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Doppelrechenstab Die Erfindung bezieht sich auf einen Doppelrechenstab
in flacher Ausführung mit aus Kunststoff bestehenden, die beiden Stabkörperteile
miteinander verbindenden Laschen od. dgl.
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Solche Doppelrechenstäbe, die beiderseits Skalenteilungen tragen und
bei denen die beiden Rechenstabkörper, zwischen denen der Schieber zügig angeordnet
ist. an ihren Enden durch auf den Breitseiten des Stabes angebrachte Verbindungslaschen
zusammengehalten werden, sind bereits bekannt. Da Kunststoffe im allgemeinen gegen
Verzug und Abnutzung nicht so beständig sind wie 1letalle, kann es bei solchen flachen
Rechenschiebern mit Verbindungslaschen, unabhängig davon, ob die Laschen aufgekittet
oder aufgeschraubt sind, bei einer gewissen Gebrauchsdauer zu einer Beeinträchtigung
der exakten Zügigkeit des Schiebers und zu einer wenn auch geringfügigen, aber doch
verschieden großen Verschiebung der Skalen der beiden Rechenstabkörper in der Längsrichtung
des Stabes kommen, die natürlich die Genauigkeit des Rechenstabes vermindern und
ihre Gebrauchsfähigkeit beeinträchtigen würde.
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Um dies zu vermeiden, ist es bei Laschen der genannten Art schon vorgeschlagen
worden, die Schraubenlöcher für die zur Befestigung der Laschen auf den iStabkörpern
dienenden Schrauben genügend groß zu wählen, um kleine Nachstellungen in der erforderlichen
Richtung durch Lockern und Wiederanziehen der Schrauben nach erfolgter
Justierung.vornehmen:zu
können. Diese Einrichtung gestattet keine genaue Einstellung der Stabkörperskalen
und der Zügigkeit des Schiebers.
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,Auch sind bereits Anordnungen vorgeschlagen worden, bei denen in
den beiden Stabkörpern drehbare, eine Nut aufweisende Buchsen vorgesehen sind. In
jede dieser- Nuten greift der iSchaft einer an der Verbindungslasche befestigten
Schraube ein, so daß der Stabkörper gegenüber der Verbindungslasche in der Richtung
der Nut verschoben werden kann. Außerdem ist aber durch Drehung der Buchse auch
eine Verschiebung der Stabkörper in anderen Richtungen möglich, wenn sich ,geringfügige,
aber die genaue Arbeitsweise störendeSkalenverschiebungen am Rechenstab im Laufe
der Zeit ergeben haben.
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Auch diese bereits vorgeschlagene Einstelleinrichtung hat den Nachteil,
daß sie eine genaue und einfache Einstellung der Glieder des Rechenstabes nicht
ermöglicht, weil die verschiedenen Einstellungen nicht unabhängig voneinander durchzuführen
sind.
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Gemäß der Erfindung werden diese Nachteile durch am Stab bzw. dessen
Teilen vorgesehene Justiermittel vermieden, deren Ausbildung die Justierbarkeit
des Doppelstabes - in seiner Längsrichtung und senkrecht hierzu ermöglicht, den
beiden Stahkörperlängsteilen jedoch nur die Verstellung in je einer dieser Richtungen
gestattet. Mit diesen beiden Einstellmöglichkeiten kann der Doppelrechenstab in
bezug auf seine Skalenträger stets -in vollkommener Weise auskorrigiert und die
Zügigkeit des Schiebers jeweils wieder herbeigeführt werden, wenn sie bei längerem
Gebrauch des Rechenstabes verlorengegangen sein sollte. Besonders bedeutungsvoll
ist es hierbei, daß durch die erfindungsgemäße Ausgestaltung der Justiermittel die
Zügigkeit des Schiebers und die Korrektur der Skalenlagen nacheinander und unabhängig
voneinander vorgenommen werden können. So ist es beispielsweise möglich, zunächst
die Zügigkeit des Schiebers einzustellen und im Anschluß daran die zur Korrektur
der Skalenlagen erforderliche Längsverschiebung vorzunehmen, wodurch die Einstellungen
weit genauer erfolgen können als mit für beide Justiermöglichkeiten gemeinsam vorgesehenen
Einstellmitteln.
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Es sind verschiedene Ausführungsmöglichkeiten gegeben, um die beiden
erfindungsgemäß senkrecht zueinander erfolgenden Verschiebungen der Körperteile
des Stabes gegenüber den Verbindungslaschen vornehmen zu können. Als zweckmäßig
hat sich eine Ausführungsform der Erfindung erwiesen, bei welcher an den Verbindungslaschen
über den Stabkörperteilen Schrauben vorgesehen sind, deren Schäfte in kurze Führungsschlitze
in den Stabkörperteilen eingreifen. Vorzugsweise werden auf jeder der beiden .Seiten
einer Verbindungslasche zwei solche Schrauben angeordnet. Die Schlitze in den Stabkörperteilen
sind derart ausgerichtet, daß sie in dem einen Stabkörperteil parallel zur Längsachse
des Rechenstabes und in der anderen senkrecht dazu verlaufen. Um eine genaue Führung
der Stabkörperteile bei der Verschiebung in den beiden .Richtungen zu sichern und
die Montage des .Stabes zu erleichtern, sind die Verbindungslaschen mittels Nut
und Feder mit den Stabkörperteilen verbunden, wobei Nut und Feder wiederum so ausgerichtet
sind, daß die Verschiebung der einzelnen Stabkörperteile nur in einer bestimmten
Richtung möglich ist. Die Befestigung der Schrauben, durch welche die Verbindungslaschen
unverrückbar fest gegen die,Stabkörper gepreßt werden, kann z. B. in der Weise erfolgen,
daß je zwei einander gegenüberliegende Schrauben mittels Innen- und Außengewinde
miteinander verschraubbar sind. Auf jeder Breitseite des Rechenstabes sind Einstellorgane,
wie sie beschrieben worden sind, angebracht. An Stelle einer Führung .durch Nut
und Feder können auch an den aufeinanderliegenden Flächen der Verbindungslaschen
und der Rechenstabkörper Keilrillen derart angebracht sein, -daß die Erhebungen
auf der einen Fläche in Vertiefungen auf der anderen eingreifen. Im übrigen werden
auch diese Keilrillen so ausgerichtet, daß auf jeder Seite der Laschen eine Verschiebung
der betreffenden Stabkörperteile in nur einer Richtung möglich ist.
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Eine andere auch sehr zweckmäßige Ausführungsform der Erfindung ermöglicht
die Verschiebung der Stabkörper gegenüber den Verbindungslaschen dadurch, daß am
Stabkörper vierkantige Aussparungen und an den Verbindungslaschen vierkantige Ansätze
vorgesehen sind, wobei die Aussparungen eine geringe Bewegung der in sie eingreifenden
Ansätze in einer Richtung zulassen, und zwar auf der einen Seite der Verbindungslasche
in der Längsrichtung des Stabes und auf der anderen senkrecht dazu. Es genügt dabei
ein geringes Spiel für die Bewegung der Rechenstabkörper, da die vorzunehmenden
Korrekturen von sehr kleinem Ausmaß sind.
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Gemäß einem weiteren Merkmal der Erfindung ragen die vorzugsweise
aus durchsichtigem Kunststoff bestehenden Verbindungslaschen mit den darübersitzendenSchraubenköpfen
so weit über die Breitflächen des Rechenstabes heraus, daß der Schieber mit seinen
Fenstern beim Aufliegen des Stabes auf den Schraubenköpfen den zu seiner Bewegung
erforderlichen Abstand von der Auflagefläche des Rechenstabes besitzt. Durch diese
Maßnahme wird es einerseits ermöglicht, daß der Läufer auch bei flachen Rechenstäben
bewegt werden kann; ohne daß er auf der Auflagefläche des Rechenstabes schleift
und dadurch in seiner Bewegung gehindert wird und Beschädigungen, beispielsweise
durch Verkratzen, ausgesetzt ist. Andererseits gibt die Gestaltung der Verbindungslaschen
aus durchsichtigen Kunststoffen die Möglichkeit, die Skalen des Schiebers ohne Vergrößerung
der Stablänge weiter auszudehnen, weil die Verbindungslaschen nunmehr die Enden
des Schiebers nicht mehr verdecken.
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Diese und weitere Merkmale der Erfindung gehen aus den .in der Zeichnung
dargestellten Ausführungsbeispielen hervor. Es zeigt Fig. i den erfindungsgemäßen
Doppelrechenstab
mit durchsichtigen Verbindungslaschen und verlängerter
Skalenteilung auf dem Schieber in der Draufsicht, Fig. 2 den Rechenstab mit senkrecht
zueinander verstellbaren Stabkörperteilen in der Draufsicht, Fig. 3 einen Schnitt
nach der Linie III-III der Fig. 2, Fig. 4. den Rechenstab mit einer anderen Einrichtung
zur Verstellung der Stabkörperteile in der Draufsicht, Fig. 5 einen Schnitt nach
der Linie V-V der Fig..I, Fig.6 den Rechenstab mit einer weiteren Einrichtung zur
Verschiebung der Stabkörperteile, Fig. / einen Schnitt nach der Linie V II-VII der
Fig. 6, Fig. 8 den Rechenstab mit Läufer in einer Seitenansicht.
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In Fig. i ist ein Doppelrechenstab in flacher Ausführung in der Draufsicht
dargestellt, bei welchem zwischen den Stabkörperteilen i und 2, die gleichzeitig
Skalenträger sind, der Schieber 3 angeordnet ist, dessen Skala 7 bis zu seinen Enden
zu Überteilungen 6 verlängert ist. Um die Überteilungen 6 des Schiebers sichtbar
zu machen, sind die zur Verbindung der Stabkörperteile i und 2 dienenden Verbindungslaschen
,1 und 5 ganz oder zum mindesten in ihrem über dem Schieber liegenden Mittelteil
aus durchsichtigem Werkstoff, wie z. B. Polyacrvlsäureätlivlester, ausgeführt. Auch
auf der Unterseite des Rechenstabes sind solche Verbindungslaschen angebracht, die
ebenso wie die in der Figur sichtbaren Laschen .I und 5 ganz oder zum Teil durchsichtig
ausgeführt sind. Bei der in der Fig. i dargestellten Ausführungsform sind die Verbindungslaschen
mit den Stahlkörperteilen verkittet.
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Bei der Ausführungsform des Doppelrechenstabes, wie sie in Fig. 2
und 3 dargestellt ist, sind die Verbindungslaschenpaare .I und 5 durch Schrauben
8 an den Stabkörperteilen i und 2 befestigt. Im übrigen läßt die Darstellung die
erfindungsgemäße Verstellbarkeit der Stjabkörperteile i und 2 in zwei aufeinander
senkrechten Richtungen erkennen. Zu diesem Zweck sind in den beiden Stabkörperteilen
i und 2 kurze Schlitze angebracht, in welche die Schrauben 8 eingreifen. Auf jeder
Laschenhälfte sitzen zwei solche Schrauben 8, und die Schlitze 21 sind auf der einen
Seite der Lasche parallel zur Längsachse des Stabes und auf der anderen senkrecht
dazu ausgerichtet, so daß der Stabkörperteil i nur in der Richtung auf den Schieber
3 zu und wieder zurück bewegt werden kann, während der Stabkörperteil 2 nur längs
des Schiebers 3 beweglich ist. Um eine genaue Führung bei der Bewegung der Teile
i und 2 zu gewährleisten, befinden sich diese mit den Verbindungslaschen .I und
5 außerdem durch Feder und Nut derart im Eingriff, daß der eine Teil nur die Bewegung
längs des Rechenstabes und der andere nur die dazu senkrechte Bewegung ausführen
kann. Die Federn sind in der Figur mit io und die Nuten mit 9 bezeichnet. Die Schrauben
8 sind als Donnel- öder Spannschrauben ausgebildet, deren Einzelteile 8' und 8"
miteinander verschraubbar sind. Beim Anziehen der Schrauben «erden die Laschenpaare
4. und 5 fest gegen die Stabkörper i und 2 gepreßt, so daß keine weitere Verschiebung
dieser Teile zueinander bzw. gegenüber dem Schieber 3 mehr möglich ist.
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Eine andere Ausführungsform der Verstelleinrichtung für die Stabkörperteile
i und 2 ist in den Fig..I und 5 dargestellt. Diese Ausführungsform unterscheidet
sich von der in Fig.2 und 3 dargestellten dadurch, daß die Stabkörperteile bei ihrer
Be-%,7egung gegenüber den Verbindungslaschen nicht durch eine Nut- und Federanordnung,
sondern durch auf den Berührungsflächen angebrachte Keilrippen 1 i, 12 geführt werden.
Dabei ist die Anordnung der mit Erhöhungen und Vertiefungen ineinandergreifenden
Keilrippen so getroffen, daß diese auf den dein einen Stabkörperteil zugeordneten
Laschenseiten längs des Rechenstabes und auf den dem anderen Stabkörperteil zugeordneten
Laschenseiten senkrecht dazu verlaufen, so daß auch in diesem Fall der Stabkörperteil
i nur senkrecht zur Stabachse und der Stabkörper 2 nur parallel dazu verschoben
werden kann.
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Eine weitere Ausführungsform der Erfindung, die sich besonders bewährt
hat, besteht darin, daß auf den Berührungsflächen zwischen Stabkörperteilen 1, 2
und Verbindungslaschen .I, 5 vierkantige Ansätze 13 und diesen gegenüber vierkantige
Aussparungen 14 angeordnet sind, wie dies aus den Fig. 6 und 7 zu ersehen ist. Die
Aussparungen sind in einer Richtung größer bemessen, als es der Abmessung der in
sie eingreifenden Ansätze 13 entspricht. und zwar derart, daß auf der einen Seite
der Laschen .I, 5 Spiel für die Verschiebung des Stabkörperteils i in der Richtung
senkrecht zur Stabachse und in der anderen Spiel in der Längsrichtung des Stabes
vorgesehen ist, so daß auf jeder Seite nur die Verschiebung in einer Richtung möglich
ist. Die Verbindung der Stabkörperteile 1, 2 mit den Verbindungslaschen :I, 5 erfolgt
auf jeder Laschenhälfte in diesem Fall nur durch eine einzige Schraube B. Im übrigen
sind die Verbindungslaschen, ebenso wie bei den vorbeschriebenen Ausführungsformen,
an beiden Enden des Rechenstabes und auf beiden Breitseiten desselben angebracht,
so daß jeder Stab vier Verbindungslaschen aufweist.
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Die bei den bisher beschriebenen Rechenstabformen zur Verbindung zwischen
den Stabkörperteilen 1, 2 und denVerbindungslaschen.I, 5 dienenden Schrauben werden
gemäß der Erfindung mit Köpfen von solcher Dicke ausgewählt, daß diese Schraubenköpfe
2 2 zusammen mit den Verbindungslaschen beim Auflegen des Rechenstabes auf eine
Unterlage einen solchen Abstand des Rechenstabes von der Unterlage gewährleisten,
daß der Läufer 15 mit seinen Bügeln und Fenstern die Auflagefläche nicht berührt
(vgl. Fig. 8). Eine solche Anordnung bietet den Vorteil, daß der Läufer 15 des Rechenstabes
auch beim Aufliegen desselben auf einer Auflagefläche verschoben werden kann, ohne
daß er in seiner Bewegung durch die Auflagefläche behindert wird.
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Der Doppelrechenstab in den beschriebenen Ausführungsformen,
die
nur als Beispiele anzusehen sind und durch viele andere Ausführungsmöglichkeiten
ersetzt werden können, zeichnet sich vor den bekannten Ausführungsformen durch die
zum mindesten teilweise durchsichtigen Verbindungslaschen aus, die es ermöglichen,
die iSkala des Schiebers und gegebenenfalls auch die Skalen auf den Stabkörperteilen
bis zu den Enden des Stabes auszudehnen. Ferner sind Einstellvorrichtungen an dem
Rechenstab vorgesehen, um eine gegebenenfalls eintretende Verschiebung zwischen
den Stabkörperteilen und -den Verbindungslaschen auskorrigieren zu können, deren
wesentliches Merkmal darin besteht, daß der eine Stabkörperteil nur in der Längsrichtung
des Stabes und der andere nur senkrecht dazu verschoben werden kann. Durch diese
Einrichtung wird es ermöglicht, nacheinander und unabhängig voneinander die Zügigkeit
des Schiebers zu verbessern und im Anschluß daran die Skaleneinstellung zu korrigieren.
:Schließlich besitzt der Rechenstab erfindungsgemäß eineLäuferausführung, die im
Zusammenhang mit der Korrektur der Skaleneinteilungen auch die genaue Einstellung
der Markierungsstriche des Läufers vorzunehmen gestattet.