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Hochfrequenzverstärkerstufe mit durch Regelspannungen veränderlicher
Bandbreite Die Erfindung betrifft eine Hochfrequenzverstärkerstufe, deren Bandbreite
mittels Regelspannungen geändert werden kann. Dasselbe Ziel hat man bereits durch
Anwendung von Röhren mit veränderlichem Verstärkungsgrad zu erreichen versucht,
indem man mit einer Regelspannung den Grad der Verstärkung und damit die Intensität
einer Rückkopplung oder einer Gegenkopplung beeinflußte. Es besteht hierbei aber
der Nachteil, daß die Bandbreitenregelung zwangsläufig mit einer Lautstärkeregelung
verbunden ist. Dieser Nachteil ist bei dem Erfindungsgegenstand dadurch vermieden,
daß eine Verstärkerröhre verwendet wird, die außer dem üblichen Steuergitter noch
ein weiteres negatives Gitter, und zwar ein sog. Stromverteilungsgitter, aufweist,
das die Stromaufnahme zweier benachbarter positiver Elektroden in verschiedenem
Sinn steuert. Eine solche Röhre wird zur Verwirklichung des Erfindungsgedankens
in der Weise geschaltet, daß die Bandbreitenregelspannung am Stromverteilungsgitter
liegt, während dem Steuergitter die Steuerwechselspannung sowie gegebenenfalls eine
Schwundregelspannung zugeführt wird, und daß weiterhin die beiden positiven Elektroden
_ über Schwingungskreise verschiedener Dämpfung oder über Bandfilter verschiedener
Bandbreite derart mit der nachfolgenden Stufe des Geräts verbunden sind, daß bei
kleinen Werten der Bandbreitenregelspannung die Hochfrequenzenergie mehr über die
Kreise größerer Bandbreite oder kleinerer Bandbreite und bei großen Werten der Regelspannung
mehr über die Kreise mit kleiner Bandbreite bzw. größerer Bandbreite an die nachfolgende
Stufe übermittelt wird.
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Die beiden Schwingungskreise oder Bandfiltersysteme können dabei über
galvanische, induktive, kapazitive bzw. daraus gemischte Kopplungen mit dem Steuergitter
oder -gittern der folgenden Röhre in Verbindung stehen. Zweckmäßig ist es, die Schwingungskreise
der
beiden Leitwege voneinander entkoppelt zti halten, was u. a. in der Weise geschehen
kann. dab man die beiden Irreise zur SteLterung zweier get1-ennter Röhren verwendet,
deren Anodcn«-ech@elspannttegen erst vereinigt ,:-erden. Ein besonders iii,lier
Regelit-irlitngsgrad ergibt sich bei dieser Regelstufe, wenn man sie` iti einer
Rctlezsc Haltung benutzt und die beiden Leit«-ege sowohl in bezog auf die hochfrequenten
wie auch die niederfreqttenten Schwingungen so dimensioniert, dal:3 die hochfrequente
Schwingungen durch eine niederfrequente Bandbreitenregeltteg ergänzt wird t Abb.
21.
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Sclialtttttgshcispiule für die hochfrequenzniäl3ige hzv:. gcmicitte
Baudhrritenre@yelung sind in den beiliegenden Abbildungen enthalten. lin Schaltbild
t ist eine Anordnung zur ausschliel.3lich hochfrequenten Bandbreitenregelung gezeigt.
Die hochfrequente EingangsspannungE@" gelangt über das Bandfilter 9 an das Gitter
t der Sechspolröhre V, mit indirekt beheizter Kathode 6. Das Gitter 2 ist positiv
vorgespannt und dient als Schirmgitter. Am Gitter .l ist die Bandhreitenregelspannung
12 angeschlossen. Beiderseits vom Stromverteilungsgitter d liegen die Anode 5 und
ein positives Gitter ;, denen je nach dein Spannungsbetrag atn Gitter. ein verschiedener
Anteil am gesamten, das Gitter 2 durchsetzenden Emissionsstrom zugeleitet wird.
1ni Anodenkreis liegt ein Schwingungskreis 18, der durch einen Parallelwiderstand
t; gedämpft ist und deinztifolge eine größere Resonalzzbandbreite aufweist als der
im Kreis des Gitters,; liegende Schwingungskreis t9. Beide Kreise sind mit je eitler
L"hertragersptile 2o bzw. 21 gekoppelt, deren Spannungen hintereinandergeschaltet
das Steuergitter der folgenden Röhre V_,, beeinflussen.
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In der Abb. -ist ein Beispiel für die reflesiiiäl:,ige Ausnutzung
eitler erfitidungsgeniäl aufgebauten Regelstttfe enthalten. Am erst#-,ti Gitter
der Regclröln-e V1 liegen sowohl die Hochfreqaenzspannangen C«@ des empfangenen
Senders hei-. die entsprechenden Zi%-ischenfrequenzen, wenn es sich um einen L-ber-Iagerungsempfänger
handelt, und die durch Gleichrichtung in der Zis-eipolrölire V; aus den Hochfrequenzen
genommenen 'Iodulationsspannun#gen Fv. Der Kondensator 3_" dient zur hochfrequenten
Erdung des Eingangsschwingungskreises, während der Kondensator 31 die am Widerstand
3.1 abgegriffene )lodulations. spannung von ihrem Anteil an Hochfrequenzspannttngen
befreit. Die Kreise vom Gitter 3 und von der Anode 5 enthalten einmal die schon
in Abh. i gezeigten beiden Schwingungskreise t S und i c) mit verschiedener
Bandbreite und deren gleichfalls schon beschriebenen Allkopplungen durch die Spulen
2o und 21 an das Steuergitter der nachfolgenden Verstärkerröhre V.,, an deren Anodenschwingungskreis
29 der Gleichrichterkreis von V3 über die Kapazitiit 3o in bekannter Weise angeschlossen
ist.
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Außer dein Hoclifreqttenzkreis t8 mit relativ gro15ei- Bandbreite
befindet sich im Anodenkreis noch ein zur Erzeugung eines \iederfrequenzspannungsahfalls
bestimmter Ohinscher oder induktiver Widerstand 25, der für die Hochfrequenz durch
den auf die betreffenden Hoclifi-ecIuenzen abgestimmten Uitkreis 26/2; überbrückt
ist. Die Niederfrequenzspannung gelangt über einen hochohniigen Widerstand 28, der
wesentlich größer bemessen ist als der Widerstand 25 all dem Gitterkondensator-3,5
der Endröhre V1. In ähnlicher Weise ist der Eireis des dritten Gitters mit einem
Ohnischen oder niederfrequentinduktiveti Widerstand 22 versehen, dessen niederfredttenter
Spannungsabfall ebenfalls über einen hochohtnigen Entkopplungswiderstand 2.1 an
den Gitterkondensator 35 geleitet wird. Der Gitterahleitwiderstand 36 ist möglichst
grol.', im Vergleich zu den Wider-S t- "'il]dC11 2, und 2.1 zu wählen, um Lautstärkeverluste
klein zu halten. Eine wichtige Aufgabe fällt dem Kondensator 23 zu, der dem Widerstand
22 parallel geschaltet ist und welcher so zu bemessen ist, da15 nicht nur die Hochfrequenzspannung
des Kreises i g, sondern auch die hohen Niederfrequenzen, die itn Bereich der Störgeräusche
liegen, über ihti zur Erde abfließen. Die mit Voltziffern gekennzeic-hneteit Batterieanschlüsse
denke inan sich hierzu wechselspanntuigsmäßig geerdet. Die aus den beiden Zweigen
entnommenen Niederfrequenzschwingungen steuern also gemeinsam die Endröhre V,. die
den Lautsprecher 3,- betreibt.
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Die Regelspannung für das Gitter .l wird hei diesem Ausführungsbeispiel
von einem veränderlichen Spannungsteiler 38 abgeliominen, der in der Gesamtminusleitung
liegt und durch einen Kondensator 39 überbrückt ist. Der abgegriffene, mit der Hand
einstellbare Spannungsteil wird durch den Kondensator 4o zusätzlich geglättet und
dem Regelgitter .I zugeführt. Bei groVien negativen Spamiungswerten am F egelgitter
ist sowohl hochfrequenzmähig wie niederfrequenztnäßig der Weg mit groler Frequenzbreite
ausgeschaltet und der schmale Weg eingeschaltet, und umgekehrt gelangen hei niedrigen
Regelspannungswerten sowohl die Hochfrequenzen wie auch die Niederfrequenzen hauptsächlich
über den Leitweg schmaler Frequenzbreite all die folgenden Röhren.
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Da übrigens die reflexweise Mitbenutzung der Röhre V, zur \iederfrequenzverstärkung
nicht ausgesprochen zur Erzielung einer
höheren Niederfrequenzverstärkung
geschieht, kann man die Niederfrequenzamplituden am Eingangsgitter der Röhre V1
so klein wählen, daß sie keine merkliche Verzerrung erfahren.