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Ausrüstungsteil für Bandschleifmaschinen Die Erfindung bezieht sich
auf einen Ausrüstungsteil zum Gebrauch beim Schleifen mittels Bandschleifmaschinen,
bei denen aberfläc'henüberzogene Scbleif'bänder verwendet werden. Die Erfindung
betrifft im besonderen eine Verbundlage zum Abdecken einer Platte oder eines Bilockes,
der zum Stützen oder zum Anpressen eines Schleifmittel tragenden Bandes an der Stelle
dient, an der das Werkstück mit der Schleifseite des Schleifbandes in Berührung
gebracht wird.
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Die Erfindung schafft einen Überzug für einen Teil, der in Druckberührung
mit der Rückseite eines sich bewegenden Schleifbandes gebracht «-erden kann, und
der besteht aus einer zugfesten Unterlage, aus einem schleiffesten, auf einer Fläche
'dieser Unterlage vorgesehenen Klebstoffauftrag und aus einer auf diesen Auftrag
aufgebrachten Lage, die sich aus einer Mehrzahl von kleinen, harten, glattflächigen,
kugelförmigen Körpern zusammensetzt, von denen jede in den Klebstoffauf trag auf
eine Tiefe von 50 bis 75 °/o seiner Fläche eingebettet ist.
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Die Erfindung schafft auch einen Verbundbogen zwecks Zwischenlage
zwischen die Rückseite eines sich bewegenden Schleifbandes und einen Ausrüstungsteil,
der zum Andrücken des Schleifbandes in Schleifberührung mit einem Werkstück verwendet
wird, wobei der Bogen über der Druckoberfläche des Ausrüstungsteiles liegt und sich
zusammensetzt aus einer biegsamen zugfesten
Unterlage, aus einem
schleiffesten, auf einer Fläche dieser Unterlage vorgesehenen Klebstoffauftrag und
aus einer auf diesen Auftrag aufgebrachten Lage, die aus einer Mehrzahl von kleinen,
harten, glattflächigen, kugelförmigen Körpern besteht, die in gleichförmiger Weise
zum Teil in den Klebstoff eingebettet sind und aus demselben vorstehen, wobei !der
eingebettete Teil jedes Körpers mehr als 50% der Fläche des Körpers ausmacht; um
dem Herausheben des Körpers während derVerwendung des Bogens zu widerstehen, und
der vorstehende Teil jedes Körpers einen einzelnen Berührungspunkt mit der Rückseite
des sich bewegenden Schleifbandes bildet.
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Eine Bandschleifmaschine enthält fürgewöhnlich ein endloses Schleifband,
das über zwei oder mehr Räder oder Scheiben läuft, von denen die eine Scheibe kraftangetrieben
ist, um das Band in Umlauf zu setzen. Bei der einen Maschinenart ist eine feststehende
Platte neben der Rückseite -des Schleifbandes an einem Querstück zwischen zwei Scheiben
vorgesehen: Durch diese Platte wird das sich bewegende Band unterlegt oder abgestützt,
sobald das abzuschleifende Werkstück gegen die Vorderseite oder Schleifseite :des
Bandes angedrückt wird. Bei einer anderen Maschinenart wird keine feststehende Platte
verwendet, sondern der Bedienungsmann .drückt einen Block nach Art einer Maurerkelle
gegen die Rückseite eines Schleifbandes, das über .das Werkstück läuft. Bei dieser
letzterwähnten Maschinenart kann der Bedienungsmann den Block bewegen; um das laufende
Schleifband gegen irgendeinen Teil des Werkstückes zu drücken, wo eine besondere
Schleifwirkung gewünscht wird.
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Bei beiden dieser Arten, die Schleiffläche eines Schleifbandes in
Wirkung auf das Werkstück zu bringen, entständen ernste Probleme bei Druckberührung
auf Grund von Oberflächenreibung zwischen dem Block oder der Platte und der Rückseite
des sich bewegenden Schleifbandes. Das Band bewegt sich mit etwa 750 bis
1500 m je Minute, und die durch den Zug zwischen dem Band und der feststehenden
Platte oder dem durch den Bedienungsmann gehaltenen Block entwickelte Wärme ist
sehr beträchtlich. Sie genügt manchmal, um den Klebstoff; mit dem die Schleifkörner
an dem Brand befestigt sind, zu erweichen, so daß sie aus ihrer gerichteten Stellung
umgelegt oder aus dem Band herausgerissen werden. Wo ein Handblock verwendet wird,
macht die Reibung zwischen, dem Block und dem Schleifband es dem Bedienungsmann
schwer, den Block in richtiger Lage zu halten, besonders wenn er einen beträchtlichen
Druck auf den Block ausüben büß. Erwünscht ist; die Reibung zwischen dem Block und
der Rückseite des Schleifbandes zu vermindern, so daß der Bedienungsmann mehr Druck
auf den Block zur Anwendung bringen kann, um die Schleifkörner in das Werkstück
hineinzudrücken und auf diese Weise eine bessere Schleifwirkung -mittels des ,Schleifbandes
zu erzielen.
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Zahlreiche Versuche sind gemacht worden; ein Abdeckmatexial für Platten
und/oder Handblöcke zu entwickeln, um die Reibung zwischen den Anpreßteilen und
dem Schleifband zu vermindern. So ist z. B. ein Stück Leinwand, Fußbodenbelegstoff
od.,dgl. mit Schellack überzogen und, solange der Schellack noch klebrig war, mit
pulverförmigem Graphit bestäubt worden. Drei oder vier Schichten von Schellack .und
pulverförmigem Graphit wurden ühereinandergelegt: Das erhaltene Erzeugnis wurde
dann um den Anpreßblock herumgewickelt, damit es von dem Bedienungsmann an das Schleifband
von hinten angelegt werden konnte. Diese Art von Überzugsmaterial hatte -keinen
Erfolg, denn das Material behält nicht lange eine vollständig ebene Anpreßfläche
gegenüber dem Schleifband und muß bald ersetzt werden. Die Reibungswärme des sich
bewegenden Schleifbandes gegen einen solchen Überzug verschleißt die Oberfläche
ungleichmäßig, und zwar erfolgt eine größere Abnutzung an den Kanten des Blockes,
während im Mittelteil des Blockes eine Erhebung verbleibt. Wenn dann der Bedienungsmann
einen beträchtlichen Druck auf den Block zur Anwendung bringt, schleift sich das
ungleichmäßige Profil des Blockes in das Werkstück ein: Wird wenig Druck angewendet;
so wird nur ein (kleiner Teil des Schleifbandes in Druckberührung mit dem Werkstück
gebracht, da in diesem Fall der Druck nur auf den hohen Stellen auf den Block zur
Wirkung kommt.
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Ein Ziel der Erfindung ist, die- durch die Verwendung der Überzüge
früherer Art entstandenen Schwierigkeiten, wie sie vorstehend beschrieben sind,
zu überwinden. Ein weiteres Ziel ist, den Reibungszug zwischen dem Anpreßteil und
dem Schleifhand wesentlich zu verringern. Der verbesserte Albdeckbogen .hat auch
den sehr wichtigen Vorteil, -daß er eine einzelne Punkt-Berührung zwischen der pressenden
Oberflache des Bogens und dem Schleifband -'hat, wie dies später beschrieben wird.
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Gegenstand der Erfindung ist ein biegsamer Abdeckbogen, auf den eine
Labe aus einer Mehrzahl von harten, glatten und kleinen Kugelkörpern von im wesentlichen
gleichem Durchmesser aufgeklebt ist. Diese Körper sind an den Bogen so angeklebt,
d@aß ein annähernd gleich großer aphäroidaler Teil jedes Körpers aus dem Klebstoffauftrag
hervorsteht. Die Körper sind über die Oberfläche des Bogens so verteilt, d'aß .die
größten Querschnitte nebencinanderliegender Körper im wesentlichen aneinanderstoß,en.
Da die Körperkugelförmig in Gestalt sind, treten die vorstehenden Teile derselben
längs der Oberfläche des Bogens voneinander zurück, um eine Anzahl einzelner und
voneinander gesonderter abgerundeter Scheitel oder Kuppen mit dazwischenliegenden
Zwischenräumen zu bilden. Diese im fertigen Deckbogen vorhandenen Kuppen bilden
die -eigentliche Druckfläche des Materials. Wegen des sehr dichten Zusammenliegens
der Kuppen wird eine sichre Druckwirkung über die ganze Oberfläche des Bogens erzielt.
Auf Grund der Zwischenräume zwischen dien Kuppen ist jedoch die Berührungsfläche-
zwischen der Andruckfläche (Ie5 Bogens und des Schleifbandes viel kleiner als sie
in
einem Anpreßbogen sein würde, .der eine vollkommen zusammenhängende Oberfläche hat,
d'. lt. der nicht die Oberflächenzwischenräume des Bogens gemäß der Erfindung aufweist.
Infolge der verkleinerten Berührungsfläche wird die bei älterem :l,1>declmat@erial
so schädliche Wärme erzeugende Reibung als schwerwiegendes Problem ausgeschaltet,
wenn der neue Abdeckbogen verwendet wird. Die einzelnen Drückspitzen, die durch
die vorstehenden Kuppen gebildet werden, geben dem Schleifband einen einwandfreien
Andruck, so daß die Scbneidwirkung des Schleifbandes wesentlich erhöht wird. -Um
ihre Aufgabe als reibungsverminderndes Mittel zu erfüllen, sollten die an den Bogen
angeklebten kugelförmigen Körper von glatter Oberfläche sein und aus einem Material
bestehen, das nicht unter der durch den Zug zwischen dem Material und dem Schleifband
erzeugten Wärme weich wird. Sie sollten auch genügend Härte besitzen, so daß sie
nicht unter der Druckgröße, der sie während des Arbeitens unterworfen werden, verformt
werden und auf diese Weise ihre Wirkung als einzelne Berührungsstellen verlieren.
Sie müssen auch Oberflächeneigenschaften haben, die ihnen ermöglichen, fest an der
Unterlage angeklebt zu werden.
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Es wurde ,gefunden, daß die obererwähnten notwendigen Eigenschaften
in Glasperlen sich vorfinden, deren `Verwendung demgemäß auf Grund der Tatsache,
daß diese Perlen nicht teuer und leicht zu erhalten sind, vorzugsweise erfolgt.
Geeignet ist gewöhnliches Kalkglas, wie es bei der Herstellung von Glasflaschen
oder Fensterscheiben verwendet wird. Es gibt natürlich auch zahlreiche andere Stoffe,
die ebenfalls benutzt werden können. Beispielsweise besitzen Eisen, Stahl und andere
Metallegierungen die notwendigen Eigenschaften, ebenso wie gewisse wärmefeste, plastische
Stoffe oder glasartige Materialien, wie z. B. Porzellan.
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Wie bereits oben :ausgeführt, besteht der Zweck der Glasperlen oder
anderer kugelförmiger Körper auf dem Bogen darin, eine Mehrzahl von getrennten,
aber sehr dicht nebenei.nanderliegenden Berührungspunkten zwischen dem Anpreßteil
und dem sieb bewegenden Schleifband zu schaffen. Mit Rücksickt auf das erstrebte
Arbeiten bestehen hinsichtlich der Größe der Perlen Begrenzungen, die eingehalten
werden sollten, um erfolgreich zu arbeiten. Werden die Perlen zu klein gewählt,
so liegen ihre Anpreßfläch-en so dicht nebeneinander, daß sie nicht mehr als getrennte
Anpreßpunkte wirken, d.li. bei einem Auftrag; der aus Perlen dieser Größe besteht,
sind die Zwischenräume zwischen den vorstehenden Kuppen der Perlen so unbedeutend,
daß die erstrebten Punktberührungen beim Anpressen verlorengehen. Da ferner die
Flächenberührung und demzufolge :die Reibung zwischen dem Bogen und dem Schleifband
entsprechend der Zw ischenraumgröße zwischen den vorstehenden Kuppen der Perlen
vermindert wird, ist es erwünscht, größere Perlen zu verwenden, so daß diese Zwischenräume
eine merkbare Größe haben. Wenn jedoch die Perlen zu groß gewählt werden, werden
die Zwischenräume zwischen den Perlenkuppen so breit, daß bestimmte Flächen des
darüberlaufenden Schleifbandes nicht in das Werkstück eingepreßt werden. Mit anderen
Worten: Die Perlenkuppen stehen so weit auseinander, daß eine fortlaufende Anpreßwirkung
nicht erzielt wird und die isoliert stehenden Perlenkuppen sich in das Werksdick
einzugraben vermögen.
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Es ist daher notwendig, den richtigen AusgleiJi zwischen den Berührungspunkten
und dein offenen Zwischenraum zu wählen. Sind zu wenig Berübrungspunkte vorhanden
(bei übermäßig großen Perlen oder bei zu großer Abstandssetzung der Perlen), so
wird das Schleifband nicht gleichmäßig oder gleichförmig in das Werkstück eingepreßt;
sind zu viele Berührungspunkte vorhanden (bei übermäßig leleinen Perlen und ungenügender
Abstandssetzung der Perlen), so wird die Wärme erzeugende Reibung nicht angemessen
vermindert, noch wird eine einzelne Punkt-Berührung erzielt.
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Es wurde gefunden, daß die einzigartigen Eigenschaften des Verbundbogens
gemäß der Erfindung nicht voll erhalten werden, wenn Perlen zur Ver-"vendung gelangen,
die kleiner als o,192 inm im Durchmesser und größer als o,5688. min im Durchm,esser
sind, obwohl der Bogen auch mit verminderter Wirksamkeit arbeitet, wenn Perlen außerhalb
dieser Grenzbereiche zur Verwendung gelangen. Einbesonders vorteil!hafterAusgleich
wird erbalten, wenn Glasperlen Nr. 8 oder Nr.9 verwendet werden. Diese Perlen haben
einen Durchmesser von o,24 inm bis 0,384 mm, und 3000 his 6ooo Perlen befinden
sich auf etwa 5,76 crn2 eines mit Perlen überzogenen Bogenmaterials. Sobald eine
Perle dieser Größe verwendet wird, besteht ein günstiger Ausgleich zwischen der
offenen Fläche oder dem Zwischenraum und der Berührungsfläche.
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Die Unterlage für den Verbundbogen soll ein zähes, zugfestes Material
sein, das während einer langen Benutzungsdauer dem auf ihn durch das sich bewegende
Schleifband ausgeübten Zug widersteht, ohne zu reißen oder an den Stellen sich durchzuscheuern,
wo es über die Seiten des Blockes oder der Platten gefaltet ist. Die Unterlage soll
genübend biegsam sein, damit sie sich der Oberfläche desjenigen Teiles, an dem sie
angebracht wird, anpaßt und muß ferner eine Oberfläche haben, an der der die Perlen
anklebende Auftrag haftet. Es wurde :gefunden, daß Stoffmaterial diese Forderungen
angemessen erfüllt. Beispielsweise war ein Drillichtuch mit 76 X 46 Fäden und einem
Gewicht von 7,7 bis 8,1 kg je Ries besonders geeignet. An Stelle dieser bevorzugten
Stoffunterlage kann jedoch auch Fasermaterial oder Papier, das die erforderliche
Festigkeit besitzt, verwendet werden.
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Um die bevorzugte Stoffunterlage wasserfester zu machen, werden :die
Fasern derselben verfestigt und ihre Festigkeit erhöht. Damit der Klebstoftauftrag
besser an der Unterlage haftet, kann die Unterlage in einer Lösung getränkt werden,
die beispielsweise aus einer Vinylacetatemulsion und einem -4faleinsäurean'liydridderivat
besteht. Eine
solche Lösung ist äußerst undurchlässig gegen Wasser
und gleichzeitig -sehr biegsam. Ein Sättigungsgewicht von 1,465 bis 1,72 g (Trockengewicht)
je 138 cm2 Fläche des Materials ist ausreichend. Nach der Sättigung wird die Stoffunterlage
auf 65 bis 71' C zum Trocknen erwärmt. Eine Vinylacetatemulsion, die zufriedenstellende
Ergebnisse gibt; !hatte folgende Zusammensetzung:
| Wasser . . . . . . . . : . . . . . . . . . . . . 33oo Teile |
| Polyvinylalkohol . .. ......... 37 - |
| Natriumbicarbonat . . . . . . . . . . . . . 15 - |
| Natriumlaürylsu Ifat ............ 30 - |
| Vinylacetatmonomer ..... _ .... . 1953 - |
| Di-2-Äthylbutylmaleatmonomer ... 446 - |
| Ammoniumpersulfat ... .. ....... 18 - |
Wasser, Pölyvinylalkohol, Natriümbicarbonat und Natriumlaurylsulfat werden gemischt
und in einem entsprechenden Behälter auf 57 bis 6o' C erwärmt. Vinylacetatmonömer
und Ammoniumpersulfat wer-,den dann zugesetzt und,die Masse auf 59 bis 6o° C während
30 Minuten gehalten, damit eine exothermische Umsetzung stattfinden kann.
Maleatmonomer wird dann langsam zugesetzt, wobei die Temperatur auf 59 bis 6o° C
während
30 Minuten gehalten und am Schluß der Umsetzung auf 85'C erhöht wird.
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Um ferner die Stoffunterlage abzuschließen, so daß eine zusätzliche
Verankerung für den Klebstoffaüftrag -geschaffen und das Eindringen des Klebstoffaüftrages
in die Unterlage hinein geregelt wird, wird dann auf die getränkte Unterlage. eine
Grundierschicht aufgebracht. EinGründiermaterial, das mit .gutem Erfolg verwendet
worden ist, ist eine Polyvinylacetatlös:ung, deren besondere Zusammensetzung nachstehend
aufgeführt ist. Beispiel l
| Polyvinylacetat ...... 2o Teile |
| Äthylalkohol .....:..40 - |
| Xy1ol..... .......... 40 - |
Diese Bestandteile werden gemischt und in einem Behälter gerührt, bis eine klare
Lösung erzielt ist. In dem obigen Beispiel wurde .das Polyvinylacetat verwendet,
das unter dem Namen »Ayat« (Warenzeichen) von der Union Carbide und Carbon Corporation,
New York, N. Y., hergestellt und verkauft wird. Andere thermoplastische Stoffe,
wie z. B. Polyvinylbutyrol, Äthylcellulose usw., können in der Grundier- und/oder
Imprägnierlösung verwendet werden, jedoch wird Polyvinylacetat bevorzugt, da es
:allgemein verfügbar ist. Nach dem Auftragen der Grundierlösung wird die gestrichene
Bahn durch einen Ofen bei 65 fbis 71°C zwecks Trocknens hindurchgeführt, Die Perlen
müssen auf der behandelten Unterlage durch einen zähen, schleif- und warmfesten,
biegsamen Klebstoffaufftrag befestigt werden; der zu den Perlen und zu der Unterlage
eine hohe und dauernde Adhäsion hat. Es gibt verschiedene Klebstoffe, die diese
Eigenschaften in höherem oder geringerem Grade besitzen. Beispielsweise können gewisse
Massen der thermoplastischen Abart; wie z. B. Polyvinylbutyrol, Äthylcellulose ü.
dgl., verwendet werden. Gewisse bekannte Harnstofformal-dehydharze können ebenfalls
zur Verwendung gelangen, wenn sie zuerst durch ein Alkydharz weich gemacht werden,
um sie weniger hart und brüchig zu machen. Es wurde jedoch gefunden, daß die beste,
:bei einem Klebstoffauftrag benötigte Kombination von guten Eigenschaften durch
ein Material erhalten wird, das eine Grundlage aus Lack oder aus einem ölmodifizierten
Aikydharz hat. Ein besonderer Grund dafür, warum diese Art von Klebstoffauftrag
bevorzugt wird, liegt darin, daß dieser Klebstoffauftrag einen größeren Widerstand
gegen dauernden Schleifverschleiß zeigt als ein Klebstoff, der aus einem künstlichen
thermoplastischen Material hergestellt ist. Ein Beispiel eines modifizierten Trockenölklebstoffes,
.der mit Erfolg verwendet worden ist, ist nachstehend-es Beispiel. Beispiele
| Dehydriertes Rizinusöl ...... 66o Teile |
| Leinölfreie Fettsäuren ....... 1o6o - |
| Glycerin .... . :..... ... 595 - |
| Phthalsäureanhydrid . . . .. . 1130 - |
| Xylol..................... 550 - |
Alle diese obigen Bestandteile, mit Ausnahme des Xylols, werden zusammengemischt,
auf etwa 232° C erwärmt und auf dieser Temperatur gehalten, bis die gewünscht,-
Viskosität und Säurezahl erreicht sind. Dies dauert etwa 2 bis 3 Stünden. Das erhaltene
Erzeugnis wird stebengelassen, um auf 2o5° C abzukühlen, und das Xylol wird dann
zugesetzt. Ein Klebstoffauftrag im Gewicht von o,52 bis o;78 g (Trockengewicht)
je 138 cm-' der Unterluge .genügt.
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Die Masse kann natürlich geändert werden, um ,die Ölmenge zu verändern,
die in dem obigen Beispiel nahezu 5o°/& beträgt, und andere Trockenöle oder
Kombinationen von -diesen Trockenölen, z. B. Oiticica, Tungöl, Perrilla, Sojabohnenöl
usw.; können für,die obenerwähnten Öle gesetzt werden.
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Ein anderer Kle!bstoffauftrag, .der ebenfalls gut arbeitet, obwohl
er weniger biegsam und langsamer zu härten ist als die in Beispiel 2 gegebene Mass,
ist folgender: Beispiel 3
| Tungöl . . . . . . . . . . . . . . . . 27o Teile |
| Ollösliches Phenolformaldehydharz . 9o - |
| Xylol . . . . . . . . . . . . . . . . . z 1 o - |
| Mineralspirits (Oleüm) .. .. ... . .. . 11o - |
Das Tungöl und das Harz werden kräftig ,gemischt, auf 232'C erwärmt und auf dieser
Temperatur gehalten, bis die gewünschte Viskosität erhalten ist, was in 4o bis 5o
Minuten der Fall ist. Das Material wird dann stehen-gelassen, um auf etwa 2o5' C
abzukühlen, und das Xylol und das Mineralverdünnungsmittelwerden dann zugesetzt.
In dem obigen Beispiel war das verwendete Harz das »Bakelite BR-254« (Warenzeichen),
ein Erzeugnis der Bakelite
Corporation, New York, N. Y. Dieses
Harz ist im Handel erhältlich und erzielte gute Erfolge.
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Zur Erläuterung der Erfindung, nicht aber zur Begrenzung derselben,
wird auf die Zeichnungen verwiesen. In der Zeichnung ist Fig. i ein vergrößerter
schematischer Schnitt durch einen mit Perlen überzogenen Bogen, dir gemäß der Erfindung
hergestellt ist, Fig. 2 eine schaubildliche Ansicht, die das Aufbringen des Materials
auf einen Anpreßblock üblicher Verwendungsart zeigt, Fig.3 eine schematische Vorderansicht
einer Schleifvorrichtung, bei welcher der mit Perlen bezogene Bogen als eine Abdeckung,
für eine feststehende Platte dient, gegen die das Schleifband durch ein Werkstück
angepreßt wird, Fig. d. eine Seitenansicht der Schleifvorrichtung nach Fig. 3 mit
einem zum Schleifen aufgesetzten Werkstück, Fig.5 eine schematische Ansicht einer
anderen Art von Schleifvorrichtung, aus der ersichtlich ist, wie ein Anpreßblock,
der mit einem perlenüberzogenen Bogen gemäß der Erfindung bekleidet ist, verwendet
wird, und Fig. 6 ist eine Seitenansicht des Blockes nach Fig. 2 bei Verwendung zum
Abschleifen von Möbeln. In den verschiedenen Figuren sind gleiche Teile mit gleichen
Bezugszeichen bezeichnet.
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Wie aus Fig. i erkenntlich, ist ein biegsamer, filmbildender Grundierauftrag
5 auf die Oberfläche eines biegsamen Unterlagebogens 6 aufgebracht, der in der vorerwähnten
Weise vorzugsweise mittels einer abdichtenden und wasserfesten Masse getränkt oder
imprägniert worden ist.
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Selbstverständlich kann gewünschtenfalls der eine Abdichtungs- oder
Grundierauftrag oder es können beide Abdichtungs- oder Grundieraufträge aus Gründen
.der Wirtschaftlichkeit weggelassen werden. Kugelförmige Körper 7 werden an der
Grundierschicht 5 mittels eines Klebstoffes 8 befestigt. Jeder kugelförmige Körper
taucht in den Klebstoff auf eine Tiefe von mehr als der Hälfte seines Durchmessers
ein, so daß er sicher in einem starken Sockel gehalten wird und nicht nur die Oberflächenadhäsion
zur Verankerung des Körpers dient.
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Die kugelförmigen Körper sind im wesentlichen von gleicher Größe und
sind im wesentlichen gleich tief in den Klebstoff eingetaucht, und zwar auf eine
Tiefe, die, wie dargestellt, über eine Hälfte ihrer Fläche ausmacht. Auf diese Weise
ragt ein annähernd gleicher sphäroidaler Abschnitt jedes Körpers aus dem Klebstoff
heraus, wobei die Gesamtzahl dieser Vorsprünge eine Unterbrechungen aufweisende
ebene Anpreßfläche bildet. Die Körper werden gleichmäßig und sehr dicht nebeneinander
über die Oberfläche des Bogens verteilt. Dieses dichte Nebeneinanderstehen und die
Tatsache, daß alle Körper um eine annähernd gleiche Strecke über -den Klebstoff
hinausragen, schließt die Möglichkeit aus, daß die abzuschleifenden Werkstücke durch
einzelne Körper eingekratzt «-erden können. Es sei darauf hingewiesen, daß die Fig.
i keinen der Wirklichkeit entsprechenden Querschnitt des mit Perlen belegten Bogens
darstellt, sondern so gezeichnet ist, daß der wahre Durchmesser jedes Körpers erkenntlich
ist. Bei einem Schleifbogen würde ein geradliniger Schnitt nicht durch die Mitte
jeder Kugel gehen, da die Kugeln nicht in Reihen angeordnet sind.
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Die Glasperlen oder andere sphärische Körper können auf die Unterlage
in einer gleichmäßigen Schicht durch irgendeines der Verfahren, wie sie bei der
Herstellung von Schleifmitteln bekannt sind, aufgebracht werden. Beispielsweise
kann die mit Klebstoff überzogene Bahn (mit der Klebstoffseite nach oben) waagerecht
unter einem Trichter hinweggeführt werden, der die kugelförmigen Körper enthält
und der einen Überschuß von solchen Körpern über die Oberfläche des bestrichenen
Bogens verteilt. Die Bahn wird dann über einen Schläger geführt, der die Bahn von
der Rückseite her beklopft, so daß die aufgebrachten Körper sich in dem viskosen
Klebstoffauftrag einlagern und durch Klebung in demselben gehalten werden. Die Körper
kommen zur Ruhelage bei Berührung mit der gehärteten Grundierschicht, die unterhalb
des Klebstoffauftrages liegt, wobei etwas weniger als eine Hälfte ihrer Fläche aus
dem Kleb-Stoff vorsteht. Die Bahn wird dann in senkrechter Richtung bewegt, so daß
der Überschuß von auf der Bahn befindlichen Kugeln abfällt. Dann erfolgt eine Verschiebung
in waagerechter Richtung zwischen genau auf Abstand stehenden Stichwalzen hindurch,
die in den Klebstoff diejenigen Perlen hineinpressen, die an der Oberfläche der
anderen Perlen ankleben. Die Bahn mit .den aufgebrachten und ausgerichteten Perlen
wird dann in einen Ofen eingeführt, um zu trocknen und den Klebstoffauftrag zu verfestigen.
Dies wird bei einem Klebstoff der obenerwähnten Art in etwa 24 Stunden bei 8o bis
93° C erreicht.
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Nachdem der Klebstoffauftrag sich gesetzt und verfestigt hat, kann
ein Klebstoffauftrag 9 von ähnlicher Zusammensetzung auf den Klebstoff aufgetragen
werden. Dieser Auftrag erhöht die Adhäsion der kugelförmigen Körper an der Fläche
des Bogens. Wenn ein zweiter Auftrag aufgebracht wird, muß darauf gesehen werden,
daß die Masse desselben nicht die Zwischenräume zwischen den vorstehenden sphäroidalen
Kugeln ausfüllt und auf diese Weise die nicht zusammenhängende Anpreßfläche des
Bogens zerstört. Nachdem der zweite Auftrag aufgebracht ist, kann die Bahn wieder
in einem Trockenofen während etwa 24 Stunden bei 80 bis 93° C eingebracht
werden, damit der Auftrag sich verfestigt.
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In Fig. 2 ist ein mit Perlen überzogener Bogen io an einem Anpreßblock
ii befestigt, wie er üblicherweise durch den Bedienungsmann von Schleifmaschinen
verwendet wird, um gegen die Rückseite eines laufenden Schleifbandes einen Druck
auszuüben und die Schleiffläche des Bandes in Druckberührung mit dem Werkstück zubringen.
Der Anpreßblock besteht üblicherweise aus Holz. In
der dargestellten
Figur ist der Bögen io an dem Block mittels Stifte 12 befestigt. Es ist jedoch selbstverständlich;
daß der Bogen auf viele andere Arten befestigt werden kann, beispielsweise mittels
Klemmen od. dgl. Obwohl der dargestellte Block eine flache Anpreßflä:che hat, kann
er selbstverständlich auch anders .geformt sein. Wenn ein zylindrischer Gegenstand
abgeschliffen werden soll, wird vorteilhaft eine konkave Anpreßfläche an dem Block
vorgesehen, um das laufende Schleifband um den Umfang des Werkstückes herum zü pressen.
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Die Fig. 3 und q. zeigen eine-Barnds:chIeifvorrichtüng, die aus einem
endlosen Schleifband 13 besteht; das über umlaufende Scheiben 14 und 15 ,gelegt
ist, wobei ein Elektromotor (nicht :dargestellt) zum Umlauf des Schleifbandes eine
der Scheiben antreibt und :ein Träger 16 vorgesehen ist, der mittels einer Welle
17 neben der Rückseite des Schleifbandes an einer Stelle zwischen den Scheiben sich
befindet. Die Oberfläche dieses Trägers 16 neben der Rückseite des Schleifbandes
ist mit einem Perlen tragenden Bogen io abgedeckt. Wenn: ein Gegenstand, z. B. ein
auf dem Werkstückträger i9 befindliches Werkstück 18, .gegen das laufende Schleifband
13 gedrückt wird, wird das Schleifband gegen den auf Träger 16 .befindlichen Bogen
io angepreßt. Die nicht zusammenhängende Oberfläche des Bogens, die aus abwechselnden
vorspringenden Kuppen und freien Zwischenräumen gebildet wird, stellt :eine Anzahl
Punktträger für das Schleifband dar, wobei die Zwischenräume zwischen :diesen Punktträgern
wesentlich die wärmeerzeugende Reibungsberührung zwischen der Rückseite -des Schleifbandes
und des Bogens io vermindern.
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Fig. 5 zeigt eine andere Art von Schleifvorrichtungen; in welcher
ein Schleifband 2o mit der Schleifmittelseite nach außen über vier -dre lbare Scheifben
21, Zia, 21b, 21c, die in einem Viereck angeordnet sind, läuft. Eine dieser Scheiben
wird angetrieben, um das Schleifband in Umlauf zu setzen, und die anderen drei Scheiben
werden durch .den Schub oder den Zug des laufenden Schleifbandes in Drehung gesetzt.
Unterhalb einer Spannweite des Schleifbandes zwischen den Scherben gib und äia befindet
sich der Werkstücktisch aff mit dem Werlestück 23. Ein Anpreßiblöck 2q. ist mit
dem mit Perlen überzogenen Bogen io :bedeckt: Der Bedienungsmann drückt diesen überzogenen
Block gegen die Rückseite; des Schleifbandes 2o an irgendeiner Stelle zwischen :den
Scheiben 21b und zig, um eine erhöhte Schleifwirkung durch die Schleiffläche des
Schleifbandes auf dem Werkstück zu erzielen.
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In Fig. 6 -ist ein Teilstück eines Schleifbandes 25, ein Anpreßblock
26, der mit dem mit Perlen überzogenen Bogen io bedeckt ist, und ein Teilstück eines
Werkstückes 27 gezeigt, :das in diesem Fall ein Einzeltenl eines Möbels, nämlich
.eines Tisches, ist. Das Schleifband läuft über Scheiben (nicht dargestellt), von
denen die eine angetrieben wird, um das Schleifband in Umlauf zu setzen. Diese Figur
zeigt die Verwendung eines mit einem Bogen :#o bedeckten Anpreßblockes, um eine
einwandfreie Schleifberührung zwischen einem Schleifband und einer gebogenen Fläche,
wie sie gewöhnlich bei Möbelaufbauten üblich' ist; zu sichern. Die Kante des Anpreßblockes
ist in diesem Fäll so geformt, daß sie -sich :der gekrümmten Unterseite der Tischplatte
anpaßt: Die Kante der Anpreßfläche des Blockes kann natürlich abweichend geformt
sein, um sich abweichend profilierten Werkstücken anzupassen.
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Aus der vorstehenden Beschreibung ist erkenntlich daß der neue Abd:eckbogen
wesentliche Vorteile hat. Bessere Ergebnisse werden durch die Verwendung von kleinen,
festen, kugelförmigen Körpern erzielt. Sie schaffen eine gleichförmige Oberfläche,
die durch kräftige Bindestoffe getragen wird, die vorzugsweise mehr als die Hälfte
der Oberfläche jedes Körpers umfassen. Auf diese Weise ist eine Oberfläche geschaffen,
die unter schweren Arbeitsbedingungen nicht versagt und in :der die Berührungspunkte
mit dem Schleifband auf einer gleichmäßigen Höhe gehalten werden. Die Zeichnungen
zeigen lediglich zur Erläuterung einige Arten, wie der mit Perlen überzogene Bogen
verwendet werden kann. Es ist selbstverständlich, daß andere Klebstoffe und andere
Verhältnisse mit Bezug auf Sättigung, Grundierung und Klebaufstriche innerhalb des
Bereiches der Erfindung angewendet werden können. Die dargelegten verschiedenartigen
Einzelheiten können geändert werden, ohne das Bereich der Erfindung zu verlassen,
wie es durch die nachstehenden Ansprüche gegeben ist.