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Stauchfalzmaschine für zwei- oder mehrfachen Kreuzbruch Die Erfindung
bezieht sich auf Stauchfalzmaschinen, bei denen der Bogen .aus einem erstenKreuzbruchfalzwerk
flach liegend einem zweiten und folgenden Stauchfalzwerken zugeführt wird. Der Übelstand,
der bei diesen Maschinen auftritt, besteht darin, daß, sobald die Forderung gestellt
wird, den bereits einmal im Kreuzbruch gefalteten fach liegend ankommenden Bogen
mit seiner numnehrigen Oberseite nach außen zu falzen, bereits beim z-,veiten Kreuzbruch
und in noch grQßereni Maße bei den folgenden Kreuzbrüchen starke Verzerrungen und
Ouetschfalten entstehen. die Fehlfalzungen ergeben.
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Bekannt sind einfache Triofalzwerke auch für Mehrfachkreuzbrüche,
in denen der Bogen in eine nach oben gerichtete Tasche so einläuft, daß seine Oberseite
nach innen gefalzt wird. Diese Einrichtung liefert zwar einen guten Falz., wird
aber, besonders für dritten Kreuzfalz, nur in ganz seltenen Fällen gefordert. Die
Forderung geht fast ausschließlich dahin, den Bogen mit seiner Oberseite nach außen
zu falzen.
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Bisher konnte man der Forderung des Nachaußenfalzens eines zweiten
oder höheren Falzes nicht anders gerecht werden, als daß man zwei Parallelfalzvorrichtun:gen
übereinander anordnete und die jeweils nicht gebrauchte Tasche durch einen Ablenken
schloß. Der Bögen selbst mußte aber alle Walzenpaare durchlaufen: Dabei traten die
obenerwähnten Übelstände im zweiten und folgenden Kreuzbruch auf, die die Benutzung
von Stauchfalzmaschinen oft ganz in Frage stellten, weil durch das schlangenartige
Durchwinden der mehrlagigen Bogen durch die Walzenpaare Biegungen bis zu z 8o° entstanden
und dadurch bei den schon .mindestens einmal im Kreuz gebrochenen Bogen, die jetzt
den zweiten oder einen folgenden Kreuzfalz erhalten sollten, ein gewaltsames gegenseitiges
Verschieben der einzelnen Blätter der Lage eintrat, die im gemeinsamen Falz zusammenhängen,
mit dem Ergebnis, daß ein Verzerren, Nachfalzen.. starke Quetschfalten usw. auftraten.
Bei stärkeren Papieren schon im zweiten Kreuzbruch und bei allen Papiersorten im
dritten Kreuzbruch war dann ein brauchbarer Falz derartiger Bogen in Stauchfalzmaschinen
nicht herzustellen.
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Es ist ferner bekannt, in einem solchen Doppelfalzwerk bei Stauchfalzmaschinen
die. unterste Falzwalze derart verstellbar zu lagern, daß man wechselweise einen
Parallelbruch zii einem vorhergehenden nach innen oder außen falzen konnte. Den
ersten Falz konnte man aber nur so falzen, daß die Bogenaberseite innen lag. Wollte
man mit dieser Einrichtung einen ersten Außenfalz bei Bogen erreichen,
die
schon einmal 1I11 Kreuz. gefalzt «-aren, so mußte man auch hier den Bogen unter
Al)-riegeln der der nicht gebrauchten Tasche zwingen, schlangenförmig alle Falzwalzenpaare
zu durchlaufen, was gleichbedeutend mit einem Fehlfalz war, weil durch die scharfen
Biegungen bis zu i8o° - besonders wenn der erzeugteBruch ein dritterlireuzbruch
war - bei diesem Stauchfalz die Fehler so groß wurden, daß die Arbeit nicht mehr
verwendbar war.
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Die Erfindung zeigt einen Weg, um diese Fehler zu beseitigen und auch
die Stauchfalzinaschine für derartige Arbeiten brauchbar zit machen. Sie geht von
der Aufgabe aus, die durch das Übereinanderlegen von zwei Parallelfalzvorrichtungen
früher nicht verineidbaren starken Biegungen, die gerade bei bereits im Kreuz vorgefalzten
Bogen die einleitend dargelegten Fehler herbeiführten, zti beseitigen. Nach der
Erfindung wird ein einfaches Walzentrio verwendet, dem der za faltende Bogen flach
liegend zugeführt wird. Mit diesem Walzentrio arbeitet eine nach unten gerichtete
Falztasche so zusammen, daß der gefalzte Bogen nach oben abgeführt wird, wodurch
die bei dem Zulaufen des Bogens zum Falzwerk obenliegende Seite nach dem Falzen
nach ' außen zu liegen kommt. Der Bogen braucht also jetzt zum Herstellen dieses
besonders für einen dritten Kreuzbruch fast ausschließlich von der Praxis geforderten
Falzes nicht mehr denUmweg über die beiden übereinander gelagerten Parallelfalzvorrichtungen
zu machen. Die neue Bogenführung gestattet das Durchlaufen der Bogen durch die Falzwalzen
mit einem Biegungswinkel_, der 9o° nie überschreitet. Erst dadurch wird es möglich,
selbst bei ganz dickem Papier die beim Falzen entstehenden Fehler in erträgliehen
Grenzen zu halten.
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Um bei Verwendung des einfachen Walzentrios den in der Praxis auch
geäußerten Wunsch des wahlweisen Faltens mit nach innen oder außen liegender Bogenoberfläche
befriedigen zu können, wird erfindungsgemäß die in der Förderrichtung des ungefalzten
Bogens hinter dem Einzugswalzenpaar liegende Walze des Trios in der Höhenlage verschiebbar
angeordnet, derart, daß sie wahlweise mit der oberen oder der unteren Walze des
Zuführwalzenpaares in Eingriff kommt. Dementsprechend ist die ,gewöhnlich nach unten
gerichtete Tasche nach oben gerichtet umstellbar, wenn die hintere Walze mit der
unteren Zuführwalze in Eingriff steht, wodurch in an sich bekannter Weise der in
waagerechter Ebene zugeführte Bogen zwecks Faltung in die nach oben gerichtete Tasche
geführt wird, so daß die Oberseite des Bogens nach der Faltung innen liegt und der
gefaltete Bogen nach unten abgelegt wird. Inder Zeichnung ist in einem Ausführungsbeispiel
die Erfindung schematisch dargestellt, und zwar zeigen Abb. i dieFalzwalzenanordnung
einesVierbruchkreuzfalters in Stauchfalzmaschinen, deren beide ersten Falzwerke,
wie bisher, als Parallelfalzwerke ausgebildet sind, während das dritte und vierte
Falzwerk als Walzentrio mit Falztasche arbeiten, Abb. a den Grundriß dazu, Abb.
3, 3a und 4. schematisch die bisher ü11geinein angewendete Anordnung zweier untereinander
angeordneter Parallelfalzwerke bei verschiedener Lagerung der Falztasche, Abb. 5
und 6 schematisch die verschiedene Lage der Walzen eines Walzentrios gemäß der Erfindung
sowie die Lage der Falztasche zu den Walzen, Abb. 7 die bauliche Gestaltung der
Walzenanordnung gemäß Abb. 5 und 1 Abb. 8 den Grundriß dazu, Abb. 9 eine besondere
Ausführungsform de: Gegenstandes der Erfindung.
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In der in den Abb. i und .2 dargestellten Falzmaschine mit vier im
Kreuz zueinander stehenden Falzwerken durchläuft der Bogen der Reihe nach die Falzwerke
I, II, III, IV.
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Zunächst sei -die frühere Anordnung der Bogenführung im Falzwerk III
bzw. IV an Hand der Abb. 3, 3a und .I erläutert. In der Pfeilrichtung i gelangen
die meist bereits zweimal unter Verwendung der üblichen Parallelfalzwerke kreuzgefalzten
Bogen zu den Walzen 2, 3 und «-erden von ihnen in die Falztasche d. (Abb. d.) getrieben,
wenn, was nur sehr .selten verlangt wird, die Falzung so erfolgen soll, daß die
Oberseite des flach ankommenden Bogens nach der Falzung innen liegt. Meist wird
diese Falztasche jedoch durch eine Weiche 9 zugesetzt (Abb. 3) oder ganz fortgelassen
(Abb.3a), wenn diegewölniliche Eorderung erfüllt werden soll, daß die Bogenoberseite
nach derFalzung außen liegen soll. Der Bogen wird dann durch diese Weiche abgelenkt
und den Walzen 2, 5 zugeführt. -welche ihn unter Herumführung uni fast den halben
Umfang der Walze 2 in die Tasche 6 führen. Dadurch wird der zwischen den Walzen
2, 3 schon vier- oder achtfach liegende Bogen in seinen verschiedenen Lagen verschieden
stark gedehnt, weil dieäußerenLageii bei der Biegung um die Walze :2 einen größeren
Weg machen müssen als die inneren an Walze 2 anliegenden, und da die dreimal gefalzten
Bogen an ihrer geschlossenen Seite sowieso schon unter Verzerrungen zu leiden haben;
wird zwischen den Walzen 2 und 5, später auch zwischen den Walzen 5 und 7, die Spannung
so groß, daß im FaIz starke Differenzen entstehen, die diesen vierten Bruch fast
unmögilich machen. Selbst dann, wenn
ein so starkes Perforieren
der Bogen erfolgt, daß die Perforierstege zerreißen, entstehen hierbei so große
Registerdifferenzen, daß diese Falzart nur bei geringwertigen Arbeiten angewendet
werden kann.
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Da die beiden wichtigen Vierbrucharten der Bogen bisher alle in der
Tasche 6 (Abb. 3, 3 a) hergestellt werden mußten, so war für diese Falzart dieVerwendung
von Stauchfalzmaschinen in Frage gestellt.
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In den Abb. i und 2 ist die neue Anordnung für die Falzwerke III und
IV gezeigt, und zwar zur Befriedigung der gewöhnlichen Forderung, daß die Oberseite
-des flach liegend geförderten Bogens nach der Falzung außen liegen soll. Der bereits
im Kreuz gefalzte Bogen wird in der Pfeilrichtung i bzw. i' den Walzen 2, 3 des
Falzwerks III oder IV zugeführt und gelangt von diesen in die nach unten gerichtete
Tasche 6. Dabei werden die Papierlagen nur wenig gebogen. Der mit Hilfe der Tasche
6 gefaltete Bogen wird von den Walzen 3, 5 gefaßt, nach oben herausbefördert und
abgelegt.
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In Abb. 5 und 6 sind schematisch die neun aus der Verwendung eines
Walzentrios sich ergebenden Falzmöglichkeiten-bei verschiedener Einstellung der
Walzen zueinander und der Falztasche zu den Walzen dargestellt. Abb. 5 veranschaulicht
wie Abb. i und 2 die Stellung, in der ein normaler, dreimal im Kreuz gebrochener
Bogen hergestellt wird. Die in der Bogenzuführrichtung hintere dritte Walze 5 steht
im Eingriff mit der oberen Walze 3 des Zuführwalzenpaares. Die Falztasche 6 ist
nach unten liegend angeordnet. Bei dem nach oben- abgeführten gefalzten Bogen liegt
die Oberseite des dem Walzenpaar :2,3 zugeführten Bogens außen.
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Abb. 6 veranschaulicht ein Falzwerk, indem bereits mit zwei Kreuzbrüchen
gefalzte Bogen in an sich bekannter Weise so gefalzt werden, daß ihre Oberseite
nach der Falzung innen liegt. Hierbei steht die hintere dritteVValze5 im Eingriff
mit der unteren Walze 2 des Zuführwalzenpaares. DieFalztasche6 ist nach oben gestellt.
Bei allen Falzarten bleibt jetzt die Abbiegung der Bogen bis zum Austritt aus dein
letzten Walzenpaar aus der waagerechten Förderrichtung unter 9o°, so daß ein faltenfreier
Falz ermöglicht wird.
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Abb. 7 und 8 zeigen die bauliche Gestaltung einer solchen Falzwerkausbildung
nach der schematischen Darstellung in Abb. 5.
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Abb. g endlich stellt schematisch eine besondere Ausführungsform des
Gegenstandes der Erfindung dar. Die Walze 5 .ist hier in Lagerheheln hängend oder
in Lagerwürfeln auf und ab verschiebbar gelagert. Beim Zusammenarbeiten mit der
Walze 3 und der nach unten hängenden Tasche 6 (punktiert gezeichnet) entspricht
die Arbeitsweise der Vorrichtung dem in Abb. 5 gezeichneten Falle. Wird die Walze
5 jedoch, wie in ausgezogenen Linien gezeichnet, gesenkt, so daß sie mit Walze 2
zusammenarbeitet, und die Tasche 6 aus ihrer in Abb. i dargestellten Stellung herausgezogen
und in oberhalb der Walze 5 vorgesehene Führungen in derselben Weise eingeschoben,
so ergibt sich eine Arbeitsweise nach Abb. 6. Hierdurch ist die Möglichkeit einer
vielseitigeren Verwendbarkeit einer mit solchen Falzvorrichtungen ausgerüsteten
Maschine gegeben.