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Fernübertragungseinrichtungen nach dem Impulszeitverfahren Zusatz
zum Patent 767 963 Im Hauptpatent ist eine nach dem Impulszeitverfahren arbeitende
Fernübertragungseinrichtung beschrieben, die insbesondere für die Übertragung von
Winkelwerten geeignet ist. Der Empfänger ist als Drehfeldempfänger ausgebildet und
besteht aus zwei um goo gegeneinander versetzten Wicklungen. Der auf einer umlaufenden
Walze angeordnete Geber besteht gewissermaßen aus zwei Teilgebern Öer@art, @daß
jedem Teilgeber eine besondere Empfängerwicklung zugeordnet ist. Die Teilgeber senden
abwechselnd positive und negative Impulse in die Fernleitung. Die positiven Geberimpulse
schalten über Relais eine Ortsstromquelle auf die zugehörende Empfängerwicklung,
und zwar derart, daß für die Dauer dieser Impulse ein Strom in bestimmter Richtung
die Wicklung durchfließt (Hauptstro;m oder Hauptimpulis), in den dazwischenliegenden
Zeiten der Strom in dieser Empfangswicklung entgegengesetzte Richtungen hat (Gegenstrom
oder Gegenimpuls). Die negativen Geberimpulse wirken in entsprechender Weise auf
die zweite Empfängerwicklung. Durch ein selbsttätiges Schaltwerk werden die Impulsfolgen
des Gebers derartig gesteuert, daß die beiden Einzelströme verschiedener Richtung
in der
ersten Empfängerwicklung einen dem Wert sin x entsprechenden
Summenstrom, in der zweiten Empfängerwicklung einen dem Wert cos a entsprechenden
Summenstrom hervorrufen. wenn x den am Geber eingestellten und zu übertragenden
Winkel bedeutet. Der drehbare Läufer des Empfängers wird also gegenüber seiner Nullage
den @@'inhel x einnehmen.
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Die vorliegende Erfindung besteht in verschiedenen. Abänderungen.
Verbesserungen und Erweiterungen dieser Anordnung. Bei den in dem Hauptpatent behandelten
Ausführungsbeispielen wird die Empfängerwicklung während der vollen übertragungsperiode
(eine volle Umdrehung der Geberwalze) gespeist; wenn der Hauptimpuls sich z. B.
über einen Umdrehungswinkel von 95v erstreckt, umfaßt der anschließende Gegenimpuls
(Kompensationsimpuls) einen Winkelbereich von (36o bis T)°. Andererseits werden
für den Hauptimpuls höchstens igo=' der übertragungsperiode ausgenutzt, so daß die
Dauer des Gegenimpulses, bezogen auf eine Walzenumdrehung, zwischen i go und 360"'
schwanken kann. Hauptimpuls und Gegenimpuls müssen deshalb verschiedene Stromstärken
haben.
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Die Erfindung besteht nun darin, die größte mögliche Impulslänge für
Hauptstrom und Gegenstrom gleichzumachen, so daß also auch der Gegenimpuls höchstens
iSo° umfaßt. Wenn der Hauptimpuls sich Tiber f:° einer '\i'alzendreliung erstreckt,
umfaßt der dazugehörige Gegenimpuls (i8o bis cE)°. Die Stromstärken können jetzt
gleich' gewählt «;-erden, und in jedem Zeitpunkt ist immer nur einer der vier einen
Drehwert darstellenden Impulse (je ein Haupt- und Gegenimpuls für den Sinuswert
und für den Kosinustvert) wirksam. Die resultierende Richtung des Drehfeldes ergibt
sich aus der zeitlichen Folge der vier Haupt- und Gegenimpulslängen für jeden übertragenen
Drehwert. Während bei der im Hauptpatent beschriebenen Anordnung jedem Teilgeber
an der Empfangsstelle ein Relais zugeordnet wird. ist bei der neuen Anordnung außerdem
noch ein drittes Relais (im folgenden Verteiler- i relais genannt) erforderlich,
wodurch jeder der vier Einzelimpulse jeweils in der richtigen Spule und in der richtigen
Richtung zur Wirkung kommt.
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Das Wesen der neuen Anordnung kann man mit dem Wort iSo°-Iiompensation
kennzeichnen, während die im Hauptpatent beschriebenen Ausführungsbeispiele 36o'
Kompensation aufweisen. Der Vorteil der Erfindung liegt in einer höheren Übertragungsgenauigkeit,
die Fehlerkurve wird wesentlich herabgesetzt. Das ist auch einleuchtend. wenn man
bedenkt. . daß jetzt für Haupt- und Gegenimpulse gleiche Verhältnisse vorliegen,
und dah insbesondere wegen der gleichen Stromstärke des Haupt- und Gegenimpulses
die dynamischen Einflüsse in beiden Fällen die gleichen sind. Bei der im Hauptpatent
beschriebenen Anordnung besteht ferner wegen der unvermeidbaren Ansprech- und Abfallverzögerung
der Empfängerrelais eine Abhängigkeit der Einstellung von der Geberdrehzahl. Diese
Abhängigkeit fällt bei der neuen Anordnung fort bzw. sie wird viel geringer; der
Grund liegt ebenfalls in der gleichen Stromstärke für Haupt- und Gegenimpuls.
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In den Fig. i und 2 sind zwei Ausführungsbeispiele dieses Erfindungsgedankens
behandelt, während Fig. 3 ein sich auf diese Beispiele beziehendes Schaubild darstellt.
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Im Beispiel nach Fig. i ist der Geber nach den im Hauptpatent gegebenen
Lehren ausgebildet. Er besteht aus einer von dein Motor i angetriebenen Walze 2,
die mit einer leitenden dreieckigen Belegung 3 versehen ist. deren Breite über die
Walzenlänge linear ansteigt und sich am einen Ende über o-. am anderen Ende über
igo° des Walzenumfangs erstreckt-Der Kollektor .I sorgt dafür, daß die Strombürste
5 die positiven Geberimpulse (Sinuswerte). dieStroinbürste6 dienegativenGeherimpulse
(Iiosinuswerte) in die Fernleitung i-t schickt, indem für die erste Hälfte einer
vollen Walzendrehung die 1iontal-#tfläclle 3 all) positiven Pol, für die zweite
Hälfte am negativen Pol eine Batterie 7 liegt. Die Geberimpulse schwanken je nach
Stellung der in Achsenrichtung verschiebbaren Bürsten zwischen o und i So' ; es
setzt ein neuer Geberimpuls aber immer erst nach igo' Drehung der Walze ein.
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Diese Geberimpulse rufen in den zugehörigen Empfängerwicklungen Stromimpulse
bestimmter Richtung hervor, nämlich die Hauptimpulse, indem über Relais eine Ortsbatterie
i i an die Empfängerwicklung gelegt wird. lach Aufhören des Geberimpulses wird der
Ortsstrom in umgekehrter Richtung durch die Wicklung geschickt, das ist der Gegenimpuls.
Das Empfangssystem besteht wiederum aus zwei gekreuzten Spulen 1o" und iob, die
den Ständer bilden, und der t Läuferspule io, die dauernd aus der Ortsstromquelle
gespeist wird. Die den beiden Teilgebern zugeordneten Spulen sind je in zwei Wicklungsteile
ioü und io"" bz«-. ioe und iol,' ` aufgelöst. Die Wicklungsteile io"' und iob' werden
von den Hauptimpulsen durchflossen. die Wicklungsteile io"" und iob ` von den Gegenimpulsen.
Der Spule io"'.
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i o" " ist das Relais 12 zugeordnet, b der Spule iobb', iov"
das Relais 13, während das Verteilerrela:i@s 15 beiden Spulen gemeinsam ist. Das
Relals 12 besteht aus der Kontaktlamelle 12".
den G,egemikontäkben
i2b und' 12e, der Erregerwicklung i2d und der Abreißwicklung 12e. Die Relais 13
und 15 sind ebenso ausgebildet, nur mit dem Unterschied, daß beim Relais 15 die
Abreißwicklung fehlt. Alle drei Relais sind polarisiert, d. h. wenn die Erregerwicklung
in bestimmter Richtung durchflossen wird, so legt sich die Kontaktlamelle z. B.
gegen den rechten Gegenkontakt, während sie, bei Stromumkehr nach links gelegt wird.
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Die Wirkung der Schaltung ist leicht zu übersehen. Wenn von der Geberstrombürste
5 über die Fernleitung 1q. ein positiver Geberimpuls kommt und die Erregerwicklungen
durchfließt, dann mögen sich z. B. die Kontaktlamellen der Relais 12 und
15 nach rechts legen, während die Kontaktlamelle des Relais 13 alsdann gegen
den linken Gegenkontakt anliegt, da seine Erregerspule entgegengesetzt gewickelt
ist. In -der Spule ioä wird durch die Ortsbatterie i i ein Strom in Pfeilrichtung
erzeugt (Hauptimpuls) ; die anderen drei Spulen sind stromlos. Wenn der positive
Geberimpuls der Strombürste 5 aufhört; bleibt die Fernleitung so lange stromlos,
bis die Strombürste 6 einen negativen Geberimpuls sendet. In dieser Zwischenzeit
wird die Kompensationswicklung ioä " von dem Ortsstrom in Pfeilrichtung durchflossen;
denn nach Aufhören des positiven Geberimpulses zieht die Abreißwicklung 12e die
Kontaktlamelle nach links, während die Kontaktlamelle 15, in der rechten Stellung
verharrt.
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Genau dieselben Verhältnisse ergeben sich bei den Wicklungsteilen
iOb" und iob" der dem zweiten Teilgeber zugeordneten Spule lob, wenn von der Strombürste
6 ein negativer Impuls in de Fernleitung 1q. geschickt wird. Es wirkt zunächst im
Wicklungsteil iob der Hauptimpuls, alsdann im Wicklungsteil iob" der Gegenimpuls.
Die Stromrichtungen sind durch die eingezeichneten Pfeile kenntlich gemacht. Die
Strombürsten 5 und 6 des Gebers werden in Achsenrichtung durch ein Sinus-Kosinus-Getriebe
aus einer Nullage um den Wert C - sin a bzw. C - cos a verschoben, wenn a
der zu übertragende Winkel ist und C eine Konstante bedeutet: Der bewegliche Empfängerteil,
der Läufer ioe, wird alsdann aus seiner Mittellage um den Winkel a ausgelenkt.
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Im Schaubild der Fig. 3 ist der Verlauf der einzelnen Stromimpulse
durch die Empfängerspulen in Abhängigkeit von der Winkelstellung der, Walze 2 dargestellt.
Der obere Teil dieses Schaubildes bezieht sich auf die Wicklung io, Die Flächen
oberhalb der Linie a stellen die Hauptimpulse, die Flächen unterhalb die Gegenimpulse
dar. Genau so bezieht sich der untere Teil des Schaubildes auf den Stromverlauf
in der Spule iob. Ein weiteres Ausführungsbeispiel der Erfindung zeigt Fig. 2. Die
Unterteilung der Spulen ist fortgefallen, so daß dieselbe Wicklung für den Hauptimpuls
wie auch den Gegenimpuls dient. Eine solche Anordnung ist zwar bereits im Hauptpatent
beschrieben worden, doch da erforderte eine solche Schaltun(g zwei Ortsibatterien
bzw. eine unterteilte Batterie mit Mittenanzapfung. Bei der erfindungsgemäßen i8o°-Kompensation
kann man hingegen bei nur zwei einfachen Spulen ebenfalls mit einer Batterie auskommen,
indem diese Batterie durch einen Spannungsteiler überbrückt wird. Bei einer Anordnung
nach dem Hauptpatent würde die Spannungsteilerschaltung Unregelmäßigkeiten und Ungenauigkeiten
in der Anzeige bewirken wegen der gleichzeitigen Entnahme verschieden starker Ströme
(Haupt- und Gegenimpulse). Jetzt hingegen wird jeder der einen Drehwert darstellenden
vier Impulse zeitlich getrennt der Batterie entnommen, und die Stromstärken sind
überdies immer gleich. In Fig. 2 ist der Spannungsteiler mit 16 bezeichnet. Die
Wirkungsweise der Anordnung ist aus der Fig. 2 ohne weiteres verständlich. Die Stromrichtungen
sind in den Spulen ioa und iob uvid zwar die der H-aup.timpudise m:iit .ausgezogenen,
die dier Gegernimpulse mit gesbricbel,ten Pfeilen.
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Eine Erweiterung des Hauptpatents besteht ferner in der Möglichkeit;
zwei oder mehrere Drehwerte über eine gemeinsame Fernleitung zu übertragen. Sollen
zwei laufend veränderliche Drehwerte übertragen werden, so werden zwei Geber, die
wieder aus je zwei Teilgebern bestehen, gleichzeitig und mit gleicher Drehzahl angetrieben
und zwischen Geberausgang und Fernleitung ein mit der Übersetzung 2: 1 umlaufender
zusätzlicher Kollektor vorgesehen, der während der ersten Umdrehungshälfte der Geberwelle
die positiven und negativen Geberimpulse des ersten Gebers, während der zweiten
Hälfte die positiven und negativen Impulse des zweiten Gebers in die Fernleitung
schickt. Damit trotz der gemeinsamen Fernleitung jeder Geber am Empfangsort nur
die ihm zugeordnete Anzeigevorrichtung beeinflußt, unterscheiden sich die Impulse
der beiden Geber in ihrer Stromstärke.
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Sollen n-Drehwerte über eine gemeinsame Fernleitung _ übertragen werden,
so werden n-Walzengeber miteinander gekuppelt und zwischen Geberausgang und Fernleitung
ein mit der Übersetzung n : i umlaufender Kollektor vorgesehen, der jeweils während
des n-ten Teiles einer Umdrehung des Kollektors einen Geber mit der Fernleitung
verbindet.
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Auf der Empfängerseite liegen die Ständerwicklungen sämtlich parallel,
so daß sie von
gemeinsamen Relais durch die Geberimpulse an die
Ortsstromquelle geschaltet werden. Es wird aber jeweils nur der zu dem gerade wirkenden
Geber gehörende Läufer durch ein parallel zu den gemeinsamen Empfangsrelais liegendes
Umschaltwerk an die Ortsstromquelle gelegt, indem dieses von den verschieden starken
Geberimpulsen in der jeweils erforderlichen Richtung beeinflußt wird.
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EinAusführungsbeispiel dieses Erfindungsgedankens zeigt Fig. .I. Der
Motor 2 1 treibt die beiden gleichartig ausgebildeten und auf einer gemeinsamen
Welle angeordneten Geber 22 und 23 an. Jede Geberwalze ist wie in den Beispielen
der Fig. i und 2 ausgebildet. Der Kollektor 24 sorgt dafür, daß die eine Hälfte
einer vollen Umdrehung der Walzen 22 und 23 zum Senden eines positiven Impulses,
die andere zum Senden eines negativen Impulses zur Verfügung steht. Damit jedoch
die Winkelwerte des Gebers 22 getrennt von denen des Gebers -23 übertragen werden,
ist ein weiterer Kollektor 25 vorgesehen, der von der Geberwelle über ein Übersetzungsgetriebe
26 mit halber Drehzahl angetrieben wird. Die Impulse des Gebers 22 werden dem Kollektor
25 direkt, die des Gebers 23 über einen Widerstand 27 zugeleitet, so daß sich die
Geberimpulse in der Fernleitung 3o durch ihre Stromstärke unterscheiden. Durch das
Übersetzungsverhältnis von 2 : i zwischen Geber-,welle und Welle des Kollektors
25 wird erreicht, daß bei der nächsten Umdrehung der Geber 23 an der Fernleitung
liegt. Die beiden verschiedenen Drehwerte werden also wechselweise hintereinander
durchgegeben.
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Durch die Parallelschaltung der beiden die Drehfelder erzeugenden
Ständer ist es möglich. die Relais für das An- und Abschalten der Ortsstromquelle
für beide Systeme gemeinsam zu benutzen. Die zum Geber 22 gehörenden Drehfeldwicklungen
sind mit 18" und 181, bezeichnet. Die Drehfeldwicklungen iga und igv gehören zum
Geber 23. Die zugehörigen Anker oder Läufer tragen die Bezeichnung 18, bzw. ig,
Jedes einzelne Übertragungssystem ist nach dem Beispiel der Fig.2 ausgebildet, so
daß also eine einzige Spule gleichzeitig für Hauptimpuls und Gegenimpuls dient.
Es muß nun dafür gesorgt werden, daß, wenn der Geber 22 an der Fernleitung liegt,
gleichzeitig auch der Anker 18, vom Strom der Ortsbatterie 28 durchflossen wird,
der Anker ige dagegen stromlos ist. Liegt der Geber 23 an der Fernleitung, so ist
es umgekehrt. Diese periodische Umschaltung wird durch ein Umschaltwerk bewirkt.
das aus dem Umschaltrelais 31 und dem Halterrelais 32 besteht. Das Relais 31 besteht
aus der Kontaktlamelle 3ia, den beiden Gegenkontakten 3 iv und
3 i, und den Erregungsspulen 31d und Sie. Die Amperewindungszahl der Spule
3id ist wesentlich größer als die der Spule Sie, was z. B. dadurch erreicht werden
kann, daß sich ihre Windungszahlen wesentlich unterscheiden oder daß bei gleicher
Windungszahl parallel zu Sie ein Widerstand geschaltet wird.
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Das Halterrelais 32 besteht aus der Kontaktlamelle 32d, dem Kontakt
32v und den beiden Spulen 32e und 32d. Die Spule 32d ist mit den Spulen des Relais
31 in Reihe geschaltet und ihre Wicklung so bemessen, daß sie bei schwachen Strömen
(den schwachen Geberimpulsen) die Wirkung der dauernd an der Ortsbatterie liegenden
Spule 32, nicht beeinträchtigt, so daß die Kontaktlamelle 32, VOM
Kontakt 32v abgebogen ist, während die Spule 32d bei starken Strömen (den starken
Geberimpulsen) diese Wirkung überwindet und den Kontakt bei 32v schließt. Das Umschaltwerlk
liegt parallel zu den gemeinsamen Empfangsrelais und enthält ferner zwei elektrische
Ventile 33 und 3q..
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Die Wirkungsweise ist wie folgt: Der Kollektor -a5 sendet gerade den
schwachen positiven Impuls des Gebers 23 in die Leiturig 30. Der Strom nimmt folgenden
Verlaut: 3,d, Sie, SPule 32d, Ventil 3q, Erde. Da die Amperewindungszahl
der Spule 3 ,d größer als die der Spule Sie ist, überwiegt sie die Wirkung
der letzteren, so daß sich die Kontaktlamelle,-,i" gegen den Kontakt Sie legt und
der zum Geber 23 gehörende Anker ig, an der Ortsbatterie liegt. Der schwache positive
Geberstrom fließt weiter durch die Spule 32d zur Erde, ist jedoch nicht imstande,
die Wirhung der Spule 32e auf die Kontaktlamelle 32, des Relais 32
zu überwinden. so daß der Kontakt 32v unterbrochen bleibt. Sendet nun der Geber
23 einen negativen Impuls, so ist diesem der@Weg durch die Spulen durch das Ventil
3.1. gesperrt. Da das Relais 31 polarisiert sein soll und die Spule 32,.
dauernd vom Ortsstrom durchflossen wird, ändert sich an den Schaltstellungen nichts:
der Anker i9, liegt nach wie vor an der Ortsbatterie. Der schwache negative Geberimpuls
verläuft direkt von der Erde über das Ventil 33 in die Fernleitung und zum Kollektor
2;.
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Der von dein Geber 2 2 kommende starke positive Impuls versucht zunächst
die Spulen der Relais 31 und 3-2 genau so zu durchfließen wie der schwache positive
Strom des Geber 23. Er besitzt jedoch eine solche Stärke, daß er beim Durchfließen
der Spule 32d die entgegengesetzte Wirkung der Spule 32e überwindet
und die Kontaktlamelle 32a gegen den Kontakt 32v legt. Dadurch wird die Spule
3 id kurzgeschlossen, und die Kontaktlamelle 31" steht jetzt nur unter der
Wirkung der Spule Sie. die die Lamelle 3i" gegen den
Kontakt 31b
legt. Nun ist der zum Geber 22 gehörende Anker 18, an die Ortsbatterie 28 angeschlossen,
und der Anker igo ist stromlos. Der negative starke Geberimpuls des Gebers 22 nimmt
wieder seinen Weg über das Ventil 33 und ändert nichts an den Schaltstellungen.
Es empfiehlt sich, die Relais 31 zu wählen, damit ein sofortiges Umschalten der
Anker erfolgt, wenn die vom Geber kommenden Drehwerte wechseln.
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Ein weiterer Ausbau der Erfindung gemäß dem Hauptpatent besteht darin,
den Drehfeldempfänger nicht als Kreuzspule auszubilden, sondern ähnlich wie beim
Drehstromprinzip der Wechselstromtechnik drei Spulen zu verwenden, die um i2o° gegeneinander
versetzt werden. Mit einer solchen Anordnung erzielt man gleichmäßigere Einstelldrehmomente
für den Läufer und damit höhere Übertragungsgenauigkeiten: Fig.5 zeigt ein Ausführungsbeispiel
einer solchen Anordnung, Fig. 6 ist ein sich darauf beziehendes Schaubild. Der Geber
ist ähnlich wie in den früheren Beispielen ausgebildet, besteht also aus einer Walze
41, die vom Motor 41 angetrieben wird und die leitende Belegung 43 enthält, die
jedoch jetzt, entsprechend. den drei Empfängerwicklungen, sich am rechten Walzenende
nur über 12o° des Walzenumfangs erstreckt, während dieser Bereich am linken Walzenende
wieder o° beträgt. Der Geber besteht also aus drei miteinander gekuppelten Teilgebern,
die durch drei um je i2o° bezüglich des Walzenumfangs versetzte Strombürsten nacheinander
je eine besondere Impulsart in die Fernleitung schicken. Der Kollektor 44 sorgt
dafür, daß die erste Strombürste für das erste Drittel einer vollen Umdrehung am
positiven Pol der Sendebatterie 46, für das zweite Drittel am negativen Pol, für
das letzte Drittel wieder am positiven Pol der Sendebatterie liegt. Damit diese
drei Impulsfolgen aber sämtlich voneinander verschieden sind, kann man z. B. so
vorgehen, daß der erste Teilgeber schwache negative Impulse, der zweite Teilgeber
schwache positive Impulse, der dritte Teilgeber starke positive Impulse in die Fernleitung
40 sendet. Die unterschiedlichen Sbrom:stärken erre@i!cjht man arm einfachsten durch
einen am Kollektor vorgesehenen Widerstand 45. Der Kollektor 44 besteht aus vier
Schleifringen, von denen der linke als Vollring ausgebildet und geerdet ist, während
die drei anderen in je drei gleiche, voneinander isolierte Teile unterteilt sind.
Durch die eingezeichneten Stromverbindungen ist die Wirkungsweise aus der Figur
leicht verständlich.
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Der besseren Übersicht halber sind die drei Empfängerwicklungen 47a,
47b und 47, in der Zeichnung nebeneinander dargestellt, während sie in Wirklichkeit
um i2o° gegeneinander versetzt sind. Zu jedem Teilgeber gehört eine Wicklung, z.
B. zum ersten Teilgeber, der die schwachen negativen Geberimpulse sendet, die Wicklung
47a, zum zweiten Teilgeber, der die schwachen positiven Impulse sendet, die Wicklung
47b, zum dritten Teilgeber, der die starken positiven Impulse sendet, die Wicklung
47, Die einzelnen Impulsarten rufen in den zugehörigen Empfängerwicklungen einen
Strom entsprechend dem Werte sin a, sin (a+ i2o) ° und sin (a-h 24o) ° ,hervor,
wenn a dier z,w übertragende Winkel ist. Die Wirkungsweise der Relais 52 bis 56
ist dieselbe wie die der Relais 12, 13 und 15 in den Ausführungsbeispielen nach
Fig. i und 2. Die Relais 53 und 55 entsprechen z. B. dem Verteilerrelais 15 der
Fig. i.
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Durch ein Umschaltwerk muß dafür gesorgt werden, daß die Ortsbatterie
48 bei schwachen positiven oder negativen Geberimpulsen des ersten oder zweiten
Teilgebers auf die zugehörigen Empfängerwicklungen, bei starken positiven Geberimpulsen
des dritten Teilgebers auf die dritte Empfängerwicklung geschaltet wird. Diesem
Zweck dient das Umschaltrelais 49, bestehend aus der Kontaktlamelle 49" den Gegenkontakten
49b und 49, und der Erregungsspule 49d, der das elektrische Ventil 50 vorgeschaltet
ist. Parallel zu dem Ventil 5o und einem Teil der Relaiswicklung liegt ein weiteres
Ventil 51 mit entgegengesetzter Durchlaßrichtung. Sendet der erste Teilgeber seinen
schwachen negativen Impuls in die Fernleitung, so durchfließt dieser infolge der
so getroffenen Durchlaßrichtung der Ventile 5o und 51 die ganze Relaiswicklung,
und die Kontaktlamelle 49" wird gegen den Kontakt 49b gelegt, so daß die Ortsbatterie
auf die Spule 47, geschaltet werden kann. Bei den schwachen positiven Impulsen des
zweiten Teilgebers durchfließt der Geberstrom die Relaiswicklung 49d in entgegengesetzter
Richtung, aber nur den linken Teil derselben, so daß die Wirkung auf die Kontaktlamelle
zu gering ist, um sie umzuschalten. Der Kontakt 49b bleibt also geischil;oisisien,
und de Ortsbatterie kann jetzt auf die zum zweiten Teilgeber gehörende Spule 47b
geschaltet werden. Im dritten Teil einer vollen Umdrehungsperiode der Geberwalze
42 fließen stärke positive Ströme in die Fernleitung 40, die zwar nur einen Teil
der Reiliai,swcklung er@regem., aber ,ei:nie soilche Amperewindungszahl bewirken,
daß die Kontaktlamelle 49" den Kontakt 49, schließt. Jetzt kann die Ortsbatterie
48 auf die Spule 47, wirken. Das Relais 49 ist natürlich polarisiert.
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Den Stro@mverlaruf in den einzelnem Empfänigerspulen zeigt ,das Schaubild
der Fing. 6.
Oberhalb der Linien a, h und c. die sich auf
die Spulen q.ja bzw. 47b bzw. .I7, beziehen, sind die Hauptimpulse für einen willkürlich
angenommenen Winkelwert aufgetragen. unterhalb die Gegenimpulse. Zur Darstellung
irgendeines Drehwertes könnte man, rein theoretisch. beliebig viele Teilvektoren
übertragen, die dann im Empfänger wieder den resultierenden Vektor ergeben. Bei
der Anordnung nach Fig.5 könnte man beispielsweise noch eine weitere Wicklung vorsehen
und einen aus vier Teilgebern bestehenden Geber verwenden, der vierte Teilgeber
würde dann starke negative Impulse in die Fernleitung schicken. Für die vierte Spule
müßte noch ein weiteres Relais vorgesehen werden. was ohne weiteres möglich ist,
da beim Relais 55 ja noch ein Kontakt frei ist. Man hätte dann vier Empfängerwicklungen,
die um je 9& zu versetzen wären.
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Wesentlich für eine einwandfreie und genaue Ablesung der übertragenen
Winkelwerte ist eine schnelle und wirkungsvolle Dämpfung des Läufers. Es wird daher
vorgeschlagen, die statische Anzeige dadurch zu verbessern, daß auf der Läuferachse
eine Scheibe mit einem bestimmten Trägheitsmoment angeordnet wird. Um die dynamische
Anzeige bei der Übertragung laufend veränderlicher Winkelwerte zu verbessern, wird
erfindungsgemäß auf der Läuferachse eine Wirbelstrombremse angeordnet. Eine besonders
zweckmäßige Ausführungsform einer Wirbelstrombremse zeigt Fig.7U im Schnitt und
Fig.7b in einer Ansicht von vorn. Auf der Läuferachse 61 ist eine dünne Kupferscheibe
62 befestigt, die sich zwischen zwei konzentrischen, feststehenden Eisenscheiben
63 und 64 dreht. f In diese Eisenscheiben sind eine Vielzahl von Dauermagneten einmagnetisiert,
und zwar bei beiden Scheiben in gleicher Anordnung und derart. daß immer ungleichnamige
Pole einander gegenüberstehen. Die magnetisierten Stellen sind durch gestrichelte
Linien und die Bezugsziffer 65 gekennzeichnet. Diese Bauart ergibt bei geringsten
Abmessungen einen großen magnetischen Fluß, der eine kräftige Bremsung bewirkt.
Dabei kann die Bremswirkung in einfacher Weise beliebig verändert bzw. eingestellt
werden durch axiale Verschiebung der Scheibe 63 oder 6q.. Im gezeichneten Beispiel
sind die magnetisierten Stellen auf einer Kreislinie verteilt. Die Verteilung kann
jedoch auch beliebig anders erfolgen.
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Die Ausbildung der Wirbelstrombremse nach Fig. 7 gestattet, die statische
und dynamische Dämpfung in einfacher Weise zu vereinigen, indem, wie es die Fig.
S zeigt, die Kupferscheibe 62 an ihrem Rand mit einer Trägheitsmasse 66 versehen
wird. Zum Schluß sei noch erwähnt, daß die im Hauptpatent beschriebene Verwendung
von Wechselstrom zur Übertragung der Impulse über die Fernleitung auch möglich ist.
wenn mehrere Drehwerte über eine gemeinsame Fernleitung weitergeleitet -,v erden
sollen. Zur Unterscheidung der verschiedenen Impulse dienen jetzt nicht Stärke und
Richtung der Ströme, sondern verschiedene Trägerfrequenzen. jedem Geber und jedem
Teilgeber wird eine besondere Trägerfrequenz zugeordnet.