DE7177C - Closetofen mit Abdampfapparat - Google Patents
Closetofen mit AbdampfapparatInfo
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Classifications
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- C05F3/04—Fertilisers from human or animal excrements, e.g. manure from human faecal masses
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Description
1879.
Klasse- 37.
AUGUST SCHEIDING in BERLIN. Ciosetofen mit Abdampfapparat.
Patentivt im Deutschen Reiche vom 7. Januar 1879 ab.
Das ■ hier angewendete Verfahren beruht auf dem Princip, die Auswurfstoffe des Menschen
sofort nach dem Freiwerden auf möglichst einfache Weise zu entfernen und ihre in sanitärer
Beziehung bedrohliche Wirkung durch Feuer zu vernichten, ohne deren Vortheile für die
Bodencultur zu verlieren.
Die Anwendung ist folgende: Im Souterrain eines jeden von Menschen bewohnten Gebäudes
wird unmittelbar an der Stelle, über welcher in den höher liegenden Etagen der Abort eingerichtet
wird, der Ciosetofen, Fig. 1 bis 4, aufgestellt. Das durch alle Etagen zu leitende
Abfallrohr von Gufseisen oder anderem Metall, innen emaillirt, etwa 0,16 bis 0,20 m lichte Weite,
dient zur Ueberführung der festen Stoffe, welche nach jeder Entleerung vermittelst eines im Closet
liegenden trichterförmigen Ansatzes vom Abfallrohr aufgenommen und unmittelbar durch Fall
dem Verbrennungsapparat zugeführt werden.
Der Urin gelangt durch die am oberen Theil
des Trichters befindliche Fangschale, welche mit einem Siebe versehen und behufs Reinigung
leicht herauszunehmen ist, seitlich nach dem Urinabflufsrohr, um von hier seinen Weg nach
dem neben den Ciosetofen befindlichen, mit diesem zusammenhängenden, Abdampfapparat
zu nehmen. Beide Cylinder münden auf dem Dache des Gebäudes aus, sind auf dem Boden
des Hauses durch eine angebrachte Rohrthür zugänglich und wird ihnen durch einen an der
Stelle der Thür liegenden Deckel, der auf einem im Innern des Rohres befestigten Ring ruht,
der Zutritt der Luft entzogen.
Während bei einer etwa erforderlich werdenden Reinigung der mit einem Griff versehene
Deckel entfernt wird, werden Wasserdämpfe, welche sich in einem hermetisch verschlossenen
Gefäfs bilden, jenen beiden Cylindern mittelst Zuleitungsrohr bei c, Fig. 2, nach Bedarf zugeführt
und letztere damit von Schmutztheilen und Gasen gereinigt. Eine kaum denkbare Verstopfung würde ebenfalls durch diese Oeffnung
vermittelst Kugel etc. zu beseitigen sein.
Die Verbindung im Closet mit dem Abfallrohr wird durch ein eisernes, innen emaillirtes,
trichterförmig gegossenes und mit dem Abfallrohr zusammengepfropftes, zur Aufnahme der
festen Stoffe bestimmtes Stück hergestellt, Fig. 5 und 6. Die daran befindliche Klappe g, Fig. 5,
ist vermittelst einer Kette, welche bewirkt, dafs bei eintretender Benutzung des Closets mit dem
Aufschlagen des oberen Deckels sich die untere Klappe hebt und an den Punkt A, Fig. 5, herangezogen
wird, verbunden. Beim Herablassen des oberen Deckels geht die Klappe in ihre verschliefsende Lage zurück. Zur leichteren
Reinigung dieses trichterförmigen Ansatzes, welcher zu dem Rohr einen Winkel von 35°
bildet, befestigt man innerhalb desselben eine leicht abzunehmende Bekleidung von Zink, von
welcher dann leicht etwaige Rückstände ab und zu zu entfernen sind. Neben dem Closetdeckel
auf dem Sitzbrett befindet sich ein kleinerer Deckel, worunter die offene Urinfangschale angebracht
ist, die hier noch als Pissoir für das masculinum dienen kann. Das am Abfallrohr
unmittelbar über dem Ofen befindliche, hermetisch schliefsende Verbindungsstück c', Fig. 2,
hat den Zweck, bei einer event. Verstopfung oberhalb der Aufnahmeroste, die Beseitigung
derselben durch Haken, Schaufel etc. zu bewirken. Während dieser Reinigung wird unter
das obere Rohrstück ein Deckel geschoben, welcher an den leer gewordenen Schraubenlöchern
für das Verbindungsstück durch eingesteckte Stifte χ χ gehalten wird (s. Fig. 2).
Der Ciosetofen zerfällt in den-. Verbrennungsofen für die festen Stoffe und in den Abdampfapparat
für den Urin, wie aus Fig. 1 und 2 näher ersichtlich. Beide Theile sind durch einen
hohlen Raum von 0,05 m Breite getrennt, welcher von zwei Wänden senkrecht begrenzt wird und
den Zweck hat, den beim Verbrennen der Abfälle entstandenen Rauch nach dem Abdampfofen
überzuführen. Die Abfälle werden beim Austritt aus dem Abfallrohr von einer Sternwippe
d, Fig. 2, auf die darunter befindlichen Roste vertheilt und von diesen, von Rost zu
Rost fallend, in das Feuer übergeführt.
Wie aus der Zeichnung, Fig. 2 und 4, ersichtlich,
wird das Brennmaterial seitlich durch 'den Trichter in den mit Chamottemörtel gefütterten
Ofen geschüttet und das Feuer von oben angelegt. Diese trichterförmige Heizthüröffnung
gestattet den Ofen bis oben herauf zu füllen, um die Flamme dicht unter die Roste
zu bringen. Die verbrannten Stoffe fallen mit der Asche durch, den Rost über dem Aschkasten
in denselben.
Durch das in den Abdampfapparat führende Zuflufsrohr k, Fig. 2, fiiefst der Urin zuerst
auf die oberste Pfanne und tropft, nachdem er die Höhe des am Rande desselben befindlichen
Absatzes erreicht hat, auf die zweite Pfanne u.s.w. Der vom Verbrennungsofen kommende und
von unten .heraufströmende Rauch wird den auf den Pfannen befindlichen Urin in Dampf
verwandeln und werden beide, Rauch und Dampf, durch den Abzugskanal in den Schornstein
geführt. Etwa nicht in Dampf verwandelter Urin wird, nachdem er seinen Weg über sämmtliche Pfannen gemacht, sich unten im
Ofen sammeln, um bei hohem Wasserstande durch das Rohr i, Fig. 2, nach dem Wasserkasten
geführt zu werden; von hier ist derselbe bei Ueberfüllung zu entfernen.
Auf der Decke des Abdampfapparates ist eine und an der äufseren Seite desselben sind
vier verschliefsbare Oeffnungen angebracht, um es leicht zu ermöglichen, dafs die Pfannen von
den sich vom Urin ansetzenden Salzen gereinigt werden können.
Die wesentlichen Vorzüge einer solchen Einrichtung bestehen in folgendem:
a) Die Sammelgruben, welche in den meisten Fällen den Herd ansteckender Krankheiten
bilden, werden vollständig beseitigt.
b) Die Excremente werden sofort nach dem P'reiwerden unschädlich gemacht, die Rückstände
derselben als Guano in Verbindung mit der ebenfalls Dungstoff enthaltenden Asche für die
Bodencultur erhalten und können in Bezug auf Transport ihrer Bestimmung leicht zugeführt
werden.
c) Die den Gebäuden keineswegs zur Zierde dienenden Abtrittsanlagen auf den Höfen werden
entbehrlich. Die Aborte in unmittelbarer Verbindung mit den Wohnungen gewähren den
Benutzenden eine wesentliche Erleichterung.
d) Die Kanalisation der Städte, wenn überhaupt noch erforderlich, wird bedeutend geringere
Dimensionen annehmen. Die Schwierigkeit bei Bewältigung der Massen auf den Rieselfeldern
wird, verschwinden.
e) Der andauernd functionirende Ciosetofen wird nebenbei wirtlischaftlichen Zwecken dienen
und weiter zur Trockenerhaltimg der in der Regel feuchten Souterrainräume wesentlich beitragen.
f) Die Kosten des ganzen Verfahrens werden besonders in den Städten gegen alle bisherigen
Einrichtungen eine Erleichterung gestatten.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Die dargestellte Neuerung im Verfahren, die Excremente der Menschen unmittelbar nach dem Freiwerden zu zersetzen und zwar mittelst Ciosetofens oder -Herdes und Abdampfapparates durch Feuer, ohne die Benutzung der Rückstände für die Bodencultur zu verlieren.Hierzu I Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE7177C true DE7177C (de) | 1900-01-01 |
Family
ID=285079
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT7177D Expired DE7177C (de) | Closetofen mit Abdampfapparat |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE7177C (de) |
-
0
- DE DENDAT7177D patent/DE7177C/de not_active Expired
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