-
Verfahren zum Verlegen von Hochspannungsdruckkabeln in druckfesten
Rohren aus magnetischem Werkstoff Zusatz zum Patent 701 408 Bekanntlich werden
elektrische Kabel häufig -derartig verlegt, daß sie in unterirdische rohrförmige
Kanäle eingezogen werden. Es werden hierzu Rohre aus verschiedenen Stoffen benutzt,
wie z. B. Rohre aus Metall oder Eisen,oder Rohre aus Fiber oder porzellanartigen
Massen, welche zu mehreren meistens in Zementblöcke eingebettet werden, oder Rohre
aus organischen Stoffen, beispielsweise aus Ton, die mit Einbuchtungen zur Aufnahme
mehrerer Kabel versehen sind. Ferner sind mehrteilige Kabelkanäle bekannt, die nach
dem Einlegen von Kabeln und dem Einsetzen der zur Aufnahme blanker Leitungen dienendeln
Stützen oder Einlagen durch Abdecksteine usw. verschlossen werden.
-
Meistens wird in jedes Rohr ein Kabel .eingezogen. Es hat sich aber
in neuerer Zeit in vielen Fällen als wünschenswert oder notwendig herausgestellt,
mehrere Kabel in ein Rohr einzuziehen. Beispielsweise trifft dies auf diejenigen
Fälle zu, wo für Drehstrom drei Einleiterkabel verwendet werden. Man kann zwar jedes
Einleiterkabel für sich in ein Rohr einziehen, jedoch ist es wünschenswert, die
drei Einleiterkabel möglichst dicht beieinander anzuordnen, um die Bleimantelverluste
möglichst zu beschränken. Dabei ergibt sich jedoch die Schwierigkeit, daß diese
Kabel nicht getrennt voneinander @eingezogen und auch nicht getrennt voneinander
wieder ausgezogen werden können. Dies kommt beispielsweise daher, daß die Kabel
im Falle des Herausziehens eines einzigen Kabels aus einer Rohrleitung durch die
gegenseitige Reibung sehr leicht ernstlich beschädigt werden können.
-
Die obenerwähnten Nachteile fallen ,noch mehr ins Gewicht, wenn die
Kabel in Eisen-oder Stahlrohre eingezogen werden. Dies kommt daher, daß dann wegen
der magnetischen Verhältnisse das Einziehen der einzelnen Einleiterkabeleines Wechselstromsystems
in getrennte Rohre nicht mehr möglich ist. Man ist also bei Verwendung von Eisen-
-oder Stahlrohren mehr oder minder gezwungen, solche Einleiterkabelsysteme zusammen
in demselben Rohr zu verlegen. Die Verwendung von Eisen- und Stahlrohren zum Verlegen
von Kabeln hat erheblich an Wichtigkeit gewonnen durch die Einführung der Druckkabel.
Hierbei werden die Kabel vorzugsweise
in gasdicht geschweißten
Druckrohrleitungen aus Eisen oder Stahl eingezogen, wie dies bei der Hochspannungsdruckkabelanlage
nach dem Hauptpatent der Fall ist. Trotzdem nun zwar Druckkabel für hohe Spannungen
als verseilte Mehrphasenkabel mit gemeinsam oder einzeln umbleiten Adern ausgeführt
werden können, ist die Verwendung getrennter Einleiterkabel für hohe Spannungen
und im Falle großer Herstellungslängen der Kabel auch bei Druckkabelanlagen erwünscht.
-
Die vorliegende Erfindung bezweckt, dies bei einer Druckkabelanlage
nach dem Hauptpatent unter Vermeidung der oben geschilderten Nachteile zu ermöglichen.
Zu diesem Zwecke sind die Rohrleitungen aus magnetischem Werkstoff mit Anordnungen
versehen, welche die einzelnen Kabel in :einem Rohr in geeignetem Abstand voneinander
halten, ohne dabei um jedes der einzelnen Kabel einen geschlossenen magnetischen
Kreis herzustellen, so daß die einzelnen Kabel unabhängig voneinander ein- oder
ausgezogen werden können.
-
In den Abb. i bis 3 sind beispielsweise Ausführungsformen der Erfindung
dargestellt. Abb. i zeigt im Querschnitt eine Abart eines runden Rohres zur Aufnahme
von drei Kabeln, wobei die kreisrunde Form des Rohres derartig abgeändert ist, daß
jedes der Kabel von den anderen getrennt gehalten wird.
-
Abb. 2 stellt im Querschnitt die Abart eines flachen Rohres zur Aufnahme
von drei Kabeln dar, wobei die untere Wandung des Rohres von derartiger Form ist,
daß die drei Kabel getrennt voneinander gehalten werden.
-
In Abb.3 ist ein kreisrundes Rohr im Querschnitt dargestellt, welches
:eine nichtmagnetische Einlage besitzt, die das Rohr zur Aufnahme und getrennten
Lagerung von drei Kabeln geeignet macht.
-
In Abb. i stellen i das Rohr und 2 die drei in dasselbe eingezogenen
Kabel vor. Das Rohr zeigt bei 3 derartige an sich bekannte Einschnürungen, daß die
zwischen zwei solchen nach der Mitte des Rohres zu verbleibende öffnung nicht groß
genug ist, um eines der Kabel hindurchtreten zu lassen, auf der anderen Seite aber
groß genug, um eine genügend starke Unterbrechung des Kraftlinienflusses hervorzurufen,
der von jedem der Kabel für sich allein in dem zu ihm gehörigen Rohrteil hervorgerufen
würde.
-
In Abb. 2 ist eine der Abb. i ganz ähnliche Anordnung dargestellt,
und zwar mit denselben Bezeichnungen wie in Abb. i, nur mit dem Unterschied, daß
die Anordnung einer flachen Röhre mit Einbuchtungen 3 entspricht, während die Abb.
i von einem kreisrunden Rohr ausging.
-
Rohre gemäß Abb. i und 2 können z. B. aus den entsprechenden kreisrunden
oder flachen Röhren durch Einwalzen oder Einpressen der Einbuchtungen 3 hergestellt
werden. Die Schwierigkeiten, die dieser Herstellung anhaften, werden jedoch in der
einfachsten Weise dadurch überwunden, daß Einlagen 3 aus nichtmagnetischem Werkstoff
in kreisrunden Rohren verwendet werden, wie in Abb. 3 dargestellt ist. Hierdurch
entstehen in dem Rohr i drei voneinander getrennte Kanäle, in welche die drei Kabel
e eingezogen sind.
-
Die Einlagen 3 müssen im Gegensatz zu dem Stahlrohr i nichtmagnetisch
sein, damit kein geschlossenes magnetisches Kraftlinienfeld um die einzelnen Kabel
entstehen kann. Im übrigen können diese Einlagen aus beliebigen metallischen oder
nichtmetallischen Stoffen bestehen, z. B. aus schwachmagnetischem Stahl, Aluminium,
Kupfer, ton- oder porzellanartigen Stoffen, Fiber, Cellulose, armiertem Beton, Asbestzement
usw. Die Oberflächen dieser Einlagen, welche die Kanäle bilden, sollen zur Erleichterung
des Ein- und Ausziehens der Kabel möglichst glatt sein. Die Länge der Einsatzstücke
entspricht zweckmäßig der Herstellungslänge der Rohre, aus welchen die Rohrleitung
sich zusammensetzt, und zwar derart, daß die Einlagen etwas kürzer wie die Rohre
sind, so daß an den Schweißstellen zwecks Vermeidung der Beschädigung der Einlagen
beim Schweißen genügend Platz bleibt.
-
Selbstverständlich müssen die einzelnen Einlagen der Rohre in der
Rohrleitung derartig festgehalten werden, daß ihre öffnun- 1 gen einander entsprechen
und durchgehende Kanäle bilden. ' Dies kann am einfachsten dadurch erzielt werden,
daß an den Stirnflächen der Einlagen Nasen oder Vertiefungen angebracht sind, welche
entweder ineinander eingreifen oder durch Bolzen miteinander verbunden sind. Wenn
für jede Rohrlänge mehrere Einlagestücke erforderlich sind, so können die letzteren
in ähnlicher Weise in der richtigen Lage aneinandergereiht werden.
-
In den Abbildungen sind je drei Kabel in der Rohrleitung angenommen,
es kann aber selbstverständlich jede beliebige andere Zahl von Kabeln verwendet
werden, oder es közmen beispielsweise im Falle der Abb.3 Kabel mit ovaler Querschnittsform
verwendet werden in Anpassung an die besondere Querschnittsform der Teilkanäle.
An den Krümmungen der Rohrleitungen können je nach Bedarf entweder gekrümmte Einlagen
verwendet werden, oder die Kabel können auch
ohne Einlagestücke
.an diesen Krümmungen durchgezogen werden. Die Einlagestücke sind in der Längsrichtung
am einfachsten zylindrisch. Man kann ihnen aber ,auch beispielsweise eine schraubenartige
Form geben, -wo,-durch die in sie eingezogenen Kabel in eine ähnliche räumliche
Lage zueinander kommen wie in der Fabrik miteinander verseifte Kabel.
-
Das gasförmige oder flüssige Druckmittel, mit welchem die Druckrohrleitung
bei Druckkabelanlagen gefüllt ist, verteilt sich im allgemeinen durch die vorhandenen
Fugen und öffnungen zwischen den Einlagestücken von selbst gleichmäßig auf die Teilkanäle.
Es steht aber natürlich nichts im Wege, zur Erleichterung des, Ausgleiches öffnungen
in den Einlagestücken anzuordnen. In gleicher Weise ist ferner auch das erfindungsgemäße
Verfahren dann anwendhar, wenn kein Druckmittel vorhanden ist.