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Füllstation einer Rundlauf-Tablettierpresse Im Arbeitsverlauf einer
Rundlauf - Tablettierpresse werden die Matrizen zuerst mit dem jeweiligen Gut gefüllt,
worauf das eingefüllte Gut zusammengepreßt und schließlich die fertige Tablette
ausgeworfen wird. Die Füllung erfolgt in der sogenannten Füllstation, die in der
Regel aus einem dem Umfang des die Matrizen tragenden umlaufenden Arbeitstisches
zugeordneten Fülltrichter besteht.
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Nach der Erfindung ist in dem Fülltrichter ein Rührwerk angeordnet,
das von geeigneten umlaufenden Teilen der Rundlaufpresse angetrieben ist.
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Durch das Rührwerk wird das Füllgut in dauernder Bewegung gehalten,
wodurch eine Zusammenhallung des Füllgutes vermieden wird. Andererseits ist nach
der Erfindung kein besonderer Antrieb für das Rührwerk der Füllstation erforderlich,
vielmehr dienen sowieso an der Rundlaufpresse, insbesondere am Arbeitstisch, vorhandene
Teile als Antriebsmittel. Unterhalb des Fülltrichters ist auf einer senkrechten
Welle das Antriebszahnrad des Rührwerks befestigt; in dessen Lücken bei der vorliegenden
Ausführungsforen die Matrizen des Arbeitstisches eingreifen. Durch eine eingebaute
Überlastungssicherung, z. 13. in Gestalt einer Rutschkupplung, ist dafür gesorgt,
daß das Rührwerk ausgeschaltet wird, wenn seine Rührwellen einen zu großen Widerstand
finden.
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Weitere Merkmale der Erfindung bestehen darin, daß in dem Trichter
mehrere einander parallel liegende Rührwellen angeordnet sind, die durch einen Folgesatz
von dauernd miteinander kämmenden Zahnrädern gedreht werden. Die Anordnung ist dabei
derart getroffen, daß jede oder auch nur ein Teil der Rührwvellen mit ihren Zahnrädern
kuppelbar
und für sich aus dem Trichter herausnehmbar sind. Das
hat den Vorteil, daß die Anzahl der tätigen Rührwellen der Eigenart des jeweiligen
Füllgutes angepaßt werden kann.
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Schließlich bezieht sich die Erfindung noch darauf, claß die Füllstation
als Ganzes von der Presse almehmbar ist, wozu beispielsweise lediglich zwei Schrauben
zu lösen sind. Anschläge oder Ausschnitte im Traggestell der Füllstation bedingen
im Zusammenwirken mit in die Ausschnitte eingreifenden Presseteilen die richtige
Lage der Füllstation, wodurch das Aufsetzen wesentlich erleichtert ist.
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In Gier Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes
dargestellt.
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Fig. i zeigt die Füllstation im Aufriß, wobei der Arbeitstisch der
Presse im Schnitt gezeichnet ist; Fig. 2 ist ein der Fig. i entsprechender Grundriß;
Fig. 3 zeigt einen Schnitt nach der gebrochenen Linie .d-13 der Fig. i in vergrößertem
Maßstab. \'on der Rundlaufpresse ist in der Zeichnung nur die den kreisrunden Arbeitstisch
i tragende zentrale =lntriel@swelle 2 und die beiden Säulen 3 des Pressengestells
angegeben. Im Arbeitstisch i befinden sich die auf einem Kreis angeordneten Matrizen
die unterhalb> des Tisches i einen Bund 4 aufweisen. In den Hohlraum 5 der Matrizen
greifen in bekannter Weise die umlaufenden Preßstempel von unten und von oben ein.
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Die Füllstation besteht aus dem Fülltrichter 5, der von einem Gestell
getragen wird, das im wesentlichen aus der Platte 6 und den seitlichen Ständern
7 besteht.
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Auf den beiden Säulen 3 sind mittels der Klemmlager ` die beiden Tragarme
9 für die Füllstation befestigt. Die Tragplatte 6 ist im gezeichneten Beispiel mit
den stumpfwinkligen Ausschnitten io versehen, in welche die Säulen 3 eingreifen,
wie aus Fig. 2 ersichtlich. In der Tragplatte 6 und den Tragarmen 9 befinden sich
übereinstimmende Bohrungen i i für zwei in der Zeichnung nicht dargestellte Verbindungsschrauben.
Nach Lösung dieser Verbindungsschrauben kann die gesamte Füllstation von den Tragarmen
9 abgenommen werden. Beim Wiederaufsetzen ist die richtige Arbeitslage der Füllstation
durch den Eingriff der Säulen 3 in die Ausschnitte io bestimmt. Es können natürlich
auch andere Fixiermittel, wie Paßstifte u. dgl., Anwendung finden.
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Das in dem Fülltrichter 5 angeordnete Rührwerk besteht im gezeichneten
Beispiel aus den sieben Rührwellen 12 bis 18, die in der etwa aus Fig. 3 ersichtlichen
Weise mit Rührarmen i9 besetzt sind. Die beiden letzten Rührwellen 17, 18 liegen
in waagerechter Ebene nebeneinander über dem Arbeitstisch i bzw. der unteren Auslauföffnung
des Trichters 5. Der Antrieb des Rührwerks erfolgt durch ein unterhalb der Tragplatte
6 gelegenes Zahnrad 2o, das auf einer senkrechten Achse 21 gelagert ist. Die Drehung
des Zahnrades 2o erfolgt durch die Bunde 4' der Matrizen 4 des Arbeitstisches i.
Von der senkrechten `Felle 21 wird die Drehung durch die in Fig. 2 schematisch angegebenen
Zahnräder 22, 23 auf die seitlich neben dem Fülltrichter gelegene senkrechte Welle
24 übertragen. Unter Vermittlung der leiden Kegelräder 25, 26 wird durch die Welle
24 die oberste Rührwelle 12 angetrieben. Auf der :\chse 27 des Kegelrades 26 sitzt
ein Zahnrad 28, welches mit dem Folgesatz der aus Fig. 3 ersichtlichen weiteren
Zahnräder 29 bis 34 dauernd kämmt. Die ganzen Zahnräder 28 bis 34 liegen in einem
durch den Ständer 7 und den Deckel 35 gebildeten Getriebekasten.
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Es ist klar, daß das Antriebszahnrad 20 Unmittelbar auf der senkrechten
Welle 24 gelagert sein könnte, wenn dies die örtlichen Verhältnisse gestatten.
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Im gezeichneten Beispiel ist jede der Rührwellen mit ihrem Antriebszahnrad
koppelbar. Beispielsweise greifen die als Vierkant ausgebildeten Enden 36 der Rührwellen
12 bis 18 in entsprechende Ausschnitte der Zahnradachse 27 und der Achsen der weiteren
Zahnräder 29 bis 34 ein. Auf der gegenüberliegenden Seite lagern die Zapfen 37 der
Rührwellen in Bohrungen von Büchsen 38, die in den anderen Ständer 7 eingesetzt
sind. Die Abmessungen der Eingriffsteile sind derart gewählt, daß jede Rührwelle
nach Entfernung ihrer Lagerbüchse 38 frei wird und aus dem Fülltrichter herausgenommen
werden kann. Um diese Herausnahme zu ermöglichen, ist die der Presse zugekehrte
Wandung 5' des Fülltrichters abnehmbar. Die Büchsen 38 sind durch die ihren Rand
übergreifenden kleinen Kopfschrauben 39 festgehalten. Vorzugsweise hält eine Kopfschraube
39 gleichzeitig zwei Lagerbüchsen 38 fest, wie aus den Fig. i und 3 ersichtlich.
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Um eine Beschädigung des Rührwerks durch etwa im Füllgut vorhandene
Fremdkörper zu vermeiden, ist eine Art Rutschkupplung in den Rührwerksantrieb eingeschaltet.
Diese Rutschkupplung besteht im gezeichneten Beispiel aus einer mit der senkrechten
Welle 21 festverbundenen Kreisscheibe 4o, in welcher in den auf einem Kreis angeordneten
Bohrungen 41 federbeeinflußte Rastkugeln in an sich bekannter Weise angeordnet sind.
Die federbeeinflußten Kugeln greifen in entsprechende Kugelrastern des Antriebsrades
2o ein, das auf der senkrechten Welle 21 lose drehbar gelagert ist. Nimmt der Widerstand
des Rührwerks in unzulässiger Weise zu, dann treten die Rastkugeln in ihre Bohrungen
zurück, und das Antriebszahnrad 20 rutscht frei gegenüber der Scheibe 40.
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Erwähnt sei noch, d@ß der Antrieb des Zahnrades 2o auch durch andere
umlaufende Teile der Rundlaufpresse erfolgen kann. Da beispielsweise die Unterstempel
dauernd in die Matrizen 4 eingreifen, so könnten auch diese Unterstempel zum Antrieb
des Rührwerks Verwendung finden.