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Gerät zum kalten Verdampfen von Flüssigkeiten oder sublimierenden
Stoffen insbesondere zum Inhalieren von Arzneimitteln
Es sind verschiedenartige Geräte
zum kalten Verdampfen von Flüssigkeiten oder sublimierenden festen Stoffen bekannt,
,die insbesondere zum Inhalbieren von Arzneimitteln angewendet werden. Bei diesen
bekannten Geräten wird die mit Dampf anzureichernde Luft in eine Öffnung leines
den zu verdampfenden Stoff aufnehmenden Behälters eingeführt und aus einer anderen
Öffnung des Behälters ausgeführt.
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Geräte dieser Art arbeiten teilweise mit saugfähigen Stoffen, die
in gewissen Zeitabständen befeuchtet werden und der vorbeiströmenden Luft eine verhältnismäßig
große Verdampfungsfläche bieten. Andere Geräte weisen Spritzdüsen auf, welche die
Flüssigkeit zerstäuben, so daß sie leicht verdampft. Schließlich sind Geräte der
genannten Art vorgeschlagen, weiche mit Dochten arbeiten.
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Abgesehen davon, daß die bekannten Geräte alle recht kompliziert
und in ihrer Herstellung teuer sind, versagen sie bei Verwendung von Stoffen, die
zum Auskristallisieren neigen, da Düsen und Dochte durch das Auskristallisieren
verstopfen und dadurch unbrauchbar werden.
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Die Erfindung bezweckt, lein neuartiges Gerät zum kalten Verdampfen
von flüssigen oder sublimierenden festen Stoffen zu schaffen, und ist insbesondere
zum Inhalieren von Arzneimitteln bestimmt. Bei ihm wird die mit Dampf anzureichernde
Luft in üblicher Weise in eine Öffnung des den zu verdampfenden Stoff aufnehmenden
Behälters eingeführt und aus einer anderen Öffnung des Blehälters ausgeführt. Das
Gerät nach der Erfindung soll die obengenannten Nachteile vermeiden, außerdem in
der Herstellung äußerst einfach stein, mög-
lichst aus einem einzigen
Stück bestehen, so daß es leicht desinfiziert werden kann. Nach Möglichkeit soll
die Herstellung so billig sein, daß das Gerät fabrikmäßig, also unter ganz sterilen
Verhältnissen, gefüllt, in gefülltern Zustand verkauft und nach dem Verbrauch der
Füllung fortgeworfen werden kann. Vor allem laber soll verhütet werden, daß das
Inhalationsmittel leicht ans dem Behälter austreten kann, und soll es von Patienten
auch in der Rückenlage verwendet werden können.
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Ddas Gerät kann zum aktiven Inhalieren, also zum Saugen mittels Mund
oder Nase, als auch zum passiven Inhalieren benutzt werden, wobei ein mittels Blasebalg
oder sonstwie künstlich erzeugter Luftstrom durch das Gerät geleitet wird und -die
Luft eines Aufenthaltraumes mit den Inhalationsmittels anreichert. In dieser Form
kann das Gerät auch zu anderen als therapeutischen Zwecken, beispielsweise zum Verdampfen
von Duftstoffen, verwendet werden.
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Die Erfindung besteht darin, daß von der Eintrittsöffnung und von
der Austrittsöffnung in den im übrigen geschlossenen Behälter hinein je ein Riohr
- verläuft, welche etwa in. der räumlichen Mitte des Behälters eine Öffnung besitzen.
Ist der Behälter eines solchen Gerätes etwa bis zu einem Drittel lolder weniger
gefüllt, dann besteht bei keiner Stellung des Gerätes die Gefahr des Auslaufens.
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Besonders billig und einfach herzustellen sind Geräte aus Glas nach
der Erfindung, bei denen der Behälter rotationssymmetrisch ausgebildet ist und die
Achsen der Rohre mit der Achse des Behälters zusammenfallen.
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Weitere Ausführungsformen, Merkmale, Verwendungszwecke und Vorteile
des Gerätes sind aus den nachfolgend beschriebenen Ausführungsbeispielen erkennbar.
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Fig. 1 zeigt einen senkrechten Längsschnitt durch ein rotationssymmetrisch
ausgebildetes Gerät nac der Erfindung, Fig. 2 einen senkrechten Längsschnitt durch
lein anders ausgebildetes, ebenfalls rotationssymmetrisches Gerät nach der Erfindung,
Fig. 3 einen senkrechten Schnitt durch ein drittes Ausführungsbeispiel, Fig. 4 die
zugehörige Draufsicht und Fig. 5 und 6 je ein weiteres Ausführungsbeispiel in einem
senkrechten Längsschnitt.
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Das Ausführungsbeispiel nach Fig. 1 besteht aus einem länglichen,
rotationssymmetrischen Behälter 1, der an einem Ende eine Öffnung 2 und am anderen
Ende leine Öffnung 3 blesitzt. An die Öffnungen 2 und 3 schließt sich je ein Rohr
4 und 5 an, die gleichen Durchmesser oder, wie die Zeichnung zeigt, auch unterschiedlichen
Durchmesser haben können. Zwischen den beiden Rohren 4 und 5 befindet sich eine
Öffnung 6, etwa in der räumlichen Mitte des Behälters, der bis zur Linie 7 mit einem
zu verdampfenden Stoff angefüllt ist. Wird ein derartiger Behälter beispielsweise
auf die Seite gelegt, so nimmt die Flüssigkeit etwa die mit der strichpunktierten
Linie 7a angegebene Lage ein, erreicht also auch in der Seitenlage nicht die Öffnungen
6, so daß sie nicht ausläuft. Beim Einblasen eines Luftstromes durch das Rohr 5
oder beim Saugen an der Öffnung 3 wird ein Luftstrom durch die Rohre 4, 5 hindurchgeführt.
Dabei entsteht eine saugende Wirkung im Bereich der Öffnung 6, so daß der über dem
Flüssigkeitsspiegel vorhandene Dampf allmählich abgesaugt wird. Sind die Durchmesser
der Rohre 4 und 5 gleich, so können die Öffnungen 2 und 3 in beliebiger Weise zum
Saugen oder zum Durchblasen verwendet werden. Das Gerät wird am einfachsten aus
Glas hergestellt, wobei die Rohre 4 und 5 in die vorher vorgesehenen Öff,-nungen
2 und 3 eingeschmolzen werden. Das Gerät ist in diesem Fall vollständig steril und
kann von der Herstellerfirma der zu verdampfenden Flüssigkeit etwa bis zum Spiegel
7 oder 7a angefüllt und so vertrieben werden. Der über dem Flüssigkeitsspiegel vorhandene
Dampf tritt nur in winzigen Mengen aus den Öffnungen 2 und 3 aus, solange kein,
Luftstrom durch die Rohre 4, 5 geblasen wilrd.
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Die Herstellung eines solchen Gerätes ist derart einfach und billig,
daß das Gerät nach Verbrauch der Flüssigkeit fortgeworfen werden kann. bei dem Ausführungsbeispiel
nach Fig. 2 bedeuten gleiche Bezugszeichen gleiche Teile wie beim Ausführungsbeispiel
nach Fig. 1. Die beiden Rohre 4 und 5 sind hier zu einem einzigen Rohr verbunden,
das etwa in der räumlichen Mitte des Behälters Schlitze 6a besitzt. Die Behälterform
I ist etwa anders ausgebildet als beim ersten Ausführungsbeispiel. Sie besitzt nämlich
eine ringförmige Ausbauchung 1a, die, wie Versuche gezeicht haben, einen vorteilhaften
Einfluß auf den Austritt des entwicleten Dampfes durch die Öffnungen 6a ausübt.
An die Öffnung 2 ist eine Tülle 9 angesetzt, die dazu dient, in lein Nasenloch eingeführt
zu werden, so daß durch die Nase inhaliert werden: kann. An der Öffnung 3 befindet
sich ein Saugstück 8, das in den Mund geschoben werden kann, so daß in einfacher
Weise mit dem Mund inhaliert wird. Zum Abschluß der Öffnungen der Tülle 9 und des
Mundstückes 8 dienen kugelförmige Abschlußkörper 10 und 11, die bei 13 und 14 durch
je zwei Blattfedern 15 gelenkig miteinander verbunden sind.
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Die beiden Blattfedern 15 drücken die Verschlußkörper 10 und 11 auf
die Öffnungen der Tülle 9 bzw. des Mundstückes 8. Wird in Richtung der Pfeile 16
ein Druck auf die Blattfedern ausgeübt, so heben sich die Verschlußkörper 11 und
10 von den zu verschließenden Öffnungen ab. Das Wiederaufsetzen der Verschlußkörper
erfolgt ebenfalls in einfachster Weise. Das Gerät kann also beispielsweise in der
Tasche des Benutzers mitgeführt werden, ohne daß die Gefahr der Verdunstung auch
nut kleiner Mengen besteht, solange es abgeschlossen ist.
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Die Fig. 3 und 4 zeigen einen Behälter von nicht rotationssymmetrischer
Form (s. Fig.4). Die beiden Öffnungen 17 und 18 liegen an der Oberseite des Behälters
19 einander gegenüber. Die beiden Rohre 20 und 21 sind jedoch gekrümmt.
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Die Öffnung 22 zwischen den beiden Rohren befindet sich tuch in diesem
Fall etwa in der räum-
lichen. Mitte dies Behälters, so daß die
Flüssigkeit, die etwa bis zur Höhe 23 eingefüllt ist, in keiner Stelllunjg des Behälters
auslaufen kann. Das Füllen dieses Behälters ist einfacher, da die Flüssigkeit nur
in eine der Öffnungen 17 oder 18 eingefüllt zu werden braucht und dann durch die
Öffnung 22 in den Behälter 19 hineinläuft. Das Gerät eignet sich daher auch zum
Nachfüllen in Privat- oder Anstaltsgebrauch.
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Während die Gerät nach den Fig. I bis 4, insbesondere verwendet werden,
wenn die zu inhalierende Luft nur geringe Mengen der zu verdampfenden Stoffe aufnehmen
soll, so zeigen die Fig. 5 und 6 Ausführungsbeispiele, die es ermöglichen, die zu
inhalierende Luft nahezu mit den Inhalationsstoffen zu sättigen. Zu diesem Zweck
sind sie so ausgebildet, daß die durch lein Rohr eintretende Luft, ehe sie aus dem
anderen Rohr austreten kann, den ganzen Behälterraum durchwirbelt und auch in innige
Berührung mit der Oberfläche der zu verdampfenden Stoffe kommt. Blei dem A;usführungsbeispiel
nach Fig. 5 sind die beiden Rohre 24a und 24 an ihren Enden nicht umgebogen, so
daß die Luft vo-n der Leitfläche 24D direkt in den Behälterraum hineingeführt wird.
Das gleiche gilt von der Formgebung des Rohres 24a. Entsprechend ist das Rohr 25
nach Fig. 6 am Ende 26 leicht gekrümmt. Das andere Rohr 27 besitzt leine entsprechende
Krümmung. Das Rohr 25 ist nach außen hin durch eine Tülle 28 verlängert, auf welche
ein Schlauch zum Absaugen oder Hineinblasen von Luft aufgeschoben werden kann.
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Besonders zweckmäßig ist es, die Geräte nach der Erfindung aus Glas
herzustellen, wobei sie dianin ein einziges Stück bilden, so daß keine Verbindungsflächen
mehrerer Teile vorhanden sind, die schlecht sterilisiert werden können, ohne das
Gerät vorher auseinanderzunehmen. Selbstverständlich ist auch die Möglichkeit gegeben,
das Gerät aus Kunststoffen, und zwar insbesondere durchsichtigen Kunststoffen, herzustellen.
Alle Geräte nach den Ausführungsbeispielen können auch mit festen Stoffen, die stark
sublimieren, gefüllt werden. Insbesondere ist die Füllung der Geräte mit körnigen
festen Stoffen dieser Art möglich.
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Soll das Gerät nach der Erfindung für Flüssigkeiten verwendet werden,
die nicht auskristallisieren, so kann auch ein Docht verwendet werden.
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Beispielsweise kann bei dem Gerät nach Fig. I über das Rohrteil 5
ein Runddocht 29 gezogen werden, der sich in das Rohrteil 4 hinein erstreckt.
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Wird das Gerät dann auf den Kopf gestellt, so wird der Dochteil, der
das Rohr 5 umgibt, von der Flüssigkeit umspült, die in den Dochtteil aufsteigt,
der in dem Rohr 4 liegt und von dem durch die Rohre 4, 5 hindurchgeführten Luftstrom
berührt wird. Durch die Einfügung des Dochtes wird eine zusätzliche Sicherung geschaffien,
um das Austreten von Flüssigkeitstropfen zu verhüten.