DE905670C - Verfahren und Vorrichtung zum Herstellen von Formkoerpern aus Kautschuk oder Kunststoffen mit geschlossenen, gasgefuellten Zellen unter Anwendung von Hitze und hochgespanntem Gas - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zum Herstellen von Formkoerpern aus Kautschuk oder Kunststoffen mit geschlossenen, gasgefuellten Zellen unter Anwendung von Hitze und hochgespanntem GasInfo
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Description
- Verfahren und Vorrichtung zum Herstellen von Formkörpern aus Kautschuk oder Kunststoffen mit geschlossenen, gasgefüllten Zellen unter Anwendung von Hitze und hochgespanntem Gas Bei der Herstellung von Formkörpern aus Kautschuk mit geschlossenen gasgefüllten Zellen unter anwendung von Hitze und hochgespanntem Gas bestand bisher eine Schwierigkeit darin, die mit Gas angereicherte Masse völlig auszudehnen und vom Gasdruck zu befreien. Bisher ist man dabei so verfahren, daß man die in Formen eingeschlossene Kautschukmasse nach der Gasvulkanisation entweder in dem Druckgefäß selbst abkühlte oder aber im vulkanisationsheißen Zustand aus dem Druckgefäß entfernte und die Abkühlung in einer besonderen Kaltkammer vornahm, um die Füllung unverletzt entnehmen zu können, da die mit Gas angereicherte Kautschukmischung bei niederen Temperaturen nur eine geringe Ausdehnung zuläßt, Anschließend an den Kühlvorgang wurde dann die völlige Ausdehnung und die Fertigvulkanisation der Mischung vorgenommen. Dieses Verfahren. ilut umständlich und zeitraubend und daher unwirtschaftlich.
- Um die Herstellung von Formkörpern aus Kantschuk und Kunststoffen mit geschlossenen, gas- gefüllten Zellen wirtschaftlicher zu gestalten und gleichzeitig eine Verbesserung der Zelllstruktur herbeizuführen, wird gemäß der Erfindung die in dem Druckgefäß innerhalb einer mehrteiligen Form mit Gas angereicherte Kautschuk- oder Kunststoffmasse außerhalb des Druckgefäßes in heißem Zustand allseitig ausgedehnt, wobei das Öffnen der Form durch den Innendruck der Formfüllung bewirkt wird. Das geschieht nach der Erinidlung zweckmäßig in der Weise, daß zunächst die Formendeckel vom Innendruck der Füllung entlastet werden, worauf die Deckel entsichert werden und deren Entlastung vom Inenndruck plötzlich wieder aufgehoben wird.
- In der Zeichnung ist als Ausführungsbeispiel eine Vorrichtung (Form) zur Durchführung des Verfahrens nach der Erfindung in Abb. I in Aufsicht und in Abb. 2 um 90° gedreht, teilweise im Längsschnitt nach Abnahme einer Metallschelae dargestellt. Abb. 3 zeigt im vergrößerten Maßstab einen Querschnitt nach Linie A-A der Abb. I.
- Die zum Verschäumen vorbereitete Masse, z. B. eine Kautschukmischung, wird in Form von Strängen a nach dem üblichen Einwickeln derselben, z. B. in Wellpappe b, in ein spiralartig zu einem Hohlzylinder gerol ltes federndes Stahlblech c, wie ebenfalls an sich bekannt, eingehüllt. Um diesen Hohlzylinder c wird dann die gleiche Kautschukmischung in Form von Platten d vorzugsweise in mehreren Schichten unter Zwischenfügen von Wellpappe b gelegt und das Ganze wieder von einem aus ein oder zwei spiralartig aufgewickelten federnden Stahlblechen e gebildeten Hohlzylinder umschlossen. Der Hohlzylinder wird hierauf an den Enden durch übergeschobene Deckel f verschlossen und dadurch gleichzeitig gegen Aufspringen gesichert. Um ein Ausbeulen des federnden Hohlzylinders zu verhindern, wird dieser zweckmäßig in der Mitte oder auch an mehreren Stellen, noch mit einem Stahlband g umgeben, das an einem Ende eine Öse h besitzt, die in Schluß lage des Stah!-bandes durch einen Schlitz i desselben greift und in dieser Lage durch einen Riegel k gesichert wird. dessen eines Ende oberhalb des Stahlblandes durch die Öffnung der Öse h gesteckt ist, während das andere Ende mit einem der Seitendeckel f lösbar in Verbindung steht. Durch umgelegte Metallschalen m und m', die die Seitendeckel f teilweise umgreifen und durch Ringe n zusammengehalten werden, sind die Formdeckel gegen axiale Verschiebung und dadurch gegen Lösen von dem Hohlzylinder gesichert.
- Die so gefüllte und geschlossene Form wird nunmehr in das Druckgefäß gebracht und darin mitsamt der füllung eine entsprechende Zeitlang und unter Anwendung einer bestimmten Temperatur einem hochgespannten Gas, z. B. Stickstoff, ausgesetzt. Nach Beendigung dieses Arbeitsganges wird nach dem Ablassen des Gases dlie Form bei voller Arbelitstemperatur aus dem Druckgefäß herausgenommen und ohne jede besondere Abkühlung in eine Spannvorrichtung gebracht, in der mit Hilfc der beiden Stempel o (Abb. 2) die Seitendeckel f gegeneinandergedrückt und somit vom Innendruck der Form entlastet werden. Hierauf werden die Seitendeckel f und die Metallschalen m und m' entfernt. Die nunmehr entsicherten Seitendeckel werden durch schlagartiges Auseinanderziehen der Stempel o plötzlich vom Innendruck der Formfüllung entlastet und dadurch die Deckel in axialer Richtung von dem federnden Hohlzylinder c geschleudert, wobei gleichzeitig der Riegel k aus der Öse h des Stahlbandes g gezogen wird. Dadurch werden mit einem Schlage die spiralartig aufgerollten federnden Bleche e freigegeben und durch den Innendruck der Formfüllung aufgetrieben, wodurch diese explosionsartig aus dem Hohlzylinder austritt.
- Auf diese Weise wiird erreicht, daß die Form füllung gleichzeitig bei der Entfernung aus der Form sich allseitig völlig ausdehnen kann, ohne dabei Beschädigungen zu erleiden.
- Selbstverständlich kann die Formfüllung auch anders, als in dem Ausführungsbeispiel (Abb. 3) dargestellt, in der Form untergebracht werden.
- Wenn z. B. nur Massen in Plattenform verschäumt werden sollen, wird an Steile des inneren federnden Hohlzylinders b ein starres Rohr in dem äußeren federnden Hohlzylinder e eingesetzt. Auch kann die Sicherung der Formdeckel und des den federnden Außenzylinder umschließenden Stahlbandes in Schlußlage anders als dargestellt erfolgen.
Claims (6)
- PATENTANSPRÜCHE: 1. Verfahren zum Herstellen von Formkörpern aus Kautschuk oder Kunststoff mit geschlossenen, gasgefüllten Zellen durch Vorvulkanisation der in Formen eingeschlossenen Rohlinge in einem beheizten Druckgefäß in Gegenwart von hochgespanntem Gas, anschließender Ausdehnung und Fertigvulkanisation des Vorproduktes, dadurch gekennzeichnet, daß das Vorprodu3<t außerhalb des Druckgefäßes im heißen Zustand ausgedehnt wird, indem das Offnen der Form zur plötzlichen Freigalte des heißen Vorproduktes allseitig gleichzeitig durch den Innendruck der Formfüllung bewirkt wird.
- 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Öffnen der Form durch -Entlastung der Seitendeckel (f) vom Innendruck der Füllung eingeleitet wird, worauf die Deckel entsichert werden und deren Entlastung vom Innendruck plötzlich wieder aufgehoben wird.
- 3. Vorrichtung zur lAusübung des Verfahrens nach Anspruch I und 2, unter Anwendung einer Form, die aus einem durch spiralig aufgewickelte, federnde Stahlbleche gebildeten Hohlzylinder besteht, dadurch gekennzeichnet, daß Seitendeckel (/) und ein ein- oder mehrfach in ,der Mitte umgelegtes Stahlband (g) den Hohlzylinder in Schlußlage halten, wobei das federnde Stahlband gegen Aufspringen durch eine von einem der Seitendeckel aus bei axialer Verschiebung desselben sich selbsttätig lösende Sperrvorrichtung (h, i, k) gesichert ist.
- 4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Seitendeckel (f) der Form gegen axiale Verschiebung durch zwei- die Form mitsamt den Deckeln umschließende Metallschalen (m, m') gesichert sind, die an den die Deckel umgreifenden'Enden durch leicht lösbare Ringe (n) zusammengehalten sind.
- 5. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß in dem federnden Hohlzylinder (e) der Form ein zweiter, aus spiralig aufgewickelten Stahlblechen bestehender Hohlzylinder (b) zur Bildung von zwei getrennten konzentrischen Einfüllräumen für die Kautschuk- oder Kunststoffmasse (a, d) angeordnet ist.
- 6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gegekennzeichnet, daß an Stelle indes inneren Hohlzylinders (b) ein starres Rohr in dem Hohlzylinder (e) angeordnet ist.Angezogene Druckschri,ften: Deutsche Patentschrift Nr. 594 436; »Gummi-Zeitung«, 50. Jahrg., S. 252, 255; »Gelatine, Leim, Klebstoffe«, 1935, 5. 94 ff.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEV1589D DE905670C (de) | 1942-07-08 | 1942-07-08 | Verfahren und Vorrichtung zum Herstellen von Formkoerpern aus Kautschuk oder Kunststoffen mit geschlossenen, gasgefuellten Zellen unter Anwendung von Hitze und hochgespanntem Gas |
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|---|---|
| DE905670C true DE905670C (de) | 1954-03-04 |
Family
ID=7569684
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| DEV1589D Expired DE905670C (de) | 1942-07-08 | 1942-07-08 | Verfahren und Vorrichtung zum Herstellen von Formkoerpern aus Kautschuk oder Kunststoffen mit geschlossenen, gasgefuellten Zellen unter Anwendung von Hitze und hochgespanntem Gas |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE905670C (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1103560B (de) * | 1954-08-04 | 1961-03-30 | Goodrich Co B F | Verfahren zur Herstellung einer vulkanisierten, mit geschlossenen Zellen versehenen kautschukartigen Masse |
Citations (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE594436C (de) * | 1931-07-26 | 1934-03-16 | Belge Du Caoutchouc Mousse Soc | Verfahren und Vorrichtung zum Vulkanisieren von Baendern aus poroesem Kautschuk mit geschlossenen Zellen |
-
1942
- 1942-07-08 DE DEV1589D patent/DE905670C/de not_active Expired
Patent Citations (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE594436C (de) * | 1931-07-26 | 1934-03-16 | Belge Du Caoutchouc Mousse Soc | Verfahren und Vorrichtung zum Vulkanisieren von Baendern aus poroesem Kautschuk mit geschlossenen Zellen |
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| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1103560B (de) * | 1954-08-04 | 1961-03-30 | Goodrich Co B F | Verfahren zur Herstellung einer vulkanisierten, mit geschlossenen Zellen versehenen kautschukartigen Masse |
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