-
Einrichtung zur Festlegung des Ausschußmaßes an Rachenlehren
Die Erfindung
betrifft eine Einrichtung an Rachenlehren zur Festlegung des Ausschußmaßes an den
messenden Werkstücken.
-
Es sind bereits eine und zweiseitige Rachenlehren bekannt, an denen
aus Gründen billiger und schneller Herstellung die beiden Mcßscheekel an den Innenseiten
einfach plangeschliffen und mit einemtdas Sollmaß aufweisenden mittleren Blockmaß
verschraubt werden. Um das Ausschußmaß zu erzielen, wird teilweise einer der beiden
Meßschenkel an einer Seite etwas tiefer geschliffen, mit welcher Stelle dann das
Sollmaß geprüft wird. Dies verursacht jedoch erhebliche Kosten und Zeitverluste
wegen der in diesem Fall erforderlichen hohen Herstellungsgenauigkeit. Oder um das
Au.sschußmaß im Bedarfsfalle ändern zu können, werden Meßpilze eingeschraubt, die
jedoch nur eine Punktberührung ergeben und bei der praktischen Handhabung der Rachenlehre
leicht ein Kanten zulassen und damit das Meßergebnis verfälschen.
-
Diesen Mängeln wird durch nachstehende Erfindung abgeholfen, die
eine neuartige Einrichtung zur Festlegung des Ausschuß maßes an einem der beiden
Meßschenkel von Rachenlehren zum Gegenstand hat, bestehend aus einer Walze, die
auf einer Hülse angeordnet ist, welche von einem quer in
dem Meßschenkel
gelagerten Bolzen getragen wird, auf 1dem beide Bauteile festspannbar sind.
-
Mit dieser Erfindung wird erreicht, daß beim Messen des Ausschußmaßes
stets volle Linienberührung zwischen Meßschenkel und Werkstück vorhanden ist, und
daß das Ausschuß maß, wenn nötig, durch Verdrehen zweier Bauteile gegeneinander
in kürzester Frist neu eingestellt werden kann, so daß sich in vielen Fällen die
Anfertigung neuer, kostspieliger Rachenlehren erübrigt.
-
Ein Merkmal der Erfindung besteht darin, daß die Meßwalze konzentrisch
und die Zwischenhülse exzentrisch gebohrt sind und daß das Festklemmen der Walze
durch Anziehen des mit einem schwachen Kegel versehenen Tragbolzens in der Exzenterhülse
erfolgt.
-
In weiterer Ausbildung der Erfindung ist vorgesehen, daß die Meßwalze
eine exzentrische und die Zwischenhülse eine konzentrische Bohrung besitzen und
daß zum Festklemmen, der Walze auf der Exzenterhülse der Tragbolzen durch Einpressen
einer Kugel od. dgl. in den mittleren kegeligen Teil einer in seiner Mittelachse
verlaufenden Bohrung entsprechend gedehnt wird.
-
Eine Einzelheit der Erfindung besteht Idarin, daß die aden Tragbolzen
aufnehmende Bohrung der Zwischenhülse zum Ausgleich von Ungenauigkeiten der den
Tragbolzen aufnehmenden Löcher im Meßschenkel um einen geringen Betrag außermittig
gehalten wird.
-
Ein anderes Merkmal der Erfindung besteht darin, daß die Zwischenhülse
und der Tragbolzen an ihrem mittleren Teil zur Erzielung ausreichender Dehnung mit
radialen Schlitzen versehen sind.
-
Ferner ist zur zweckmäßigen Durchführung g des Erfindungsgedankens
vorgesehen, daß die Walze ebenso wie die Exzenterhülse mit Radialnuten oder Löchern
versehen sind, um sie zu Einstellzwecken gegeneinander verdrehen zu können.
-
In den Zeichnungen sind zwei zweckmäßige Ausführungen einer derartigen
einstellbaren Ausschußmeßwalze dargestellt.
-
Abb. I zeigt die Anordnung in einer einseitigen Rachenlehre, Abb.
2 einen Längsschnitt durch eine exentrisch gebohrte Walze mit geschlitzter Zwischenhülse,
geschlitztem Tragbolzen und Anzug durch Kugel und Madenschraube, Abb. 3 einen Querschnitt
durch die Bauteile gemäß Abb. 2 auf der LinieIII-III, Abb. 4 einen Längsschnitt
durch eine zentrisch gebohrte Walze mit exzentrisch gebohrter Zwischenhülse und
Anzug durch einen kegeligen Spannbolzen, Abb. 5 einen Schnitt durch die Bauelemente
gemäß Abb. 4 auf der Linie V-V.
-
Die Walze 1, welche in dem Schenkel 2 einer einseitigen dreiteiligen
Rachenlehre so angeordnet ist, daß ein Teil ihres Mantels um den Grenzbetrag durch
den Durchbruch 3 in dem Schenkel hervorragt, weist in diesem Ausffihrungsbeispiel
eine exzentrische Bohrung auf. Der Schenkel 2 ist hier mit U-förmigem Querschnitt
gezeigt. Er weist eine Querbohrung auf, welche den Tragbolzen 4 der Walze aufnimmt.
Dieser Bolzen besitzt eine Längsbohrung 5, die bei 6 erweitert und mit Gewinde versehen
ist, in das eine Madenschraube 7 eingeschraubt wird, welche auf die Kugel 8 drückt,
die sich gegen den kegeligen Übergang 9 von 6 auf 5 legt. Der Bolzen 4 ist außerdem
in seinem mittleren Teil mit radial verlaufenden Längsschlitzen Io versehen, so
daß er beim Anziehen der Schraube 7 hzw. Einpressen der Kugel 8 in den Kegel 9 eine
Dehnung erfährt, welche s-ich auf die zentrisch gebohrte Hülse überträgt, auf der
die Walze 1 angeordnet ist, so daß diese festgezogen wird. Die Hülse II besitzt
ebenfalls in ihrem mittleren Teil Radialschlitze I2, so daß sie im gegebenen Fall
der Dehnung des Bolzens 4 folgen kann Xund sich in der Bohrung der Walze I festzieht.
Da die Mittelachse der Aufnahmelöcher für den Tragbolzen 4 im Meßschenkel infolge
der Bearbeitung sehr oft geringe Abweichungen von der theoretisch richtigen Lage
aufweist, wird die Bohrung der Zwischenhülse 11 zweckmäßig um einen geringen Betrag,
beispielsweise o° 30', außermittig gehalten, so daß auf diese Weise jederzeit eine
parallele Einstellung der Meßwalze zur Meßfläche des Gegenschenkels vorgenommen
werden kann. Zweckmäßig weist die Hülse in bei I3 einen Ansatz auf, gegen den sich
die Walze 1 legen kann, so daß ihre Lage innerhalb der Rachenlehre gesichert ist.
-
Dieser Ansatz ist, um die Hülse auf dem Bolzen 4 bzw. gegenüber der
Walze I verdrehen zu können, mit Löchern oder Nuten 14 versehen, während die Walze
I auf der freien Seite ebensolche Löcher oder Nuten 15 aufweist, so daß mit Hilfe
von zwei Hakenschlüsseln diese beiden Teile gegeneinander verdreht, d. h. eingestellt
werden können.
-
Diese Einrichtung besitzt den außerordentlichen Vorteil, daß es bei
der Herstellung oder Bearbeitung der Einzelteile, bis auf Idie Bearbeitung der exzentrischen
Walze, auf besondere Genauigkeit nicht ankommt, obwohl die einstellbare Walze das
Ausschußmaß ganz genau kontrollieren können muß. Wenn z. B. die Bohrung für den
Tragbolzen 4 in dem Schenkel der Rachenlehre nicht ganz genau rechtwinklig zur Meßfläche
liegt oder wenn außerdem die Bohrung der Hülse 4 nicht genau mittig zum Außenmantel
ausfällt, was, wie oben erwähnt, teilweise sogar erwünscht ist, so ergibt sich bei
einer Drehung dieser Hülse und des Tragbolzens 4 stets eine Stelle, wo eine Linienberührung
der Walze I mit dem zu messenden Werkstück stattfindet. Diese Stelle wird durch
Versuch, eventuell mit optischen Hilfsmitteln, ermittelt, in die Meßebene gebracht
und angezeichnet. Sodann wird durch Verdrehen der Walze I auf der Hülse II, die
in ihrer Stellung festgehalten wird, der gewünschte Abstand der Walze I gegenüber
dem zweiten Meßschenkel I6 mit Hilfe von Endmaßen od. dgl. festgelegt, d. h. das
Ausschußmaß eingestellt, worauf die Schraube 7 angezogen wird. Erfährt Idas Ausschußmaß
eine Änderung bei gleichbleibendem Gutmaß, loann dieselbe Rachenlehre weiter benutzt
werden. Es braucht nur die Schraube 7 gelöst, die
Walze I entsprechend
gedreht und Schraube 7 wieder angezogen zu werden, worauf die Rachenlehre erneut
arbeitsbereit ist. Die Meßwalze ist sowohl für einseitige als auch für Doppelrachenlehren
verwendbar.
-
Abb. 4 und 5 zeigen eine andere Ausführung der Bauteile, insbesondere
der Zwischenhülse und des Tragbolzens, deren Anordnung zusammen mit der Meßwalze
in der Rachenlehre im übrigen aber so bleibt, wie in Abb. I dargestellt.
-
I bedeutet wieder die Meßwalze, welche im vorliegenden Beispiel jedoch
eine zentrische Bohrung besitzt, und 2 den Schenkel der Rachenlehre, in dem sie
angeordnet ist. Die Zwischenhülse ist exzentrisch ausgeführt cund hier mit 20 bezeichnet.
-
Sie weist lediglich eine leicht kegelige Bohrung 21 auf, mit der sie
auf dem Tragbolzen 22 sitzt, der von zwei entsprechenden Bohrungen des U-förmig
ausgebildeten Meßschenl<els der Rachenlehre aufgenommen wird.
-
Der mittlere Teil 23 des Bolzens ist schwach kegelig ausgeführt.
Bei 24 ist er mit einem Gewinde versehen, durch welches er vermittels der Mutter
25 in den entsprechenden Kegel der Exzenterhülse 20 gezogen werden kann und diese
dabei dehnt, wodurch die mit genauem Paßmaß auf der Hülse sitzende Walze I in ihrer
jeweiligen Lage festgeklemmt wird. Die zweite Mutter 26 dient zur Sicherung. Der
Schlitz 27 ist vorgesehen. um den Tragbolzen 22 mit der Exzenterhülse 20 drehen
zu können. Beide Teile sind zu diesem Zweck durch den Stift 28 miteinander verbunden.
-
Die Bohrung in der Exzenterhülse 20 ist als Schlitz 29'ausgebildet,
damit sich diese und der Tragbolzen relativ gegeneinander verschieben können.
-
Um den Stift bei der Montage hinein-und wieder herausschlagen zu können,
ist auch die Walze 1 mit einer Bohrung 30, 31 versehen, Das Einstellen der Walze
auf das gewünschte Ausschußmaß erfolgt in gleicher Weise, wie vordem für die Ausführung
nach Abb. 2 und 3 beschrieben, wobei zum Festhalten der Walze ein Dorn oder Stift
in eines der Löcher 30 oder 3I gesteckt wird. Es besteht nur der Unterschied, daß
nach Feststellung der Linienberührung die Walze I festgehalten und das Ausschußmaß
durch Drehen der Exzenterhülse 20 eingestellt wird.