DE69924992T2 - Feingiessen unter verwendung eines giesstümpelreservoirs mit invertiertem schmelzzuführanschnitt - Google Patents

Feingiessen unter verwendung eines giesstümpelreservoirs mit invertiertem schmelzzuführanschnitt Download PDF

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Description

  • HINTERGRUND DER ERFINDUNG
  • Die vorliegende Erfindung betrifft das Feingießen von Metallen und Legierungen mittels einer Keramikfeingießform und eines Schmelzeeingusstümpelreservoirs, welches durch einen kopfstehenden Schmelzeeinlasskanal mit der Form verbunden ist, um eine Schmelzezuführung vom Boden der Schmelze in dem Reservoir bereitzustellen.
  • HINTERGRUND DER ERFINDUNG
  • Bei der Herstellung von Komponenten wie Nickelbasis-Superlegierungs-Turbinenlaufschaufeln und -leitschaufeln für Gasturbinentriebwerke hat man bisher Feingießtechniken eingesetzt, um gleichachsige, einkristalline oder Stängelkorn-Gussstücke herzustellen, welche verbesserte mechanische Eigenschaften bei hohen Temperaturen, wie sie im Turbinenabschnitt des Triebwerks anzutreffen sind, aufweisen.
  • Bei der Herstellung von Turbinenlaufschaufeln und -leitschaufeln für moderne Gasturbinentriebwerke mit hohem Schub sind seitens der Gasturbinenhersteller ständig innengekühlte Lauf- und Leitschaufeln gefragt, die verwickelt gestaltete innere Kühlkanäle aufweisen, einschließlich solcher Merkmale wie Sockel, Turbulenzerzeuger und Leitflügel in den Kanälen, um die gewünschte Kühlung der Lauf- oder Leitschaufel bereitzustellen. Diese kleinen gegossenen inneren Oberflächenmerkmale werden typisch dadurch gebildet, dass ein kom pliziert gestalteter Keramikkern in die Formhöhlung, in die die Schmelze vergossen wird, mit aufgenommen wird. Durch das Vorhandensein des kompliziert gestalteten, Oberflächenmerkmale mit kleinen Dimensionen aufweisenden Kerns zur Ausformung von Sockeln, Turbulenzerzeugern und Leitflügeln oder anderen inneren Oberflächenmerkmalen wird die Füllung des Formhohlraums mit Schmelze um den Kern herum schwieriger und anfälliger für nicht gleichbleibende Ergebnisse. Man hat netzbare keramische Werkstoffe und erhöhten metallostatischen Druck auf die Form und höhere Vorwärmtemperaturen verwendet, um zu versuchen, in derartigen Situationen die Formfüllung zu verbessern und lokalisierte Hohlräume zu vermindern; diese Maßnahmen sind jedoch kostspielig und die körperliche Größe der Gießvorrichtung kann ihnen Grenzen setzen. Zur Gussstückgewichtsreduzierung brauchen die Gasturbinentriebwerkshersteller ferner dünnere Tragflächenwanddicken und kleinere maßgenau gegossene äußere Merkmale, die unmöglich oder nur sehr schwer mit geschmolzenem Metall zu füllen sind.
  • Das US-Patent Nr. 5 592 984 beschreibt ein Verfahren zum Feingießen von Gasturbinentriebwerks-Lauf- und -Leitschaufeln und anderen Komponenten, wobei eine Keramikfeingießform in einem Gießofen in einer Gießkammer angeordnet und mit der Schmelze gefüllt wird, wobei die Gießkammer nach dem Gießen schnell genug gasdruckbeaufschlagt wird, um lokalisierte Hohlraumbereiche, welche in der Schmelze als eine Folge von Oberflächenspannungseffekten zwischen der Schmelze und den Formkomponenten, z.B. die keramische Form und/oder der Kern, vorhanden sind, zu vermindern.
  • Die US-A-4 478 270 offenbart eine Gießvorrichtung, umfassend eine luftdichte Gießkammer, welche eine Feuerfestform und ein Schmelzereservoir aufnimmt. Das Schmelzereservoir wird unter Druck gesetzt und mit den Hohlräumen der Form während des Gießens über einen Metallschmelzezuführkanal mit fallenden und steigenden Bereichen verbunden.
  • Ferner liegt der anhaltende Wunsch vor, die Reinheit der Schmelze, die den Formhohlräumen zugeführt wird, zu verbessern, insbesondere, Oxide und andere Einschlüsse bildende Partikel in der Schmelze, welche schädliche Ein schlüsse in dem Gussstück bilden, die dessen mechanische Eigenschaften negativ beeinflussen, zu vermindern.
  • Eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung liegt in der Bereitstellung eines Verfahrens und einer Vorrichtung zum Feingießen mittels einer Feingießform und eines Schmelzeeingusstümpelreservoirs, welches durch einen kopfstehenden Schmelzeeinlasskanal mit der Form verbunden ist, um eine reinere Zuführung vom Boden der Schmelze zu der Form und bessere Füllung der Form in dem Fall, dass das Eingusstümpelreservoir gasdruckbeaufschlagt ist, bereitzustellen.
  • ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG
  • Die Erfindung ist in den Ansprüchen 1 und 5 definiert, während optionale Merkmale der Erfindung in den abhängigen Ansprüchen dargelegt sind.
  • Die vorliegende Erfindung stellt ein Verfahren sowie eine Vorrichtung zum Feingießen bereit, wobei eine keramische Feingießform in einer Gießkammer angeordnet ist und wobei ein Eingusstümpel-Schmelzereservoir mit der Form verbunden ist und ein Reservoirvolumen aufweist zum Halten von Schmelze in mindestens ausreichender, vorzugsweise überschüssiger Menge, um die Form zu füllen. Das Schmelzeeingusstümpelreservoir ist mit der Form über einen kopfstehenden siphonartigen Einlassdurchlass oder -kanal verbunden, so dass die Schmelze von einem unteren Bereich des Reservoirs durch den kopfstehenden siphonartigen Einlasskanal unter Gasdruckbeaufschlagung des Reservoirs zu der Form zugeführt wird. Der siphonartige Einlasskanal ist jedoch so ausgebildet, dass er einen siphonartigen Durchlassbereich oberhalb des maximalen Schmelzeniveaus aufweist, um einen Fluss der Schmelze von dem Reservoir zu den Formhohlräumen in Abwesenheit von Druckbeaufschlagung des Reservoirs zu unterbinden. Während sich die Schmelze in dem Eingusstümpelreservoir befindet, können Oxide und andere Einschlüsse bildende Partikel in der Schmelze zu der oberen Oberfläche der Schmelze aufschwimmen, wodurch die Schmelze, welche vom Boden von dem unteren Bereich des Reservoirs über den kopfstehenden siphonartigen Schmelzeeinlasskanal zu der Form zugeführt wird, eine verminderte Menge an Einschlüsse bildenden Partikeln enthält. Ein optionales Metallschmelzefilter kann verwendet werden, um Ein schlüsse in dem der Form zugeführten geschmolzenen Metall zu entfernen oder zu vermindern, ohne einen schädlichen Strömungsverlust der Metallschmelze zu verursachen, da die Zuführung des Metalls unter Gasdruckbeaufschlagung durchgeführt wird.
  • Nach Einführung der Schmelze in das Eingusstümpelreservoir kann eine Druckkappe oder ein anderes Gasdruckbeaufschlagungsmittel in dichtende Anlage mit dem Eingusstümpel gebracht werden, um einen selektiven oder lokalen Gasdruck auf die Schmelze in dem Eingusstümpelreservoir bereitzustellen, um die reinere Bodenschmelze durch den kopfstehenden siphonartigen Einlassdurchlass oder -kanal in die Formhohlräume zu zwingen, um diese zu füllen, wobei etwas schmutzige Schmelze (mit Einschlüsse bildenden Partikeln kontaminierte Schmelze) nahe der oberen Schmelzeoberfläche zurückgelassen wird, welche in dem Eingusstümpel verbleibt. Die Gießkammer kann unter einem relativen Vakuum oder bei einem anderen als dem in dem Eingusstümpelreservoir vorliegenden Druck gehalten werden, während der Druck auf die Schmelze in dem Eingusstümpelreservoir aufgebracht wird.
  • Die vorliegende Erfindung hilft dabei, feine Details in dem Formhohlraum zu füllen, welche durch innere Formoberflächenmerkmale und/oder Kernoberflächenmerkmale definiert sind, die sonst nur schwer mit der Schmelze zu füllen sind. Die vorliegende Erfindung hilft ferner dabei, die Form mit Schmelze zu füllen, welche verminderte Mengen an Einschlüsse bildenden Partikeln aufweist, um reinere Gussstücke bereitzustellen. Die vorliegende Erfindung ist vorteilhaft, weil das Druckgas nicht in die Gießkammer eingeführt wird, die unter einem relativen Vakuum (Unterdruck) oder bei einem anderen als dem in dem Eingusstümpelreservoir vorliegenden Druck gehalten werden kann.
  • BESCHREIBUNG DER FIGUREN
  • 1 ist eine schematische Darstellung einer Gießvorrichtung in Einklang mit einer Ausführungsform der Erfindung.
  • 2 ist ein vergrößerter Aufriss der Vorrichtungsmerkmale in Einklang mit einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung für eine Schmelzezuführung vom Boden der Schmelze zu den Formhohlräumen.
  • 3 ist ein vergrößerter Aufriss einer Keramikfeingießform für die Umsetzung einer Ausführungsform der Erfindung.
  • 4 ist ein teilweise vergrößerter Aufriss der Druckkappe.
  • DETAILBESCHREIBUNG DER ERFINDUNG
  • Die vorliegende Erfindung stellt ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Feingießen von Metallen und Legierungen bereit und ist besonders geeignet – ohne jedoch hierauf begrenzt zu sein – zum Gießen von Nickel-, Cobalt- und Eisenbasis-Superlegierungen mit gleichachsigen, einkristallinen oder Stängelkorn-Mikrostrukturen, sowie Titan und seinen Legierungen und anderen üblicherweise verwendeten Metallen und Legierungen. Rein beispielhaft und unter Bezugnahme auf die 1 bis 3 kann die vorliegende Erfindung umgesetzt werden zur Herstellung von Gussstücken mit gleichachsigem Korn, mit oder ohne Kern zur Erzeugung komplexer innerer Kanäle darin, in einer Gießeinrichtung, welche eine Gießkammer 10 und eine Formkammer 11, die über eine Öffnung OP in Verbindung stehen, umfasst. Eine poröse, gasdurchlässige Keramikfeingießschalenform 12 wird in der Gießkammer 10 positioniert, wie nachfolgend beschrieben.
  • Die Form 12 umfasst eine Formtraube mit einer Mehrzahl von formhohlraumbildenden Abschnitten 12a, von denen jeder einen Formhohlraum (z.B. einen schematisch in 3 gezeigten Formhohlraum 12c) aufweist, der mit Schmelze gefüllt wird, die erstarren gelassen wird, um ein Gusstück in jedem Formhohlraum zu bilden. Jeder der formhohlraumbildenden Abschnitte 12a kann einen darin positionierten Keramikkern (nicht gezeigt) aufweisen, um innere Kanäle und andere Merkmale in dem Gussstück zu bilden.
  • Gemäß einer beispielhaften Ausführungsform der vorliegenden Erfindung ist die Form 12 verbunden oder kommuniziert sonstwie mit einem gemeinsamen keramischen Eingusstümpel 13, welcher ein Eingusstümpelreservoir 13a aufweist mit einem Innenvolumen, das mindestens ausreichend Schmelze in Empfang nehmen und halten kann, um die Formhohlräume mit Schmelze zu füllen. Beispielsweise würde man das Volumen des Eingusstümpelreservoirs 13a etwas größer als das Volumen der zu füllenden Formhohlräume wählen. Der Eingusstümpel 13 ist größen- und innenvolumenmäßig stark vergrößert verglichen mit bislang verwendeten Eingusstümpelstrukturen, die lediglich dazu dienten, die Schmelze in Empfang zu nehmen und zu den formhohlraumbildenden Abschnitten 12a zu leiten, ohne eine Schmelzemenge halten zu müssen, die zum Füllen der Formhohlräume ausreichend wäre.
  • Das Eingusstümpelreservoir 13a ist verbunden oder kommuniziert sonstwie mit der Form 12 für einen Schmelzefluss über einen kopfstehenden siphonartigen Einlassdurchlass oder -kanal 15 und einen oder mehrere seitliche Gießläufe 17, so dass die Schmelze von einem unteren Bereich 13b des Reservoirs 13a durch den kopfstehenden siphonartigen Einlassdurchlass oder -kanal 15 und die Gießläufe 17 zu den Formhohlräumen 12c zugeführt wird nach Gasdruckbeaufschlagung des Eingusstümpelreservoirs wie im Folgenden beschrieben. Hierzu steht der kopfstehende siphonartige Einlassdurchlass oder -kanal 15 mit dem internen Reservoir 13a über eine Öffnung 13c, welche in der Bodenwand des Eingusstümpels 13 gebildet ist, in Verbindung.
  • Der siphonartige Einlasskanal 15 ist so ausgebildet, dass er einen obersten siphonartigen Durchlassabschnitt 15c oberhalb des maximalen Niveaus L der Schmelze in dem Reservoir 13a aufweist, derart, dass ein Fluss der Schmelze von dem Reservoir zu der Form 12 durch den siphonartigen Einlasskanal 15 in Abwesenheit einer Druckbeaufschlagung des Reservoirs unterbunden wird.
  • Im Einzelnen umfasst der siphonartige Einlasskanal 15 einen steigenden Abschnitt 15a, welcher mit der Bodenöffnung 13c des Reservoirs 13a in Verbindung steht, wobei der oberste siphonartige Abschnitt 15c, ein fallender Abschnitt 15b, der durch den obersten siphonartigen Abschnitt 15c mit dem steigenden Abschnitt 15a verbunden ist, und einen seitlichen Abschnitt 15d, der mit dem fallenden Abschnitt 15b und einem Formeinguss 19 verbunden ist, der seinerseits mit den Gießläufen 17 verbunden ist, die zu den formhohlraumbildenden Abschnitten 12a führen.
  • Das Eingusstümpelreservoir 13 empfängt die Schmelze von einem in der Gießkammer 10 angeordneten Tiegel 54. Eine Induktionsspule (nicht gezeigt) ist um den Tiegel 54 herum angeordnet, um die Metall- oder Legierungscharge zu erwärmen und zu schmelzen, um die zu vergießende Schmelze zu bilden. Die Schmelze wird typisch auf eine Überhitzungstemperatur erwärmt, die in Abhängigkeit von dem zu vergießenden Metall oder Legierung gewählt ist.
  • Während sich die Schmelze in dem Eingusstümpelreservoir 13a befindet, können Oxide und andere Einschlüsse bildende Partikel in der Schmelze aufschwimmen und in der Nähe der oberen Oberfläche oder des Niveaus L der Schmelze segregieren, so dass die Schmelze, welche von dem unteren Bereich 13b des Reservoirs 13a über den kopfstehenden siphonartigen Schmelzeeinlasskanal 15 zu der Form 12 zugeführt wird, verminderte Mengen an Einschlüsse bildenden Partikeln aufweist, um dadurch reinere Gussstücke zu erzeugen. Ein oder mehrere konventionelle keramische Metallschmelzefilter 80 (einer gezeigt) können ferner in der siphonartigen Struktur 15 oder in den Gießläufen 17 oder an anderen Orten des Schmelzeflusses verwendet werden, um Einschlüsse bildende Partikel in dem geschmolzenen Metall zu entfernen oder zu vermindern.
  • Die Gießkammer 10 ist durch eine Vakuumpumpe 50 auf ein Vakuumniveau von 15 μm oder weniger evakuierbar zum Gießen solcher Legierungen wie Nickel-, Cobalt- oder Eisenbasis-Superlegierungen sowie Titan und seiner Legierungen. Form 12/Eingusstümpel 13, welche in der Gießkammer 10 positioniert sind, werden evakuiert als eine Folge davon, dass die Form gasdurchlässig ist.
  • Die Form 12 umfasst typisch eine keramische Feingießschalenformtraube, welche die oben beschriebenen Merkmale aufweist und in dem wohlbekannten Verfahren nach dem verlorenen Wachsmodell hergestellt ist, wobei ein Wachs- oder ein anderes flüchtiges Modell der Form wiederholt in einen keramischen Schlicker getaucht wird, abtropfen gelassen und dann mit grobem Keramikstucco versehen wird, um die gewünschte Schalenformdicke auf dem Modell aufzubauen. Das Modell wird dann aus der umhüllten Schalenform entnommen, und die Schalenform wird bei erhöhter Temperatur gebrannt, um geeignete Formfestigkeit für das Gießen zu entwickeln. Auf diese Weise gebildete Feingießschalenformen zeigen Porosität und als eine Folge davon eine beträchtliche Durchlässigkeit für Gas. Der keramische Eingusstümpel 13 und der keramische kopfstehende siphonartige Einlassdurchlass oder -kanal 15 werden in ähnlicher Weise in dem Verfahren nach dem verlorenen Wachsmodell hergestellt. Der Eingusstümpel 13 kann getrennt von der Form 12 gebildet und mit oder ohne mechanische Verbindung mit ihr verbunden sein, oder er kann integral geformt mit der Form in einem Verfahren nach dem verlorenen Wachsmodell hergestellt sein.
  • Die Form 12 und der Eingusstümpel 13 werden an einer Haltevorrichtung 30 positioniert, welche einen Kragen 32 umfasst, der wenigstens teilweise um den Eingusstümpel 13 herum angeordnet ist, wie in 2 gezeigt. Der Haltekragen 32 ist an einem aufrecht stehenden Halteglied 34 gehalten, das seinerseits auf einer Basis 35 montiert ist, die auf einem Stößel 37 einer hydraulischen oder anderen Hebevorrichtung sitzt, welche die Form zwischen der Formlade-/-entladekammer 11 und der darüber liegenden Gießkammer 10 bewegt. Die Basis 35 definiert eine Aufnahme 35a zum Auffangen von Trümmerteilchen, welche von der Form 12 abfallen können, sowie von Schmelzespritzern während des Vergießens der Schmelze aus dem Tiegel 54 in den Formeingusstümpel 13.
  • Wie in den 1, 2 und 4 gezeigt ist eine Druckkappe 40 an einem Schwenkmechanismus angeordnet, der ein schwenkbares Kappenhalteglied 42 aufweist, welches an dem aufrechtstehenden Halteglied 34 durch einen Schwenkzapfen 43 schwenkbar montiert ist. Eine pneumatische oder andere Fluid-Betätigungsvorrichtung 45 ist an dem aufrechtstehenden Halteglied 34 montiert, um das Kappenhalteglied 42 um den Schwenkzapfen 43 zu schwenken. Hierzu umfasst die Betätigungsvorrichtung einen Fluidzylinder 45a mit einem unteren Ende, welches durch eine Schwenkverbindung 45b und eine Kolbenstange 45c, die mit dem Kappenhalteglied 42 durch eine Schwenkverbindung 45d verbunden ist, an dem Halteglied 34 montiert ist.
  • Die Fluid-Betätigungsvorrichtung 45 wird betätigt, um die Druckkappe 40 in eine im Wesentlichen horizontale dichtende Position zu bewegen, in der sie – wie in 2 ausgezogen gezeichnet gezeigt – mit dem Eingusstümpel 13 in dichtender Anlage ist, und in eine nichtdichtende, von dem Eingusstümpel 13 entfernte Position zu bewegen, wie mit unterbrochenen Linien dargestellt, wobei die Druckkappe 40 in einer geneigten Lage ausgerichtet ist.
  • Die Druckkappe 40 umfasst eine erste Platte 40a und eine mit dieser durch Bolzen 40c verbundene zweite ringförmige Platte 40b, wobei die erste Platte 40a eine flache und ringförmige Faserdichtung 41 (z.B. eine Aluminiumsilicat-Faserdichtung) trägt, wie in 4 gezeigt, die an und in Anlage mit der ringförmigen Eingusstümpellippe 13d gepresst wird, wenn die Druckkappe in der Position ist, wie sie in den 2 und 4 ausgezogen gezeichnet dargestellt ist. Ein Gasverteiler 40d ist durch die Platten 40a, 40b definiert. Der Verteiler 40d umfasst einen Austrittsdurchlass oder -öffnung 40e zum Lenken des Inertgases gegen eine untere Gasumlenkplatte 40f, welche durch eine Mehrzahl von durch Bolzen mit der Platte 40b verbundene Abstandshalter 40g von derselben beabstandet ist, 4, so dass das Inertgas zu den Seiten des Eingusstümpels gezwungen wird und sich gleichmäßig nach unten, auf das darin befindliche geschmolzene Metall ausdehnen kann. Im Betrieb wird die Druckkappe 40 durch den im Vorstehenden erwähnten Schwenkmechanismus bewegt, um sie abdichtend an die ringförmige Eingusstümpellippe 13d der heißen Form zu pressen, nachdem die Schmelze aus dem Tiegel 54 in den Eingusstümpel eingeführt worden ist.
  • Die Druckkappe 40 umfasst ein Gewindeloch H zur Aufnahme eines Anschlussstücks F, an das eine flexible Leitung 60 angeschlossen wird. Die flexible Leitung 60 wird mit einer außerhalb der Kammer 10 angeordneten Quelle 5 für ein unter Druck stehendes Inertgas (z.B. ein konventioneller Argonzylinder) verbunden durch Öffnen eines Ventils V, welches ebenfalls außerhalb der Kammer 10, zwischen der Leitung 60 und der Quelle S angeordnet ist. Die Quelle S und das Ventil V sind stationär, während die flexible Leitung 60 zwischen den Kammern 10, 11 mit der Druckkappe 40 auf und ab bewegt wird. Die Kammer 11 ist eine Formlade- und -entladekammer.
  • Nachdem die Schmelze aus dem Tiegel 54 in das vorgewärmte, mit der vorgewärmten Form 12 in Verbindung stehende Eingusstümpelreservoir 13a eingeführt worden ist, wird die Druckkappe 40 durch den im Vorstehenden erwähnten Schwenkmechanismus bewegt, um sie abdichtend an die ringförmige Eingusstümpellippe 13d anzupressen. Die Schmelze verbleibt in dem Eingusstümpelreservoir 13a für eine vorgewählte Zeit, möglichst kurz, um die Schmelzetemperatur (z.B. für eine Sekunde oder weniger) unter einem relativen Vakuum (z.B. 15 μm) in der Gießkammer 10 zu halten. Oxide und andere Einschlüsse bildenden Partikel in der Schmelze schwimmen zu der oberen Oberfläche oder Niveau der Schmelze auf, während sich diese in dem Reservoir 13a befindet und über den siphonartigen Einlasskanal 15 zu der Form 12 zugeführt wird. Die Schmelze wird vom Boden von dem unteren Bereich 13b des Reservoirs 13 über den kopfstehenden siphonartigen Schmelzeeinlasskanal 15 zu der Form 12 zugeführt, so dass die Schmelze, welche den formhohlraumbildenden Abschnitten 12a zugeführt wird, verminderte Mengen an Einschlüsse bildenden Partikeln enthält.
  • Hierzu wird, nachdem die Druckkappe 40 abdichtend an die Eingusstümpellippe 13d angelegt worden ist, die Gasleitung 60, welche sich zu der Druckkappenplatte 40a erstreckt, durch Öffnen des Ventils V mit der Quelle 5 für ein unter Druck stehendes Inertgas verbunden, um dadurch einen lokalisierten Inertgasdruck auf die Schmelze aufzubringen, welche sich in dem Eingusstümpelreservoir 13a auf dem Niveau L befindet. Hierbei kann ein Inertgasdruck von 0,1 bis 2,0 Atmosphären auf die in dem Eingusstümpelreservoir 13a befindliche Schmelze bereitgestellt werden, der wirksam ist, um die Schmelze durch die Bodenöffnung 13c des Eingusstümpels und durch den kopfstehenden siphonartigen Einlasskanal 15 in die formhohlraumbildenden Abschnitte 12a zu zwingen, um diese mit der Schmelze, welche verminderte Mengen an Einschlüsse bildenden Partikeln aufweist, zu füllen. Die schmutzige Schmelze in der Nähe der oberen Schmelzeoberfläche oder des Niveaus L wird nicht zu den Formhohlräumen zugeführt, weil sie segregierte, Einschlüsse bildende Partikel enthält.
  • Weiter: wenn der Eingusstümpel 13 und die Form 12 wie gezeigt verbunden sind, unterstützt oder verbessert der auf die in dem Eingusstümpelreservoir 13a befindliche Schmelze aufgebrachte Druck ferner die Füllung feiner Details in dem Formhohlraum 12a, welche definiert sind durch die inneren Formoberflächenmerkmale und/oder Kernoberflächenmerkmale, die sonst nur schwer mit der Schmelze zu füllen sind. Gleichzeitig minimiert die Faserdichtung 41, welche abdichtend an der Eingusstümpellippe 13d anliegt, die Leckage von Inertgas in die Gießkammer 10, so dass die Gießkammer 10 durch Betrieb der Vakuumpumpe 50 unter einem relativen Vakuum gehalten werden kann, während die Druckkappe 40 an die Eingusstümpellippe 13d gepresst wird, oder bei einem anderen als dem lokal in der Form vorliegenden Druck, falls die Vakuumpumpe 50 während dieser Zeit nicht in Betrieb ist.
  • Die Druckkappe 40 wird durch den im Vorstehenden erwähnten Schwenkmechanismus nach 2 bis 3 oder mehr Sekunden nach Füllung der Form oder nach Ablauf einer Druckbeaufschlagungszeit, die je nach Bedarf für eine bestimmte Form gewählt wird, von der Eingusstümpellippe 13d weg in die nicht anliegende Position bewegt, die in 2 mit unterbrochenen Linien gezeigt ist.
  • Die vorliegende Erfindung ist vorteilhaft, um die Mengen an Einschlüsse bildenden Partikeln in der Schmelze, welche den Formhohlräumen zugeführt wird, zu vermindern, dadurch, dass Schmelze vom Boden des Reservoirs zugeführt wird und optional die Verwendung eines oder mehrerer geeigneter Metallschmelzefilter ohne Verminderung der Schmelzeflussrate als eine Folge der Druckbeaufschlagung des Reservoirs möglich ist. Wenn die Form und der Eingusstümpel abdichtend verbunden sind, wie in den Figuren gezeigt, unterstützt die Erfindung ferner die Füllung feiner Details in den Formhohlräumen, welche definiert sind durch die inneren Formoberflächenmerkmale und/oder Kernoberflächenmerkmale, die sonst nur schwer mit der Schmelze zu füllen sind. Die vorliegende Erfindung ist vorteilhaft, weil das Druckgas nicht in die Gießkammer eingeführt wird, die unter einem relativen Vakuum (Unterdruck) oder bei einem anderen als dem in der Form vorliegenden Druck gehalten werden kann. Die lokalisierte Druckbeaufschlagung des Eingusstümpels ist vorteilhaft, weil sie in kürzerer Zeit einen höheren Gasdruck bereitstellt als verfügbar wäre, wenn die gesamte Gießkammer gasdruckbeaufschlagt würde. Ferner werden Beschädigungen der Gießofenkomponenten infolge Gasdruckbeaufschlagung vermindert durch schnellere Wiederherstellung des Vakuums in der Gießkammer für die nächste zu gießende Form als verfügbar wäre, wenn die gesamte Gießkammer evakuiert würde.
  • Bei der Umsetzung der Erfindung kann der Eingusstümpel 13 von der Form 12 getrennt oder mit derselben in Verbindung stehend verwendet werden, z.B. indem der siphonartige Einlasskanal 15 zu einer oberen Öffnung der Form 12 ausgerichtet oder in Übereinstimmung gebracht wird, um den formhohlraumbildenden Abschnitten 12a Schmelze vom Boden der Schmelze in dem Reservoir zuzuführen. Bei dieser Ausführungsform der Erfindung würde das Füllen der formhohlraumbildenden Abschnitte 12a nicht wesentlich verbessert, weil Form und Eingusstümpel nicht abdichtbar verbunden sind, wenngleich die Vorteile der Schmelzezuführung vom Boden der Schmelze verwirklicht würden.

Claims (8)

  1. Gießvorrichtung, umfassend eine Feuerfestform (12), welche in einer Gießkammer (10) angeordnet ist und aufweist: einen oder mehrere Formhohlräume (12c), ein Eingusstümpelreservoir (13a), welches mit der Form (12) verbunden ist und ein Reservoirvolumen zum Halten von mindestens ausreichend Schmelze, um den einen oder die mehreren Formhohlräume (12c) zu füllen, wobei das Schmelzeeingusstümpelreservoir (13a) einen kopfstehenden siphonartigen Einlasskanal (15) aufweist, welcher mit einem unteren Bereich (13b) des Reservoirs (13a) und mit dem einen oder den mehreren Formhohlräumen (12c) verbunden ist, wobei der siphonartige Einlasskanal (15) so ausgebildet ist, dass er einen siphonartigen Bereich (15c) oberhalb des Schmelzeniveaus (L) in dem Reservoir (13a) aufweist, um einen Fluss der in dem Reservoir (13a) befindlichen Schmelze zu dem einen oder den mehreren Formhohlräumen (12c) zu verhindern, und Mittel zur Gasdruckbeaufschlagung der Schmelze in dem Reservoir (13a), um die Schmelze von dem Reservoir (13a) durch den siphonartigen Einlasskanal (15) in den einen oder die mehreren Formhohlräume (12c) zu zwingen.
  2. Vorrichtung nach Anspruch 1, wobei die Mittel eine an dem Eingusstümpelreservoir (13a) abdichtend anliegende Druckkappe (40) umfassen für das Aufbringen eines Gasdrucks auf die in dem Reservoir (13a) befindliche Schmelze, während die Gießkammer (10) unter einem relativen Vakuum oder bei einem anderen als dem lokal in dem Reservoir (13a) vorliegenden Druck gehalten wird.
  3. Vorrichtung nach Anspruch 2, wobei die Druckkappe (40) eine Dichtung (41) zum Abdichten des Eingusstümpelreservoirs (13a) aufweist.
  4. Vorrichtung nach Anspruch 1, wobei der kopfstehende siphonartige Einlasskanal (15) mit einer Öffnung (13c) in einer Bodenwand des Reservoirs (13a) verbunden ist.
  5. Verfahren zum Gießen, umfassend das Anordnen einer Feuerfestform (12) in einer Gießkammer (10), wobei die Form (12) einen oder mehrere Formhohlräume (12c) aufweist, Einführen einer Schmelze in ein mit der Form (12) verbundenes Eingusstümpelreservoir (13a) in einer Menge, die mindestens ausreicht, um den einen oder die mehreren Formhohlräume (12c) durch einen kopfstehenden siphonartigen Einlasskanal (15) zwischen dem Reservoir (13a) und dem einen oder den mehreren Formhohlräumen (12c) zu füllen, wobei ein Fluss der Schmelze von dem Reservoir (13a) durch den kopfstehenden siphonartigen Einlasskanal (15) verhindert wird durch Einstellen des Niveaus (L) der Schmelze in dem Reservoir (13a), und Druckbeaufschlagen der in dem Reservoir (13a) befindlichen Schmelze, um einen Fluss der Schmelze durch den kopfstehenden siphonartigen Einlasskanal (15), welcher mit einem unteren Bereich (13b) des Reservoirs (13a) verbunden ist, in die Formhohlräume (12c) zu erzwingen, um diese mit der Schmelze zu füllen.
  6. Verfahren nach Anspruch 5, umfassend das Entfernen von Einschlüsse bildenden Partikeln durch Aufschwemmen zu einer oberen Oberfläche der Schmelze in dem Reservoir (13a) und dann Zuführen von Schmelze unterhalb der oberen Oberfläche (L) von dem Reservoir (13a) zu dem einen oder den mehreren Formhohlräumen (12c).
  7. Verfahren nach Anspruch 5, umfassend das Halten der Gießkammer (10) unter einem relativen Vakuum oder bei einem anderen als dem lokal in dem Reservoir (13a) vorliegenden Druck.
  8. Verfahren nach Anspruch 5, wobei ein Fluss der in dem Reservoir (13a) befindlichen Schmelze von einer Bodenöffnung (13c) des Reservoirs (13a) durch den kopfstehenden siphonartigen Einlasskanal (15) in die Formhohlräume (12c) erzwungen wird, um diese mit der Schmelze zu füllen.
DE69924992T 1998-05-14 1999-05-11 Feingiessen unter verwendung eines giesstümpelreservoirs mit invertiertem schmelzzuführanschnitt Expired - Fee Related DE69924992T2 (de)

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