DE78876C - Rechenlehrmittel - Google Patents
RechenlehrmittelInfo
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- DE78876C DE78876C DENDAT78876D DE78876DA DE78876C DE 78876 C DE78876 C DE 78876C DE NDAT78876 D DENDAT78876 D DE NDAT78876D DE 78876D A DE78876D A DE 78876DA DE 78876 C DE78876 C DE 78876C
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Classifications
-
- G—PHYSICS
- G09—EDUCATION; CRYPTOGRAPHY; DISPLAY; ADVERTISING; SEALS
- G09B—EDUCATIONAL OR DEMONSTRATION APPLIANCES; APPLIANCES FOR TEACHING, OR COMMUNICATING WITH, THE BLIND, DEAF OR MUTE; MODELS; PLANETARIA; GLOBES; MAPS; DIAGRAMS
- G09B19/00—Teaching not covered by other main groups of this subclass
- G09B19/02—Counting; Calculating
Landscapes
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- Educational Administration (AREA)
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
KLASSE 42: Instrumente.
A. GOTTSCH in KIEL. Rechenlehrmittel.
Das Rechenlehrmittel kann und soll das Rechenbuch nicht ersetzen, auch das eigentliche
Kopfrechnen nicht verdrängen, sondern dem Lehrer für gewisse Zwecke ■ und Fälle ein
weiteres Hülfsmittel darbieten, und zwar soll es dazu dienen:
1. den in dem Rechenbuche dargebotenen Stoff je nach Wunsch und Bedürfnifs zu erweitern
;
2. die auf den früheren Stufen -behandelten Aufgaben zum Gegenstände häufiger Wiederholung
zu machen;
3. in der Lösung einfacherer, im täglichen Leben häufig vorkommender Aufgaben die
nöthige Schlagfertigkeit zu erzielen; besonders
4. das »Einundeins«, sowie das kleine und
grofse »Einmaleins« fest und sicher einzuprägen;
5. das Rechnen in möglichstem Umfange zum Gegenstande des Klassenunterrichts und der
mündlichen Uebung zu machen;
6. den Lehrer des lästigen und zeitraubenden
Anschreibens von Aufgaben zu überheben und seine Lunge zu schonen;
7. das Interesse und die Selbstthätigkeit der - Schüler zu erregen und zu pflegen, zugleich
8. in der Rechenstunde ab und zu eine erfrischende Abwechselung eintreten zu lassen.
Einrichtung.
Der Apparat zeigt in seinem äufseren Aussehen eine gewisse Aehnlichkeit mit einer Uhr,
und soll daher den Namen »Rechenuhr« erhalten.
Er besteht zunächst aus einer Pappunterlage P, in deren Mitte ein Stift c befestigt ist.
Der letztere stellt eine Welle dar, um welche sich zwei concentrische Scheiben S1 und 5
drehen. Jede Scheibe ist auf der einen Seite mit den Ziffern 1 bis 9, auf der anderen mit
einer aus Ganzen und Brüchen bestehenden Ziffernreihe beschrieben. Ueber den beiden
Scheiben liegen zwei Cartonstreifen \ ^, den
»Zeigern« einer Uhr vergleichbar. Diese Zeiger können sich gleichfalls um die Welle c drehen
und sind überdies an einem oberhalb der Scheiben liegenden Messingreifen r derart befestigt,
dafs sie je nach Art der zu stellenden Aufgabe durch einen einfachen Griff näher
zusammengerückt oder weiter aus einander geschoben werden können und in der gewünschten
Lage durch eine Klemmvorrichtung α festgehalten werden. Die letztere besteht aus einem
Gummiband (s. Zeichnung unten links), welches auf der Rückseite der Zeiger derart an den
beiden Enden befestigt ist, dafs sich zwischen den beiden Befestigungsstellen, zwischen Gummiband
und Zeiger, der Messingreifen r hindurchschiebt. Die Zeiger sind aus zwei über einander
gelegten Cartonblättern gefertigt, welche den beiden Ziffernkreisen gegenüber einen
Spalt ο bilden. Dieser hat den Zweck, dafs zur Bildung von Zahlen, welche in der höchsten
Ordnung eine 1 haben (wie 16, 147 u. s. w.)
oder aus reinen Zehnern, Hunderten oder Tausenden bestehen (wie 40, 360,. .500, 7000),
die dem Apparat beigegebenen Cartonstreifen b mit den Ziffern 1 und ο an der betreffenden
Stelle eingeschoben werden können. :
Je nach Art der zu stellenden Aufgaben wird entweder die kleinere Scheibe allein gedreht,
oder beide Scheiben werden gleichzeitig be-
wegt. Im ersteren Falle wird die gröfsere
Scheibe durch die Feder F an die Pappe festgeklemmt, im letzteren Falle werden die beiden
Scheiben durch die Feder f mit einander verbunden. Die Federn (Endchen einer Uhrfeder)
sind mit starkem Zwirn oder feinem Draht derart an der Pappe P bezw. an der Scheibe 5
(siehe Zeichnung unten links und Vorderansicht oben) befestigt, dafs sie unter schwacher
Reibung nach beiden Enden verschiebbar sind. Durch Vorschieben wird die Verbindung hergestellt
(»geschlossen«), durch Zurückziehen gelöst (»offen«).
Das Drehen der Uhr geschieht in der Weise, dafs man die gröfsere Scheibe durch leichte
Berührung mit dem Finger oder mit einem Stückchen Gummi ruckweise (Ziffer für Ziffer)
herumschiebt; die kleinere Scheibe folgt dann, weil sie mit der gröfseren verbunden ist, gleichzeitig
und gleichmäfsig dieser Bewegung. Im Falle die kleinere Scheibe allein gedreht werden
soll, öffnet man die Feder f, schliefst die Feder F und schiebt die genannte Scheibe allmälig
herum.
Bei gewissen Gruppen von Aufgaben ist nur eine Zahlenreihe erforderlich. Man hebt dann
entweder die kleinere Scheibe ganz ab oder bedeckt sie mit einer Scheibe von gleicher
Gröfse.
In einfacherer Weise kann man sich auch dadurch helfen, dafs man in den unteren Spalt
eines der beiden Zeiger einen weifsen Streifen einschiebt [b, mit der Rückseite nach oben).
Wer von dem gleichzeitigen Hervortreten derjenigen Ziffern, welche aufserhalb der Zeiger
liegen, einen störenden Einflufs befürchtet, mag sich der Zeigerform e bedienen. Durch
diese werden alle diejenigen Ziffern, welche nicht zu der betreffenden Aufgabe gehören,
vollkommen verdeckt, ohne dafs die Handhabung des Apparates dadurch beeinträchtigt
würde.
Gebrauch.
Man hänge die Rechenuhr mittelst der beiden Schnüre g g an einer gut beleuchteten Wand
des Schulzimmers oder an dem oberen Rande der Schultafel t auf.
Will man nun Aufgaben bilden, wie 7
+ 4,
9 3 ■ . .
+ 3, -f-5 u. s. w., so rücke man die »Zeiger«
so weit aus einander, dafs deren innerer Rand auf den Merkstrich 1 (am oberen. Rand der
Pappe) gerichtet ist und achte darauf, dafs die beiden zwischen den Zeigern erscheinenden
Ziffern einigermafsen genau unter einander stehen. Dann lasse man rechnen 7 + 4 = 11,
9 + 3■ = 12, 3 + 5 = 8 u. s. w., indem man
nach der jedesmaligen Lösung einer Aufgabe die Scheiben Ziffer um Ziffer weiterschiebt, bis
eine Umdrehung vollendet ist. Will man dann noch eine weitere Reihe von Aufgaben derselben
Art üben, ohne die erste zu wiederholen, so halte man die gröfsere Scheibe ein
wenig fest und rücke die kleinere um eine Stelle weiter. Jede Umdrehung giebt 14 Aufgaben.
Da sich nun die Scheiben in 14 fach verschiedener Weise mit einander verbinden,
lassen, so giebt das für die betreffende Gruppe eine Zahl von 14 X 14 = 196 oder rund
200 Aufgaben. Eine dem Apparat beizugebende Aufgabensammlung enthält rund 300 Nummern
(Gruppen), so dafs sie mittelst der Rechenuhr etwa 200 X 300 = 60000 Aufgaben bilden
lassen, und zwar lauter Aufgaben, welche sich für das Kopfrechnen eignen.
Es mögen hier noch einige der wichtigsten Aufgaben bezeichnet werden unter gleichzeitigem
Hinweis darauf, wie sich in dem betreffenden Fall die Einrichtung bezw. Handhabung der
Rechenuhr gestaltet. (Wenn nichts Besonderes bemerkt ist, so ist F zu öffnen, f zu schliefsen
und die grofse Scheibe zu drehen.)
5 5 5
X 7, X 3, X 9 u. s. w. (also das 5. Stück
des Einmaleins): Zeiger auf dem Merkstrich 1 gerichtet, die gröfsere Scheibe so gestellt, dafs
die Ziffer 5 oben steht, F geschlossen, f geöffnet und die kleinere Scheibe gedreht.
, ί: Zeiger auf 2 gestellt (bei 3 stelligen
Zahlen auf 3, bei 4 stelligen, welche indefs für das Köpfrechnen nur wenig in Betracht kommen
dürften, auf den Merkstrich 4.
, : Zeiger auf 2, in den oberen und unteren
Spalt des linken Zeigers den Cartonstreifen 1 einschieben.
. ' : Zeiger auf 2, rechts den Streifen mit der ο einschieben.
Jo '· Zeiger auf 3, unten links einen weifsen
Streifen einschieben. (Als solchen kann man die Rückseite eines der vorhandenen Streifen benutzen.)
Zum Zwecke der Stellung von Aufgaben aus dem Bereiche der Bruchrechnung kehrt man
die Scheiben um.
Einige Beispiele zur Erläuterung:
2/
2/
3',3: Zeiger auf 1, Scheiben allemal 2 Stellen
7- /4
weiter drehen.
,2/
•y,3: Zeiger auf 2, unten links weifsen
,2/
•y,3: Zeiger auf 2, unten links weifsen
— '* . ■ .
Streifen einschieben.
Streifen einschieben.
4 X V6 : Zeiger auf 2 und alsdann den Bruch
mit der voranstehenden ganzen Zahl multiplicirt;
Claims (1)
- oder: Zeiger auf ι und Scheiben so gestellt, dafs auf ihnen je eine ganze Zahl und ein Bruch abwechselnd einander gegenüberstehen.4 — Ve desgL2/3 : 4 desgl. oder: Zeiger auf 2 und Scheiben so gestellt, dafs die ganze Zahl allemal rechts von dem Bruche steht.14X 2/3: Zeiger auf 3 und den Kartenstreifen mit der 1 oben links einschieben;oder: Scheiben so gestellt, dafs auf denselben je eine ganze Zahl und ein Bruch abwechselnd einander gegenüberstehen, Zeiger auf 2, oben links einen weifsen Streifen, unten links den mit der 1 eingeschoben. Diese letztere Einrichtung hat den Vorzug, dafs man nach jeder Umdrehung anders combiniren und dadurch den Uebungsstoff ungemein reichhaltig gestalten kann.So lassen sich mittelst der Rechenuhr sämmtliche Operationen der Bruchrechnung, welche für das Kopfrechnen in Betracht kommen, in einfacher Weise darstellen.Auch für das Rechnen mit Decimalbrüchen läfst sich die Rechenuhr zweckmäfsiger Weise verwenden. Man benutzt zu dem Zwecke die Scheiben mit den ganzen Zahlen und braucht dann nur die Hülfsscheibe k (mit den Kommazeichen) über die Zeiger zu decken.Einige Beispiele zur Erläuterung:. '3: Zeiger auf 2, Kommastreifen in der Mitte zwischen denselben.. *■ ': Zeiger auf 2, Kommastreifen zwi-+ 7,64 -sehen der 2. und 3. Stelle.'2? * ': desgl., aber die Einerstelle durch + 0,64 - b 'Einschieben der beiden ο Streifen in den linken Zeiger verdecken.^. 4: Zeiger auf 2, links die beiden Streifen/N 1J2mit der 1 !einschieben und k so drehen, dafs das einfache Komma oben in der Mitte steht.4>3 ο ( S). Zeiger auf 4, Komma zwischendie 3. und 4. Stelle rücken und rechts die ο einfügen.Diese Beispiele lassen schon erkennen, dafs sich die mehrwähnten Cartonstreifen 1 und 0 hier in derselben Weise verwenden lassen wie bei dem Rechnen mit ganzen Zahlen und dafs dadurch das Uebungsmaterial für die Decimalbruchrechnung in gleichem Mafse reichhaltig und mannigfaltig wird.Patenτ-Anspruch:Ein Rechenlehrmittel, genannt »Rechenuhr«, bestehend aus zwei concentrischen, am Umfang jeder Seite mit einer Zifferreihe versehenen, drehbaren Scheiben, welche je nach Art der zu stellenden Aufgaben in den verschiedensten Stellungen durch eine Feder mit einander combinirt und deren für eine Aufgabe ausgewählte Zahlen von den übrigen durch radiale Zeiger getrennt werden können.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE78876C true DE78876C (de) |
Family
ID=351565
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT78876D Expired - Lifetime DE78876C (de) | Rechenlehrmittel |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE78876C (de) |
-
0
- DE DENDAT78876D patent/DE78876C/de not_active Expired - Lifetime
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