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Eine der wichtigsten Aufgaben im Rahmen der Schulreform besteht in
der Schaffung zweckmäßiger Schulmöbel. Hierfür sind verschiedene Forderungen und
Gesichtspunkte maßgebend, und zwar in erster Linie naturgemäße und bequeme Sitzhaltung
der Schüler, leichte Sauberhaltung, Lärmvermeidung, freie Gruppierungsmöglichkeit
der Möbel und damit Auflockerung des Gesamtbildes und vielseitige Ausnutzung des
Schulraumes bei erhöhter Wohnlichkeit. Um diesen Forderungen Rechnung zu tragen,
geht man neuerdings immer mehr dazu über, an Stelle der früher üblichen mehrsitzigen
Schulbänke einsitzige Schulmöbel zu verwenden. Beispielsweise hat man vorgeschlagen,
Sitz und Tisch voneinander zu trennen und nach dem Vorbild üblicher Wohnmöbel auszubilden.
Diese Lösung hat sich jedoch nicht bewährt. Bevorzugte Verwendung findet heute die
Konstruktion eines Einsitzerschulmöbels, bei dem Sitz und Tisch von einem gemeinsamen
festen Unterbau getragen werden. In der Regel sind der Sitz und der Tisch auf je
einer Mittelsäule angebracht. Die beiden Mittelsäulen sind durch einen Sockel starr
miteinander verbunden. Man hat auch schon vorgeschlagen, den gesamten Unterbau als
Rohrkonstruktion auszubilden.
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Die Erfindung bezweckt eine weitere Ausbildung dieser Schulmöbel,
wodurch eine vielseitigere Gestaltung des Unterrichtes unabhängig von der räumlichen
Beziehung des jeweiligen Aufstellungsortes der einzelnen Möbel zu dem Standort des
Unterrichtenden und der Unterrichtsmittel ermöglicht wird.
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Es ist bekannt, in Büroräumen für die Arbeitsplätze drehbare Sitze
zu verwenden, um z. B. dem Arbeitenden die Möglichkeit zu geben, unter Beibehaltung
der Sitzhaltung seine Blickrichtung beliebig ändern zu können. Derartige Drehsitze
sind auch in Gaststätten mit Filmvorführungen oder anderen Schaustellungen gebräuchlich.
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Der Erfindung liegt der Gedanke zugrunde, diese Maßnahme auch auf
Schulmöbel, insbesondere einsitzige Schulmöbel; zu übertragen. Diese übertragung
ist jedoch nicht ohne weiteres möglich ,'da bei einem Schulmöbel üblicher Bauart
der Sitz und der Tisch einen festen Abstand voneinander haben, der durch die vorschriftsmäßige
Sitzhaltung des Schülers bestimmt ist und für die Drehbewegung des Sitzes mit seiner
Rückenlehne nicht genügend Raum läßt. Um eine Drehung des Sitzes um 36o Grad zu
ermöglichen, ist erfindungsgemäß die Tischplatte mit einem der Bewegungsbahn der
Rückenlehne angepaßten, zweckmäßig kreisförmigen Ausschnitt versehen. Dieser Ausschnitt
beschränkt sich auf einen solchen Teil der Tischbreite, daß beiderseits des Ausschnittes
ausreichende Flächen als Armstützen für den Schüler verbleiben. Die Vorteile der
Drehbarkeit des Sitzes gerade bei einem Schulmöbel liegen auf der Hand. Unter anderem
kann der Schüler dem Unterricht räumlich nach allen Richtungen folgen. Der Standort
des Unterrichtenden und der Unterrichtsmittel, z. B. Tafeln, Karten u. dgl., ist
nicht mehr an eine bestimmte Blickrichtung gebunden.
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In einer weiteren Ausbildung der Erfindung ist die Rückenlehne des
Sitzes federnd nachgiebig, z. B. mittels einer Blattfeder mit der Sitzplatte verbunden.
Diese Maßnahme hat gerade im Zusammenhang mit der Drehbarkeit des Sitzes besondere
Bedeutung, da bei seitwärts oder rückwärts gedrehtem Sitz, also bei Fortfall der
Armstützen, die Rückenlehne die einzige Körperstütze für den Schüler bildet und
infolge ihrer elastischen Anpassungsfähigkeit eine Ermüdung des Schülers verhindert.
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Ein Ausführungsbeispiel eines einsitzigen Schulmöbels ist in der Zeichnung
in perspektivischer Ansicht dargestellt.
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Der Sitz a und der Tisch b werden von den senkrechten Schenkeln cl,
c' eines U-förmigen Stahlrohrbügels c getragen. Die Schenkel sind in der ganzen
Länge durch je zwei Stahlrohre d, e bzw. f, g,
die mit ihnen durch
Schweißung oder in anderer Weise verbunden sind, versteift. Die unteren Enden dl,
e1 bzw. f1, g1 sind zur Bildung von Füßen rechtwinklig abgebogen.
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Der Sitz a ist auf dem Schenkel cl des Bügels c drehbar gelagert.
Diese Lagerung ist im einzelnen nicht dargestellt, da ihre Konstruktion bei Drehsitzen
allgemein bekannt ,ist. Die Rückenlehne h ist durch eine Blattfeder i mit der Sitzplatte
federnd nachgiebig verbunden.
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Die obere Tischplatte b1 ist mit einem kreisbogenförmigen Ausschnitt
k versehen, der der Bewegungsbahn der Rückenlehne h angepaßt ist, so daß der Sitz
mit der Rückenlehne ohne Behinderung durch die Tischplatte um 36o Grad gedreht werden
kann.