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Schallaufzeichnungsträger Die Erfindung bezieht sich auf Verbesserungen
von Schallplatten, in welche eine Tonrille auf einer oder beiden Seiten eingepreßt
ist. Insbesondere bezieht sich die Erfindung auf Verbesserungen der physikalischen
Form der Schallplatte. Durch diese Verbesserungen werden Vorteile erreicht, die
im folgenden im einzelnen erläutert werden sollen.
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Die bekannten Schallplatten mit einem Durchmesser von :25 bis
30 cm sind bisher mit über die ganze Plattenfläche praktisch gleicher Dicke
ausgeführt worden und besaßen ein Mittelloch von verhältnismäßig kleinem Durchmesser,
das auf die Plattentellerspindel von entsprechend kleinem Durchmesser paßt. je nach
dem Material, aus welchem die Platten gefertigt waren, schwankten diese Platten
im Gewicht zwischen etwa 140 und 330 9,
waren im allgemeinen ziemlich
zerbrechlich, sofern sie nicht aus einer Masse ohne Füllstoffe, wie den ziemlich
kostspieligen Vinyl-Harz-Conpolyrneren, hergestellt waren und waren ferner unbequem
zu stapeln und zu handhaben. Die unbequeme Handhabung bezieht sich sowohl auf das
Mittelloch als auf die Kantenabnutzung bei verschiedenen Arten von selbsttätigen
Plattenwechslern. Die Plattenwechselmechanismen waren notwendigerweise auch ziemlich
verwickelt und mit Rücksicht auf die vorkommenden
größten Plattendurchmesser
von großen Abmessungen.
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Die verbesserte Schallplatte gemäß der Erfindung ist zur Vermeidung
der obenerwähnten Nachteile und zur Erzielung weiterer Fortschritte entworfen worden.
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Die Erfindung bezweckt, eine Schallplatte mit einem Minimum an Materialaufwand
zu schaffen. Durch die Erfindung werden folgende Vorteile erreicht: Eilte Beschädigung
oder eine Verkratzung der Tonspur durch Gleiten der in einem Stapel befindlichen
Platten aufeinander ist praktisch beseitigt.
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Die neue Platte ist für die Benutzung von einfacheren und raumsparenderen
Plattenwechselapparaten geeignet.
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Außerdem tritt bei der neuen Platte keine Ab-
nutzung des äußeren
Plattenrands mehr auf, wenn der Hattenwechselmechanistrius geeignet beschaffeil
ist.
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Auch der Verschleiß der Platte am Mittelloch ist geringer als bei
den bekannten Platten.
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Ferner eignet sieh die neue Platte für die Benutzung bel Plattenwechslern,
die eine sehr kurze Wechselzeit besitzen.
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Außerdem kann die neue Platte bequem und schnell auf die Spindel eines
Plattentellers aufgeschoben werden.
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Schließlich ist auch die Lebensdauer der neuen Platte gegenüber den
bisherigen wesentlich erhöht. l,'ig. i ist eine Aufsicht auf eine erfindutigsgemäße
Schallplatte; Fig. 2 ist ein Querschnitt längs der Linie 2-2 in Fig. i
;
Fig,- 3 ist.ein teilweiser Querschnitt, der einen Stapel der erfindungsgemäßen
Schallplatten auf dem Mittelzapfen des Plattentellers eines selbsttätigen Plattenweclislers
zeigt, und Fig. 4 ist eine ähnliche Ansicht wie Fig. 3, zeigt jedoch den'
Plattenwechsler nach Fig. 3 bei der LÖ-sting einer Platte VomPlattenstapel,
um diesePlatte auf dem Plattenteller aufzulegen, Gemäß Fig. i besteht eine bevorzugte
Ausführungsform der Schallplatte 2 im allgemeinen aus einem dünneit Mittelteil 4
mit dem Mittelloch 6,
einer Fläche 8 für das Etikett und einem Tonspurteil
io. Der Ring, die Etikettfläche und die Tonspurfläche Nverden vorzugsweise auf beiden
Seiten der Platte svinmetrisch zur Mittelebene 12 angebracht, wie aus Fig. 2 am
besten zu erkennen ist. Die Platte ,selbst kann aus irgendeinem der üblichen Plattenwerkstotfe
mit oder ohne Füllmaterialien gefertigt werden und besteht vorzugsweise aus einer
Kornposition ohne Füllstoffe, wie Conpolyrnere von 'v'iiiN,Iclilorid-Viiiylacetat,
der in üblicher Weise ein Staüisator zugesetzt ist. Der Werkstoff, welcher zur Herstellung
von Schallplatten der erfindungsgemäßen Art benutzt werden soll, stellt seinerseits
keinen Bestandteil der Erfindung dar, wenn auch die geeignete,Wahl dieses Werkstoffs
zur Erreichung der bestmöglichen Qualität erwünscht ist. Poly-"inylacetatharze,
denen erhebliche Mengen eines weicheren Harzes mit niedrigerem Schmelzpunkt zugesetzt
sind, können ebenso benutzt werden wie Kompositionen von Äthylcellulose und Polyvinylformal
mit oder ohne Füllstoffe sowie mit oder ohne einen solchen liarzzusatz mit niedrigem
Schmelzpunkt.
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Bisher waren Schallplatten lierkömmlicherweise in der Regel mit einem
äußeren Durchmesser von 2,9 oder 30 cm ausgeführt -,vorden und besaßen ein
verhältnismäßig hohes Gewicht, da der größte Bestandteil des Plattenmaterials aus
einem inerten mineralischen Füllstoff bestand. Die selbsttätigen Plattenwechsler
für diese Platten besaßen durchweg Einrichtungen, mit denen der Plattenvorrat an
den äußeren Plattenkanten gehalten wurde. Dies führte zu Plattenwechselmechanisnien,
die verhältnismäßig viel Raum beanspruchten und dalier auch große Gehäuseahniessungen
erforderten.
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Die erfindungsgetnäßen Platten eignen sich für die Benutzung hei PlattenwechsIern,
die sich grundlegend voll den bisherigen und handelsüblichen Typen unterscheiden.
Aus Fig. t und 2 ist zu ersehen, daß der Mittelteil 4 der Schallplatte erheblich
dünner ist, als der ihn konzentrisch umgebende, für (las Etikett bestimmte
Teil 8. Die Eigenschaften des Nlittelteils gegenüber den übrigen Teilen der
Schallplatte stellen einen wichtigen Teil der Erfindung dar. Der äußere Umfang des
Mittelteils hängt mit der Innenkante des l,.tiketteils fest zusammen, und der Obergang
von der Dicke des Mittelteils zur Dicke des Etiketteils ist verhältnismäßig plötzlich.
Dies wird vorzugsweise durch eine verhältnismäßig steile Schulter 14 erreicht, all
deren Stelle auch ein unstetiger Dickenübergang treten kann. Aus den weiter unten
erläuterten Gründen wird unter Umständen auch anschließend all das Mittelloch ein
Ring voll gleichfiirtniger Dicke vorgesehen, obwohl der Plattenmittelteil gegen
(las Nlittelloch hin eine allmählich abnehmende Dicke besitzen kann, so lange die
Schulter zwischen dein Mittelteil und dein Etiketteil vorhanden ist. Der Mittelteil
kann auch als stufenförmig gegenüber dem Etiketteil bezeichnet werden.
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An Hand der Fig. 3 und 4 sei die Funktion des dünnen Mittelteils
ini Zusammenhang mit der Arbeitsweise eines PlattenNvechslers beschrieben, bei (lern
der Plattenwechsel mit Hilfe von zentral angeordneten Einrichtungen vor sich geht.
Dieser Plattenwechsler enthält eine Mittelsäule 16, die bestimmte wesentliche Bestandteile
des Wechselmechanismus aufnimmt. Diese Bestandteile sind zwe * i entgegengesetzt
angeordnete und nach innen schwenkbare Nasen 18, die durch einen geeigneten,
nicht mitgezeichneten Mechanismus betätigt werden. Diese Nasen tragen einen Stapel
von aufeinanderliegenden Platten, der koaxial über dein Plattenteller 20 liegt,
auf dein sich die Mittelsäule 16 befindet.
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Mit den Nasen 18 arbeiten zwei drehbare Plattentreniiinesser 22 zusammen,
die sich in einem bestimmten Abstand oberhalb der Nasen befinden. Die Nasen ragen
in ihrer Normalstellung über den Umfang der Mittelsäule hinaus, während sich die
Messer innerhalb der Säule befinden. Für den Plattenwechsel
werden
die Messer über den äußeren Umfang der Säule hinausbewegt, bevor die Nasen in die
Säule zurückgezogen werden. Zur Vervollständigung des Plattenwechselvorgangs bewegen
sich die Nasen in ihre Anfangsstellung zurück, bevor die Messer in ihre Normalsteltung
im Innern der Säule zurückgezogen werden.
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Wie oben erwähnt und wie in den Fig. 2 bis 4 dargestellt, bildet der
Mittelteil 4 eine -versenkte Fläche auf beiden Seiten derb Schallplatte. Wenn zwei
oder mehr Schallplatten aufeinandergestapelt werden, besteht also zwischen diesen
Mittelteilen zweier aufeinanderliegender Platten ein gewisser Abstand. Die Form
der Mittelteile ist so gewählt, daß, wenn der Plattenwechselniechanismus die unterste
Platte des Stapels freigibt, die Messer 22 in die Mitte des Raums zwischen den M
ittelteilen aufeinanderliegender Platten eingreifett und die Platten dabei aber
während ihrer Bewegung nach außen gar nicht be-
rühren. [in weiteren Verlauf
des Wechselvorgangs werdeti die Nasen 18 iii die Mittelsäule zurückgezogen,
und die tiliterste Platte des Stapels gleitet auf den Plattenteller lierab. Währenddessen
senken ,;ich die übrigen Platten des Stapels ein wenig ab.
so (laß sie auf
den Tremimessern 22 aufliegen. Die Nasen bewegen sich dann wieder in ihre äußere
Nornialstellung zurück, und die Trennmesser werdeii in die Sätile zurückgezogen,
wobei sich der Plattenstapel abermals eine Kleinigkeit nach unten bewegt, bis die
unterste Platte auf den Nasen aufliegt. Die Vorteile dieser Art von Schallplatten
gegenüber den bisherigeti \tisführtingen liegen auf der Hand. Da die Trentimesser
die Platten während ihrer Bev,-egung nach auswärts nicht berühren, kommt also auch
keine Reibungsabnutzung zwischen den beweglichen Teilen des Hattenwechslers und
den Schallplatten zustande.
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Das 'Mittelloch der Platte muß natürlich so groß el sein, (laß es
leicht über die Mittelsäule paßt, die deil Mechanismus zur i#etätigutig der Nasen
18 und d(!v Trenntnesser 22 enthält. liei einer bevorzugten Ausführtingsforin hat
(las Mittelloch selbst einen Durchmesser von der Größenordnung 3,8 cm. Dieser
Durchmesser kann natürlich auch etwas kleiner oder größer sein, darf jedoch nicht
so groß werden, (laß die Kante des Tonspurteils "der Platte erreicht wird. Der Durchmesser
sollte auch nicht wesentlich kleiner als der angegebene Wert gewählt \%-erden, da,
wenti (las Mittelloch zu klein ist, die Platten auf den Nasen 18 nicht genügend
stabil aufliegen tind der Plattenwechselmechanismus nicht in der Säule Platz finden
kann. Die Benutzung verhältnismißig großer Mittellöcher erleichtert außerdem (las
Aufsetzen der Platten auf die Mittelsäule, so (laß man nicht, wie bisher beim Aufsetzen
von Platten auf dünne Plattentellerspindeln, längere Zeit herumzusuchen braucht.
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Ein weitere-, wichtiges Merkmal der Erfindung besteht darin, daß der
Tonspurteil io der Platte geringere Dicke besitzt als der Etlik.etteil
8. Bei einer bevorzugten Ausführungsforrn hat der Tonspurteil und der Mittelteil
etwa die Hälfte der Dicke des Etiketteils. Wenn nian den Totispurteil gegenüber
der Oberfläche deg Etiketteils in dieser Weise versenkt, können die Platten aufeinandergestapelt
werden, wobei sich ihre Etiketteile gegenseitig berühreii oder aneinander reiben,
ohne daß die Tonspurteile verkratzt werden oder sich abnutzen, wie es bei de--,
bisherigen Platten der Fall ist. Außerdem wird eine Materialersparnis erziett, so
daß die neuen Schaflplatten gegenüber den bisherigen von überall gleiclier Dicke
verhältnisrpäßig leicht ausfallen. Unter dein Totispurteil wird dabei der ganze
außerhalb des dickeren Etiketteils liegende Teil der Platte verstanden, obwohl nur
ein Teil dieses sogenannten Totispurteils mit der Tonrille beschrieben zu sein braucht.
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Es ist ersichtlich, daß, wenn der Tonspurteil eine minimale Dicke
erhalten soll und vrenn der Mittelteil dünner als der ihn unmittelbar umgebende
Etiketteil der Schallplatte ausgeführt ist, der den Nlittelteil 4 umgebende Etiketteil
erhöht werden muß. Bei Platten, die ein Gesamtgewicht von ringefähr 42
g besitzen, soll der Teil 8 einen Durchinesser von wenigstens der
Hälfte des äußeren Plattendurchinessers besitzen, damit genügend Reibung zwischen
zwei aufeinanderliegenden Platten vorhanden ist, wenn zwei oder mehr Schallplatten
auf dem Plattenteller aufliegen und die oberste von ihnen init einem leichten Tonartn
abgespielt werden soll. Wenn die Platten schwerer ausgeführt werden oder (las Gewicht
des Tonarms geringer ist, kann die Fläche des Etiketteils vermindert werden. Dies
ist ein Faktor, der den maximalen Durchmesser des Mittellochs begrenzt. Es wurde
außerdem festgestellt, daß, werin das Mittelloch zu groß gemacht wird, die Platten
sich manchmal verkanten und infolgedessen an der Mittelsäule hängenbleiben, statt
bei der Zurückziehung der Nasen auf den Plattenteller herabzugleiten. Wenn keine
ausreichende Reibung z-,vischen benachbart liegenden Schallplatten besteht, können
diese aufeinandergleiten und daher zu einer schlechten Wiedergabe führen.
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Obwohl die Erfindung nicht auf Platten eines bestimmten äußeren Durchmessers
oder auf eine bestimmte Dicke des Tonspurteils oder des Etikettteils beschränkt
ist, sei als Größe für eine bevorzugte Ausführungsform ein äußerer Durchmesser von
ungefähr 18 cm, ein Gesamtgewicht von ungefähr 28 g
und eine Dicke des Etiketteils
von ungefähr 2 Irrn angegeben.
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Der verkleinerte Plattendurchmesser bringt einen weiteren Vorteil
mit sich, der die Lebensdauer der Platte erhöht. Der Tonarm kann verhältnismäßig
kurz und entsprechend leichtgemacht werden, so daß das auf der #Viedergabenadel
ruhende und eine Ab-
nutzung der Tonrille bewirkende Gewicht sich vermindert.
Hierdurch wird die Lebensdauer der Platte verlängert, da mit jedem einzelnen Abspielen
eine geringere Abnutzung verbunden ist, Die beschriebene Schallplatte ist also für
die Benutzung mit einem selbsttätigen Plattenwechsler von einfachem Aufbau und von
geringen Abmessungen geeignet, unterliegt einer geringeren Abnutzung und ist beim
Abspielen und bei der gewöhnlichen Handhabung in geringerem Maße einer Beschädigung
ausgesetzt
als die bisherigen Schallplatten von 25 und 30 cm Durchmesser.