DE899495C - Verfahren und Vorrichtung zur Gegenstromeztraktion - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zur GegenstromeztraktionInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und Vorrichtungen zur Gegenstromextraktion flüssiger Gemische
mit selektiven Lösungsmitteln, insbesondere zur Abtrennung unerwünschter Bestandteile aus Schmierölen.
Eine bekannte Vorrichtung zur Gegenstromextraktion besteht aus einer Kolonne, die mit Füllkörpern
gefüllt ist, um eine innige Durchmischung der an verschiedenen Enden der Kolonne zugeführten Lösungsmittel
und Schmierölgemische zu bewirken. Für eine wirksame Extraktion muß die Füllkörperhöhe der
Kolonne groß sein, so daß es einen großen Vorteil bedeuten würde, wenn es gelänge, die Kolonnenhöhe zu
vermindern, ohne die Wirksamkeit der Extraktion oder den Durchsatz zu verringern. Auf Grund dieser
Überlegungen wurde bereits eine Kolonne vorgeschlagen, mit abwechselnden Misch- und Absetzzonen, in
der Lösungsmittel und Mischung in der Mischzone innig miteinander vermischt und in den Absetzzonen
voneinander getrennt werden. Um eine wirksame Trennung in den Absetzzonen zu erzielen, wurde es
für notwendig gehalten, diese Zonen mit Füllkörpern zu versehen, wodurch zwar die Kolonnenhöhe ohne
Verminderung der Wirksamkeit herabgesetzt, aber nicht mit dem gleichen Durchsatz wie bei den gewöhnlichen
Füllkörperkolonnen gearbeitet werden konnte. Eine wirksame Trennung läßt sich aber nicht erzielen,
wenn lediglich leere Räume zwischen den Mischzonen angeordnet werden.
In der Kolonne gemäß der Erfindung sind abwechselnd Misch- und Absetzzonen vorgesehen, so daß die
Höhe der Kolonne, ohne Herabsetzung der Extraktionswirksamkeit oder des Durchsatzes, vermindert
werden kann, und zwar ohne daß Füllkörper in den Absetzzonen verwendet werden.
Die Vorrichtung gemäß der Erfindung zur Gegenstromextraktion flüssiger Gemische mit selektiven
Lösungsmitteln besteht aus einer senkrechten Kolonne ίο mit abwechselnden Misch- und freien Absetzzonen; es
sind ferner Mittel vorgesehen, um die Mischung von jeder Mischzone zum inneren, mittleren Teil der nächsten
Absetzzone zu leiten und von dort nach außen zu verteilen.
Werden in der Vorrichtung gemäß der Erfindung Gemische von Erdölkohlenwasserstoffen extrahiert,
so liegt das zu extrahierende Öl vorzugsweise als geschlossene und das Extraktionsmittel als disperse
Phase vor, und das Öl wird am Boden der Kolonne und das Extraktionsmittel am Kopf zugeführt. Es
ist jedoch auch durchaus möglich, mit dem Lösungsmittel als geschlossener und dem aufsteigenden Öl als
disperser Phase zu arbeiten.
Werden z. B. Schmieröle extrahiert, so wird die as Kolonne durch Siebe, z. B. aus Drahtgewebe, in
mehrere Zonen aufgeteilt. Die Siebe haben in der Mitte Löcher, durch die eine zentrale, angetriebene
. Welle geht, an der in den Mischzonen Rührer befestigt sind. In den Löchern der Siebe sind ferner senkrechte
Rohre befestigt, die in die freien Räume zwischen den Mischzonen hineinragen und deren freie Enden sich*
in kurzem Abstand gegenüberstehen. In den freien Räumen zwischen den Rohrenden sind konisch geformte
Leitbleche angeordnet, deren Durchmesser wenigstens dem inneren Durchmesser der Rohre entspricht. Die
Kopf- und Bodenzonen der Kolonne sind Absetzzonen. Die Kolonne ist mit Blechen abgeschlossen.
Im Kopfblech ist das Einleitungsrohr für das Lösungsmittel, das Ableitungsrohr für das Raffinat und eine
Durchführung für den Rührer vorgesehen, während durch das Bodenblech das Öleinleitungsrohr und das
Extraktableitungsrohr gehen. Das Lösungsmittel wird der Absetzzone am Kopf der Kolonne oder der Mischzone
am Kopf der Kolonne zugeführt. Die Grenzschicht zwischen den beiden Phasen wird an einem
Punkt unterhalb der Ölzufuhröffnung geregelt.
Gegebenenfalls können mehr als eine Rührwelle in der Kolonne vorgesehen werden, die alle mit Leitblechen
und sie umgebenden Rohren, die in den Sieben sitzen, versehen sind, wie es bereits beschrieben
wurde.
Im Betrieb steigt die Raffinatphase als geschlossene Phase in der Kolonne hoch, während das Lösungsmittel
unter der Schwerkraft in der Kolonne absinkt. Die Lösungsmittelphase tritt in jede Mischzone durch
das obere Sieb ein und wird mit der aufsteigenden Raffinatphase in dieser Mischzone innig vermischt.
Der größte Teil der Lösungsmittelphase verläßt die Mischzone durch das obere Rohr der darunterliegenden
Absetzzone, in der es sich verteilt, nachdem es durch die Leitbleche abgelenkt wurde. Der Hauptteil
des Lösungsmittels trennt sich in der Absetzzone und sammelt sich am Bodensieb dieser Zone, durch
. das es in die darunter befindliche Mischzone gelangt. Der Hauptteil des feinzerteilten Lösungsmittels scheidet
sich bereits in dem Raum rund um das obere Rohr der Absetzzone ab und sammelt sich mit dem Hauptteil
des Lösungsmittels rund um das untere Rohr der Absetzzone. Ein Teil der Lösungsmittelphase jeder
Mischzone steigt jedoch durch das untere Rohr der nächst höheren Absetzzone auf, wird an den Leitblechen
nach außen abgelenkt und sammelt sich mit dem Hauptteil der Lösungsmittelphase rund um das
untere Rohr.
Nachstehend wird an Hand der Zeichnungen eine Laboratoriumskolonne beispielsweise beschrieben.
Fig. ι zeigt eine Kolonne gemäß der Erfindung im
Querschnitt;
Fig. 2 zeigt eine andere Kolonnenausbildung gemäß der Erfindung im Querschnitt;
Fig. 3 ist ein - Querschnitt durch eine Kolonne in perspektivischer Ansicht;
Fig. 4 ist ein Querschnitt durch eine andere Ausführungsform einer Kolonne in perspektivischer Ansicht;
Fig. 5 ist ein vergrößerter Querschnitt eines Kolonnenbodens ;
Fig. 6 ist ein vergrößerter Querschnitt eines Kolonnenkopfes;
Fig. 7 bis 10 veranschaulichen Kolonnen mit mehreren
Rührern;
Fig. 11 veranschaulicht schematisch die Arbeitsweise
einer Kolonne;
Fig. 12 stellt eine Extraktionsanlage mit einer Kolonne gemäß der Erfindung dar.
Die Kolonne 10 (vgl. Fig. 1, 5 und 6) ist in Mischzonen
11 und Absetzzonen 12 durch waagerechte,
ringförmige Siebe 13 unterteilt. In jeder Absetzzone sind Rohre 14 in den Löchern der Siebe 13 befestigt.
Das obere und das untere Rohr jeder Absetzzone haben gleiche Länge. Zwischen ihren freien Enden ist der
freie Raum 15. Eine Rührwelle 16 geht in der Mitte durch die Kolonne und ist mit doppelt konisch geformten
Leitblechen 17 versehen, die in der Mitte zwischen den Enden der Rohre 14 angebracht sind.
In der Mitte der Mischzonen 11 sind an der Rührwelle
16 Rührer 18 angebracht, die Ausnehmungen 19
zur Erhöhung der Rührwirkung haben (vgl. Fig.-3 und 4).
Am Boden der Kolonne wird Öl und am Kopf der Kolonne Lösungsmittel zugeführt. Die Extraktphase
als disperse Phase sammelt sich in der Zone 20 am Boden der Kolonne, und die Raffinatphase als geschlossene
Phase fließt am Kopf der Kolonne ab. Die Zwischenphasen werden durch die Elektrode 21 geregelt.
Das Öl wird durch Rohr 22 der untersten Mischzone 11 und das Lösungsmittel durch das
Rohr 23 dem oberen Rohr der obersten Absetzzone 12 zugeführt. Die Extraktphase verläßt die Kolonne
durch das Rohr 24 am Bodenblech 25 und das Raffinat durch das Rohr 26 am Kopfblech 27. Die Kolonne
ist von einem Wassermantel 28 umgeben, der die Zuleitung 29 und die Ableitung 30 hat.
Die Anordnung gemäß Fig. 2 entspricht der der Fig. i, nur daß die oberen Rohre 14 der Absetzzonen
langer als die unteren sind und dementsprechend auch
die Leitbleche angeordnet werden müssen. Durch diese Anordnung wird ein vergrößerter Absetzraum
für die Raffinatphase auf Kosten des Absetzraumes für die Extraktphase geschaffen. Diese Differenz ist
zweckdienlich.
Eine Art des Zusammenbaues der Einzelteile in der Kolonne ist in Fig. 3 dargestellt. Die Siebringe 13
nehmen in der Mitte die Rohre 14 auf und sind außen an einer halbzylindrischen Metallfolie 31 befestigt,
die sich eng an die Kolonnenwandung anlegt. Da bei dieser Anordnung das Lösungsmittel zwischen Kolonnenwand
und Folie 31 aufsteigen kann, werden gemäß Fig. 4 die Siebringe 13 an sich gegenüberstehenden
Metalldrähten 32 befestigt.
Eine Kolonne mit mehreren. Rührwellen 16 ist schematisch in Fig. 7 dargestellt. Die Rührer 18 der
Mischräume sind in einer Ebene angeordnet. Alle Rührwellen können gemäß Fig. 10 in gleichem Sinne
umlaufen, oder der mittlere Rührer kann, gemäß Fig. 9, in entgegengesetzter Richtung wie die äußeren
Rührer umlaufen, oder die äußeren Rührwellen laufen abwechselnd in entgegengesetzter Richtung um. Die
Anordnung gemäß Fig. 8 wird vorzugsweise angewendet, da durch sie der geringste Auftrieb in der
Absetzzone bewirkt wird, der die Wirkung der Absetzzone beeinträchtigt.
Die Arbeitsweise einer Kolonne gemäß der Erfindung ist schematisch in Fig. 11 dargestellt. Das Öl und das
Lösungsmittel fließen im Gegenstrom und werden in der Mischzone innig miteinander vermischt. Je nach
dem Verhältnis von Öl zu Lösungsmittel, liegt die Dichte der Mischung zwischen dem des Öls und dem
des Lösungsmittels. Durch die sich drehenden, konischen Leitbleche in den Absetzzonen wird auf die
umgebenden Flüssigkeitsteilchen eine Zentrifugalkraft ausgeübt, so daß die Mischphase aus den benachbarten
Mischzonen durch die mittleren Rohre angesaugt und in der Mitte der Absetzzone verteilt
werden, wie es durch die Pfeile in Fig. 11 dargestellt ist. Die Mischphase gelangt nun in Beruhigungszonen,
in denen die Trennung erfolgt. Die leichtere Raffinatphase steigt in den Absetzzonen auf, und die schwerere
Extraktphase sinkt nach unten. Die Dichte des Gemisches im oberen Mittelrohr ist größer als die der
Raffinatphase, die das Rohr umgibt. Die Raffinatphase wird daher nach oben verdrängt, geht durch die
Siebe, die die Mischzonen und Absetzzonen trennen, in die Mischzonen, in denen sie mit einer Extraktphase
in Berührung kommt, die in entsprechender Weise aus der oberen Absetzzone nach unten verdrängt
wurde. Ein Durchgang durch die Mittelrohre ist wegen der umlaufenden, konischen Leitbleche, deren
Durchmesser zweckmäßig etwas größer als die lichte Weite der Mittelrohre ist, nicht möglich.
Das unterscheidende Merkmal der Kolonnen gemäß der Erfindung gegenüber einer Scheibelkolonne besteht
darin, daß die Bewegung jeder in die Mischzone eintretenden Phase und der Mischung der beiden Phasen,
die die Mischzone verlassen, auf verschiedenen Wegen erfolgt. Infolgedessen lassen sich bei den Kolonnen
gemäß der Erfindung größere Durchsätze als bei den Kolonnen mit gefüllten Absetzzonen erzielen. Ein
weiterer Vorteil gegenüber der Scheibelkolonne, die sich nur mit Schwierigkeit zusammenbauen läßt,
besteht darin, daß sich eine Kolonne mit freiem Absetzraum gemäß der Erfindung in großen Längen
herstellen läßt, die leicht auf- bzw. abgebaut werden können.
Die allgemeine Anordnung einer Flüssigkeitsextraktionsanlage mit einer Kolonne gemäß der Erfindung
ist schematisch in Fig. 12 dargestellt. Das Öl aus dem Vorratstank 33 wird am Boden der Kolonne
über den Vorerhitzer 34 durch die durch einen Motor 36 angetriebene Pumpe 35 eingespeist. Am
Ausgang des Vorerhitzers ist ein Thermometer 37 angebracht. Das Lösungsmittel wird aus dem Vorratstank
38 über den Vorerhitzer 39 durch die durch einen Motor 41 angetriebene Pumpe 40 am Kopf der Kolonne
eingespeist. Am Ausgang des Vorerhitzers 39 ist ein Thermometer 42 vorgesehen. Der Extrakt wird in
die Lagergefäße 43 und das Raffinat in die Lagergefäße
44 abgezogen. Die Phasentrennfläche wird geregelt durch die Elektrode 21, die Teil eines Standanzeigers
45 mit einem magnetischen Ventil im Extraktabflußrohr ist. Ein Thermometer 47 ist im
Wasserabfiußrohr 30 des Wassermantels 28 angebracht. Die Rührwelle 16 wird durch den Motor 48 über die
Zahnräder 49 angetrieben. Die Antriebswelle 50 ist mit einem Kontaktunterbrecher 51 versehen, der zu
einem Umdrehungszähler 52 gehört. go
In einer Kolonne gemäß der Erfindung mit 7 Mischzonen und 8 Absetzzonen werden zwei Öle behandelt,
deren Kenndaten aus Tabelle 1 zu entnehmen sind. Für alle Versuche wird eine gleiche Extraktionstemperatur von 6o° angewendet.
Tabelle 1
Physikalische Eigenschaften des zubehandelnden Öls
Physikalische Eigenschaften des zubehandelnden Öls
Spezifisches Gewicht
15,5/15,5° '■··
Kinematische Zähigkeit
bei 380 in es (cm2/sec)
bei 380 in es (cm2/sec)
- 6o° in es (cm2/sec)
- 990 in es (cm2/sec)
Viskositätsindex
Viskositätsindex
Aufgegebenes Öl ι
0,9655
| 1285 | 82,8 |
| 248 | 27.5 |
| 37.4 | 7.9 |
| 43 | 54 |
Aufgegebenes Öl 2
0,9300
Die beiden aufgegebenen Öle wurden in bekannter Weise entparaffiniert.
Einzelheiten über die Behandlung des Öls 1 und des erhaltenen Raffinats sind in Tabelle 2 enthalten.
Die Wirksamkeit wird durch Behandlung mit größeren Lösungsmittelmengen etwas verbessert. Die
Mengen des eingespeisten Öls hat anscheinend nur geringen Einfluß auf die Wirksamkeit. Die optimale iao
Rührgeschwindigkeit liegt zwischen 700 und 800 U/min.
Ein Vergleich der Ergebnisse an einer Kolonne gemäß der Erfindung und denen an einer entsprechenden
Kolonne, bei der aber die Räume zwischen den Mischzonen ganz mit Füllkörpern von 4,76 mm, angefüllt
sind, ist in Tabelle 3 gegeben,
| Tabelle 2 | Exträktions- 5 temperatur |
Ölzufuhr ml/Std. |
Angewendete Lösungsmittel menge Volumprozent |
Rühr geschwindigkeit U/min |
Raffinie Ausbeute Volum prozent |
rtes Öl Vis kositäts- index |
Anzahl der Stufen |
Höhe einer entsprechenden theoretischen Stufe in Millimeter |
| D 6o° 5 |
500 250 |
150 | 600 700 800 |
75,8 74,2 73,9 |
72 72,5 73 |
4,7 6,4 6,8 |
101,6 76,1 71 |
|
| 300 |
000
tvOO On |
62,9 65,2 66,6 |
80 79,5 78,5 |
7,5 7,0 5,7 |
63,5 68,5 83,6 |
|||
| IOO 150 |
8OO 8OO |
80,0 75,2 |
68 72,5 |
5,5 6,8 |
88,6 71 |
| Extraktions | Ölzufuhr | Angewendete | Rühr | Anzahl der Stufen | mit Füllkörpern gefüllte Kolonne |
| temperatur | ml/Std. | Lösungsmittelmenge Volumprozent |
geschwindigkeit U/min |
leere Kolonne | 1,3 |
| 200 | i,7 | ||||
| 3OO | — | i,4 | |||
| IOO | 4OO | — | fließt | ||
| 600 | 4,7*) | - | |||
| 700 | 6,4*) | - | |||
| 6o° | 500 | 8OO | 6,8*) | i,5 | |
| 200 | — | 2,0 | |||
| 3OO | — | i,7 | |||
| 300 | 4OO | — | fließt | ||
| - 7OO | 7,5 | - | |||
| 8OO | 7,0 | - | |||
| 9OO | 5.7 |
*) = mit 150 °/0 Lösungsmittel behandelt.
Die gefüllte Kolonne hat eine geringere Wirksamkeit, insbesondere bei einer Behandlung mit der dreifachen
Menge an Lösungsmittel und Rührgeschwindigkeiten von 500 bis 900 U/min konnten nicht erreicht
werden, ohne daß Durchfluß durch die Kolonne eintrat.
In Tabelle 4 ist die Wirksamkeit einer Kolonne gemäß der Erfindung in Vergleich gesetzt zu der einer
Scheibelkolonne entsprechenden Durchmessers, die abwechselnd Mischzonen und mit gewickelten Draht- lt>5
netzen gefüllte Absetzzonen hat.
| Extraktions temperatur |
Angewendete Lösungsmittelmenge Volumprozent |
Rührgeschwindigkeit U/min |
Anzahl c Scheibelkolonne |
ler Stufen leere Kolonne |
| IOO | 650 | 6,1 | ||
| 150 | 600 700 800 |
— | 4,7 6,4 6,8 |
|
| 6o° | 200 | 650 | 6,6 | — |
| 3OO |
0000
IO O O O VO tvCO ON |
6,5 | 7,5 7,0 5,7*) |
|
| 400 | 650 | 6,4 | — |
*) Beginnt zu fließen.
Unter Verwendung des gleichen Ausgangsöls (Nr. i) und der gleichen Temperatur, ist die Wirksamkeit
der Kolonne gemäß der Erfindung etwas besser als die der Scheibelkolonne, und zwar besonders bei
höheren Temperaturen und vergleichbaren Rührgeschwindigkeiten. Die Öl- und Lösungsmittelmengen,
die in der Scheibelkolonne angewendet wurden, sind halb so groß gewesen wie die in der Kolonne gemäß
der Erfindung angewendeten Mengen.
In Tabelle 5 ist eine Kolonne gemäß der Erfindung verglichen mit einer bekannten gefüllten Kolonne
entsprechenden Durchmessers, deren gefällte Höhe aber
wesentlich größer als die der Kolonne gemäß der Erfindung ist. In jedem Fall werden gleiche Extraktionstemperatur und das gleiche Ausgangsmaterial verwendet.
Extraktionstemperatur
Ölzufuhr
ml/Std.
ml/Std.
Angewendete
Lösungsmittelmenge
Volumprozent Anzahl der Stufen
Lösungsmittelmenge
Volumprozent Anzahl der Stufen
rotierende Kolonne gefüllte
Kolonne
Kolonne
Höhe einer entsprechenden
theoretischen Stufe
in Millimeter
rotierende Kolonne
gefüllte Kolonne
6o°
500
100
150
200
300
150
200
300
6,8*) 7.5*) 6,6
7,8
16
16
71
63.4
63.4
553
469 228,4
*) = optimale Bedingungen, d. h. Rührgeschwindigkeit von 700 bis 800 U/min.
Die Höhe einer äquivalenten theoretischen Stufe der gefüllten Kolonne ist vier- bis achtmal größer als die
der Drehkolonne. Der Einfluß einer Abänderung der Maschenweite der Drahtsiebe zwischen den Zonen ist,
unter Verwendung des Ausgangsöls 1, in Tabelle 6 gezeigt.
| Extraktions temperatur |
Ölzufuhr ml/Std. |
Angewendete Lösungsmittel menge Volumprozent |
Rühr geschwindigkeit U/min |
Anzahl c Sieb mit 10 Maschen/Zoll |
er Stufen Sieb mit 20 Maschen/Zoll |
| 6o° | 500 | IOO | 600 700 800 900 |
4.7*) 6,4*) . 6,8*) |
5,3 4.2 5.3 2,8 |
| 500 | 300 | 600 700 800 900 1000 |
7,5 7,0 5,7 |
4.5 5.5 3,9 a) |
*) = mit 150 % Lösungsmittel behandelt.
a) Sieb mit 10 Maschen/Zoll ist ein Sieb mit einer Maschenöffnung von 0,198 cm, einem Drahtdurchmesser von 0,0561 cm
und einem Querschnitt der Sieböffmmgen von 6i°/0; ein Sieb mit 20 Maschen/Zoll hat eine öffnungsweite von 0,0841 cm,
einem Drahtdurchmesser von 0,0429 cm und einem Querschnitt der Sieböffnungen von 46 %.
Ein 20-Maschen-Sieb (20 Maschen pro linearen Zoll) ergibt schlechtere Ergebnisse als ein io-Maschen-Sieb.
Dies rührt wahrscheinlich daher, daß sich Lösungsmittel auf dem unteren Sieb der Absetzzone staut und
nicht direkt in die nächste Mischzone gelangt, sondern erst über das untere Rohr, wobei es mit der durch den
sich drehenden Konus erzeugten Strömung zusammentrifft. Es werden zwei Versuche durchgeführt, und
zwar mit und ohne Leitbleche unter Verwendung des Ausgangsöls 2. Die Wirksamkeit wird wesentlich
herabgesetzt, wenn die Konusse nicht anwesend sind.
Extraktionstemperatur
60°
Ölzufuhr
ml/Std.
ml/Std.
500
Angewendete
Lösungsmittelmenge
Volumprozent
Lösungsmittelmenge
Volumprozent
IOO
300 Rührgeschwindigkeit
U/min
300 Rührgeschwindigkeit
U/min
Anzahl der Stufen ohne Leitbleche mit Leitblechen
5,1
4.8
7.0 7.0
In Tabelle 8 ist ein Vergleich wiedergegeben, wenn einmal das Lösungsmittel in die Kopfmischzone und
zum anderen in die Kopfabsetzzone geleitet wird.
| Ölzufuhr ml/Std. |
Angewendete | ixunr- geschwindigkeit U/min |
Anzahl der Stufen | Kopfabsetzzone | |
| Extraktions temperatur |
Lösungsmittel- menge |
200 | Lösungsmittelzufuhr in | — | |
| Volumprozent | 400 | Kopfmischzone | — | ||
| 600 | 1,65 | 2,6 | |||
| 800 | 2,9 | 3,4 | |||
| IOO | 900 | 2,25 | 3,o | ||
| 500 | fließt | ||||
| 6o° | 200 | - | — | ||
| 400 | — | ||||
| 600 | 1,1 | 5,6 | |||
| 700 | 4,0 - | — | |||
| 800 | 5,9 | 6,5 | |||
| 300 | 1000 | 6,8 | 4,9 | ||
| 1200 | 7-2 | 0,6*) | |||
| 5,i | |||||
| 3,5 | |||||
*) = Kolonne beginnt zu fließen.
Es ergeben sich nur geringe Unterschiede, außer daß bei geringerer Lösungsmittelmenge höhere Rührgeschwindigkeiten
angewendet werden können, wenn die Lösungsmittelzufuhr zur Kopfabsetzzone erfolgt.
Die Extraktion zweier verschiedener Ausgangsöle
in einer Kolonne gemäß der Erfindung ist in Tabelle 9
veranschaulicht.
in einer Kolonne gemäß der Erfindung ist in Tabelle 9
veranschaulicht.
| Ölzufuhr ml/Std. |
Angewendete | geschwindigkeit U/min |
Anzahl c Öl ι |
er Stufen Öl 2 |
|
| Extraktions temperatur |
Lösungsmittel menge Volumprozent |
600 | 4,7*) | 7,2 | |
| 700 | 6,4*) | 7,0 | |||
| IOO | 800 | 6,8*) | 6,9 | ||
| AnO | 500 | 500 | — | 6,0 | |
| VJU | 600 | — | 6,8 | ||
| 700 | 7,5 | 7,o | |||
| 300 | 800 | 7,o | 7,o | ||
| 900 | 5,7**) | — | |||
*) Mit igo °/0 Lösungsmittel behandelt.
**) = Kolonne beginnt zu fließen.
**) = Kolonne beginnt zu fließen.
Trotz großen Viskositätsunterschiedes der beiden Ausgangsöle ist die Wirksamkeit der Kolonne praktisch
unbeeinflußt durch die Art des Ausgangsöls.
In Tabelle 10 sind die oberen Durchsatzmengen für drei verschiedene Kolonnen angegeben mit 25,4 mm
Durchmesser, und zwar für eine Kolonne gemäß der
Erfindung, eine Rührkolonne, die mit Füllkörpern
gefüllt ist und eine in gewöhnlicher Weise gefüllte
Kolonne mit einer Extraktionshöhe von 3,66 m.
Erfindung, eine Rührkolonne, die mit Füllkörpern
gefüllt ist und eine in gewöhnlicher Weise gefüllte
Kolonne mit einer Extraktionshöhe von 3,66 m.
| Extraktions temperatur |
55 | 6o° | So | fific | Rühr | Tabelle | IO | gefüllte, rotierende | zu fließen | |
| 50 | 00 | geschwindigkeit U/min |
Angewendete | Kolonne | gefüllte | |||||
| O | Lösungsmittel menge |
500 bis 750 | Kolonne | |||||||
| 600 | Volumprozent | Beginnt bei einer Ölzufuhr von (ml/Std.) | ||||||||
| O | IOO | leere, rotierende | ||||||||
| 600 | IOO | Kolonne | ||||||||
| O | 200 | etwa 1000 | ||||||||
| 600 | 200 | - 750 | ||||||||
| 600 | 100 bis 300 | - 1000 | 1550 | |||||||
| 600 | IOO | - 750 | 2100 | |||||||
| 200 | etwa 1000 | 27OO | ||||||||
| 300 | 1560 bis 1750 | |||||||||
| etwa 2000 | ||||||||||
| - 2000 | ||||||||||
Bei 6oc ist der Durchsatz durch eine Kolonne gemäß
der Erfindung größer als bei einer gefüllten Rührkolonne und bei 65,6° hat die Kolonne gemäß der Erfindung
den gleichen Durchsatz wie die in gewöhnlicher Weise gefüllte Kolonne in dem beobachteten
Behandlungsbereich.
Claims (11)
1. Verfahren zur Gegenstromextraktion flüssiger Mischungen mit selektiven Lösungsmitteln, dadurch
gekennzeichnet, daß Flüssigkeitsgemisch und selektives Lösungsmittel abwechselnd durch
Mischzonen und leere Absetzzonen geleitet werden und die Mischung jeder Mischzone zu einem
Zwischenraum in den benachbarten Absetzzonen fließt und dort nach außen geleitet wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die flüssige Mischung und das Lösungsmittel, die abwechselnd durch Misch- und
leere Absetzzonen fließen, beim Eintritt in die Mischzonen und beim Verlassen der Mischzonen auf
getrennten Wegen geführt werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Lösungsmittel abwärts
fließt.
4. Verfahren nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Bodenmischzone (11) ein
Flüssigkeitsgemisch und der Kopfabsetzzone (12) ein selektives Lösungsmittel zugeführt wird.
5. Vorrichtung zur Gegenstromextraktion von Flüssigkeitsmischungen mit selektiven Lösungsmitteln,
bestehend aus einer senkrechten Kolonne (10), die abwechselnd Misch- (11) und Absetzzonen
(12) enthält, Mittel (14) aufweist, um die Mischung jeder Mischzone einem Zwischenraum in den benachbarten
Absetzzonen zuzuführen und Mittel (17) um die Mischung in den Absetzzonen nach außen
zu leiten.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß sie aus einer senkrechten Kolonne
(10), einer Rührwelle (16) in der Kolonne, waagerechten durchlöcherten Trennwänden (13)
in der Kolonne, die die Kolonne in eine Mehrzahl übereinander angeordneter Zonen aufteilen, Mischvorrichtungen
(18), die mit der Rührwelle verbunden und in abwechselnden als Mischzonen bezeichneten
Zonen (11) angeordnet sind, Mitteln (14) in den waagerechten durchlöcherten Trennwänden
zur Ableitung des Gemisches aus den Mischzonen, wobei die Ableitmittel aus den benachbarten
Mischzonen in kurzem Abstand voneinander in den abwechselnden Zellen (12) enden, und mit
der Rührwelle verbundenen Leitblechen (17), die sich zwischen den Enden der Ableitmittel befinden
und die Mischung aus den Mischzonen nach außen in die als Absetzzonen ausgebildeten zusätzlichen,
abwechselnden Zonen leiten, bestehen.
7. Vorrichtung nach Anspruch 5 und 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Mittel zur Ableitung der
Mischung aus den Mischzonen aus ausgerichteten Rohren (14) bestehen, die in den durchlöcherten
Scheidewänden befestigt sind.
8. Vorrichtung nach Anspruch 5 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Ableitmittel aus doppeltkonisch geformten Leitblechen (17) bestehen, deren
Spitzen gegen die Enden der Rohre gerichtet sind.
9. Vorrichtung nach Anspruch 5 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die oberen Rohre in den
Absetzzonen länger als die unteren Rohre sind.
10. Vorrichtung nach Anspruch 5 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß der äußere Durchmesser der
Leitbleche (17) wenigstens so groß wie die lichte Weite der Rohre (14) ist.
11. Vorrichtung nach Anspruch 5 bis 10, dadurch
gekennzeichnet, daß Mittel (22) zur Zuleitung des Flüssigkeitsgemisches am Boden der Kolonne und
(23) zur Zuleitung des Lösungsmittels am Kopf der Kolonne vorgesehen sind.
Hierzu 2 Blatt Zeichnungen
1 5643 12.53
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| GB1047997X | 1950-08-23 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE899495C true DE899495C (de) | 1953-12-14 |
Family
ID=10870380
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEA13911A Expired DE899495C (de) | 1950-08-23 | 1951-08-23 | Verfahren und Vorrichtung zur Gegenstromeztraktion |
Country Status (4)
| Country | Link |
|---|---|
| BE (1) | BE505418A (de) |
| DE (1) | DE899495C (de) |
| FR (1) | FR1047997A (de) |
| NL (1) | NL82678C (de) |
-
0
- NL NL82678D patent/NL82678C/xx active
- BE BE505418D patent/BE505418A/fr unknown
-
1951
- 1951-08-17 FR FR1047997D patent/FR1047997A/fr not_active Expired
- 1951-08-23 DE DEA13911A patent/DE899495C/de not_active Expired
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| FR1047997A (fr) | 1953-12-18 |
| NL82678C (de) | |
| BE505418A (de) |
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