DE74063C - Steuerung für Dampfwasserheber mit mehreren Kammern - Google Patents
Steuerung für Dampfwasserheber mit mehreren KammernInfo
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
KLASSE S9: Pumpen.
Gegenstand vorliegender Erfindung bildet eine Steuerung für Dampfwasserheber mit zwei
oder mehreren Kammern. Dieselbe soll es ermöglichen, die Thätigkeit der Dampfeinlafsventile
so zu regeln, dafs der Stellungswechsel des Ventils beim Füllen und nicht beim Entleeren
der Kammern vor sich geht. Gegenstand vorliegender Erfindung bildet ferner eine Vorrichtung zur Zuführung von Luft' in die
Arbeitskammern.' Durch diese Neuerungen und Anordnungen soll die gröfstmögliche Expansion
des Dampfes bei dieser Art von Pumpen und damit eine vermehrte Leistungsfähigkeit,
ein sparsamerer Betrieb und eine verlässliche Wirkung bei einfacherer Construction
erreicht werden.
Fig. ι ist ein Verticalscjinitt und
Fig. 2 eine Seitenansicht (theilweise im Schnitt gezeichnet) einer solchen Wasserhebemaschine.
Die oberen Enden der Arbeitskammern A sind mit einem Dampfeinlafsventil B versehen,
welches einsitzig oder wie im vorliegenden Falle zweisitzig sein .kann. Mit den Ventilen
sind Kolben C verbunden, welche in den Cylindern D arbeiten, die sich unmittelbar über
den Ventilen befinden. Das Ganze wird zweckmäfsig in ein Gehäuse eingeschlossen, welches
dann gleichzeitig den Dampf kasten bildet, in den der Dampf von oben her oder seitlich
durch ein Absperrventil F eingelassen wird. Mit Hülfe des letzteren wird die Dampfzufuhr
während des Betriebes geregelt, wie überhaupt die Maschine in Gang gesetzt oder abgestellt.
Für ersteren Zweck sind die beiden Ventile B, wie üblich, durch einen zweiarmigen Hebel G
verbunden, der an den Enden genügenden todten Gang hat, so dafs die Ventile unabhängig
von einander wirken .können. Aufserhalb sitzt auf der den Hebel G tragenden Welle ein
Handgriff G\ mit welchem der Hebel G bethätigt wird.
Die Dampf kammern sind so angeordnet, dafs mittelst der Kanäle HU zwischen den Unterseiten
der Kolben C und den oberen Enden der Arbeitskammern A eine Verbindung hergestellt
wird. Ferner besteht eine Verbindung mittelst der kleinen Kanäle D1 D1 zwischen der
Unterseite des einen Kolbens C und der Oberseite des anderen. In diese Kanäle können
geeignete Regelungshähne eingeschaltet werden.
Anstatt für jede Arbeitskammer, wie das bisher üblich war, ein besonderes Schnarchventil
vorzusehen (welche Ventile mitunter in Unordnung gerathen), ist hier nur ein adjustirbares
Luftventil an einer geeigneten Stelle zwischen den Saugventilen K und dem gewöhnlichen
Fufs- oder Grundventil angeordnet. Hierdurch wird eine gleiche Luftzufuhr in beide Kammern A gesichert Ein gleiches Ergebnifs
läfst sich aber auch dadurch erreichen, dafs man die Saugventile K so einrichtet, dafs
sie als Schnarchventile wirken. Zu diesem Zweck ist ein Schraubstöpsel J vorgesehen, von
welchem aus Kanäle J1 nach den Sitzflächen
der Ventile führen. Diese Kanäle sind abgeschlossen , wenn die Ventile geschlossen sind,
und geöffnet, wenn die Ventile geöffnet sind. Wenn diese Anordnung gewählt wird, so ist
kein besonderes Fufsventil nöthig, obwohl letzteres aus anderen Gründen vorgesehen sein
mag. Die eingelassene Luft steigt bis zur Oberfläche auf und bildet eine Schicht zwischen
dem Wasser und dem Dampf und wirkt in bekannter Weise als Heifsluftpolster.
In den Fig. 3 bis 6 ist eine dreikammerige Hebemaschine zur Veranschaulichung gebracht,
und zwar ist Fig. 3 eine Seitenansicht und Fig. 4 ein Verticalschnitt durch die genannte
Maschine; Fig. 5 ist ein Schnitt nach Linie A-B-C-D, Fig. 4; Fig. 6 ist eine obere Ansicht
des Dampfventilkastens. Bei vorliegender Construction, sowie auch bei den bereits beschriebenen
findet der Stellungswechsel der Dampfventile bei Beendigung der Füllung der
Arbeitskammern und nicht bei der Entleerung der letzteren statt.
Diese Construction der Wasserhebemaschine, sowie die vorhergehende ist von besonderem
Werth, wenn es sich darum handelt, Wasser aus beträchtlicher Tiefe zu heben, wo die zum
Füllen erforderliche Zeit gröfser ist als die zum Entleeren. Die drei Dampfventile B sind
einsitzig, können aber auch als doppelsitzige ausgebildet sein. Kanäle D1, welche den über
Kreuz laufenden Kanälen D1 der zweikammerigen Hebemaschinen entsprechen, verbinden
den unterhalb eines Kolbens C befindlichen Raum mit dem oberhalb liegenden Raum des
anliegenden Kolbens. Die drei Kammern A stehen durch Oeffnungen K2 mit Saugventilen K
unter einander und folglich auch mit der Saugkammer P in Verbindung. Aufserdem besteht
mit Hülfe der Druck - oder Auslafsventile N eine Verbindung der Kammern A
mit der Kammer Q, welche zur mittleren Kammer R führt, von der das Auslafs- oder
Druckrohr S abzweigt. Die Pumpenventile und ihre Deckel sind zum Austauschen eingerichtet.
Die Luftzufuhr, erfolgt hier ebenfalls durch einen Schraubstöpsel unterhalb der Saugventile,
wie dies bei den Fig. 1 und 2 beschrieben ist.
Die Wirkungsweise der Wasserhebemaschine Fig. ι und 2 ist nun folgende: Nachdem Wasser
in die Arbeitskammern eingelassen ist, wird das Dampfventil F geöffnet und der Hebel G,
falls ein solcher vorgesehen, einige Male in kurzen Zwischenräumen vorwärts und rückwärts
bewegt. Es wird dann Dampf zunächst in eine Kammer A, angenommen in die rechte,
infolge der gehobenen Stellung des Ventils B eintreten, wodurch das in dieser Kammer enthaltene
Wasser theilweise ausgetrieben wird, während sich die linke Kammer fast bis oben
hin mit Wasser füllt, wobei die durch den Schraubstöpsel / eingetretene Luft ein elastisches
Kissen zwischen dem Wasser und dem Ventil B bildet. Dieses Luftkissen, welches bis
zu einer gewissen Spannung zusammengedrückt wird, wirkt auf die Unterseite des linken Kolbens
C (welche Wirkung noch dadurch unterstützt wird, dafs der Dampfdruck gegen die
gröfsere Fläche der Unterseite ihres oberen Ventils drückt, für den Fall, dafs Doppelsitzventile
vorgesehen sind), überwindet den Widerstand des Dampfdruckes in dem oberen Theil der rechten Kammer A und lüftet, da
der Kanal D1 von hier nach dem oberen Theil des linken Cylinders führt, das linke Ventil.
Durch das auf diese Weise geöffnete linke Ventil B strömt Dampf in die linke Kammer A
ein und beginnt das Wasser aus der Kammer herauszudrücken. Gleichzeitig strömt Dampf
durch den Kanal D1 in den oberen Theil des rechten Cylinders D, d. h. oberhalb des
rechten Kolbens C ein, drückt den letzteren und das oder die mit demselben verbundenen
Ventile herunter, so dafs diese geschlossen werden. Der in der rechten Kammer eingeschlossene
Dampf beginnt sich jetzt auszudehnen, bis sein Druck unter den im Druckrohr herrschenden Druck fällt, worauf das
Einspritzwasser in die Kammer eintritt und, indem es den Dampf condensirt, eine Luftverdünnung
in der Kammer hervorruft, so dafs das Saugwasser durch das Saugventil K fliefst,
zusammen mit einer kleinen Luftmenge, die durch den Stöpsel J eingesaugt wird. Das
Wasser füllt dann die rechte Kammer A an, wobei die Luft wieder ein elastisches Kissen
, zwischen Ventil B und der Wasseroberfläche bildet. Der Druck dieses elastischen Kissens
wirkt dann in der soeben beschriebenen Weise auf das rechte Ventil ein und öffnet dasselbe,
worauf sich das Spiel wiederholt.
Da der in der einen Kammer A herrschende Druck den Kolben und das oder die Ventile
der anderen Kammer niederhält, so trägt die Luftverdünnung in der letzteren Kammer dazu
bei, den Kolben un.d die Ventile der ersteren Kammer gehoben, d. h. geöffnet zu halten, so
dafs der Wechsel der Stellung der Ventile beim Füllen und nicht beim Entleeren der
Kammer vor sich geht.
Die dreikammerige Hebemaschine (Fig. 3 bis 6) arbeitet ähnlich wie die zweikammerige,
jedoch ist Folgendes zu beachten: Bei der Hebemaschine mit zwei Kammern und freiem
Dampfeintritt ist die Wirkung bei gröfseren Saughöhen ungleich oder unregelmäfsig, was
darauf beruht, dafs die Füllzeit gröfser ist als die zum Entleeren erforderliche Zeit. Bei der
Maschine mit drei Kammern und freiem Dampfzutritt ist aber die Wirkung eine beständige,
mit Ausnahme der kurzen Expansionsperiode
des Dampfes in einer Kammer, weil zwei Kammern immer mit Wasser gefüllt sind, während
sich die dritte entleert.
Claims (2)
- Pate nt-Ansprüche:ι . Eine Steuerung für Dampfwasserheber mit zwei oder mehreren Kammern, dadurch gekennzeichnet, dafs jede derselben oben mit einem Steuerventil B in Verbindung steht, das mit einem Kolben C versehen ist, wobei der Dampf in eine zwischen den Kolben und Ventilen gelegene Kammer eintritt, und Kanäle D1 vorgesehen sind, welche die Oberseite jedes Kolbens mit der Unterseite des anliegenden Kolbens verbinden.
- 2. Eine Ausführungsform der unter i. gekennzeichneten Steuerung für Dampfwasserheber, gekennzeichnet durch ein gemeinschaftliches, mit der Unterseite der Säugventile K communicirendes regelbares Lufteinlafsventil J, Fig. ι und 2.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE74063C true DE74063C (de) |
Family
ID=347140
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT74063D Expired - Lifetime DE74063C (de) | Steuerung für Dampfwasserheber mit mehreren Kammern |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE74063C (de) |
-
0
- DE DENDAT74063D patent/DE74063C/de not_active Expired - Lifetime
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