-
Verfahren und Einrichtung zum Walzen von Feinblechen, insbesondere
Weißblechen Beim Walzen von Weißblechen wurden bisher in einem Triovorgerüst Platinen
mit einer Breite von etwa 300 mm und einer Länge, die der späteren Blechbreite
entspricht, warm ausgewalzt; dabei werden zwei Platinen gleichzeitig gewalzt. Beide
Platinen laufen zunächst hintereinander und werden dabei zwei Walzstufen unterworfen,
woran anschließend die beiden Platinen aufeinandergelegt und übereinanderliegend
weiter heruntergewalzt werden. Die Walzung wird so lange fortgesetzt, bis die Platinen
eine Stärke haben, die es erlaubt, sie mit Hilfe eines Blecbdöpplers in der Mitte
zu falten. Dadurch entsteht ein Paket, welches vier Bleche enthält. Dieses Paket
wird in einem Ofen erwärmt und in einem durchlaufenden Duogerüst in mehreren Stichen
so weit heruntergewalzt, daß es ungefähr die doppelte Ausgangslänge erhält. Danach
wird das Paket noch einmal gedoppelt, so daß es jetzt acht Bleche enthält. Nach
dem Abschneiden einer Kopfseite des Paketes wird dasselbe wieder erwärmt und in
einem weiteren Duogerüst soweit heruntergewalzt, bis die Fertigmaße der Bleche erreicht
sind.
-
Diese Fertigmaße schwanken bei den meistgebrauchten Weißblechstärken
zwischen o,2 und 0,3? mm je Blech. Im folgenden soll eine
mittlere
Blechstärke von o,25 mm zugrunde gelegt werden.
-
Unter der Voraussetzung, daß bei jeder der beiden Walzungen in den
Duofertiggerüsten eine zweifache Verlängerung der Ursprungslänge der gewärmten Bleche
vor dem Walzen erreicht werden soll, würden die einzelnen Blechstärken im Paket
wie folgt sein: Blechstärke im fertigen Paket zu acht Lagen o,25 mm je Blech, Blechstärke
im fertigen Paket zu vier Lagen 0,5 mm je Blech und Blechstärke nach der
Walzung im Triovorgeriist zu zwei Lagen i mm je Blech.
-
Im Triovorgerüst inüßten die Platinen also zu Blechen von i mm Stärke
(zwei übereinander) Heruntergewalzt werden. Diese Walzmethode hat folgende Nachteile:
Das Triovorgerüst ist nicht in der Lage, Platinen bis an eine Endstärke von i mm
auszuwalzen. Die erreichbare Endstärke liegt bei 1,25 mm je 131ech. Um Weißbleche
von o,25 mm Fertigstärke zu erhalten, inuß deshalb der Verformungsgrad während der
beiden Walzvorgänge in den Duofertiggerüsten stärker, als oben angegeben, gewählt
werden. Dadurch ist es erforderlich, die Zahl der Stiche in den Duofertiggerüsten
zu erhöhen und außerdem die Temperatur des warmen Walzgutes höher zu wählen, da
bei der größeren Anzahl der Stiche der Walzvorgang länger dauert und eine bestimmte
niedrigste Endtemperatur des Walzgutes nicht unterschritten werden darf.
-
Die größere Anzahl der Stiche in den Duofertiggerüsten bedingt eine
Verringerung der Leistung derselben und erhöht außerdem den Ausschuß beim Walzen.
Ferner wird bei der Herstellung dünner Weißbleche die Leistungsmöglichkeit des Triovorgerüstes
nicht ausgenutzt, da ja die erreichbare kleinste Endstärke jedes Bleches 1,25 mm
beträgt und die Eingangsstärke der Platinen abhängig ist von der Fertigstärke der
Weißbleche. Wenn z. B. im Triovorgerüst eine Platine von 15 mm in fünf Stichen bis
auf i,25 -mm abgewalzt werden könnte, so sinkt der Ausnutzungsgrad des Triovorgerüstes
in dem Maße, wie die Platinenstärken kleiner sind als 15 mm.
-
Ein weiterer Nachfeil besteht darin, daß es notwendig ist, im Triovorgerüst
die Walzung sehr genau vorzunehmen, damit bei der Weiterwalzung in den Duofertiggerüsten
keine walztechnischen Schwierigkeiten entstehen. Die Oberflächenform der Walzen
des Trio.vorgerüstes muß sehr genau zu der Oberflächenform der Walzen des Duogerüstes
stimmen. .; Dadurch entsteht der-weitere Nachteil, daß die Triowalzen sehr oft nachgeschliffen
werden müssen, wodurch durch Walzenwechsel Aufenthalte entstehen.
-
Um diese Nachteile zu beseitigen, ist bereits vorgeschlagen worden,
die Bleche nicht in einem Vorgerüst so weit herunterzuwalzen, daß sie nach dem Verlassen
dieses einen Gerüstes gedoppelt werden können, sondern es- wird vor dem ersten Doppeln
eine Zwischemvalzung eingeschoben. Diese Zwischenwalzung kann, wie vorgeschlagen
wurde, auf einem besonderen Gerüst vorgenommen werden oder könnte auf dem ersten
Fertiggerüst vorgenommen werden. Im ersten Falle werden die Anlagekosten der Straße
ohne wesentliche Erhöhung der Leistung derselben erhöht, im zweiten Falle wird die
Leistung der Straße herabgesetzt. In beiden Fällen bleibt jedoch der Nachteil bestehen,
daß die Leistungsmöglichkeit des Triovorgerüstes nicht ausgenutzt wird.
-
Zur Verhinderung der Nachteile der bisher üblichen Walzmethoden wird
erfindungsgemäß vorgeschlagen, nach dem Verlassen des Triovorgerüstes die zu zweien
übereinanderliegenden Bleche in der Mitte zu unterteilen und nach erfolgtem Wiedererwärmen
jedes Teilstück in einem Duogerüst bis auf eine Stärke herunterzuwalzen, die nach
-dem Doppeln das Fertigwalzen in zwei weiteren Walzvorgängen (vierfach und achtfach)
erlaubt. Die Ausgangsstärke der Platinen wird also doppelt so groß gewählt als bisher
üblich. Bei den bisherigen Walzverfahren war das Gewicht von zwei Platinen gleich
dem Gewicht des fertigen Paketes in den normalen Abmessungen. Nach der neuen Walzmethode,
entsprechend dem Erfindungsgedanken, soll demnach das Gewicht jeder einzelnen Platine
gleich dem Gewicht eines fertigen Paketes in den normalen Abmessungen sein. Die
Walzung im Triovorgerüst wird nicht bis zu einer Blechstärke durchgeführt, bei welcher
die Bleche gedoppelt werden, vielmehr wird vor dem Doppeln eine Zwischenwalzung
in einem gesonderten Duogerüst durchgeführt. Vor dem Doppeln werden die das Triogerüst
verlassenden Bleche, die zu zweien übereinanderliegen, mit Hilfe einer Schere in
der Mitte geteilt, so daß das Gewicht jedes Teilstückes dem Gewicht eines fertigen
Paketes nach der bisher üblichen Walzmethode entspricht. Nach dem Verlassen des
Triovorgerüstes werden die beiden aufeinanderliegenden Bleche also zunächst in der
Mitte geteilt, dann werden sie gewärmt und jedes Teilstück in einem Duofertiggerüst
so weit ausgewalzt, daß es gedoppelt werden kann. Nach dem Doppeln und Wiedererwärmen
erfolgt die Walzung des nun vierfach liegenden Paketes im ersten Duofertiggerüst.
Danach wird das Paket nochmals gedoppelt, an einem Ende aufgeschnitten, gewärmt
und nun achtfach im zweiten Duofertiggerüst fertig gewalzt.
-
Wenn man wiederum eine Durchschnittsblechstärke von o,25 mm zugrunde
legt, werden die Blechstärken bei den einzelnen Walzungen wie folgt sein: Nach dem
Verlassen des zweiten Duofertiggerüstes o,25 mm (acht Tafeln), nach dem Verlassen
des ersten Duofertiggerüstes o,5 zum (vier Tafeln), nach dem Verlassen des Duozwischengerüstes
i mm (zwei Tafeln) und nach dem Veilassen des Triovorgerüstes 2 mm (zwei Tafeln).
-
Das Triovorgerüst braucht also bei der Herstellung von Weißblechen
von o,25 mm Fertigstärke jedes Blech nur his auf 2 mm Endstärke auszuwalzen. Das
ist ohne weiteres möglich.
Durch die Wahl der doppelten Platinenstärke
im Triovorgerüst ist die Leistungsmöglichkeit desselben bei allen Blechstärken voll
ausgenutzt, d. h. jeder Stich kann mit der größten zulässigen Höhenabnahme gegeben
werden.
-
Da das Triovorgerüst doppelte Platinengewichte bei gleicher Stichzahl
auswalzt, ist die Leistung desselben ungefähr doppelt so groß wie bei der Walzung
von Platinen mit normalem Gewicht.
-
Infolge der erhöhten Leistung des Triovorgeriistes ist dasselbe in
der Lage, eine größere Anzahl Fertiggerüste mit Vormaterial zu versorgen. Da bei
einer Neuanlage die Kosten eines Triovorgerüstes bedeutend höher sind als die eines
Duofertiggerüstes, werden die Gesamtlagekosten pro Tonne Fertigblech geringer als
bei der bisherigen Walzmethode.
-
Das prozentuale Ausbringen der Straße von guten Blechen wird höher
als nach der bisherigen Walzmethode, da es möglich ist, durch die Zwischenschaltung
eines Duogerüstes ohne Leistungsminderung der Straße für alle Fertigstärken die
Blechstärken vor dem ersten Doppeln so weit herunterzuwalzen, daß die Verformungsgrade
bei den Walzvorgängen nach dem ersten Doppeln nur etwa der doppelten Verlängerung
der Bleche entsprechen.