Schalters liegt die Leitung 97 an einer negativen Spannung gegenüber den Kathoden der Pentoden
95 α und 95 b der Umschalterstufen. Die Fanggitter
dieser Pentoden erhalten keine positiven Impulse, da die Leitung 97 keine Impulse erhält, und die
Umschalterstufen bleiben daher in dem Zustand, welchen sie innehatten, als die Leitung 97 mit der
Leitung 55 verbunden war. Nach Zurückschalten des Schalters 103 in die dargestellte Stellung
nimmt der Umschalter seine Tätigkeit von der Schaltphase aus wieder auf, in der er sich vor dem
Betätigen des Schalters 103 befunden hatte.
Die Vorwärtsschaltfolge des Umschalters wird nunmehr an Hand der Fig. 2 und 1 nochmals kurz
zusammenfassend erläutert. Fig. 2 zeigt in den Reihen 2, 3 und 4 graphisch das Potential, das an
den Punkten 66 α und 66. & der Umschalterstufen
während des Umschaltbetriebes jeweils herrscht. Fig. 2, Reihe 5, zeigt das Potential an den Punkten
67 a und 67 & der die Richtung steuernden Kippschaltung FR. Es wird angenommen, daß alle
Stufen anfänglich sich in der »Aus «-Stellung befinden und daß Pi? im »Ein«-Zustand ist, in dem
ihr Schaltpunkt 67 b ein höheres Potential als ihr Schaltpunkt 67 α aufweist. Wenn sich Fi? im
»Ein«-Zustand befindet, ist sie für den Vorwärtsbetrieb dadurch geeignet, daß sie die Steuergitter
aller F-Pentoden der voneinander abhängigen Kreise auf ο Volt Vorspannung einstellt. Bei
Arbeitsbeginn wird der Schalter 103 in die in Fig-1
dargestellte Stellung gebracht. Positive Impulse der in Fig. 2, Reihe 1, dargestellten Art treten nun
auf der Leitung 97 auf.
Alle Stufen befinden sich anfangs im »Aus«- Zustand; die Pentoden 95 b sind bereits auf die Impulse
von der Leitung 97 anzusprechen. Wie aus der vorhergehenden Erklärung folgt, suchen die
von der Pentode 95 fr von C 3 gesandten Impulse C 2, in den »Aus «-Zustand zu schalten, und die von
95 & (C 2) erzeugten Impulse suchen Ci in den
»Aus«-Zustand zu bringen. Da sich anfangs C2 und Ci im »Aus «-Zustand befinden, werden sie zu
dieser Zeit nicht beeinflußt. Jedoch 95 fr (C 3) spricht auf den ersten Impuls auf Leitung 97 an,
nachdem der Schalter 103 in die gezeigte Stellung gebracht wurde, um das Kippen von C 3 in die
»Ein«-Stellung zu bewirken. Der rechte Zweig der letzten Stufe C1 in der Vorwärtsfolge wird, wenn
er einen geringen Widerstand besitzt, über Kopplungsschaltungen den rechten Zweig der ersten
Stufe, C 3, in der Vorwärtsfolge auf einen hohen Scheinwiderstand und den linken Zweig von C 3
auf einen niedrigen Scheinwiderstand umschalten. Der linke Zweig von C 3 spricht, wenn er einen tiefen
Scheinwiderstandzustand aufweist, auf den nächsten Impuls von idier Leitung 97 an und bewirkt das
Umschalten des linken Zweiges von C 2 auf einen niedrigen Scheinwiderstandswert und das Umschalten
des rechten Zweiges auf hohen Scheinwiderstandswert. C 2 befindet sich im »Ein«-
Zustand. Ihr linker Zweig spricht auf den folgenden Impuls von der Leitung 97 an und bewirkt, daß
der linke Zweig von C1 auf niedrigen Scheinwiderstand
und der rechte Zweig auf hohen Scheinwiderstand umgeschaltet werden, d. h. C 1 befindet
sich dann im »Ein«-Zustand. Eine halbe Arbeitsperiode des Umschalters ist beendet, während welcher
Zeit die Stufen C 3, C 2 und Ci aufeinanderfolgend in die »Ein«-Stellung geschaltet wurden.
Während der halben Periode werden so die linken Zweige der Stufen nacheinander auf niedrige
Scheinwiderstandswerte und die rechten Zweige auf hohe Scheinwiderstandswerte umgeschaltet.
Der linke Zweig einer jeden Stufe (außer der letzten) hat, sobald er auf niedrigen Scheinwiderstand
umgeschaltet ist, den linken Zweig der nächsten Stufe in der Vorwärtsfolge derart gesteuert,
daß dieser Zweig einen niedrigen Sehöinwiderstand erhält, und den rechten Zweig derart, daß
dieser gleichzeitig einen hohen Scheinwiderstand erhält. Was nun die letzte Stufe in der Vorwärtsfolge
betrifft, so hat der ursprünglich auf niedrigen Scheinwiderstand befindliche rechte Zweig
den linken Zweig der ersten Stufe derart geregelt, daß er einen niedrigen Scheinwiderstand aufweist.
Nach Ablauf der halben Arbeitsperiode befinden sich alle Stufen C 3, C 2 und Ci in dem »Ein«-
Zustand, wie bereits vorher ausgeführt wurde.
Sobald alle Stufen sich im »Ein«-Zustand befinden, sind ihre linken Zweige vorbereitet, Impulse
zu erzeugen. Ein solcher von dem linken Zweig von C 3 erzeugter Impuls bezweckt, nur den »Ein«-
Zustand von C 2 zu sichern, und der von C 2 erzeugte Impuls sichert nur den »Ein«-Zustand
von Ci. Ein in dem linken Zweig von Ci erzeugter
Impuls bewirkt beim Ansprechen auf einen Impuls von der Leitung 97 über die zugehörigen
Kopplungsglieder ein Umschalten der Stufe C 3 in den »Aus «-Zustand, wie schon vorher erwähnt
wurde. Der linke Zweig von C1 bewirkt bei niedrigem Scheinwiderstand das Umschalten des rechten
Zweiges von C 3 auf den niedrigen Scheinwiderstandswert. Der rechte Zweig von C 3 spricht
dann auf den nachfolgenden Impuls der Leitung 97 an und schaltet den rechten Zweig von C 2 auf den
niedrigen Scheinwiderstandswert um, d.h. C2 wird in die »Aus «-Stellung geschaltet. Bei Ansprechen
auf den folgenden Impuls von Leitung 97 steuert der rechte Zweig von C 2 den rechten Zweig
von Ci auf den niedrigen Scheinwiderstand um.
d.h. Ci kippt in den »Aus«-Zustand. Hierdurch ist die zweite Hälfte der Arbeitsperiode vollendet;
während dieser zweiten Hälfte sind die Stufen C3,
C 2 und Ci nacheinander in den »Aus «-Zustand
gelangt. Der rechte Zweig einer jeden Stufe (außer der letzten) steuert, wenn er einen tiefen Scheinwiderstandswert
aufweist, das Umschalten des rechten Zweiges der ihr in der Vorwärtsrichtung
ίο folgenden Stufe auf einen niedrigen Scheinwiderstandswert.
Der linke Zweig in der letzten Stufe C ι hat bei geringem Scheinwiderstandswert das
Umschalten des rechten Zweiges der ersten Stufe C 3 auf niedrigen Scheinwiderstand gesteuert.
XJm ein Rückwärtsschalten der Stufen zu erreichen, wird die Kippschaltung FR in den »Aus«-
Zustand geschaltet. Ihr Schaltpunkt nimmt ein höheres Potential an, während das Potential ihres
Schaltpunktes 67 & fällt (vgl. Fig. 2, Reihe 5).
Infolgedessen werden die ^-Pentoden in den voneinander
abhängigen Netzwerken vorbereitet, Impulse zu erzeugen, während die i*-Pentoden hierzu
nicht in der Lage sind. Es sei nun angenommen, daß FR in den »Aus «-Zustand zu der Zeit, die in
Fig. 2 mit einer strichpunktierten Linie angedeutet ist, versetzt wird. Zu dieser Zeit sind nach Fig. 2
die Stufen C 3 und C 2 im »Ein«-Zustand, und die Stufe C ι ist im »Aus «-Zustand.
Wenn Ci sich im »Aus«-Zustand befindet, kehrt
ihre Pentode 95 b in dem rechten Zweig einen positiven Impuls von der Leitung 97 in einen negativen
um. Der negative Impuls wird dem Widerstand 5 b des zugehörigen Netzwerkes zugeführt. Die
Röhre 1 b dieses Netzwerkes verwandelt den negativen Impuls in einen positiven, der den Fanggittern
-i bF und 1 bR zugeleitet wird. Nur 1 bR
spricht an und erzeugt einen negativen Impuls, der über die Leitung 2 bw und den Kondensator 59 b
zum Schaltpunkt 67 & von C 2 gesendet wird, wodurch C 2 in den »Aus «-Zustand umgeschaltet
wird.
Wenn C 2 sich im »Aus «-Zustand befindet, spricht ihre Pentode 95 b in dem rechten Zweig auf
einen Impuls von der Leitung 97 an und sendet einen negativen Impuls zum Widerstand 5 b des zugehörigen
Netzwerkes. Die Röhre 2 b in diesem Netzwerk verwandelt den negativen Impuls in
einen positiven, der den Fanggittern von 2 bF und
2 bR zugeführt wird. Nur 2 bR spricht an und erzeugt
einen negativen Impuls, der über die Leitung
3 bw und den Kondensator 59 b zum Schaltpunkt 67 b der Stufe C 3 geleitet wird, wodurch diese
Stufe in den »Aus «-Zustand kippt.
Wenn C3 sich im »Aus«-Zustand befindet, verwandelt
ihre in dem rechten Zweig liegende Pentode 95 b den positiven Impuls von der Leitung 97 in
einen negativen. Dieser Impuls wird dem Widerstand 5 & in dem dazu gehörenden Netzwerk zugeführt.
Die Röhre 3 b in diesem Netzwerk kehrt den negativen Impuls in einen positiven um, der
den Fanggittern von 3 bF und 3 bR zugeleitet wird. Nur 3 bR spricht an und erzeugt einen negativen
Impuls, der über die Leitung 1 aw und einen Kondensator
59 ο zu dem Schaltpunkt 67 α von C1 gelangt,
wodurch C1 in den »Ein«-Zustand gekippt wird.
Es ist daraus zu ersehen, daß jede Stufe (außer der letzten) in der Rückwärtsfolge, wenn sie sich
im »Aus «-Zustand befindet, die in dieser Folge nachfolgende Stufe in den »Aus«-Zustand gesteuert
hat; die letzte Stufe C 3 in der Rückwärtsfolge jedoch, wenn sie sich im »Aus «-Zustand befindet, hat
die erste Stufe Ci in dieser Folge in den »Ein«- Zustand gesteuert.
Wenn Ci in den »Ein«-Zustand geschaltet wird, erzeugt ihre Pentode 95 α in dem linken Zweig
einen negativen Impuls beim Auftreten eines positiven Impulses auf der Leitung 97. Der negative
Impuls wird zum Widerstand 5 a des zugehörigen Kopplungsnetzwerkes geleitet. Die Röhre 1 a verwandelt
den negativen Impuls in einen positiven, der zu den Fanggittern von 1 aF und 1 aR gesendet
wird. Nur 1 aR spricht an und erzeugt einen negativen Impuls, der über die Leitung 2 aw und den
Kondensator 59 a zum Schaltpunkt 670 von C 2 geleitet
wird, wodurch C 2 in den »Ein«-Zustand umgeschaltet wird.
Wenn C 2 in dien »Ein«-Zustand geschaltet wird, erzeugt ihre Pentode 95 α einen negativen Impuls
infolge des Auftretens eines positiven auf der Lei- go
tung 97. Dieser negative Impuls wird zu dem Widerstand 5 a des zugehörigen Netzwerkes geleitet.
Die Röhre 2 α kehrt den negativen Impuls in einen positiven an den Fanggittern von 2aF und
2 aR um. Nur 2 aR spricht an und liefert einen negativen Impuls, der über die Leitung 3 aw und
den Kondensator 59 a dem Schaltpunkt 670 von C 3 zugeführt wird und C 3 auf »Ein« schaltet.
Sobald C3 auf »Ein« geschaltet wird, führt ihre Pentode 95 α infolge eines positiven Impulses von
der Leitung 97 einen negativen Impuls zum Widerstand 5 σ des Netzwerkes, das die Röhre 3 α enthält.
Die Röhre 3 a verwandelt den positiven Impuls, und der sich ergebende negative Impuls wird zu
den F'anggittern von 3 aF und 3 aR gesendet. Nur
2,aR spricht an und erzeugt einen negativen Impuls,
der über die. Leitung 1 bw und den Kondensator
59 b zum Schaltpunkt 6j b von C1 geleitet
wird und C1 in den »Aus«-Zustand versetzt.
Es wurde gezeigt, daß jede Stufe (außer der letzten) in der Rückwärtsfolge, wenn sie in den »Ein«-
Zustand kippt, die, nachfolgende Stufe in dieser Folge in den »Ein«-Zustand umschaltet; die letzte
Stufe C 3 in der Rückwärtsfolge jedoch hat, wenn sie in den »Ein«-Zustand gebracht wird, die erste 1x5
Stufe C ι in der Folge in den »Aus«-Zustand gesteuert.
Das Fortschreiten der »Aus«- und »Ein«- Zustände in den Stufen Ci, C2 und C3 in der
Rückwärtsfolge ist in Fig. 2 dargestellt. Die Steue- iao rung der Zweige einer Stufe über die Zweige der
nächsten Stufe ist bei der Vorwärtsfolge erklärt, aber es versteht sich, daß die erste Stufe in der
Rückwärtsfolge die letzte in der Vorwärtsfolge und die erste in der Vorwärtsfolge die letzte in der
Rückwärtsfolge ist. Demnach ist die Stufe, die der
einen in der Vorwärtsfolge folgt, jene, die dieser Stufe in der Rückwärtsfolge vorangeht.
Während die grundlegenden neuen Merkmale der Erfindung an Hand eines Beispiels dargestellt
und beschrieben sind, ist es klar, daß verschiedene Schaltelemente fortgelassen, ersetzt oder abgeändert
werden können, ohne den Rahmen der Erfindung zu überschreiten.
Claims (10)
1. Aus Elektronenröhren aufgebaute Kippschaltung,
die zwei stabile Zustände einnehmen kann und deren Kippkreise zwei Kippröhren aufweisen, die rückwirkend miteinander gekoppelt
sind, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens eine der beiden Kippröhren eine Röhre mit zwei Entladungskreisen ist, von
denen der eine Kreis mit einer Elektrode der anderen Kippröhre gekoppelt ist und Impulse
über den anderen Entladungskreis nur während des einen stabilen Zustandes der Kippschaltung
übertragen werden.
2. Kippschaltung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß in jedem eine Röhre mit
zwei Entladungsstrecken enthaltenden Kippkreis der eine Entladungskreis mit dem Steuergitter
der anderen Röhre zur Erzielung der rückwirkenden Kopplung verbunden ist und daß der andere Entladungskreis wahlweise je
nachdem, ob sich die Kippschaltung in dem »Ein«- oder »Aus«-Zustand befindet, als Impulsweg
dient.
3. Kippschaltung nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Kippschaltung
zwei über Kreuz gekoppelte Pentoden enthält, deren Fanggitter an einer positive Impulse
liefernden Spannungsquelle liegen und von denen nur die Pentode in ihrem Anodenkreis
Impulse erzeugt, deren Steuergitter nicht vorgespannt ist.
4. Kippschaltung nach den Ansprüchen 1
bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Scheinwiderstände der beiden Kippkreise die Schirm
gitter-Kathoden-Strecken ihrer Pentoden einschließen und daß die an dieser Strecke der
einen Pentode auftretenden Spannungsänderungen auf das Steuergitter der anderen Pentode rückwirkend übertragen werden. \
5. Kippschaltung nach den Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Kippschaltung
durch Anlegen eines negativen Impulses an das Steuergitter der zur Zeit ohne
Steuergittervorspannung betriebenen Pentode oder durch Anlegen eines positiven Impulses an
das zu dieser Zeit bis zum unteren Knick der Kennlinie vorgespannte Steuergitter der
anderen Pentode der Kippschaltung kippt.
6. Kippschaltung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß die Fanggitter der Pentoden negativ vorgespannt sind bzw. Kathodenpotentiale aufweisen
und die den Fanggittern aufgedrückten positiven bzw. negativen Impulse mit entgegengesetzter
Polarität von den Anoden abgenommen werden.
7. Kippschaltung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß mehrere derartige Kippschaltungen
aufeinanderfolgen und zwischen diesen Kippschaltungen Kopplungskreise vorgesehen
sind, die auf Impulse ansprechen, die wahlweise durch jede Kippschaltung laufen,
und Impulse an die nachfolgende Stufe zum Umschalten des Kippzustandes dieser Stufe
leiten.
8. Kippschaltung nach Anspruch 7, dadurch
gekennzeichnet, daß zwei Sätze von Kopplungskreisen wahlweise wirksam sind und die
durch jede Stufe gelaufenen Impulse einer in Vorwärtsrichtung folgenden Stufe oder einer
in Rückwärtsrichtung folgenden Stufe zugeführt werden.
9. Kippschaltung nach den Ansprüchen 7 und 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Fang
gitter der Pentoden während des Umschalten* der Kippschaltungsstufen zugeführten positiven
Impulse durch Betätigung eines Schalters abgeschaltet werden und daß das weitere
Umschalten der Kippschaltungsstufen nach Wiederanlegen der positiven Impulse an die
Pentoden wieder von der Schaltphase aufgenommen wird, in der sich die Schaltung vor
Betätigung des Schalters befunden hat.
10. Kippschaltung nach den Ansprüchen 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Umschaltrichtung
der Kippschaltungen durch eine zusätzliche Kippschaltung gesteuert wird.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
5831 3,54
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-
1950
- 1950-09-26 DE DEI2134A patent/DE906705C/de not_active Expired
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1143858B (de) * | 1958-11-14 | 1963-02-21 | Westinghouse Brake & Signal | Vielstufige elektronische Zaehlkette |
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| US2517986A (en) | 1950-08-08 |
| GB632212A (en) | 1949-11-17 |
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