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Quecksilberdampfkessel mit an die Kesseltrommel angeschlossenen Fall-
und Steigrohren Bei den bisher üblichen Quecksilberdampfkesseln strömt das Quecksilber
mit erheblicher Geschwindigkeit und beträchtlichem überdruck aus den Steigrohren
in die Kesseltrommel. Es wird daher beim Eintritt des aus flüssigem und dampfförmigem
Quecksilber bestehenden Gemisches in die Kesseltrommel eine beträchtliche Energiemenge
in Form von Wärme frei.
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Nach dem Hauptpatent wird diese frei werdende Energie dazu ausgenutzt,
um das Quecksilber in ein zweites Rohrsystem zu drücken, das zweckmäßig oberhalb
der Kesseltrommel angeordnet und ,einerseits an die üblichen Steigrohre, andererseits
an die Kesseltrommel. selbst angeschlossen ist. Durch dieses zusätzliche Rohrsystem
wird der Strömungswiderstand für das Flüssigkeits-Dampf-Gemisch so erheblich vergrößert,
daß das Gemisch mit nur geringer Geschwindigkeit und nur geringem Überdruck in die
Kesseltrommel strömt.
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Die Erfindung zeigt einen Weg, das nach dem Hauptpatent vorgesehene
zusätzliche Heizrohrsystem in besonders günstiger Weise in die Kesselanlage einzugliedern.
Dieser Weg besteht darin, daß das zusätzliche, in der Berührungszone liegende Heizrohrsystem
in der Strömungsrichtung des Flüssigkeits-Dampf-Gemisches zwischen zwei Heizrohrsysteme
geschaltet ist, von denen das erste einerseits an den Flüssigkeitsraum der Kesseltrommel,
andererseits an die zum oberen Ende des zusätzlichen Heizrohrsystems führenden Steigleitungen
angeschlossen ist und die Brennzone des Kessels umkleidet, während das zweite einerseits
mit dem unteren Ende des zusätzlichen Heizrohrsystems, andererseits mit dem Dampfraum
der Trommel verbunden ist und die Strahlungszone des Kessels umkleidet,
wobei
die Trommel im wesentlichen oberhalb des Brennraum heizsystems, aber unterhalb des
Strahlungszonenheizsystems angeordnet ist.
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Die Zeichnung zeigt ein Ausführungsbeispiel der Erfindung in einem
Querschnitt. Mit io ist der Kesselkörper bezeichnet, der in eine Strahlungszone
i i, eine Berührungszone 12 und in eine Brennzone 13 unterteilt ist. Die Brennzone
13 befindet sich im unteren verjüngten Teil des Kesselkörpers, in den die Ölbrenner
14 und 15 eingeführt sind. Ein Heizrohrsystem 16 umkleidet die Brennzone 13, während
die Strahlungszone i i von einem Heizrohrsystem 17 umschlossen wird; 18 ist das
zusätzliche Heizrohrsystem, welches haarnadelförmige Windungen aufweist und in der
Berührungszone12 angeordnet ist.
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Das in der Brennzone 13 liegende Heizrohrsystem 16 ist mit seinem
unteren Ende über die Leitung i g an die seitlich des Kessels io liegende Trommel
20, und zwar an den Flüssigkeitsraum derselben, angeschlossen. Das in der Trommel
enthaltene Quecksilber wird mittels einer Pumpe 21 in das Heizrohrsystem 16 gedrückt,
deren Saugseite über die Leitung 22 mit dem Boden der Trommel 2o und mit der zu
irgendeiner anderen Quecksilberquelle führenden Leitung 23 verbunden ist. An das
obere Ende des Heizrohrsystems 16 schließt die Steigleitung 24 an, welche das in
dem Heizrohrsystem 16 erhitzte Quecksilber zu dem oberen Ende des zusätzlichen Heizrohrsystems
18 führt. Von dem letzteren Heizrohrsystem 18 tritt das Quecksilber bzw. das Quecksilber-Dampf-Gemisch
in das Heizrohrsystem 17 über, um von diesem durch die Leitung 25 in den Dampfraum
der Trommel 20 zurückgeführt zu werden. Die drei Heizrohrsysteme 16, 17 und 18 sind
also mit der Trommel2o in Reihe geschaltet. Die Strömung durch das Heizrohrsystem
16 ist aufwärts gerichtet, so daß man dieses nebst der Leitung 24 zusammenfassend
als Steigrohr bezeichnen kann, während die Rohrsysteme 18 und 17 infolge der abwärts
gerichteten Strömung die Fallrohre bilden.
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Während des Betriebes strömt also das Quecksilber vom Flüssigkeitsraum
der Trommel2o durch die Heizrohrsysteme 16, 18 und 17 und von letzterem in Form
eines Flüssigkeits-Dampf-Gemisches in die Trommel. zurück. Die in der Trommel 2o
ausgeschiedene Flüssigkeit wird durch die Heizrohrsysteme erneut umgewälzt, während
der Dampf von der Trommel 2o durch eine Leitung 26 abgeführt wird. Beim Anlassen
des Kessels sind die Heizrohrsysteme 17 und 18 zunächst frei von Quecksilber, da
das untere Ende des Heizrohrsystems 17 und die Rückführleitung 25 :oberhalb des
Quecksilberspiegels der Trommel 2o liegen. So ist während des Anlaßvorganges nur
das in der Brennzone liegende Heizrohrsystem 16 mit Quecksilber gefüllt, von dem
es durch die Pumpe 21 in der geschilderten Weise in die übrigen Heizrohrsysteme
und von diesen in die Trommel zurückgedrückt wird.
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Ist die Kesselanlage ohne Umwälzpumpe ausgeführt, so wird beim Anlassen
der Anlage erst dann Quecksilber in die Heizrohrsysteme 17 und 16 eintreten, wenn
es durch die Erhitzung in der Brennzone 13 so weit ausgedehnt ist, daß die Leitung
2¢ genügend gefüllt ist.
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Die Brenner 14 und 15 und gegebenenfalls die Brennstoff- und Luftzufuhrmittel
können entweder gleichzeitig oder nacheinander angelassen werden. Unter der Annahme,
daß die Kesselanlage ohne Umwälzpumpe ausgeführt ist, d. h. daß das Quecksilber
im Kessel mit natürlichem Gefälle umläuft, empfiehlt es sich, den Brenner 15 .erst
dann einzuschalten, nachdem die Heizrohrsysteme 18 und 17 hinreichend von Quecksilber
durchflossen -,verden.