DE83759C - - Google Patents

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DE83759C
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    • DTEXTILES; PAPER
    • D07ROPES; CABLES OTHER THAN ELECTRIC
    • D07BROPES OR CABLES IN GENERAL
    • D07B1/00Constructional features of ropes or cables
    • D07B1/02Ropes built-up from fibrous or filamentary material, e.g. of vegetable origin, of animal origin, regenerated cellulose, plastics
    • DTEXTILES; PAPER
    • D07ROPES; CABLES OTHER THAN ELECTRIC
    • D07BROPES OR CABLES IN GENERAL
    • D07B2201/00Ropes or cables
    • D07B2201/20Rope or cable components
    • D07B2201/2015Strands
    • D07B2201/2036Strands characterised by the use of different wires or filaments
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    • D07B2201/2041Strands characterised by the materials used

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  • Ropes Or Cables (AREA)
  • Yarns And Mechanical Finishing Of Yarns Or Ropes (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 73: Seilerei.
C. H. MICHELSEN in GROHN-VEGESACK. Kombinirtes Hanf-Baumwollseil.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 9. April 1895 ab.
Gegenstand vorliegender Erfindung ist die Herstellung eines neuen Seiles, welches den Zweck hat, mit einer verhältnifsmä'fsig grofsen Weichheit des Seiles eine hohe Widerstandsfähigkeit gegen Reibung im Innern und doch eine grofse Festigkeit zu verbinden.
Für den Seilbetrieb sind im Allgemeinen durchweg Seile aus Hanf, Manilahanf etc. gebräuchlich. Seile aus Hanf, Manilahanf etc., die als Transmissionsseile über Scheiben, in Flaschenzügen, Fahrstühlen über Rollen etc. laufen, nutzen sich bekanntlich viel weniger durch die daran hängende Last und den auf die Seile ausgeübten Zug ab, als durch Reibung im Innern. Diese Reibung entsteht durch fortwährende Biegungen um Scheiben, Winden etc. und tritt zwischen den Garnen und Litzen der Seile in so starkem Mafse auf, dafs sie sich bei schnell laufenden Transmissionsseilen sogar bis zur Erhitzung der Seile steigern kann. Alte, abgenutzte Transmissionsseile, Flaschenzug- und Windeseile zeigen dies deutlich beim Aufschneiden derselben in der Querrichtung durch das im Innern befindliche Mehl, welches lediglich durch Zerreibung der Fasern unter sich entstanden ist.
Bei Transmissionsseilen sucht man dieser Zerreibung im Innern dadurch zu begegnen, dafs man die Seile stark einfettet und dieses Einfetten von Zeit zu Zeit wiederholt. Bei kleinerem Scheibendurchmesser jedoch kann man trotz alledem Hanf- oder. Manilaseile nicht mehr verwenden, sondern ist gezwungen, Baumwollseile zu benutzen.
Man benutzt überhaupt überall da, wo es sich um grofse Weichheit handelt, in der Regel Seile, die nur aus Baumwolle hergestellt sind. Dieselben haben aber durchweg den Nachtheil, dafs sie sich sehr stark dehnen und nur eine geringe Zugfestigkeit besitzen; dagegen haben solche Baumwollseile den Vortheil, dafs sie sich im Innern zwischen den Garnen und Litzen sehr gut halten und nicht zerreiben und zerfressen, wie z. B. Seile aus dem viel härteren und gröberen Hanf.
Die den Gegenstand des vorliegenden Patents bildenden Seile sind nun dadurch gekennzeichnet, dafs sie die Vortheile der Hanfseile mit denen der Baumwollseile verbinden, während sie gleichzeitig die Nachtheile beider Seilarten vermeiden, indem bei ihnen vor allen1 Dingen ausgeschlossen ist, dafs sich auch bei den stärksten Biegungen und Windungen ihre Faser im Innern zerreibt, und dafs sie sich wie die Baumwollseile übermäfsig stark dehnen und nur geringe Zugfestigkeit besitzen.
Diese neuen Seile werden aus europäischem Hanf, aus Manilahanf etc., oder auch aus überseeischen Hanfarten hergestellt unter gleichzeitiger Verwendung von Baumwolle, so zwar, dafs die zu den Seilen zu verwendenden Garne direct während des Spinnprocesses auf der Seilgarn-Spinnmaschine . mit feinem Baumwollgarn überzogen werden.
Die Hanfgarne sind also nicht mit Baumwollgarnen umwickelt, sondern während des Spinnprocessses der Hanf- etc. Garne übersponnen. Das Spinnen der Garne und das Ueberspinnen derselben mit den Baumwollfäden vollzieht sich also in einer einzigen Manipulation.
Dadurch wird erzielt, dafs die Drehung im Seilfaden und die Drehung der Umspinnung eine ganz gleichmäfsige wird, was bei Fäden,
die nur umwickelt sind, nicht der Fall ist. Die weitere Fertigstellung der Seile aus den so combinirten Hanf-Baumwollgarnen geschieht in der bekannten Seilermanier auf der Seilbahn oder, auf der Seilmaschine.
Seile, welche auf diese Weise hergestellt werden, erweisen sich als der denkbar beste Ersatz von Baumwoll- oder Hanfseilen; sie besitzen die überaus grofse Widerstandsfähigkeit der Hanfseile, die grofse Weichheit der Baumwollseile und zeigen die hohe Festigkeit beider; das Zerreiben der Hanffasern im Innern ist so gut wie ausgeschlossen, und die Dauerhaftigkeit und Benutzbarkeit der Seile zeigt sich in ganz erstaunlichem Mafse gegen früher erhöht.
Die Erfahrung hat gelehrt, dafs es nicht möglich ist, ältere in Betrieb befindliche Transmissionsseile aus Hanf durch Einreibung mit Fett derartig wieder zu imprägniren, dafs das Fett bis in die Mitte der Seile durchdringt; das Fett dringt vielmehr nur wenig in die Seile ein, und es wird dadurch das Einreiben selbst, welches bezweckt, die inneren, tiefsten Lagen geschmeidig und gegen das Zerreiben und Zerfressen . widerstandsfähig zu machen, wenig zweckerfüllend.
Die durch die Methode des gleichzeitigen Verspinnens beider Stoffe (des Hanfes und der Baumwollgarne) neuen, combinirten Hanf-Baumwollgarne lassen an und für sich eine Reibung der Hanffasern unter sich nicht zu; die zwischen den Hanffasern befindlichen Baumwollschichten verhindern dies; dieselben wirken aber aufserdem gleichsam wie Saugdochte und erhöhen infolge dessen den Zweck des Einfettens der Seile ganz bedeutend. Trägt man warmes Fett auf solche Seile auf, so zieht es die Baumwolle bis zur innersten Faser des. Seiles hinein, und es wird dadurch das Imprägniren der Seile, auch solcher in Betrieb stehender, sehr leicht.
Die Herstellung dieser neuen Seile erhöht den Preis derselben nur unwesentlich, so dafs die Seile, welche in ihrer Wirkungsweise noch weit besser als reine Baumwolle sind, jedenfalls aber im Preise bedeutend billiger sein werden, als der denkbar beste Ersatz der bisher gebräuchlichen Seilarten zu betrachten sind.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Seile, Taue etc. jeder Stärke und Grofse, dadurch gekennzeichnet, dafs die zu den Seilen zu verwendenden Hanfgarne während des Spinnprocesses in einer und derselben Manipulation mit feinen Baumwollgarnen überzogen werden.
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