-
Spinndüse In dem Bestreben, mit einer geringen Anzahl von Spinnstellen
große Mengen von Kunstfäden zu erzeugen, hat man schon seit langem versucht, in
Spinndüsen zur Herstellung von Kunsitfäden möglichst viele Spinnöffnungen anzubringen.
Während aber bei Düsen mit weniger als fünfhundert Spinnöffnungen das. Fällbad noch
ausreichend an alle Spinnöffnungen herantreten kann, treten bei der Erhöhung der
Zahl der Spinnöffnungen darüber hinaus Schwierigkeiten auf, indem bei diesen Viellochdüsen
der Zutritt des Fällbades zu den in der Mitte des Düsenbodens liegenden Spinnöffnungen
erschwert wird. Dieser Nachteis wirkt sich insbesondere bei den Zellwolledüsen mit
Tausenden von Spinnkanälen aus.
-
Man hat diese Schwierigkeiten schon auf verschiedenen Wegen zu umgehen
versuchte So hat man die Spinnöffnungen zu Gruppen zus@ammengefaßt, zwischen denen
im Düsenboden ungebohrte Stellen liegen. Weiterhin hat man auch schon durch zusätzliche
Anordnungen für einen gleichmäßigen Zutritt des Fällbades an alle Spinnöffnungen
Sorge getragen. So hat man einen Teil der Fällbadflüssigkeit abgezweigt, durch einen
besonderen Kanal in das Innere der Düse geleitet und aus der Mitte des. Düsenbodens
austreten lassen, um von dort unmittelbar mit der ,aus den mittleren Teilen der
Düse austretenden Spinnflüssigkeit in Berührung treten zu können.
-
Die vorliegende Erfindung hat nun die Aufgabe gelöst, eine Spinndüse
zur Herstellung künstlicher Fäden, insbesondere für Zellwolleherstellung, mit einer
sehr großen Zahl von Spinnöffnungen (Viellochdüse) zu schaffen, die trotz der großen
Zahl
von Spinnöffnungen. wesentlich bessere Spinneffekte ergibt
als die bisherigen Anordnungen.
-
Die Lösung der Aufgabe wurde in einer neuartigen Verteilung der Spinnöffnungen
auf dem Düsenboden gefunden.
-
Erfindungsgemäß sind die Spinnöffnungen einzeln oder zu Paaren auf
Kurven angeordnet, die vom Rand des Düsenbodens aus nach dem Innern des Düsenbodensi
führen, wobei der Abstand dieser Kurven voneinander größer ist als, der Abstand
der Spinnöffnungen oder Spinnöffnungspaare längs der Kurven. Bei dieser Anordnung
führen dann vom Rand des Düsenbodens aus schmale, von Spinnöffnungen nicht besetzte
Gassen nach dem Innern des Düsenbodens mit dem Erfolg, daß jede Spinnöffnung wenigstens
an einer solchen Gasse liegt und nicht etwa wie bei den bisher bekannten Anordnungen
solche Gassen nur an ganzen Gruppen von Spinnöffnungen vorbeilaufen. Es ist aliso
an jeder Stelle,im Innern des. Düsenbodens der gegenseitige Abstand der Spinnöffnungen
in zwei zueinander senkrechten Richtungen verschieden groß, wodurch die gewünschten
Gassen gebildet werden; der Abstand in der einen Richtung beträgt beispielsweise
das Doppelte bis Fünffache der anderen Richtung. Da der Abstand in Richtung der
engen Besetzung erheblich enger gewählt werden kann als bei den bisherigen Anordnungen
und größere Zwischenräume zwischen zu Gruppen zusammengefaßten Spinnöffnungen nicht
angebracht werden müssen., ist der Platzbedarf bei der neuen Anordnung nicht größer
als bei den bisherigen Düsen, das Spinnergebnis jedoch bedeutend besser.
-
Die Anordnung der Gassen kann im übrigen in der verschiedensten Weise
gewählt werden; sie können sich gegenseitig schneiden, verzweigen oder Isoliert
über . den Düsenboden laufen, in verschiedenen Richtungen vomRand aus, in den Düsen=
boden einlaufen usw, Im allgemeinen wird die Anordnung aber so getroffen, daß die
Reihen von eng zusiammenliegenden Spinnöffnungen oder Spinnöffnungspaaren auf den
Mittelpunkt des Düsenbodens zu laufen. Wenn hierbei eine Richtung genau eingehalten
werden soll, verlaufen also die Reihen der Spinnöffnungen oder Spinnöffnungspaare
längs der Radien des, Düsenbodens. Sie können aber auch in einfacher oder mehrfacher
Krümmung, also beispielsweise in geschlängelter Form, vom Rand nach der Mitte des
Düsenbodens zu laufen.
-
In dem. Abb. i und 2 sind zwei, Aus@führungsbeispiele der Spinndiis,e
nach der Erfindung dargestellt, und zwar in der Vergrößerung q.: i. Der Einfachheit
halber sind nur die Spinnöffnungen für bestimmte Sektoren eingezeichnet, eo daß
also für den gesamten Vollkreis. des Düsenbodens ein Vielfaches der Spinnöffnungen,
die in der Zeichnung zur Darstellung kommen, untergebracht ist.
-
Ein Stück eines Radius isst jeweils, in den Abb. ia und 2 a der Deutlichkeit
halber im Maßstab i : 2o gegenüber der natürlichen Größe heraus-gezeichnet.
-
Die Wege der Spinnöffnungen vom Rand zur Mitte des Düsenbodens, verlaufen
bei dem Beispiel der Abb. i und ia in einer mehrfach gekrümmten Kurve. Trotz der
scheinbaren Unregelmäßigkeit wurden auch mit solchen Anordnungen, bei denen ebenfalls
in Richtung der Radien die Spinnöffnungen wesentlich enger zusammenliegen als längs
der Lochkreise, sehr gute Spinnergebnisse i erzielt.
-
Wie Abb. z und 2 a zeigen, lassen sich die Spinnöffnungspaare auch
in einer regelmäßigen Zickzackanordnung längs der Radien anbringen. Hierbei liegen
die Spinnöffnungspaare in engem Abstand vom Rand nach dem Mittelpunkt des Düsenbodens
so, daß das zweite, viere, sechste usw. Paar gegenüber dem ersten, dritten, fünften
usw. Paar etwas seitlich versetzt sind. , Dadurch können die Teilkreise noch etwas,
enger zusammengelegt werden, weil der Abstand von Loch zu Loch durch die versetzte
Anordnung etwas größer wird; in einem Beiispiel war es möglich, den Teilkreisabstand
von o,25 mm auf o,2 mm zu erniedrigen.
-
Wie schon eingangs erwähnt, hatte man früher die Spinnöffnungen bereits
zu Gruppen zusammengefaBt, zwischen denen das(Fällbad von außen nach innen -strömen
konnte. Innerhalb der Gruppe selbst aber war -die Verteilung ider Spinnöffnungen
gleichmäßig. Beispielsweise hatte inan -die Spinnöffnungen zu einzelnen Sektoren
zusammengefaßt, zwischen denen in radialer Richtung einzelne Gassen frei von Spinnöffnungen
waren. Eine derartige Anordnung .ist aber nicht in der Lage, .die gestellte Aufgabe
zu lösen. Demgegenüber unterscheidet sich die Spinndüse nach der -Erfindung dadurch,
daß an jeder Stelle des Düsenbodens bevorzugte Richtungen für eine engere und weitere
Anordnung der Spinnöffnungen liegen. Erst durch diese feinste Aufgliederung der
Verteilung der Spinnöffnungen wurde der gewünschte Erfolg erzielt. Es werden ausgezeichnete
Spinneffekte erreicht, wie sie mit den bekannten Düsen bei weitem nicht erzielt
werden.
-
Mit der neuen Anordnung lassen sich Düsen mit noch höherer Lochzahl
als bisher herstellen. Die Düsen besitzen eine höhere Spinndauer als die bisher
benutztenFormen,können also länger in Betrieb bleiben. Die Düse läßt sich aus allen
bis eher zur Herstellung von Düsen benutzten Werkstoffen und in allen schon vorgeschlagenen
Formen herstellen. Der Erfindungsgedanke läßt sich schließlich auch mit anderen
zur Erzielung eines besseren Zutritts des Fällbades- vorgeschlagenen Maßnahmen verbinden,
um so eine gesteigerte Wirkung zu erzielen. Beispielsweise kann in der eingangs
erwähnten Weise zusätzlich Fällbad aus dem Innern der Düse nach der Mitte des Düsenbodens
geleitet werden.