DE70787C - Wohnhaus, bei welchem die Umfassungswände aus wasserdichten Glasbehältern zusammengesetzt sind - Google Patents
Wohnhaus, bei welchem die Umfassungswände aus wasserdichten Glasbehältern zusammengesetzt sindInfo
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Classifications
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
Gegenstand vorliegender Erfindung bildet ein Wohnhaus, welches den Bewohnern einen gesunden
Aufenthalt gewährt, indem es. so aufgebaut ist, dafs in ihm eine gleichbleibende
Temperatur und eine wirksame Ventilation aufrecht erhalten werden, gleichviel ob es sich um
ein Land von sehr heifsem oder kaltem Klima handelt.
Durch die Figuren der beiliegenden Zeichnungen wird an einem Beispiele die Art des
Aufbaues veranschaulicht.
Von diesen Figuren zeigt:
Fig. ι einen Grundrifs des als Beispiel gewählten
Hauses,
Fig. 2 einen Aufrifs zu Fig. 1,
Fig. 3 einen in etwas gröfserem Mafsstabe dargestellten Querschnitt nach der Linie x-y
der Fig. 1. ,
Fig. 4 bis 8 stellen Einzelheiten dar.
Das Gebäude besteht aus einem ganz in die Erde eingesenkten Keller und beliebigen Obergeschossen
; die Figuren zeigen der Einfachheit halber ein Haus mit nur einem Obergeschofs,
welches einen einzigen Wohnraum bildet.
Die Umfassungsmauern A des Kellergeschosses und die Pfeiler F, Fig. 2 und 3, tragen die
Wände des oberen Geschosses. Auf diese Mauern und Pfeiler bezw. die auf ihnen
ruhenden Balken F1 stützen sich Säulen G,
Fig. 4, vortheilhaft aus Matall und von I-förmigem Querschnitt, zwischen welchen sich die
Wände erstrecken. Diese Wände sind nach vorliegender Erfindung doppelt und bestehen
aus zwei Glasmänteln, welche zwischen sich einen Raum lassen. . Dieser ist zur Aufnahme
von Wasser oder einer unten näher bestimmten Salzlösung bestimmt; die Glasscheiben müssen
also so eingesetzt sein, dafs sie flüssigkeitsdichte Behälter umschliefsen, deren eine bestimmte
Anzahl je eine Wand des Obergeschosses bilden, oder die Wände der Obergeschosse zusammensetzen, wenn mehrere der
letzteren vorhanden sind.
Eine der verschiedenen Möglichkeiten, nach welchen die Flüssigkeitsbehälter gebildet sein
können, ist in den Fig. 4 bis 7 wiedergegeben. Von diesen zeigen Fig. 4 eine perspectivische
Ansicht der Säulen G und einen der von diesen getragenen Behälter, Fig. 5 eine perspectivische
Ansicht eines solchen herausgenommen gedachten Behälters, Fig. 6 einen senkrechten
Querschnitt nach der Linie X1- Y1 der Fig. 5 und Fig. 7 einen Behälter, bei welchem Rahmen
und Glas einer Seite hinweggenommen gedacht ist. Die Fig. 8 giebt so viel von zwei dem
Dach oder der Decke eines Wohngeschosses angehörigen Behältern wieder, als zum Verständnifs
der Construction einer solchen Decke nothwendig ist. Jeder für die 'Seitenwände bestimmte Behälter (Fig. 5 bis 7) ist ■ aus zwei
gleichen gufseisernen, überhaupt metallenen Rahmen H und H\ Fig. 6, zusammengesetzt,
in welche die Glasscheiben J eingelegt und eingekittet werden. Es geschieht dies mittelst
eines passenden Kittes, welcher in flüssiger Form eingebracht wird, um alle Spalten und
Zwischenräume auszufüllen, welche bei einer Unebenheit des Glases J oder der Metallrahmen
HH1 auftreten würden.
Zwischen die beiden so mit Glasscheiben ausgestatteten Rahmen HH1 wird ein Rahmen
K aus Holz oder einem anderen geeigneten Material eingesetzt, welcher auf beiden
Stirnkanten einen Streifen Kautschuk L, Fig1. 6,
trägt.
Werden dann Schraubenbolzen H'2 H'2, Fig. 7, durch die vollen Ecken der Metall-.
rahmen HH1 gezogen und ihre Muttern angezogen,
so werden die Glasscheiben J dieser Rahmen fest gegen die Dichtungen des Innenrahmens
K geprefst, wodurch der ganze Behälter vollkommen luft- und flüssigkeitsdicht
wird. Vortheilhaft wird der Innenrahmen K durch Anstreichen und Firnissen oder sonstwie
so präparirt, dafs er keine Flüssigkeit aufsaugen kann. Das Wasser oder eine Lösung wird
durch eine oben in einem der Metallrahmen vorgesehene Oeffnung H3, Fig. 5, in den Behälter
eingefüllt, während eine andere Oeffnung üf4 das Entweichen der Luft zuläfst.
Beide Oeffnungen werden nach Füllung des Behälters geschlossen, was durch einen Holzstöpsel
geschehen kann.
Die so gebildeten Behälter ruhen auf an den Säulen G, Fig. 4, vorgesehenen Consolen G 2.
Diese Säulen sind mittelst Fufsstücke G2 auf die erwähnten Balken F1 aufgeschraubt, welche
direct auf den Umfassungsmauern A bezw. den Steinpfeilern F des versenkten Geschosses
ruhen.
Die Säulen nebst Zubehör sind natürlich mannigfacher Abänderungen fähig. So kann
zum Beispiel der eine der Seitenflantsche jeder solcher Säulen G abnehmbar gemacht werden,
so dafs die einzelnen Behälter zwecks Reparatur leicht aus der Wand herausgenommen
oder in diese eingesetzt werden können, ohne dafs die übrigen Bestandteile der Wand in
Mitleidenschaft gezogen würden. In dieser Weise können je nach Erfordernifs noch beliebige
andere Constructionsänderungen Platz greifen. Vortheilhaft werden die Metallsäulen G
mit Filz bekleidet und darauf dünne Holzplatten M, Fig. 3, aufgesetzt, zu dem Zwecke,
eine zu schnelle Wärmeübertragung durch die Metallsäulen zu verhüten. Diese Holzbekleidüngen
werden sowohl aufserhalb als t auch innerhalb des Hauses auf den Säulen vorgesehen,
so dafs das Metallrahmenwerk gar nicht blofs liegt. Auch in die Zwischenräume
zwischen den Behältern wird vortheilhaft Filz eingefügt.
Die Decke JV, welche für ein Gebäude mit nur einem,Geschosse zugleich das Dach bildet,
ist in ähnlicher Weise wie die Seitenwände ' gebildet, d. h. besteht aus doppelten Glasplatten
JV1, Fig. 8, welche zwischen sich die Lösung enthalten.
Da die Flüssigkeitsbehälter in diesem Falle waagrecht liegen, so ist die wirkliche Tiefe der
Flüssigkeit in ihnen viel geringer, wodurch sich der Druck der Flüssigkeit auf die Dichtungsfugen
beträchtlich verringert und ein wasserdichtes Schliefsen der Glasplatten viel leichter erreicht
wird. Die Platten JV1 können deshalb zwischen je zwei Holzbohlen O, Fig. 8 und 3, befestigt
werden, welche das Geschofs überspannen. Die Dichtung kann in ähnlicher Weise, wie vorher
beschrieben, mittelst elastischer Streifen erreicht werden. Bei der in Fig. 8 dargestellten Anordnung
ist zu diesem Zwecke an der horizontalen Bohle O unten ein Flantsch O1 gebildet,
auf welche die untere der Glasscheiben JV1 aufgelegt und dann eine mit Kautschuk
oder Gummi belegte Holzleiste aufgeschraubt wird. Die obere der beiden Glasscheiben
kann aus einfachem Fensterglase bestehen und wird auf Hoszleisten aufgelegt, welche an den
Bohlen O befestigt sind.
Die wasserdichten, zwischen den Glasscheiben gebildeten Innenräume der Behälter,
welche Seitenwände und Decke bilden, werden mit einer Lösung von Kalialaun oder Ammoniakalaun
gefüllt, welche die wohlbekannte Eigenschaft hat, strahlende Wärme zu absorbiren.
Eine Temperatur der Aufsenluft im tropischen Klima von ungefähr 60 ° C. vorausgesetzt,
kann man zu 100 Theilen Wasser ungefähr 50 Theile Alaun, d. i. das halbe Gewicht
des Wassers, anwenden. Nach Erfordernifs kann man auch in manchen Fällen andere Salze, z. B. Glaubersalz und dergleichen, benutzen.
Die Sätze der zur Bildung der Wände des Wohnhauses über einander gestellten Glasbehälter
reichen nicht bis zu den die Decke bildenden Behältern hinauf, vielmehr überragen
die erstere Behälter tragenden Säulen die oberste Reihe dieser Behälter um so viel, dafs
zwischen den Seitenwänden und der Decke ein Raum bleibt, welcher durch ein Simswerk
aus Holz .geschlossen wird. In diesem Simswerk sind verschliefsbare Oeffnungen P,
Fig. 3, vorgesehen, welche Ventilationszwecken dienen. Es ist nämlich erforderlich, dafs durch
entsprechende Einrichtungen in dem Gebäude eine ständige Luftcirculation erhalten wird,
indem frische, zweckmäfsig vorher in geeigneter Weise filtrirte Luft, und zwar je nach der
Aufsentemperatur zur Kühlung aus dem Erdgeschofs oder aus passenden Heizvorrichtungen
zur Erwärmung in den Wohnraum eingeführt und die verbrauchte Luft .abgeleitet wird.
Der Fufsboden des eigentlichen Wohnraumes wird vortheilhaft aus zwei Holzlagen
gebildet und der zwischen beiden gelassene
Zwischenraum mit Sägemehl ausgefüllt (siehe Fig. 3). In den Ecken des Fufsbodens können
den bei den Wänden angewendeten ähnliche Glasbehälter W, Fig. ι und 3, angeordnetwerden,
welche dem versenkten Geschofs Licht zuführen. Ferner befindet sich im Fufsboden
eine Oeffnung, welche an heifsen Tagen Luft aus dem Kellergeschofs in die Wohnungen
einläfst, zu anderen Zeiten jedoch verschlossen wird.
Der Eintritt zum Wohnraum wird ermöglicht, indem mehrere der Flüssigkeitsbehälter,
wie sie die Seitenwände bilden, in einem mittelst' Scharniere angelenkten eisernen Rahmen
angeordnetwerden, wie es bei W1, Fig. 1, angedeutet
ist. Diese Thür führt zu einem Eintrittsvorraum W'2, welcher durch eine weitere
gewöhnliche Thür Ws geschlossen ist. In manchen Fällen kann auch der Eintritt mittelst
einer im Fufsboden des Wohnraumes liegenden Fallthür, zu welcher Stufen führen, ermöglicht
werden, welche Einrichtung jedoch nicht dargestellt ist. In beiden Fällen ist es erwünscht,
dafs die Thüren luftdicht schliefsen.
Die Alaunlösung, mit welcher die die Wände und die Decke bildenden Behälter gefüllt sind,
gefriert nicht leicht; in nördlichen Gegenden jedoch, wo dieses Gefrieren möglichenfalls eintritt,
kann man das Gebäude mit einem Glasgehäuse umgeben, welches einen Raum zwischen sich und dem Gebäude läfst, der warme Luft
oder Dampf von Wasser oder ätherischen Oelen enthält. Das Glasgehäuse kann sich
rund um die Aufsenseite des Gebäudes herum erstrecken und über dem Dach N von Stahltheilen
getragen werden, welche sich in einem gewissen Abstande vom Dache N quer über
dieses hin erstrecken.
Wo Schneestürme, Stürme und dergleichen vorherrschen, kann der ganze Bau mit gewöhnlicher
Drahtgaze umgeben werden, welche zwischen Pfeilern ausgespannt und mittelst Federn an ihnen befestigt ist. Diese Drahtgaze
kann auch über den Bau hinweggeführt werden.
Nach vorliegender Erfindung ist man in den Stand gesetzt, Häuser zu construiren, in welche
das Sonnenlicht von allen Seiten, jedoch ohne die Wärmestrahlen eintritt, so dafs das Innere
des Hauses auf gleichbleibender Temperatur erhalten wird und andererseits die im Innern
herrschende Wärme nicht bis zu einem schätzbaren Grade auswärts gestrahlt wird. Auch
kann der Wärmegrad und die Zufuhr reiner Luft leicht controlirt werden, während die dem
Wohnräume zugeführte Luft vorher filtrirt wird, so dafs sie weder Staub noch Bakterien
enthält, d. h. der Gesundheit nicht schädlich ist.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Ein Wohnhaus, bei welchem zur Erzielung einer von Klima' und Jahreszeit möglichst unabhängigen Innentemperatur die Umfassungswände oder das Dach, oder beides zugleich, aus wasserdichten Glasbehältern zusammengesetzt sind, wel'che mit einer die Wärmestrahlen absorbirenden Flüssigkeit gefüllt sind, so dafs zwar den Wärmestrahlen, nicht aber den Lichtstrahlen der Sonne der Eintritt in das Hausinnere verwehrt ist.Hierzu 2 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE70787C true DE70787C (de) |
Family
ID=344141
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT70787D Expired - Lifetime DE70787C (de) | Wohnhaus, bei welchem die Umfassungswände aus wasserdichten Glasbehältern zusammengesetzt sind |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE70787C (de) |
Cited By (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1133529B (de) * | 1959-03-04 | 1962-07-19 | Corning Glass Works | Doppelt verglastes Fenster mit gas- oder fluessigkeitsgefuelltem Scheiben-zwischenraum, insbesondere Vorsatzfenster fuer Strahlungskammerfenster |
| DE1169105B (de) * | 1960-03-31 | 1964-04-30 | Kurt Seifert | Schalldaemmende, mit Fluessigkeit gefuellte Wandung |
| EP0756046A1 (de) * | 1995-07-28 | 1997-01-29 | Nihon Koshitsu Garasu Kabushiki Kaisha | Wandtafel und Aufbau einer Wandtafel |
-
0
- DE DENDAT70787D patent/DE70787C/de not_active Expired - Lifetime
Cited By (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1133529B (de) * | 1959-03-04 | 1962-07-19 | Corning Glass Works | Doppelt verglastes Fenster mit gas- oder fluessigkeitsgefuelltem Scheiben-zwischenraum, insbesondere Vorsatzfenster fuer Strahlungskammerfenster |
| DE1169105B (de) * | 1960-03-31 | 1964-04-30 | Kurt Seifert | Schalldaemmende, mit Fluessigkeit gefuellte Wandung |
| EP0756046A1 (de) * | 1995-07-28 | 1997-01-29 | Nihon Koshitsu Garasu Kabushiki Kaisha | Wandtafel und Aufbau einer Wandtafel |
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