DE77829C - Apparat zum Nachfüllen und zum Ableiten der Kohlensäure bei der Gährung von Wein oder dergl. in Fässern - Google Patents
Apparat zum Nachfüllen und zum Ableiten der Kohlensäure bei der Gährung von Wein oder dergl. in FässernInfo
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Classifications
-
- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C12—BIOCHEMISTRY; BEER; SPIRITS; WINE; VINEGAR; MICROBIOLOGY; ENZYMOLOGY; MUTATION OR GENETIC ENGINEERING
- C12L—PITCHING OR DEPITCHING MACHINES; CELLAR TOOLS
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
C. WETTERS in SPROTTAU.
oder dergl. in Fässern.
Der vorliegende Apparat dient zum selbstthätigen Nachfüllen von Wein, Most oder
anderen gährenden Getränken in mit diesen Flüssigkeiten gefüllte Fässer. Das Nachfüllen
erfolgt unter gleichzeitiger Abführung der sich entwickelnden Kohlensäure in der Weise, dafs
jeglicher Verlust durch Ueberlaufen verhindert und der Zutritt der Luft sowie die chemische
Einwirkung des Lichtes vermieden wird.
In beiliegender Zeichnung ist ein solcher Apparat dargestellt. Derselbe besteht aus einem
Kolben α mit Pfropfen b, welcher die drei Röhren ede aufnimmt.
Die Röhre d, welche den Kolben α mit dem Fafs h verbindet, ist mit einem Bund d1 versehen,
der auf dem Spund des Fasses aufsitzt, so dafs die Röhre d nicht tiefer in das
Fafs eingeschoben werden kann.
Es empfiehlt sich, den Pfropfen b und den Fafsspund aus Gummi oder dergleichen herzustellen,
weil dieses Material leicht abdichtet und undurchlässig ist.
Die Röhre e reicht bis zur oberen Kante des Pfropfens b und gestattet somit die völlige
Entleerung des Kolbens a. An die Röhre e schliefst sich ein Gummischlauch e1 an, dessen
Ende entweder mit einem zugeschmolzenen Glasrohr e2 geschlossen gehalten wird oder zur
Aufnahme eines Glastrichters e3 behufs Füllung des Kolbens dient.
Die bei der Gährung sich entwickelnde Kohlensäure gelangt durch die Röhre d in den
oberen Theil des Kolbens und entweicht durch das gebogene Rohr c, dessen im Kolben befindliches
Ende fast bis an die Haube des Kolbens reicht, während eine entsprechende Menge Flüssigkeit aus dem Kolben in das Fafs
dringt, welches dadurch so lange spundvoll gehalten wird, als noch Flüssigkeit sich im
Kolben α befindet.
Die Nothwendigkeit des Nachfüllens, welches je nach der relativen Gröfse des Kolbens
zum Fasse nur selten zu erfolgen hat, kann jeder Zeit erkannt werden und wird, wie oben
angegeben, bewirkt, ohne dafs die atmosphärische Luft mit dem Wein in Berührung kommt.
Läfst die Gährung nach und steigen nur noch einzelne Perlen in die Höhe, so bringt
man durch Schütteln des Kolbens einige Tropfen Wein in die gebogene Röhre c, die sich dann
an der tiefsten Stelle derselben ansammeln.
Auf diese Weise ist das Entweichen der sich noch entwickelnden Kohlensäure nicht gehindert,
jedoch dem Eindringen der atmosphärischen Luft in den Kolben vorgebeugt,
der stets mit Kohlensäure gefüllt bleibt.
Ist die Gährung vollständig beendigt und eine Entwickelung von Kohlensäure nicht mehr
zu befürchten, so kann man durch Ueberstülpen eines an einem Ende geschlossenen Gummischlauches über die äufsere Mündung
des Rohres c einen vollständigen Luftabschlufs erzielen.
Durch Verdunstung des Weines durch die Dauben des Fasses entsteht dann in dem
Kolben ein geringes Vacuum, welches deshalb gering ist, weil die aus dem Wein austretende
Kohlensäure das Vacuum theilweise wieder ausfüllt.
Zur Herstellung des Apparates verwendet ■ man zweckmäfsig orange gefärbtes Glas, welches
bei hinlänglicher Durchsichtigkeit für die chemischen Strahlen des Lichtes undurchlässig
ist, um die schädliche Einwirkung dieser Strahlen auf gegohrene Getränke beim Lagere in hellen
Kellern zu verhüten.
Die mit Hülfe des Apparates hergestellten und aufbewahrten Weine zeichnen sich durch
besondere Güte und Reinheit des Geschmackes aus. Diese Eigenschaften sind einerseits dem
Umstände zuzuschreiben, dafs die Weine vor der schädlichen Einwirkung der atmosphärischen
Luft geschützt sind; andererseits liegt dies aber auch daran, dafs dadurch die gröfste Reinlichkeit
in der Behandlung der Weine erzielt wird.
Für gröfsere Fässer empfiehlt es sich, den Kolben durch einen am Fafs oder an der
Mauer befestigten Träger g festzuhalten, damit der Kolben einen sicheren Halt hat und das
Rohr d nicht abbricht. Um letzteres zu verhindern, ist es zweckmäfsig, das Rohr d etwa
ι cm über den Bund d1 zu durchschneiden
und dann beide Enden mit einem Gummischlauch zu verbinden. ·
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Ein Apparat zum Nachfüllen und zum Ableiten der Kohlensäure bei der Gährung von mit Wein, Most oder dergleichen gefüllten Fässern, bestehend aus einem mit dem Fafs in Verbindung stehenden Kolben (a), welcher mit einem mit der atmosphärischen Luft in Verbindung stehenden gebogenen Rohr (c) und einem für gewöhnlich luftdicht verschlossenen Rohr (e el) zum Nachfüllen des Kolbens (a) versehen ist, so dafs unter gleichzeitiger Abführung der sich entwickelnden Kohlensäure jeder Verlust durch Ueberlaufen verhindert und der Zutritt der Luft sowie die chemische Einwirkung des Lichtes vermieden wird.Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE77829C true DE77829C (de) |
Family
ID=350606
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT77829D Expired - Lifetime DE77829C (de) | Apparat zum Nachfüllen und zum Ableiten der Kohlensäure bei der Gährung von Wein oder dergl. in Fässern |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE77829C (de) |
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- DE DENDAT77829D patent/DE77829C/de not_active Expired - Lifetime
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