DE855441C - Verfahren zur Herstellung von oelarmen bzw. oelfreien Lacken - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von oelarmen bzw. oelfreien Lacken

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DE855441C
DE855441C DEST1455D DEST001455D DE855441C DE 855441 C DE855441 C DE 855441C DE ST1455 D DEST1455 D DE ST1455D DE ST001455 D DEST001455 D DE ST001455D DE 855441 C DE855441 C DE 855441C
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Germany
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Helmut Dipl-Chem Dr-I Wiedmann
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STEINKOHLENBERGW RHEINPREUSSEN
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STEINKOHLENBERGW RHEINPREUSSEN
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  • Verfahren zur Herstellung von ölarmen bzw. ölfreien Lacken .Man ist seit langem bemüht, die bisher zur Lackherstellung benutzten trocknenden Öle, wie Leinöl, Holzöl u. dgl., durch andere, leichter zugängliche Rohstoffe zu ersetzen bzw. ölarme oder ölfreie Lacke herzustellen. Die bisherigen Versuche waren jedoch nur teilweise befriedigend. Es ist bekannt, mit Aluminiumpalmitat versetzte Anstrichstoffe anzuwenden. Sie ergeben eine halbmatte oder ganzmatte Oberfläche des Films, d. h. eine ähnliche Oberfläche, wie sie bei der ölfreien Grundierung erhalten wird.
  • Es wurde nun gefunden, daß bei der Lackbereitung die trocknenden Öle, wie Lein- oder Holzöl, ganz oder teilweise durch solche Reaktionsprodukte von Aluminiumalkoholaten mit Monocarbonsäuren, die mehr als 4 C-Atome im Molekül enthalten, ersetzt werden können, die auf i Nlol Aluminiumalkoholat weniger als 2,5 Mol Monocarbonsäuren enthalten. Die gemäß der Erfindung anzuwendenden carbonsauren Aluminiumalkoholate sind mit den gebräuchlichen Lösungsmitteln, wie Testbenzin, Äther, Chloroform, Benzol, Benzolsprit, Toluol und Nylol gut mischbar und geben im Aufstrich einen durchsichtigen klaren Film. Ebenso sind sie mit Ölen, wie Holzöl, Leinöl, aber auch mit Mineralöl sowie mit Lacklösungen gut mischbar. Als Lackgrundstoffe können sowohl natürliche Harze wie Kolophonium oder Harzester, als auch Kunstharze, wie modifizierte Phenolformaldehydharze angewandt werden. Bei Verwendung von Kolophonium hat es sich als zweckmäßig erwiesen, zur Verbesserung der Elastizität des Lackfilms einen Weichmacher, wie z. B. handelsübliches Chlophen A 6o, zuzusetzen. Die restlose Einsparung von trocknenden Ölen ist auf die Lackbereitung auf kaltem Wege beschränkt. Bei der Lackbereitung in der Hitze würde bei Zusatz der fettsauren Aluminiumalkoholate, spätestens beim Stehenlassen des Lackes, eine Verdickung eintreten, die so weit geht, daß der Lack seine Streichfähigkeit völlig einbüßt. Um die in der Hitze bereiteten Lacke streichfähig zu erhalten, ist ein geringer Zusatz eines trocknenden Öles, wie Lein- oder Holzöl in Mengen von etwa 2 bis io% erforderlich.
  • Die in den Reaktionsprodukten der Aluminiumalkoholate enthaltene Monocarbonsäure soll mehr als 4 C-Atome enthalten, jedoch ist man nicht auf die Anwendung niedriger Fettsäuren beschränkt, vielmehr können als Fettsäuren auch höhermolekulare Säuren, wie Palmitin- oder Stearinsäure, sowie Säuregemische, wie sie z. B. bei der Paraffinoxydation anfallen, angewandt werden. Es ist ferner nicht erforderlich, daß die Monocarbonsäuren aliphatischer Natur sind, es können vielmehr an Stelle der Fettsäuren oder im Gemisch mit ihnen Naphthensäuren angewandt werden.
  • Die mit Hilfe der carbonsauren Aluminiumalkoholate bereiteten ölarmen bzw. ölfreien Lacke zeichnen sich durch einen guten Verlauf, glänzende Oberfläche sowie durch große Härte- und Biegfestigkeit und Elastizität der Lackfilme aus und sind daher als Anstrichmittel für die verschiedensten Grundstoffe, wie Holz, Glas oder Metall, bestens geeignet. Die geringe Beständigkeit der Lackfilme gegen Feuchtigkeit, Säure und Alkali beschränkt ihre Anwendung auf den Innenanstrich.
  • Der Vorteil dieser neuartigen ölarmen bzw. ölfreien Lacke ist vor allem darin zu ersehen, daß für ihre Bereitung keine oder nur äußerst geringe Mengen an ungesättigten Fettsäuren benötigt werden. Die anzuwendenden sauren Aluminiumalkoholate enthalten gegebenenfalls zwar auch Fettsäuren, jedoch ist der Fettsäureverbrauch an sich schon wesentlich geringer als bei der bisherigen Herstellung der ölhaltigen Lacke, außerdem können zur Herstellung der carbonsauren Aluminiumalkoholate gesättigte Fettsäuren oder Naphthensäuren angewandt werden. Man ist somit weder bei der Bereitung des Lackes noch bei der Herstellung des carbonsauren Aluminiumalkoholats an den Verbrauch von ungesättigten Fettsäuren gebunden.
  • Die Bereitung eines ölfreien Lackes sei an Hand der nachfolgenden Beispiele näher erläutert. Beispiel i io g eines modifizierten Phenolformaldehydharzes werden in 7,2 9 Xylol kalt gelöst, mit 5,7 g eines fettsauren Aluminiumalkoholats versetzt, das auf i Atom Aluminium 1,7 Mol eines Fettsäuregemisches mit 6 bis 9 C-Atomen enthält, und nach Zugabe von o,22 g Bleiresinat (als Sikkativ) mit weiteren 21,6 g Xylol bis zur Streichfähigkeit verdünnt. Der Lack hat einen guten Verlauf, ist streichbar auf Holz, Glas und -Metall, entspricht den praktischen Anforderungen für Innenanstrichzwecke in bezug auf Glanz, Härte und Elastizität und zeichnet sich durch eine kurze Trockenzeit aus. Der Lackfilm erwies sich in io Minuten als angetrocknet, in 25 Minuten als staubtrocken, in 45 Minuten als trocken und war nach 120 Minuten völlig durchgetrocknet. Nach il/2stündiger Quarzlampenbestrahlung erwies sich der Film als unverändert.
  • Beispiel e 25 g Kolophonium werden geschmolzen und auf 24o° erhitzt. Dann erfolgt durch Zugabe von i g Zn 0 und 0,5 g Ca 0 das Verkalken und Verzinken. Nach Zugabe von 0,3 g Blei-Kobalt-Resinat als Sikkativ wird der Sud klargekocht. Die beim Erkalten erhaltene Harzmasse wird gepulvert, in 25 g Testbenzin gelöst und nacheinander mit 12,5 g fettsauren Aluminiumalkoholats gemäß Beispiel i und 6,25 eines üblichen Weichmachers, z. B. das handelsübliche Clophen A 6o, versetzt. Dieser Lack hat gleichfalls einen guten Verlauf, bildet einen hochglänzenden Film, ist nicht spröde und hat die erwünschte Elastizität. Der Lack ist auf Holz, Glas und Metall aufstreichbar und benötigt nur eine kurze Trockenzeit. Der Lackfilm ist z. B. in 15 Minuten angetrocknet, in 35 Minuten staubtrocken, nach i Stunde trocken und nach 2 bis 3 Stunden völlig durchgetrocknet.
  • Der Zusatz von Pigmenten bereitet keine Schwierigkeiten, falls die angewandten Körperfarben frei von Feuchtigkeit sind. Andernfalls kann durch Zugabe von Schutzkolloiden die Feuchtigkeitswirkung der Farbstoffe ausgeschaltet werden.

Claims (2)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren zur Herstellung von ölarmen bzw. ölfreien Lacken, dadurch gekennzeichnet, daß die Ölkomponente ganz oder teilweise durch Reaktionsprodukte von Aluminiumalkoholaten mit Monocarbonsäuren, die mehr als 4 C-Atome im Molekül enthalten, ersetzt wird, die auf i Mol Aluminiumalkoholatweniger als 2,5 Mol Monocarbonsäure enthalten.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch i, gekennzeichhet durch die Anwendung solcher carbonsauren Alum-iniumalkoholate, die als Monocarbonsäuren Fettsäuren oder Naphthensäuren enthalten.
DEST1455D 1944-09-02 1944-09-02 Verfahren zur Herstellung von oelarmen bzw. oelfreien Lacken Expired DE855441C (de)

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Cited By (5)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1000550B (de) * 1953-09-16 1957-01-10 Du Pont Filmbildner
DE1032543B (de) * 1953-04-04 1958-06-19 Hoechst Ag Verfahren zur Herstellung von organischen aluminiumhaltigen Kunststoffen
DE977378C (de) * 1952-04-10 1966-03-24 Hoechst Ag Verfahren zur Herstellung von acylierten Aluminiumalkoholaten
DE977377C (de) * 1952-04-10 1966-05-18 Hoechst Ag Verfahren zur Herstellung von acylierten Aluminiumalkoholaten
DE977507C (de) * 1952-04-10 1966-09-29 Hoechst Ag Verfahren zur Herstellung von acylierten Aluminiumalkoholaten

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