DE855345C - Verfahren zum Elektroplattieren von Kunststoffen mit Metall - Google Patents
Verfahren zum Elektroplattieren von Kunststoffen mit MetallInfo
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-
- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C25—ELECTROLYTIC OR ELECTROPHORETIC PROCESSES; APPARATUS THEREFOR
- C25D—PROCESSES FOR THE ELECTROLYTIC OR ELECTROPHORETIC PRODUCTION OF COATINGS; ELECTROFORMING; APPARATUS THEREFOR
- C25D5/00—Electroplating characterised by the process; Pretreatment or after-treatment of workpieces
- C25D5/54—Electroplating of non-metallic surfaces
- C25D5/56—Electroplating of non-metallic surfaces of plastics
-
- B—PERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
- B32—LAYERED PRODUCTS
- B32B—LAYERED PRODUCTS, i.e. PRODUCTS BUILT-UP OF STRATA OF FLAT OR NON-FLAT, e.g. CELLULAR OR HONEYCOMB, FORM
- B32B15/00—Layered products comprising a layer of metal
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Description
(WiGBL S. 175)
AUSGEGEBEN AM 13. NOVEMBER 1952
D 8//4
(V. St. A.)
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Elektroplattieren von Kunststoffen mit Metallen
und auf die hierbei erhaltenen Produkte.
Das Hauptziel der Erfindung ist die Herstellung von geformten Gegenständen aus Kunststoffen, die
einen metallischen, fest an dem Gegenstand haftenden Überzug haben.
Ein weiteres Ziel der Erfindung ist die Herstellung von solchen Gegenständen beliebiger Form,
die vorzugsweise durch Verformung gebildet werden.
Ein anderes Ziel der Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung von geformten Gegenständen
aus Kunststoffen, die einen fest an dem Kunststoff haftenden, elektroplattierten Überzug
haben.
Die Erfindung bezieht sich ferner auf die Herstellung von solchen Gegenständen, die eine hohe
Festigkeit und Beständigkeit haben.
Die Erfindung bezieht sich auch auf die Herstellung von den erfindungsgemäßen Gegenständen,
wobei diese auf eine einfache und wirtschaftliche Weise hergestellt werden.
Schließlich gehen die Ziele und Vorteile der Erfindung aus der folgenden Beschreibung deutlich
hervor.
Bisher bestand das übliche Verfahren beim Elektroplattieren von Kunststoffen darin, daß ein
dünner metallischer Überzug mechanisch auf die Oberfläche des Kunststoffes aufgetragen und hierauf
auf dieser Oberfläche elektroplattiert wurde. Bei diesem Verfahren war es nicht möglich, eine
gute Bindung zwischen dem Metall und dem Kunststoff zu erhalten.
Es wurde nun gefunden, daß ein gut mit der Unterlage verbundener Überzug direkt aus einem
elektrolytischen Bad auf die Oberfläche eines Gegenstandes aus Kunststoff unter gewissen Bedingungen
erzeugt werden kann.
Gemäß der Erfindung wird der Gegenstand aus dem Kunststoff gegossen oder geformt, wobei
ίο dieser Kunststoff einen feinverteilten, elektrisch leitenden Stoff, vorzugsweise Kohlenstoff in feinverteiltem
Zustand aufweist. Eine "sehr gute Bindung kann dadurch erhalten werden, daß auf einer
Oberfläche ein Metall direkt elektroplattiert wird, falls eine dünne Schicht der Oberfläche des geformten
oder gegossenen Gegenstandes aus Kunststoff abgetragen wird. Hierbei kann diese Abtragung
auf mechanischem oder chemischem Wege, wie z. B. mittels eines Sandgebläses oder mittels
Ätzen, erfolgen, wobei eine aufgerauhte Oberfläche hinterbleibt.
Die Bindung zwischen dem Metall und dem Kunststoff wird weiter verbessert, falls in den
Kunststoff eine wesentliche Menge eines faserartigen Materials, insbesondere ein cellulosehaltiges
Material, wie Baumwollflocken, eingebettet wird.
Innerhalb eines großen Anwendungsbereiches der Erfindung sind viele Ausführungsformen mög-Hch.
Die vorzugsweise verwendeten Kunststoffe sind Phenolharze, insbesondere Phenolformaldehydharze.
Hierbei können einstufige oder zweistufige Harze verwendet werden. Es können aber
auch andere härtbare Harze, z. B. Harnstoff-, Melamin- und Polyesterharze, ebenso thermoplastische Kunststoffe, die sich vom Styrol oder
anderen Verbindungen ableiten, verwendet werden. Die Oberflächenschicht wird derart entfernt,
daß eine nicht zu rauhe Oberfläche hinterbleibt, damit eine glatte Plattierung in wirtschaftlicher
Weise erhalten werden kann. Es wurde gefunden, daß bei einem mechanischen Abschleifen mittels
eines Sandgebläses ein Sand, der ungefähr durch ein Zweihundertmaschensieb geht, die besten Ergebnisse
ergibt. Das Abtragen der Oberflächenschicht auf chemischem Wege erfolgt vorzugsweise
durch Eintauchen des Kunststoffes während ungefähr 15 Minuten in eine wäßrige, 950 warme, 40%
Natriumhydroxyd enthaltende Lösung oder durch Eintauchen während ungefähr 2 Minuten in eine
annähernd ioo0' warme Lösung von konzentrierter
Schwefelsäure. Bei beiden Arten der Abtragung wird diese vorzugsweise nur so weit durchgeführt,
bis eine sehr dünne Schicht von nicht mehr als ungefähr 0,0025 cm und vorzugsweise 0,000325 cm
abgetragen ist. Obgleich das Entfernen einer dickeren Schicht unwirtschaftlich und für die
Form des Gegenstandes nachteilig ist, zerstört ein solches Entfernen jedoch nicht die Bindung
zwischen dem Metall und dem betreffenden Kunststoff.
Andere mechanische oder chemische Verfahren der Abtragung der Oberflächenschicht können
unter gewissen Bedingungen mit Vorteil verwendet werden. Bei glatten Flächen, z. B. bei Platten
oder Zylindern, ist das Schleifen eine geeignete Oberflächenbehandlung. Die Behandlung mit organischen
Lösungsmitteln, in denen der betreffende Kunststoff löslich ist, z. B. mit heißem Phenol für
Gegenstände aus phenolischen Kunstharzen, Benzol für Kunststoffe auf Styrolbasis und Aceton
für Gegenstände aus cellulosehaltigen! Material, ergibt in vielen Fällen befriedigende Ergebnisse.
Die Rauheit der Oberfläche hängt von der Korngröße des Abschleifmittels bei dem mechanischen
Abschleifverfahren und von der Art, Zeit der Einwirkung ur/d Konzentration der Ätzlösung bei
der chemischen Behandlung ab. Eine rauhere Oberfläche hat normalerweise eine bessere
Bindung aber auch eine gröbere Plattierung zur Folge.
Das vorzugsweise verwendete, elektrisch leitende Material besteht aus gepulvertem Graphit, aber
auch Ruß ergibt ebenfalls befriedigende Resultate. Metallpulver, wie z. B. Bronzepulver, können ebenfalls
verwendet werden, aber diese sind schwerer und auch teurer als Graphit oder Ruß. Die Menge
des elektrisch leitenden Materials muß genügend groß bemessen sein, um den gesamten Körper des
Gegenstandes zu einem ziemlich guten Leiter für den elektrischen Strom zu machen.
Verschiedene Faserstoffe können ebenfalls verwendet werden, wie z. B. Nylon oder Asbest. Es
wurde aber hierbei festgestellt, daß die Cellulosefasern, wie z. B. Baumwollflocken und Holzmehl,
besonders zur Verbesserung der Bindung der Metallplattierung mit dem Kunststoff geeignet sind.
Die Zugabe an Graphit oder anderen elektrisch leitenden Stoffen schwächt die mechanische Festigkeit
des Kunststoffes, so daß die Zugabe von etwas faserigem Material, insbesondere bei Phenolharzen
erwünscht ist. Zur Herstellung der stärksten Bindung zwischen dem Metall und dem betreffenden
Kunststoff wird jedoch cellulosehaltiges Material verwendet.
Verschiedene Arten von Metallen können auf den erfindungsgemäß hergestellten Kunststoffgegenständen
nach üblichen Plattierungsverfahren aufgetragen werden. So können Kupfer aus Cyanidbädern, Kupfer, Nickel oder Cadmium aus
sauren Bädern oder Chrom aus den üblichen Chromierungsbädern niedergeschlagen werden. Bei der
Nickelplattierung werden im Gegensatz zu der Erfahrung bei der Metallplattierung die besten Ergebnisse
erhalten, indem man das Nickel Vorzugsweise aus einem sauren Bad direkt auf den Kunststoff
ohne eine Kupferzwischenschicht niederschlägt.
Die Menge des faserartigen Materials kann ziemlich groß sein. Diese übersteigt gewichtsmäßig
jedoch vorzugsweise nicht die Menge des plastischen Materials.
Die folgende Tabelle gibt in Gewichtsteilen sechs
verschiedene Mischungen wieder, die für das Elektroplattieren gemäß der Erfindung geeignet
sind.
| I | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | |
| Phenolharz '. | 600 | 600 | 6OO | 600 | IOO | |
| Polystyrol | 600 300 450 12 |
s 111 1 1 1 | 300 450 12 |
3OO 450 12 |
300 450 12 |
|
| Baumwollflocken | 55 | 31 | II | 9 | IOO | |
| Holzmehl | ||||||
| Asbestfaser | ||||||
| Graphitpulver | ||||||
| Bronzepulver | 246 12 |
|||||
| Bei der Verformung verwendetes Gleitmittel |
||||||
| Volumwiderstand Ohm cm | ||||||
»5 In Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens
wird eine dieser Mischungen durch Mahlen der Bestandteile der Mischungen während ungefähr
ι Stunde in einer Kugelmühle hergestellt, worauf das Material 1 bis 2 Minuten auf Differentialwalzen
bei einer Temperatur von ungefähr 100 bis iio° l>ehandelt wird. Die hierbei erhaltenen
Platten werden abgekühlt und auf eine Maschengröße von 14 vermählen.
Das gemahlene Material wird hierauf zu Gegenas ständen beliebiger Form geformt und in der üblichen
Weise gehärtet. Die geformten Gegenstände werden hierauf in geeigneter Weise abgeschliffen
und zu einer Elektrode in einem üblichen elektrolytischen Bad, wie z. B. einem sauren Nickelplattierungsbad,
gemacht. Nachdem eine Schicht geeigneter Dicke niedergeschlagen worden ist, wird der Gegenstand aus dem Bad entfernt und in
der üblichen Weise fertig zugerichtet.
Beim Abschleifen der oben angeführten verschiedenen Kunststoffgegenstände werden folgende
Verfahren bevorzugt angewendet:
Präparat 1: Eintauchen während einiger Minuten in Benzol, Abspülen mit Alkohol und Wasser;
Präparat 2: Eintauchen während einiger Minuten in heiße Schwefelsäure, Abspülen mit Wasser;
Präparat 3: Eintauchen während ungefähr 10 Minuten in heiße konzentrierte Natriumhydroxydlösung,
Abspülen mit Wasser;
Präparat 4: Eintauchen in Dioxan, Abspülen mit Wasser;
Präparat 5: Bearbeiten mittels eines Dampfgebläses während 1 oder 2 Minuten mit Sand von
200 Maschen Größe;
Claims (2)
1. Verfahren zum Elektroplattieren von Kunststoffen mit Metall, dadurch gekennzeichnet,
daß ein feinverteilter, elektrisch leitender Stoff, vorzugsweise Kohlenstoff oder Graphit,
in einem Kunststoff, vorzugsweise einem härtbaren Kunststoff, wie Phenolharz, verteilt, der
Kunststoff geformt, dann die Oberflächenschicht des Kunststoffes mechanisch oder chemisch,
vorzugsweise mittels eines Sandstrahlgebläses, abgetragen und eine Metallschicht,
vorzugsweise Nickel, aus einem sauren elektrolytischen Bad direkt auf der abgeschliffenen
Oberfläche des Kunststoffes abgeschieden wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß der verwendete Kunststoff neben dem feinverteilten, elektrisch leitenden Stoff ein faserartiges Material, vorzugsweise
Zellstoffaser oder Baumwollflocken, feinverteilt enthält.
Präparat 6: Eintauchen während ungefähr Minuten in Aceton, Abspülen mit Wasser.
Es ist offenbar, daß zwei oder mehrere verschiedene Metalle nacheinander auf den so gebildeten
Gegenstand plattiert werden können.
Im vorhergehenden wurden Ausführungsformen gemäß der Erfindung beschrieben. Diese sollen
jedoch den Umfang der Erfindung keineswegs einschränken.
O 5465 11.52
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| US692065XA | 1950-04-27 | 1950-04-27 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE855345C true DE855345C (de) | 1952-11-13 |
Family
ID=22087414
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DED8774A Expired DE855345C (de) | 1950-04-27 | 1951-04-26 | Verfahren zum Elektroplattieren von Kunststoffen mit Metall |
Country Status (2)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE855345C (de) |
| GB (1) | GB692065A (de) |
Families Citing this family (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| GB1460905A (en) * | 1973-06-30 | 1977-01-06 | Lucas Electrical Ltd | Method of producing a lamp base having an electroplated coating thereon |
-
1951
- 1951-04-06 GB GB8059/51A patent/GB692065A/en not_active Expired
- 1951-04-26 DE DED8774A patent/DE855345C/de not_active Expired
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| GB692065A (en) | 1953-05-27 |
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