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Handschere zum Schneiden von hartem Stahldraht Gegenstand der Erfindung
ist eine Handschere, die zum Schneiden von hartem Stahldraht und insbesondere zur
Beseitigung von Hindernissen aus Stahldraht dient.
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Zum Zwecke der Beseitigung von Drahthindernissen .aller Art werden
bisher Scheren mit gelenkartiger Übersetzung verwendet. Diese sind so gebaut, daß
die Schnittkanten der Messer aufeinanderstoßen. Beim Schneiden drücken sich die
Messerkanten in das Material, bis dieses auseinanderplatzt. In dem Augenblick, in
dem das abgeschnittene Drahtstück abspringt, entsteht dabei ein "starkes, knallartiges
Geräusch, das einmal dadurch hervorgerufen wird, daß die Messer bzw. die an den
Scherenarmen sitzenden " Anschläge aufeinanderstoßen und daß andererseits der Stahldraht
in dem Augenblick des stärksten Druckes ,abspringt. Derartige Geräusche sind aber
bei der Beseitigung von Drahtverhauen sehr unerwünscht, weil dadurch die Arbeit
weithin hörbar wird.
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Es sind ferner Drahtscheren, vielfach Bolzenschneider genannt, bekannt,
deren Messer zwar aneinander vorbeigehen, die aber gleichfalls ein -gelenkiges Hebelwerk
haben und zum Schneiden von Stahldraht sehr lange Hebelarme erfordern und daher
infolge ihres großen Gewichtes unhandlich sind und von einer Person in einer Tasche
o. dgl. nicht mitgeführt werden können. Auch bei diesen bekannten Scheren tritt
beim Durchschneiden des Schneidgutes das oben ,aufgeführte lästige Geräusch ;auf.
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Bekannt sind ferner Scheren mit drehbar zueinander gelagerten, kreisförmig
ausgebildeten Messerschneiden, die derart zueinander geführt sind, daß ein Auseinanderdrücken
der Messerschneiden während des Schneidvorganges -verhindert wird. Zum Schneiden
von Bolzen und Rundeisen hat man auch schon Hebelscheren mit drehbar zueinander
gelagerten Messern verwendet, bei denen das von den Messern gebildete Scherenmaul
mit seinem Scheitelpunkt in der Drehachse der Messer lag. Schließlich sind auch
Profileisenscheren bekanntgeworden, bei denen die senkrecht zueinander geführten
Messer an der Schneidstelle eine Aussparung aufwiesen, derart, daß ein Abstand zwischen
den Schneidkanten entstand.
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Mit allen den genannten Scherenkonstruktionen war es aber nicht möglich,
ein geräuschloses Schneiden von Stahldraht auszuführen.
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Zweck der Erfindung ist, eine Handschere zum Schneiden von Stacheldraht
und hartem Stahldraht zu schaffen, die ein geräuschloses
Durchschneiden
des Schneidgutes ermöglicht und dabei in ihrer Bauart so gehalten ist und ein so
geringes Gewicht besitzt, daß die Schere von einer Person in einer Tasche o. dgl.
mitgeführt werden kann. Dieser Zweck wird erfindungsgemäß durch die kombinierte
Anwendung der beiden Merkmale erreicht' daß das von den Messern gebildete Scherenmaul
mit seinem Scheitelpunkt in der Drehachse der Messer liegt und daß die Messer am
inneren Ende des Scherenmauls so ausgespart sind, daß sie an der Schnittstelle nicht
schließend aufeinanderliegen, sondern einen gewissen Abstand voneinander haben.
Es hat sich ergeben, daß durch die vorgenannte Ausbildung der Messer und des Scherenmauls
.ein vollkommen geräuschloses Schneiden erreicht wird, wobei zur Verstärkung der
Geräuschlosigkeit des Schneidvorganges zweckmäßig noch die Anschläge der Scherenarme
in bekannter Weise mit Gummipuffern o. dgl. ausgestattet sind.
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Auf der Zeichnung ist der Erfindungsgegenstand in einem Ausführungsbeispiel
dargestellt.
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Abb. i ist eine Draufsicht auf die Schere, wobei die Messer in der
Offenstellung gezeichnet sind.
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Abb.2 ist ein senkrechter Schnitt durch die Messer und das Scherenmaul
nach der Linie A-B in Abb. i.
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Die vorliegende Schere besteht aus ,einem äußeren Messera und dem
inneren Messer b. Das Außenmesser a bildet eine kreisförmige Scheibe, in die das
Scherenmaul eingeschnitten ist. Nach oben hin ist die äußere Messerscheibea zu zwei
auseinanderstrebenden Greifern oder Führungsarmen d, d1 ausgebildet , die der Schere
eine Führung verleihen, wenn beispielsweise Stacheldraht durchschnitten werden soll.
Nach unten zu besteht die äußere Messerscheibe a .aus :einem Stück mit dem Handgriffarm
f.
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Auf der äußeren Messerscheibe a ist eine Ringscheibe h aufgesetzt
und durch Schrauben i befestigt. Die Ringscheibe h besitzt eine unterschnittene
Nut h1, in welcher die entsprechend abgesetzte Scheibe b des Innenmessers geführt
ist, so daß das innere Messer drehbar in dem äußeren Messer angebracht und dicht
schließend in demselben geführt ist. Die Messerscheibe b ist zu einem Stück mit
dem anderen Handgriffarm g vereinigt. Das Scherenmaul reicht bei der vorliegenden
Schere bis zum Drehpunkt q der beiden Messer. Das Schneidmaul h des äußeren Messers
a läuft in dem Ausführungsbeispiel gegen den Scheitelpunkt q verengt zu und ist
hier mit einer Einschnürung n versehen, die nach oben sich erweiternd ausläuft,
während das Maul der inneren Messerscheibe b oberhalb der Einssehnürung n in üblicher
Weise etwas weiter gehalten ist, wie dies aus Abb. i hervorgeht. Die genannte Einschnürung
n ist der größten Dicke des zu schneidenden Drahtes, also beispielsweise 3 mm, angepaßt.
Die so gebildete engere Öffnung des Schneidmaules dient daher ausschließlich zum
Schneiden von Stahldraht, während die nach oben verbreiterte Öffnung des Scherenmauls
zum Schneiden von Drahtseilen benutzt werden kann: Die Messerschneiden gehen oberhalb
der Einschnürung n scharf aneinander vorbei, während die Schneiden an der Einschnürung
n so weit ausgespart sind, daß sie mit einem geringen Abstand, der beispielsweise
nur einen Bruchteil eines Millimeters betragen kann, .aneinander vorbeiführen. Zu
diesem Zwecke ist beispielsweise an dem Außenmesser a eine geringfügige Vertiefung
oder Furche o eingeschliffen, wie,es die Abb. 2 -zeigt. Naturgemäß könnte ,auch
das innere Messer b oder- gegebenenfalls auch beide ,Messer an der Schneidstelle
ausgespart sein.
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In der Offenstellung der Messer stößt der Handgriffarm g gegen einen
an der Ringscheibe h vorgesehenen Ansatz k mit Gummieinlage, während in der
Geschlossenlage der Schere der Handgriffarm g des inneren Messers gegen einen an
dem Handgriffarm f sitzenden Anschlagnocken m .anschlägt, der ebenfalls mit einem
Gummipuffer o. dgl. ausgestattet ist.
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Dadurch, daß das Scherenmaul bis zum Drehpunkt rq der Messer reicht,
wird, sobald das innere Schneidmesser in die Geschlossenstellung geführt wird, durch
dieses das Scherenmaul p an dem oberen Ende geschlossen, wobei sich die Maulöffnung
ständig verkleinert. Gleichzeitig tritt dabei das innere Messer b wieder in den
an dem äußeren Messer angebrachten Führungsring h hinein, wie dies aus der strichpunktierten
Stellung in Abb. i ersichtlich ist. Es wird also ein Auseinanderdrücken der Messerschneiden
auch bei stärkster Beanspruchung unmöglich gemacht.
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Naturgemäß läßt sich das Scherenmaul in seiner Form abändern, wobei
jedoch darauf geachtet werden muß, daß das Scherenmaul bis in die Drehachse der
Messer reicht, damit das Schneidgut mit dem größtmöglichen Hebelarm ergriffen wird.
Es lassen sich daher mit der vorliegenden Schere ohne jede übersetzung Stahldrähte
bis 5 mm und Stahldrahtseile bis i o mm Durchmesser bei einer Festigkeit von 13o
kg und mehr durchschneiden. Infolge der beschriebenen Ausbildung des Scherenmaules
und der Messer sowie durch die Anordnung der Gummipuffer wird dabei ein vollkommen
geräuschloses Durchschneiden des Schneidgutes erzielt.