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Kraftübertragungssystem, insbesondere in Anwendung auf Geschützanordnungen
1)ie Hrtindung bezieht sich auf Kraftiibertragungssystenie und befaßt sich im besonderen
mit Systemen zum Übertragen von Bewegungen für Geschützanordnungen.
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Man hat erkannt, daß ernsthafte Schwierigkeiten beim Richten und beim
Anheben von sch-,veren Geschützanordnungen als Folge des Massemviderstandes auftreten,
der sowohl einer Beschleunigung als auch einer Verzögerung dargeboten wird. Es ist
einleuchtend, daß jedwedes Übertragungssystem in bezug auf das Drehmoment, welches
es ausüben kann, Grenzen hat, und in Beziehung zu einer gegebenen Massenlast Grenzen
in bezug auf die Beschleunigung und die Verzögerung vorhanden sind, innerhalb welcher
die 'Massenlast mit dem Leitsystem während der Bewegung des letzteren in Zlbereinstimniung
verbleiben kann. Daher ist es notwendig, in (las Übertragungssystem, z. 13. zwischen
dem l.eitsvstetil und der last, eine Forin eines :\usgleichssystetns einzuschließen,
welches dazu dient, (las Arbeiten der Übertragung zu begrenzen, so daß ein solches
Arbeiten nur innerhalb der natürlichen Grenzen des besonderen betreffenden Systems
stattfinden kann. Beispielsweise wird bei der Feuerleitung auf Schiffen, wo mehrere
Geschütze durch die gleichen Übertragungskanäle gesteuert werden können, einleuchtend
'sein, daß jede Anordnung charakteristische Grenzen haben kann, \velche nicht notwendigerweise
mit den anderen identisch sind. Daher hat sich in der Schaffung eines befriedigend
arbeitenden Ausgleichssystems ein Problem ergeben, welches es jeder einzeln gesteuerten
Anordnung gestattet, innerhalb seiner eigenen natürlichen Grenzen betätigt zu werden,
um so die Ausrichtung mit dem Leitsystem nach Möglichkeit innerhalb dieser Grenzen
zu wahren, oder \#;ahlweise diese Ausrichtung zu einem möglichst frühen Zeitpunkt
wiederzugewinnen. für den Fall,
daß diese Grenzen anderweitig überschritten
sein sollten.
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In der Beschreibung, welche die Vorrichtung beschreibt, die den Gegenstand
der Erfindung in Anwendung auf die Betätigung einer Geschützanordnung bildet, arbeitet
die Anordnung mit Hilfe hydraulischer Kraftverstärkerapparate, wobei ihr empfindliches
Steuerelement durch einen Elektromotor angetrieben wird, der bei einem elektrischen
Nachfolgesystem der Nachfolgemotor sein kann; Mittel sind in Verbindung mit dem
Verfolgekonirollelement des hydraulischen Nachfolgekraftverstärkers angeordnet,
um das Ausmaß seiner Verschiebung in der einen oder in der anderen Richtung zu begrenzen.
Zufolge der Tatsache, daß das Ausmaß der Verschiebung der Verfolgekontrolle die
Beschleunigung oder die Verzögerung der Ausgangsleistung aus dem hydraulischen Verstärker
bestimmt, wird eine Steuerung der Beschleunigung und Verzögerung der Massenlast
erhalten, die von dein hydraulischen Verstärker betätigt wird. Die Wirkung wird
darin bestehen, den Nachfolgemotor zii verzögern oder ihn zu beschleunigen zu versuchen,
welcher mit dem hydraulischen Kraftsystem zusammen arbeitet, jedoch zufolge der
Art des letzteren, d. h. der Tatsache, daß er ein Nachfolgemotor ist, wird das Übertragungssystem,
welches dem Nachfolgemotor vorangeht, das Bestreben haben, den Motor stets wieder
in seine richtige _1usrichtungsstellung zurückzubringen, sobald dieses erreicht
werden kann.
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Der Ausdruck Ausgleichssystem, der in dieser Beschreibung gebraucht
wird, soll die vorübergehende Bedingung decken, bei der der gesteuerte Teil nicht
imstande ist, dem steuernden Teil der Vorrichtung im Einklang zu folgen, wobei eine
ergänzende Kraft angedeutet wird, welche schließlich den gewünschten Effekt hervorruft.
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()er Ausdruck Verfolgerkontrolle soll eine Bedingung umfassen, bei
welcher die Mißausrichtung zwischen der einleitenden Vorrichtung und dem Nachfolger
den Nachfolger veranlaßt, in der Richtung der einleitenden Vorrichtung bewegt zu
werden, und damit das Bestreben hat, die Ausrichtung wiederherzustellen.
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Fig. i ist eine Querschnittsansicht einer hydraulischen Kraftverstärkereinheit,
an welcher die Erfindung verkörpert ist; Fig. 2 und 3 sind Schnitt- bzw. Seitenansichten
nach Linie 2-2 und Linie 3-3 der Fig. 4, welche eine Schnittseitenansicht einer
Verzögerungsvorrichtung wiedergibt, um eine zu schnelle Beschleunigung und Verzögerung
der Ausgangswelle mit großem Drehmoment des hydraulischen Verstärkers relativ zu
der Eingangswelle mit kleinem Drehmonient zu verhindern, und Fig. 5 ist eine schaubildliche
Darstellung, welche schematisch die Anordnung und ihre zugeordneten Antriebsvorrichtungen
wiedergibt.
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Die hydraulische Kraftverstärkereinheit, welche im Querschnitt in
Fig. i wiedergegeben ist, hat ein Steuerventil i, welches durch das Seitenglied
2 eines 1)itferentialgetriebes als Ergebnis einer Dreh-Bewegung der Eingangswelle
betätigt wird, wobei das eine Sonnenglied 3 des Differentialgetriebes mit der empfindlichen
Eingangswelle 4 mit kleinem Drehmoment vermittels einer Welle 5 in Antriebsverbindung
steht, die mit der Eingangswelle vermittels einer Verzahnung 6 verbunden ist. Die
Ausgangswelle ist mit dem Bezugszeichen i i benannt, und es sei angenommen, daß
sie mit der zu bewegenden Masse, z. B. dem Geschütz, vermittels eines Getriebes
verbunden ist, das gemäß bekannter Praxis eine nicht umkehrbare Schnecke umfassen
kann, um zu verhindern, daß das Geschütz auf die Ausgangswelle i i zurück antreibt.
Das Seitenglied 2 kämmt mit dem Ritzel 7 und treibt es an; letzteres ist auf einer
Welle 8 befestigt, die mit dem Ventil gekuppelt und in geeigneten Lagern angeordnet
ist und ein Schneckengewinde 9 aufweist, das mit einem mit entsprechendem Gewinde
versehenen festen Teil io im Eingriff steht; eine Drehbewegung der Welle 8 verursacht
daher, daß das Ventil nicht nur um seine Achse gedreht, sondern auch in Längsrichtung
bewegt wird, um die Öffnungs- und Schließbewegungen zu bewirken, wodurch auf diese
Weise der Zufluß von 01 zur Einheit gesteuert wird; das Ritzel 7 hat eine genügende
Breite, um diese Längsbewegung zu gestatten, ohne daß die Zähne der Teile 7 und
2 außer Eingriff gelangen.
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Wenn die Eingangswelle 4 anfänglich gedreht wird, wird das Seitenglied
2 des Differentialgetriehes zufolge der an die Ausgangswelle i i gelegten Belastung
verschoben; eine Fortsetzung 12 der Welle steht in starrer Beziehung zu einem Sonnenradteil
13, mit welchem ein Planetenrad 13" (Fig. 5) kämmt, das von einem Seitenglied i9
getragen wird, das zum Seitenglied 2 in fester Beziehung steht. Das Planetenrad
13° kämmt mit dem Planetenrad 14, das von dem Seitenglied 2 getragen wird, und kämmt
mit dem Zahnrad 3, das auf der Eingangswelle 4 befestigt ist, die leer durch das
Seitenglied 2 hindurchgeht. Die genannte Verschiebung des Seitengliedes 2 wird eine
entsprechende Längsverschiebung des Ventils i verursachen, um das Einströmen des
Arbeitsmittels zu gestatten, und diese Verschiebung wird so lange fortgesetzt, bis
die Ausgangswelle i i mit hohem Drehmoment die Geschwindigkeit der Eingangswelle
4 erreicht, wenn das Ventil in jener Stellung bleibt. Auf diese Weise kann die Ausgangswelle
auf die Eingangswelle antreibend zurückarbeiten und überwindet daher den Antriebsmotor.
Das Seitenglied 2 des Differentialgetriebes, das daher mit der Steuerung des Verfolgers
identifiziert werden kann, besitzt eine Verschiebung proportional zu der Geschwindigkeit
der Ausgangswelle und weiterhin proportional zu dem Schlupf oder der Nacheilung
in dem hydraulischen Verstärker.
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Die Eingangswelle 4 wird in Bezug auf ihr Ausmaß an Drehung oder ihres
Drehwinkels durch nicht dargestellte Fernsteuermittel gesteuert, welche jedoch,
wie schematisch in Fig.5 angedeutet ist, Grob- und Fein-Selsyneinheiten 33 bzw.
34 umfaßt. Diese selsvneinheiten sind tnit gleichen Einleitungs-
| einheften an dein Fernsteuerende verbunden, aber |
| diese Verbindung bildet keinen Teil der vorliegen- |
| den Erfindung, weil die Hauptbetrachtung darin |
| liegt, daß die Fein-Selsylieililleit 34 einen Elektro- |
| motor 15 steuert, der vermittels eines Differential- |
| getriebes (das allgemein durch das Bezugszeichen |
| 31 angedeutet ist) die Eingangswelle 4 antreibt und |
| mit dem Prüf- oder Dämpfungsmittel kombiniert |
| ist. Der Zweck des zusätzlichen Differentialgetrie- |
| bes besteht darin, einen Schlupf gemäß nachfolgen- |
| der Beschreibung auszugleichen. |
| Um eine weiche Kraftübertragung von dein Mo- |
| tor 15 nach der Eingangswelle 4 sicherzustellen, un- |
| abhängig von den Veränderungen im ,Drehmoment. |
| welche erforderlich sind, uni die \\'elle .4 zu be- |
| wegen, ist eine künstliche Last in Forin eine-; |
| Elektrogenerators 32 mit dein Motor 15 gekuppelt. |
| Die Feldwicklung des Generators wird permanent |
| erregt und der Anker wirl:sain kurz geschlossen: |
| die vom Generator absorbierte Energie ist um ein |
| Vielfaches größer als die Veränderungen im Dreh- |
| inoment, .welche in der \Velle 4 entstehen können. |
| Das Differentialgetriebe 31 ist finit dein bereits |
| beschriebenen Differentialgetriebe des hydraulischen |
| Motors identisch ausgebildet und umfaßt das |
| Eingangswellensonnenrad 3, (las Ausgangswellen- |
| sonnenrad 13, Seitenglieder 2 und i9 und Planeten- |
| glieder 13a und 14; und in diesem Differential- |
| getriebe 31 sind die Eingangs- und .'\usgangs- |
| sonnengetriebeteile durch (las Bezugszeichen 3a bzw. |
| 13b angedeutet, während die Seitenglieder durch die |
| 13ezttgszeicllen 2a und 19a und die Planetenglieder |
| durch die Bezugszeichen 13c und 14a bezeicl11iet |
| sind. |
| Der hydraulische Kraftverstärker oder Motor |
| umfaßt die bekannte :\nordnung von parallel- |
| achsigen Zylindern 17a in eilleln Block 17, wobei |
| das Ventil i aus der Einlaßverbindung 16 zu den |
| ventilgesteuerten Öffnungen dieser Zylinder eine |
| Verbindung zum Einlassen und Abschließen von |
| Druckmittel herstellt, und die Zylinder enthalten |
| Kolben, die durch Stangen 17c mit einem Winkel- |
| gehäuse i8 verbunden sind, tnit dem Ergebnis, da(.) |
| der Zylinderblock 17 zur Drehung veranlaßt wird, |
| wenn die Kolben durch Druckmittel verschoben |
| werden, und der Zylinderblock nininit die Aus- |
| gangswelle i i mit sich. |
| Das stufenweise Arbeiten der Vorrichtung ist |
| folgende: Es sei angenommen, claß die Eingangs- |
| welle 4 im Uhrzeigersinn verdreht wird, wie in |
| Fig. 5 angedeutet ist, dann wird das mit ihm ver- |
| bundene Sonnenglied 3 das Ritzel 14 verdrehen. |
| welches ilini finit dein zusammen arbeitenden Pla- |
| netenrad 13a um das andere Sonnenglied 13 eine |
| translative Bewegung erteilt; dadurch wird (las |
| Seitenglied 2 veranlaßt, nehmen wir an, sich im |
| L lirzeigersiifin zu verdrehen. Das lZitzel 7 bewirkt, |
| (laß dein hydraulischen Steuerventil i eine kombi- |
| nierte Dreh- und Längsbewegung erteilt wird, wo- |
| durch Arbeitsmittel in die Zylinder 17 eingelassen |
| und das \\"inkelgeli<iuse i8 veranlaßt wird, die |
| 1--lauptausgangswelle i i entgegen dein t?lirzeiger- |
| sinn zti verdrehen. |
| Wie oben ausgeführt, steht die Welle i i in An- |
| triebsverbindung mit dem Sonnenrad 13, so daß, |
| v. enn die Eingangswelle .4 angehalten oder in ihrer |
| I'e-,vegung verzögert wird, die Planetenritze113a |
| und i4 das Kronenrad oder das Seitenglied 2 ver- |
| ;mIassen, sich entgegen dem Uhrzeigersinn zu |
| '11-ehen und dadurch das verschiebbare Ventil i in |
| :;(, ine ursprüngliche Stellung zurück und damit die |
| orrichtung zum Stillstand zu bringen. |
| Es ist daher ersichtlich, daß, wenn die Eingangs- |
| eile 4 tun einen Winkel von io' verdreht und |
| dann zum Stillstand gebracht wird, die Ausgangs- |
| #, eile eile i i entsprechend um io' verdreht
wird und |
| (iann zum Stillstand kommt. |
| Es ist weiterhin ersichtlich, daß die relative |
| \\% inkelverscliiel)tnig zwischen der Welle 4 und der |
| \`, eile i i das .@\usmaß des Öffnens des Ventils i |
| Lind daher bestinfinit, daß bei einem gegebenen Aus- |
| 1<itigscirelnrionietit eine Erhöhung der Geschwindig- |
| keit Gier Welle i i sich als Folge einer Vergrößerung |
| es Schlupfes oder der Winkelverschiebung zwi- |
| >clien den Wellen 4 und i i ergibt. |
| Das Glied 2 des Differentialgetriebes ist ver- |
| mittels des Ritzels 2o mit einer längs verschiebbaren |
| Zahnstange 21 verbunden, und eine Längsbewegung |
| der Zahnstange wird durch eine Stoßverzögerungs- |
| vorrichtung gesteuert, die aus einem Kolben 22 be- |
| steht, der in einem Zylinder 23 angeordnet ist. Die |
| regenüberliegenden i?nden der Zylinder sind durch |
| zwei parallele Kanäle 24 verbunden, deren jeder ein |
| federbelastetes, nicht umkehrbares Ventil 25 ent- |
| I.ält, das so angeordnet ist, daß das Mittel nur in |
| den Zylinder eintreten kann, und die Ventile sind |
| an gegenüberliegenden Enden der Kanäle in öffnun- |
| c;en angeordnet, welche zu dem Zylinder führen. |
| Die Kanäle 24 enthalten gemeinsam ein verdreh- |
| bares Ventil 26, das zwei Bohrungen oder Öffnun- |
| "en 26' aufweist, deren jede mit einem der Kanäle |
| 24 in Verbindung steht. Das Ventil 26 steuert den |
| L# luß des Mittels durch die Kanäle hindurch und |
| kann als ein Ergebnis der Längsverschiebung der |
| Zahnstange 21 geöffnet und geschlossen werden. An |
| einem Schwenkhebel 27, der an dem Ventil befestigt |
| ist, greift ein Vorsprung 28 auf der Zahnstange an. |
| .1n dem Ende jedes Kanals 24 gegenüber dem, an |
| ivelchein das nicht umkehrbare Ventil 25 angeordnet |
| ist, ist eine Öffnung vorgesehen, welche mit dem |
| Zylinder in Verbindung steht und ein Nadelventil |
| :..r9 enthält, welches den Ausfluß eines Mittels aus |
| (lern Zylinder steuert. Die Kanäle 24 sind daher |
| identisch miteinander, mit Ausnahme der Tatsache, |
| tiaß die Ventile 25 und 29 entgegengesetzt ange- |
| ordnet sind. Eine kleine gebohrte Tropföffnung 30 |
| ist in dein Kolben ausgebildet, welche es dem Mittel |
| gestattet, langsam durch den Kolben hindurchzu- |
| gehen. |
| In der dargestellten Stellung sind beide öffnun- |
| gen 26' in dein Ventil 26 offen, jedoch wird bei Be- |
| wegung des Scliwingliebels 27 in der einen oder in |
| der anderen Richtung die eine oder die andere der |
| Offnungen geöffnet oder geschlossen gemäß der Be- |
| @vegungsrichtung, welches es der Verzögerungsein- |
| richtung gestattet, während der Rückkehr der Be- |
wegung des Kolbens 22 in die Mittelstellung einen größeren Widerstand
entgegenzusetzen als während Gier Auswärtsbewegung in der einen oder der anderen
Richtung.
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Zum Verständnis der Arbeitsweise der beschriebenen Vorrichtung sei
einleitend angenommen, daß die Eingangsseite des Differentialgetriebes stillsteht
und daß daher, wie dargestellt, die Öffnungen des Ventils i sich in der mittleren
Nullstellung befinden. Dann wird auch der Kolben 22 der Dämpfungseinrichtung eine
Mittelstellung einnehmen, wie dargestellt ist, und die Öffnung 26' in jedem Kanal
24 wird offen sein. Wenn nun die Eingangswelle 4 durch den Motor 15 betätigt wird,
um dadurch das Zentralglied des Differentialgetriebes zu verschieben und dadurch
den Kraftverstärker in Tätigkeit zu bringen, beginnt gleichzeitig der Kolben 22
der Dämpfungseinrichtung sich aus seiner Mittelstellung mit verhältnismäßig kleiner
Gegenkraft zum Motorantrieb zu bewegen.
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Angenommen, der Kolben ist nach links bewegt worden, wie es durch
den Pfeil in Fig. 4 wiedergegeben ist, dann wird die zugeordnete Öffnung 26' in
dem Ventil 26 zufolge ihrer Winkelanordnung während des ersten Teiles der
Bewegung des Kolbens in jener Richtung vollständig offen bleiben. Das Mittel kann
daher von der linken Seite des Kolbens durch den dargestellten Kanal 24 und längs
des nicht umkehrbaren, dargestellten Ventils 25 zur rechten Seite des Kolbens wandern.
Der andere Kanal 24, welcher sich auf der rechten Seite in Fig. 4 befindet, wird
durch sein nicht umkehrbares Ventil 25 vollständig geschlossen und die rückwärtige
Öffnung 26' beginnt sich sofort zu schließen und schließt sich endlich. Wenn der
Kolben seine Bewegung nach links fortsetzt, beginnt die Vorderöffnung 26' ebenfalls,
den Vorderkanal 24 zu schließen und kann ihn vollständig schließen, wenn der Kolben
seine äußerste linke Stellung erreicht, obwohl die Öffnung 3o dauernd offen ist.
Während der Rückkehrbewegung des Kolbens in der Richtung nach rechts gegen seine
Mittelstellung ist das 1-littel zufolge des nicht umkehrbaren Ventils 25, das auf
seinem Sitz verbleibt, daran gehindert, durch den dargestellten vorderen Kanal 24
hindurch zurückzukehren. Die Öffnung 26' in dem hinteren Kanal wird anfangs geschlossen,
da sich aber der Kolben von seiner äußersten linken Stellung gegen die Mittelstellung
bewegt, öffnen sich diese Öffnung und das nicht umkehrbare Ventil und gestatten
das Strömen von Flüssigkeit durch den hinteren Kanal hindurch.
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Das Tropfloch 30 in dem Kolben bildet die einzige unmittelbare
Verbindung zwischen den beiden Enden des Zylinders und bildet eine Entweichungsöffnung,
durch welche hindurch das Mittel langsam von einem Ende des Zylinders nach dem anderen
wandern kann, so z. B. wenn beide Öffnungen 26' geschlossen sind, was nahe der einen
oder der anderen äußersten Stellung des Kolbens eintreten N% ürde.
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Ein wesentliches Merkmal der Erfindung besteht in der Anordnung von
Mitteln zum Steuern des Üffnens und Schließens des Ventils i während der Beschleunigung
und Verzögerung. In diesem Zusammenhang ist augenscheinlich, daß ein schnelleres
Schließen des Ventils, d. h. bei Anhalten des Motors 15 bald ein Zusammenbrechen
der übertragungs- oder Steuermittel zufolge der Trägheit der schweren gesteuerten
Masse ergeben würde. Deswegen ist ein Mittel, welches die Verzögerung 23 enthält,
vorgesehen, das dem Antrieb von der Ausgangswelle i i des Seitengetriebegliedes
2 bei Verzögerung oder Anhalten des Motors 15 nachgiebig eine Gegenkraft entgegensetzt,
wobei diese nachgebende Gegenkraft derart ausgebildet ist, daß statt derAusgangswelle
i i, welche direkt auf das Seitenglied 2 zurücktreibt, unmittelbar bei Anhalten
oder Verzögerung des Motors erst dem Motor 15 entgegenläuft und ihn in Drehung versetzt,
d. h. den Motor 15 veranlaßt, über die Sonnenräder 13 und 3, die Planetenräder 13a
und 14, die Welle 4, das Sonnenrad 13b, die Planetenräder i3c und 14a und das Sonnenrad
3" zu überrennen. Dieses Nachlaufen ergibt sich aus der Tatsache, daß die
Dämpfungseinrichtung der Verschiebung seines Kolbens einen maximalen Widerstand
entgegensetzt, wenn das Ventil i vollständig geöffnet ist, d. h. wenn der Kolben
22 sich an dem einen Ende des Zylinders befindtt, so daß die Verschiebung des Kolbens
zurück in die Mittelstellung des Zylinders zuerst sehr langsam vor sich geht, zufolge
des Umstandes, daß die zugeordnete Öffnung 26' geschlossen ist, und zufolge des
sehr eingeengten Flusses des Mittels durch das Tropfloch 3o hindurch, d. h. daß
in dieser Stufe das Seitenglied 2 beinahe stillsteht, und wobei einleuchtend ist,
daß die Kapazität der Verzögerungseinrichtung 23 ausreicht, um die Drehbewegung
der Welle i i unter dem Einfluß der Reaktion des Geschützes oder einer entsprechend
gesteuerten Masse und den Antrieb des hydraulischen Kraftverstärkers zu verzögern,
wenn der Antrieb vom Motor 15 angehalten worden ist.
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Der Widerstand des Motors 15 gegen das Überrennen, das durch die Nacheil-Tätigkeit
hervorgerufen ist, erzeugt eine Translativbewegung der Planetenteile 13a und 14
proportional zum Widerstand, d. h. dem Widerstand des Teiles 3a und infolgedessen
der Welle 4 gegen Drehung. Daher wird das Glied 2 veranlaßt, sich zu drehen und
den Kolben 22 der Dämpfungseinrichtung mit einer viel kleineren Geschwindigkeit
anzutreiben, als sie auftreten würde, falls der Motor 15 dem Überrennen einen vollständigen
Widerstand entgegengesetzt hätte; der Widerstand gegen diesen Antrieb des Kolbens
vermindert sich progressiv aus dem Grunde, daß die entsprechende Öffnung 26' sich
alltrählich öffnet, bis schließlich der Kolben in seine Mittelstellung zurückkehrt
und das Ventil i die Schließstellung erreicht.
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Das vorgenannte Differential 31 ist zur Hauptsache deswegen
eingeführt worden, um einen Schlupf zu korrigieren, zu welchem Zwecke das Seitenglied
iga dauernd mit einem Zahnrad 35a kämmt, das von der Ausgangswelle 35 eines kleinen
hydraülischen Kraftverstärkers 36 angetrieben wird,
welcher eine
Miniaturausgabe des Hauptkraftverstärkers gemäß vorstehender Beschreibung ist. Die
Eingangswelle 37 der kleineren Hilfseinheit 36 wird von der Ventilspindel 8 über
Getriebeteile 8a und 37a angetrieben, und die Zuführungs- und Riickkehrleitungen
für die Einheit 36 sind durch die Bezugszeichen 36a bzw. 366 angedeutet. Daher steuert
jedwede Drehbewegung, welche dem Seitenglied 2 erteilt worden ist, ein Ventil in
der Einheit 36 in gleicher Weise, wie die Steuerung des Hauptventils r und des Seitengliedes
19a desHilfsdifferentialgetriebes 31 ihm eine Bewegung proportional zur Bewegung
des Seitengliedes 2 des Hauptdifferentialgetriebes erteilt hat; vorausgesetzt, daß
noch eine Translationsverschiebung des Ventils i zur Verfügung steht; der Antrieb
des Seitengliedes iga wird die Sonderbewegung auf das Seitenglied 2 einführen, um
die Bewegung des Ventils i zu beenden, woraufhin das Verdrehen der Eingangswelle
37 der kleinen Einheit 36 angehalten wird, mit sich daraus ergebendem Stillsetzen
der kleinen Einheit.