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Vorrichtung zur Verhinderung mißbräuchlicher Handhabung der Teile
von Meßgeräten l)ie Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zur Verhinderung
mißbräuchlicher Handhabung der Teile von Meßg eräten, insbesondere der unbefugten
Auswechslung der Meßpatronen von elektrolytischen Strommeßgeräten.
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Zwischenzähler haben u. a. :den Zweck, eine Streitquelle zwischen
dem Inhaber des Hauptzählers, z. B. einem Hauptmieter, und einem Stromnebenverbraucher,
z. B. einem Untermieter, auszuschalten. Als besonders vorteilhafte Zwischenzähler
sind die elektrolytischen Strommeßgeräte geeignet, welche mit Meßpatronen ausgerüstet
sind:, die nach Verbrauch ihres Inhalts, mithin nach Verbrauch einer gewissen Strommenge,
den Stromfluß unterbrechen, also erneuert werden müssen. Zwecks einwandfreier Kontrolle
und Abrechnung darf die Erneuerung der Meßpatronen nur dem Inhaber des Hauptzählers,
z. B. dem Hauptmieter, möglich sein. Andernfalls könnte der Stromnebenverbraucher
miß:bräuchlich Meßpatronen einsetzen, die nicht bei der Abrechnrung erfaßt werden.
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Die Erfindung ist deshalb auf eine Sicherungsvorrichtung gerichtet,
welche gewährleistet, daß stets nur dem Berechtigten die für mißbräuchliiche Handhabung
in Betracht kommenden Teile eines Meßgerätes zugänglich sind und daß die uribefugte
Betätigung dieser Teile, z. B. die unerlaubte Auswechslung von Meßpatronen, für
den Berechtigten sogleich erkennbar ist. Zur Erreichung dieses Zieles ist erfindungsgemäß
am Meßgerät ein Schloß vorgesehen, dessen Sperrglied erst nach Beschädigung einer
zerstörbaren, z. B. zerreiß- oder -brechbaren, nur vom Befugten erneuerbaren Abdeckung,
beispielsweise aus Papier, Pappe o. dgl,., lösbar ist. Es wirkt also der Deckel,
der die zu sichernden Teile überdacht, mit einem Srhloß zusammen, und zwar derart,
daß das die Verschlußlage bestimmende Haltemittel des Deckels mit einem, vorzugsweise
federnden
Sperrglied zusammenrastet, über welchem eine erst nach ihrer Beschädigung das Sperrglied
zugänglich machende Sicherungsplatte z. B. aus Karton angebracht ist. Dieser Sicherungsplatte
ist ein Halter zugeordnet, der sie in der Verschlußlage festlegt und der erst nach
Öffnung des Deckels die Einbringung einer neuen Sicherungsplatte erlaubt. Als Sperrglied
findet mit Vorzug eine Spreizfeder Verwendung, deren Sperrarm in der Verschlußlage
in das Haltemittel des Deckels eingreift und nach Beschädigung undloder Entfernung
der ihm vorgelagerten Sicherungsplatte aus Karton o. dgl. in die Öffnungslage verschiebbar
ist.
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Gleichviel, in welcher Ausbildung und aus welchem Werkstoff die Sicherungsplatte
gefertigt ist., sie kann z. B. aus einer Visitenkarte des Berechtigten oder aus
einem dessen Namenszug tragenden Papierstreifen bestehen, stets deckt sie das eigentliche
Sperrglied des Schlosses derart ab, daß ohne ihre Beschädigung das Sperrglied nicht
betätigt wnerden'kann. Es merkt also der Berechtigte sogleich, ob ein Unbefugter
das Schloß geöffnet' hat. Darin liegt, schon in Ansehung des unglücklicherweise
häufig zwischen Haupt- und Untermieter bestehenden Mißtrauens, ein wichtiger Fortschritt
der Erfindung. Darüber hinaus bietet diese aber auch den Vorteil" daß ein eigentliches
Schloß, wie es z. B. als Vorhängeschloß, als Tür- oder Schrankschloß o. dgl. bekannt
ist, zu dessen Betätigung ein angepaßter Schlüssel gehört, nicht erforderlich ist.
Es ist mithin auch die Gefahr hintangehalten, daß der Schlüssel verlegt oder verwechselt
wird bzw. verlorengeht, mithin im Bedarfsfalle nicht verfügbar ist.
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Der Deckel ist bei einem elektrolytischen Strommeßgerät so ausgebildet,
daß er die Meßpatronen übergreift. Es genügt in der Regel, wenn er, z. B. in Gestalt
einer Sperrleiste, ein Herausnehmen der Meßpatrone(n) verhindert, sie also in ihrer
Gebrauchslage festhält. Er kann jedoch ..auch zum Schutz vor Staub und Bruchgefahr
die ganze Xleßpatrone überdecken. In; diesem Fall empfiehlt es sich, den Deckel
aus durchsichtigem Material anzufertigen, um den Zählerstand ohne Öffnen, des Deckels
an der Patrone feststellen zu können. Es ist möglich, in häufigen Fällen sogar zweckvoll,
den Deckel so zu gestalten, daß er in seiner Verschlußlage andere vor unerwünschtem
Zugriff zu schützende Organe, z. B. Befestigungsschrauben des Gerätes, auf einer
Unterlage, z. B. auf einer Zählertafel, oder auch Anschlußteile überdeckt. Es sind
dann auch diese Zubehörteile des Gerätes gegen unbefugte Handhabung gesichert.
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Ein Ausführungsbeispiel .der Erfindung ist in der Zeichnung in schematischer
Darstellung veranschaulicht. Es zeigt Fig. i eine Draufsicht eines Meßgerätes, Fig.
2 einen Schnitt nach A-B der Fig. i, Fig. 3 einen Schnitt nach C-D der Fig. i.
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Die in dem Gehäuse a untergebrachten Meßgeräteteile sind aus Gründen
zeichnerischer Klarheit nicht dargestellt. Ebenso sind die von dem Deckel
b überdachten, auf dem Gehäuse a auswech,selbar angeordneten 'Meßpatronen
nicht gezeichnet.
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Der Deckel b, der bei der dargestellten Ausbildungsform kastenartig
gestaltet ist, ist mittels der Scharniere c und d schwenkbar am Gehäuse
a
gelagert. Er besitzt einen seitlichen, plattenförmigen Ansatz e, der den
als Haltemittel dienenden Zapfen f trägt. Dieser greift in der Verschlußlage durch
eine entsprechende Öffnung der Gehäusedeckwand ins Gehäuseinnere und wird von dem
Arm g der Spreizfeder h in der Verschlußlage dadurch gehalten, daß dieser Arm g
sich in seine Raste i einschiebt.
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Die Spreizfeder h ist unten an der Gehäusedeckwand angebracht. Der
Arm g ist von oben durch die Ausne',ltmung k zugänglich, welche sich in der Gehäusedeckwand
befindet. Es ist jedoch diese Ausnehmung k in der Verschlußlage des Deckels
b
durch eine Sicherungsplatte, z. B. durch ein Papier-oder Pappestück, abgedeckt,
das zweckvoll bestimmte, nur vom Berechtigten anbringbare Kennzeichen trägt, also
gewissermaßen eine Urkunde .des Berechtigten darstellt. Diese Abdeckplatte l ist
von der Seite her unter den Rahmen in steckbar. Die Einschuböffnung n befindet sich
auf der dem Deckel zugekehrten Seite des Rahmens in, so daß also die Sicherungsplatte
l nur bei geöffnetem Deckel b ohne Zerstörung herausnehmbar bzw. nach ihrer Zerstörung
durch eine neue ersetzbar ist.
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Wenn der Deckel b zwecks Einsetzens einer neuen Meßpatrone :geöffnet
werden soll, so muß die Sicherungsplatte l eingerissen:, z. B. nach unten in die
Mulde o hineingedrückt, oder auf sonstige Weise derart beschädigt werden, daß der
Sperrarm g zugänglich wird. Erst wenn das Hindernis der unbeschädigten Sicherungsplatte
l beseitigt ist, kann der Arm g in Richtung des Pfeiles Y verschwenkt, also aus
der Sperraste i des Haltezapfens f 'herausgeschwenkt werden, so daß der Deckel aufklappbar
ist. Sollte ein Unbefugter die Sicherungsplatte l beschädigt haben, um das Schdoß
öffnen zu können, so vermag dies der Berechtigte unschwer daran zu erkennen, daß
die Sicherungsplatte beschädigt ist oder d.aß, falls eine neue Sicherungsplatte
eingelegt wurde, diese nicht seine Kennzeichnung trägt.
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Es ist, wie bereits erwähnt, im Sinne der Erfindung gleichgültig,
ob durch den Deckel b Meßpatronen oder sonstige zu sichernde Teile überdeckt sind.
Durch entsprechende Vergrößerung und Gestaltung Kann der Deckel auch zur Sicherung
der Anschlußklemmen, der Befestigungsschrauben und anderer Teile herangezogen werden.
Es braucht sich auch nicht um ein tlektrolytisches Strommeßgerät zu handeln. Die
Erfindung ist auch bei sonstigen Meßgeräten mit gleichem Vorteil anwendbar.
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In Abweichung vom gezeichneten Ausführungsbeispiel ist es selbstverständlich
möglich, von einem gesonderten Deckel Abstand zu nehmen und die Gehäusedeckwand
als Deckel zu benutzen.
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Es ist selbstverständlich möglich, das Schloß
auch
derart auszubilden, daß die beim gezeichneten Ausführungsbeispiel am Meßgerätegehäuse
angebrachten Schloßteile sich am Deckel befinden und umgekehrt.