DE76247C - Herstellung von Gufsschlicker für Porzellan- und Steingut-Erzeugnisse mittels Natriumcarbonats oder Natriumbicarbonats - Google Patents

Herstellung von Gufsschlicker für Porzellan- und Steingut-Erzeugnisse mittels Natriumcarbonats oder Natriumbicarbonats

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DE76247C
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Germany
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porcelain
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sodium carbonate
sodium bicarbonate
sodium
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DENDAT76247D
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Dr. K. GOETZ, Advokat, in Karlsbad
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Expired - Lifetime legal-status Critical Current

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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C04CEMENTS; CONCRETE; ARTIFICIAL STONE; CERAMICS; REFRACTORIES
    • C04BLIME, MAGNESIA; SLAG; CEMENTS; COMPOSITIONS THEREOF, e.g. MORTARS, CONCRETE OR LIKE BUILDING MATERIALS; ARTIFICIAL STONE; CERAMICS; REFRACTORIES; TREATMENT OF NATURAL STONE
    • C04B33/00Clay-wares
    • C04B33/02Preparing or treating the raw materials individually or as batches
    • C04B33/13Compounding ingredients
    • C04B33/14Colouring matters

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  • Engineering & Computer Science (AREA)
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Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
Während der gegenwärtig zum Gusse verwendete Schlicker dadurch hergestellt wird, dafs man die abgelagerte sogenannte Masse mit ■etwa ι V2 Volumentheilen Wasser verrührt und -dadurch flüssig und zum Gusse fertig macht, wird nach dem vorliegenden Verfahren die Masse mit einer wässerigen Lösung von Natroncarbonat oder von Natronbicarbonat verrührt, dadurch flüssig und gufsfähig gemacht. Die Anwendung der Soda sichert dem Porzellan die reine weifse Farbe. Es genügt schon, auf 1500 Gewichtstheile Porzellanmasse einen Gewichtstheil der concentrirten Lösung zuzusetzen, doch ist das Verhältnifs je nach der Beschaffenheit der Masse zu wählen, für Hartsteingutmasse ist ein wenig Wasserzugabe nöthig.
Um das bisweilen auftretende Anlaufen und Graufärben der Porzellan-Erzeugnisse namentlich an ihren Rändern während des Brennens zu verhindern, empfiehlt es sich, der wässerigen Lösung noch so viel Zinnober zuzusetzen, dafs die Gesammtlösung eine zarte, ganz schwache Rosafärbung annimmt.
■Der /nach diesem Verfahren hergestellte Gufsschlicker ist, obwohl er von der im bisher üblicnen Wasserschlicker steckenden grofsen Wassermenge frei ist, dennoch viel flüssiger als dieser, enthält keine Luftblasen, fliefst in die feinsten Vertiefungen und in alle engen Windungen der Form und gestattet ein Giefsen auch derjenigen Waaren, welche bisher durch Gufs nicht hergestellt werden konnten, sondern gedreht oder geformt werden mufsten, wie beispielsweise Reliefs, gfofse ovale Schüsseln.
Aufserdem genügt eine einzige Form, während bisher z. B. für eine Kaffeekanne drei Formen, nämlich je eine für den Körper, für den Henkel und für die Ausgufsschnauze nöthig sind. Durch diese Erweiterung auf dem Gebiete der Porzellan- und Steingutgiefsung ist ein schnelleres und daher billigeres Arbeiten möglich geworden. Ein gewöhnlicher Arbeiter kann durch Giefsen nach der neuen Art mindestens 600 grofse Schüsseln in der Woche herstellen, während ein tüchtiger, geübter Dreher höchstens 150 bis 160 Stück in der gleichen Zeit fertig bringt.
Die nach dem neuen Verfahren gegossene Waare ist von ganz gleicher Beschaffenheit und. Dichte und viel dichter, fester und gegen Bruch widerstandsfähiger als die mit Wasserschlicker gegossene oder als die gedrehte oder geformte Waare.
Während beim Gusse mit Wasserschlicker die Form höchstens dreimal nach einander gebraucht werden kann und dann wieder zum Trocknen abgestellt werden mufs, kann sie beim Gusse mit dem neuen Sodaschlicker zehnbis zwölfmal nach einander benutzt werden und trocknet auch dann wieder sehr rasch. Es wird also hiermit das lästige Trockenstellen der Formen sehr herabgemindert; es wird aber auch das sogenannte Einschlickern, welches der Form sehr schadet, vermieden. Hieraus ergiebt sich, dafs zu dem neuen Verfahren erstens überhaupt ein geringer.Formenvorrath nöthig ist und dafs dann der Verbrauch dieses Vorrathes sich gegenüber dem jetzigen auch noch verringert.
Ferner vermindert sich die beim Gusse mit Wasserschlicker' vorkommende Schwindung während des Brennens der Waare im Feuer, welche etwa von 5 auf 4 oder von 6 auf 5 beträgt, beim Gusse nach dem neuen Verfahren nicht unbedeutend, und kommt etwa der gewöhnlichen Dreherschwindung gleich, also von 8 auf 7.
Die nach .dem neuen Verfahren gegossene Waare verlangt im Brennofen bei Scharffeuer nicht mehr, wie bisher, 17500Hs 18000, sondern nur etwa 16000 Hitze. Ebenso kann die Masse schon nach 16 stündiger Mahlung und und zwar sofort mit der Sodalösung versetzt werden, während bei dem alten Verfahren 22
bis 24 Stunden Mahlung nöthig sind und danach ein längeres Ablagern der Masse erforderlich ist.
Bei Benutzung des neuen Verfahrens kann die Verzierung mit Scharffeuerfarben schon beim Gusse angebracht werden.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Verfahren zur Herstellung von Gufsschlicker für Porzellan- und Hartsteingut-Erzeugnisse, bestehend in der Anrührung der sogenannten Masse mit einer wässerigen Lösung vonNatroncarbonat oder Natronbicarbonat mit oder ohne Zusatz von Zinnober.
DENDAT76247D Herstellung von Gufsschlicker für Porzellan- und Steingut-Erzeugnisse mittels Natriumcarbonats oder Natriumbicarbonats Expired - Lifetime DE76247C (de)

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