DE812247C - Herstellung von Hexafluorphosphorsaeure und deren Salzen - Google Patents

Herstellung von Hexafluorphosphorsaeure und deren Salzen

Info

Publication number
DE812247C
DE812247C DEP38311A DEP0038311A DE812247C DE 812247 C DE812247 C DE 812247C DE P38311 A DEP38311 A DE P38311A DE P0038311 A DEP0038311 A DE P0038311A DE 812247 C DE812247 C DE 812247C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
phosphorus
salts
fluoride
hydrogen fluoride
hexafluorophosphoric acid
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Expired
Application number
DEP38311A
Other languages
English (en)
Inventor
Heinz Dr-Ing Jonas
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Bayer AG
Original Assignee
Bayer AG
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Bayer AG filed Critical Bayer AG
Priority to DEP38311A priority Critical patent/DE812247C/de
Application granted granted Critical
Publication of DE812247C publication Critical patent/DE812247C/de
Expired legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C01INORGANIC CHEMISTRY
    • C01BNON-METALLIC ELEMENTS; COMPOUNDS THEREOF; METALLOIDS OR COMPOUNDS THEREOF NOT COVERED BY SUBCLASS C01C
    • C01B25/00Phosphorus; Compounds thereof
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C01INORGANIC CHEMISTRY
    • C01BNON-METALLIC ELEMENTS; COMPOUNDS THEREOF; METALLOIDS OR COMPOUNDS THEREOF NOT COVERED BY SUBCLASS C01C
    • C01B25/00Phosphorus; Compounds thereof
    • C01B25/10Halides or oxyhalides of phosphorus

Description

  • Herstellung von Hexafluorphosphorsäure und deren Salzen Die Darstellung der Salze der Hexafluorphosphorsäure war bisher nur auf umständliche Weise möglich. Entweder setzte man Phosphorpentoxyd mit Flußsäure oder Ammonfluorid um und isolierte dann aus dem im wesentlichen Mono- und Difluorphosphorsäure enthaltenden Reaktionsgemisch das Hexafluorphosphat als N itronsalz oder man ließ Phosphorpentachlorid mit einem großen Überschuß an Kalium- oder Ammoniumfluorid reagieren, um aus dem erhaltenen Gemisch von --\fetallhexafluorphosphat, -chlorid und -fluorid das erste anschließend auf relativ umständliche Weise abzutrennen. Andere Metallfluoride waren dieser Umsetzung kaum oder gar nicht zugänglich, und daher waren z. B. das Natrium- und Calciumsalz bisher nur schwer erhältlich. Die freie Säure, aus dem Bariumsalz bereitet, konnte nur in in wäßriger und daher wenig beständiger Lösung erhalten werden. Es wurde gefunden, daß man in ausgezeichneter, meist praktisch quantitativer, Ausbeute Hexafluorphosphorsäure und deren Salze erhält, wenn man Phosphorpentahalogenide mit einer genügenden Menge Fluorwasserstoff bzw. Fluorwasserstoff und einem anorganischen Halogenid umsetzt. Das Halogenid liegt dann im Reaktionsgemisch als reaktionsfähiges sogenanntes Polyfluorid Me F - x H F vor. Als anorganische Halogenide kommen in erster Linie die Metallhalogenide einschließlich der Ammoniumhalogenide in Frage, jedoch auch solche Halogenide, wie z. B. die Nitrosylhalogenide, die sich den Metallhalogeniden analog verhalten.
  • Eine einfache Ausführungsform des Verfahrens besteht in der Anwendung von Phosphorpentafluorid als Phosphorkomponente. Dieses vereinigt sich mit Fluorwasserstoff bei tiefen Temperaturen bzw. unter Druck zu Hexafluorphosphorsäure. Bei Gegenwart eines keinen reaktionsfähigen Wasserstoff enthaltenden Lösungsmittels, z. B. Äther, kann diese Hexafluorphosphorsäure auch bei Normaltemperatur bis etwa ioo° als konzentrierte Lösung bzw. Addukt an Äther. erhalten und unbegrenzt lange aufbewahrt werden. Aus dieser Ätherlösung sind wäßrige Lösungen ohne Schwierigkeit herstellbar. Die bei weitem einfachste technische Möglichkeit besteht in der Anwendung von Phosphorpentachlorid als Phosphorkomponente. Man arbeitet dann nach der Gleichung z. B. P C15 + 6 H F = H P Fe + 5 H Cl. Zwecks Herstellung der Salze der Hexafluorphosphorsäure geht man vorteilhaft unmittelbar von Metallhalogeniden, insbesondere Fluoriden, Fluorwasserstoff und Phosphorpentahalogeniden, in erster Linie Phosphorpentachlorid aus und erhält bei Einsatz eines geringen Überschusses von Fluorwasserstoff und Phosphorpentahal"ogenid die Salze der Hexafluorwasserstoffsäure bei im Anfang der Reaktion guter Kühlung und schließlichem Verdampfen des überschüssigen Fluorwasserstoffs, unter Umständen im Vakuum, bei mäßig erhöhter Temperatur frei von Chlor und fast frei von nichtumgesetztem Fluorid. Auch diese Umsetzungen können ebensogut in Gegenwart eines inerten Lösungsmittels und bzw. oder im geschlossenen Gefäß durchgeführt werden und verlaufen dann auch bei Einsatz stoechiometrischer Mengen aller Komponenten praktisch quantitativ. Die Verwendung von Metallchloriden, -bromiden und -jodiden an Stelle von Fluoriden bereitet keinerlei Schwierigkeiten.
  • An Stelle von Phosphorpentahalogenid lassen sich, besonders zwecks Durchführung des Verfahrens im geschlossenen Gefäß, auch Phosphortrihalogenide als Ausgangsstoffe verwenden, die mit Fluorwasserstoff bzw. Metallfluorid und Fluorwasserstoff gemischt, nicht oder nur langsam reagieren. Die Umsetzung wird dann durch Hinzudrücken des entsprechenden Halogens, z. B. flüssigem Chlor, durchgeführt.
  • Nach dem Verfahren lassen sich neben der freien Säure vor allem die Alkalimetall- und Ammoniumsalze der Hexafluorphosphorsäure leicht gewinnen. Beispiel i In ioo g Diäthyläther werden etwa ioo g Fluorwasserstoff eingeleitet, wobei die Temperatur durch Wasserkühlung auf etwa 30° gehalten wird. Zu der Lösung fügt man allmählich ioo g Phosphorpentachlorid. Unter Aufbrausen entweicht Chlorwasserstoff. Das in einem Metall-, z. B. Silbergefäß, befindliche Reaktionsgemisch wird dann allmählich bis auf etwa iio° erhitzt, wobei der restliche Chlorwasserstoff und überschüssige Fluorwasserstoff entweichen. Es hinterbleibt eine Flüssigkeit der Zusammensetzung H P F8 # 2 (C2 H5)2 O vom Kp. 76o, 114° und dem Schmelzpunkt -35°. Beispiel e In einer eisernen Bombe werden 130g Fluorwasserstoff vorgelegt und mit 137 g Phosphortrichlorid vermischt. Aus einer zweiten Bombe drückt man mit Stickstoff anschließend 71 9 flÜssiges Chlor allmählich unter Kühlung zu dein F1uorwasserstoff-Phosphortrichlorid-Gemisch. Der sich einstellende Druck wird anschließend allmählich alr gelassen, bis das entweichende Gas, das zuerst nur aus Chlorwasserstoff besteht, beginnt durch seinen Phosphorpentafluoridgehalt eine Gasflamme deutlich fahl zu färben. In der Druckflasche befindet sich dann flüssige Hexafluorphosphorsäure. Bei spie13 Zu 4.2 g Natriumfluorid, die sich in einem Silbertiegel befinden, leitet man unter Tiefkühlung und Rühren 140 g Fluorwasserstoff. Es entsteht eine auch bei -5o° homogene klare Schmelze. In diese trägt man bei guter weiterer Kühlung 21o g Phosphorpentachlorid allmählich ein, wobei sich heftig Chlorwasserstoff entwickelt und zum Schluß der ganze Tiegelinhalt breiig wird. Nach dem Erwärmenlassen auf Normaltemperatur und weiterem gutem Umrühren erhält man 16o g eines trockenen Pulvers mit einem Gehalt von über 95 % Na P Fe, das durch Umlösen, z. B. aus Methanol, rein gewonnen werden kann. Bei spiel4 75 g Kaliumchlorid «-erden wie in Beispiel 3 mit i 4o g Fluorwasserstoff und 21o g Phosphorpentachlorid verarbeitet. Man erhält in analoger Weise 175 g K P F0 mit etwa 95 0/0 Reingehalt, entsprechend 9o % Ausbeute.
  • Beispiel Man vermischt 57 g Ammoniumbifluorid mit ioo g Fluorwasserstoff und fügt dazu in der Kälte 137 g Phosphortrichlorid. In das aus 2 Schichten bestehende Flüssigkeitsgemisch leitet man unter guter Kühlung 71 g Chlor. Es entweicht Chlorwassertoff und es hinterbleiben i 6o g N H4 P Fe, entsprechend 95 % Ausbeute. Beispiel 6 In 148 g Äther leitet man 20 g Fluorwasserstoff ein und anschließend 126g Phosphorpentafluorid. Man erhält 294 g der Verbindung H P F8 2 (C2 H5)20 mit 49% H P F6-Beispiel ? In 280 g tiefgekühlten Fluorwasserstoff, der gich in einem Silbergefäß befindet, rührt man ein Gemisch von 420 g Phosphorpentachlorid mit 208 g durch Glühen entwässertem Bariumchlorid ein. Unter heftigerChlorwasserstoffentwicklungscheidet sich allmählich unter Festwerden des gesamten Gefäßinhaltes Bariumhexafluorphosphat aus. Nach Beendigung .des Eintragens läßt man auf Zimmertemperatur erwärmen und entfernt die letzten Reste überschüssiger Säure durch kurzes Evakuieren bei Wasserbadtemperatur. Man erhält 430 g fast reines, vollkommen wasserlösliches Ba (P F8)2.
  • Beispiel 8 Zu 140 g wasserfreiem Fluorwasserstoff fügt man unter guter Kühlung 66 g N itrosvlchlorid und trägt anschließend 210 g Pliosphorpentachlorid unter Rühren ein. Es entweicht Chlorwasserstoff und die Flüssigkeit wird schließlich breiig fest und fast trocken. Durch Absaugen der Reste Fluorwasserstott erhält man 170 g kristallisiertes Nitrosylhekafluorphosphat. Mit gleich gutem Ergebnis läßt sich <in Stelle von Nitrosylchlorid Nitrosylfluorid bzw. eine Lösung von N2 03 in Fluorwasserstoff verwenden.

Claims (4)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Herstellung von Hexafluorphosphorsäure tincl deren Salzen, dadurch gekennzeichnet, daß inan Phosphorpentahalogenid mit wasserfreiem Fluorwasserstoff und gegebenenfalls mit eineri anorganischen Halogenid, vorzugsweise Fluorid, umsetzt.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß man das Phosphorpentahalogenid im Reaktionsgemisch aus Phosphortrihalogenid und Halogen herstellt.
  3. 3. Verfahren nach den Ansprüchen I und/ oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß man die Umsetzung im geschlossenen Gefäß, gegebenenfalls unter Überdruck, durchführt.
  4. 4. Verfahren nach den Ansprüchen i bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß man in Gegenwart eines keinen reaktionsfähigen Wasserstoff enthaltenden Lösungsmittels arbeitet.
DEP38311A 1949-03-31 1949-03-31 Herstellung von Hexafluorphosphorsaeure und deren Salzen Expired DE812247C (de)

Priority Applications (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DEP38311A DE812247C (de) 1949-03-31 1949-03-31 Herstellung von Hexafluorphosphorsaeure und deren Salzen

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DEP38311A DE812247C (de) 1949-03-31 1949-03-31 Herstellung von Hexafluorphosphorsaeure und deren Salzen

Publications (1)

Publication Number Publication Date
DE812247C true DE812247C (de) 1951-08-27

Family

ID=7375807

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
DEP38311A Expired DE812247C (de) 1949-03-31 1949-03-31 Herstellung von Hexafluorphosphorsaeure und deren Salzen

Country Status (1)

Country Link
DE (1) DE812247C (de)

Cited By (6)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
US2718456A (en) * 1951-07-25 1955-09-20 Shell Dev Hexafluorophosphoric acid compositions and preparation thereof
DE957388C (de) * 1951-07-25 1957-01-31 Bataafsche Petroleum Verfahren zur Herstellung von Hexafluorphosphorsaeure
US3375083A (en) * 1963-12-19 1968-03-26 Dow Chemical Co Method for the preparation of complex fluoronitronium salts
US3375084A (en) * 1963-12-19 1968-03-26 Dow Chemical Co Method for the preparation of complex fluoronitrosonium salts
US6645451B1 (en) * 1996-06-26 2003-11-11 Solvay Fluor Und Derivate Gmbh Method of preparing inorganic pentafluorides
US20110135555A1 (en) * 2008-08-08 2011-06-09 Stella Chemifa Corporation Process for producing fluoride gas

Cited By (7)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
US2718456A (en) * 1951-07-25 1955-09-20 Shell Dev Hexafluorophosphoric acid compositions and preparation thereof
DE957388C (de) * 1951-07-25 1957-01-31 Bataafsche Petroleum Verfahren zur Herstellung von Hexafluorphosphorsaeure
US3375083A (en) * 1963-12-19 1968-03-26 Dow Chemical Co Method for the preparation of complex fluoronitronium salts
US3375084A (en) * 1963-12-19 1968-03-26 Dow Chemical Co Method for the preparation of complex fluoronitrosonium salts
US6645451B1 (en) * 1996-06-26 2003-11-11 Solvay Fluor Und Derivate Gmbh Method of preparing inorganic pentafluorides
US20110135555A1 (en) * 2008-08-08 2011-06-09 Stella Chemifa Corporation Process for producing fluoride gas
US9731968B2 (en) * 2008-08-08 2017-08-15 Stella Chemifa Corporation Process for producing fluoride gas

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE2012603C3 (de) Komplexverbindungen, bestehend aus einem anorganischen Lithiumsalz und einer chelatbildenden Lewis-Base, Verfahren zu ihrer Herstellung sowie deren Verwendung
DE812247C (de) Herstellung von Hexafluorphosphorsaeure und deren Salzen
EP0816288B1 (de) Herstellung von Lithiumhexafluormetallaten
EP0816287B1 (de) Herstellung anorganischer Pentafluoride
DE2652092C2 (de) Verfahren zur Herstellung von Übergangsmetallsulfiden
DE2629264A1 (de) Verfahren zur herstellung von schwefelfluoriden
DE2125915B2 (de) Verfahren zur Denitrierung und Verfestigung von salpetersauren Kernspaltprodukten unter Bildung eines Phosphatglases
DE2024134A1 (de) Verfahren zur Gewinnung von CaIciumfluorid und löslichem Phosphat aus fluorhaltigem Rohphosphat
DE19712988A1 (de) Herstellung von Lithiumhexafluormetallaten
DE555488C (de) Verfahren zur Herstellung von festem Ammoniumchlorid
DE1026285B (de) Verfahren zur Herstellung von Perchlorylfluorid
DE1179917B (de) Verfahren zur Herstellung von Xenontetrafluorid
DE19722269A1 (de) Herstellung anorganischer Pentafluoride
DE812843C (de) Verfahren zum Einbringen von Zirkon in Magnesium und Magnesiumlegierungen
DE961707C (de) Verfahren zur Herstellung von Lithiumchlorid aus Lithiumcarbonat
US3981974A (en) Method for producing an alkali metal pyrophosphate
DE2013858A1 (de) Herstellung von Phosphorpentafluorid
DE953164C (de) Verfahren zur Herstellung von zinkfreien und praktisch chromisalzfreien Chrom (II)-chloridloesungen aus alumino- thermisch gewonnenem Chrom und Salzsaeure
AT365543B (de) Verfahren zur herstellung von fluorwasserstoffsaeure
DE132706C (de)
DE291251C (de)
DE1767465C (de) Verfahren zur Gewinnung von wasser freiem Fluorwasserstoff
AT202114B (de) Verfahren zur Reduktion der Doppelsalze der Niob- und/oder Tantalhalogenide
DE1160830B (de) Verfahren zur Herstellung von Lithium- bzw. Erdalkalihydriden durch Umsetzung von aus Natrium- und/oder Kalium- und Lithium- bzw. Erdalkalihalogeniden bestehenden Gemischen mit Wasserstoff
DE813997C (de) Herstellung von Natriumchlorit