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Die vorliegende Erfindung betrifft eine Hub-Kippvorrichtung
für Behälter, umfassend einen Anschlag, der mit einem Träger
für das Kippen von Behältern verbunden ist.
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Die Erfindung findet eine besonders vorteilhafte Anwendung
auf dem Gebiete der Beladung von Müllautos mit Hausmüll.
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In allgemeiner Hinsicht erfüllt eine Hub-Kippvorrichtung für
Behälter die Funktionen, die bei einem ersten Arbeitsgang ein
Einhängen der Behälter an einem Träger, das Hochfahren der
aus Träger und Behälter bestehenden Einheit und das Kippen
der Behälter um den Träger ebenso wie in einem zweiten
Arbeitsgang die umgekehrten Bewegungen sicherstellen, die die
leeren Behälter auf den Boden zurückbringen.
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Auf diese Weise sollte sich an jedem Halt des Müllautos an
einer Sammelstelle der Einhängekamm für Behälter an dem
Träger der Hub-Kippvorrichtung in einem vorgegebenen Abstand
zum Boden im allgemeinen mit einem festen Abstand von 840
mm entsprechend einer annehmbaren Höhe für alle Größen der
Behälter befinden, während der mit dem Träger verbundene
Anschlag, welcher als Stütze während der Schwenkbewegung
dient, sich unterhalb einer Einhängeleiste befinden sollte, die
an der vorderen Seitenwand bei kleineren Behältern vorgesehen
ist, mit denen diese Behälter verbunden sind, das heißt
ungefähr 250 mm über dem Boden.
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Hieraus ergibt sich, daß die Bodenfreiheit der Fahrzeuge
während ihrer Bewegungen unzureichend ist, insbesondere auf
Fahrstrecken mit Straßenschäden, wo die Hub-Kippvorrichtung
dauernd dem Risiko von kostspieligen Materialbeschädigungen
ausgesetzt ist, die die Stillegung des Müllautos mit
Betriebsausfall und erhöhten Kosten für die Reparatur der Hub-
Kippvorrichtung zur Folge haben.
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Um diesen Nachteilen abzuhelfen, besteht eine häufig im
Stande der Technik angewandte Lösung darin, daß man sich an die
Hebefunktion der Hub-Kippvorrichtung für Behälter erinnert
und systematisch zwei Zusatzhandhabungen vornimmt:
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- beim Abfahren von einem Sammelpunkt wird mittels eines
Leerhubes der Träger zusammen mit seinem Anschlag nach
dem Abstellen des letzten Behälters auf dem Boden
angehoben, um eine ausreichende Bodenfreiheit für den Anschlag
zu erhalten,
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- bei der Ankunft an einer nachfolgenden Sammelstelle wird
mittels einer Leerabsenkung der Träger vor dem Erfassen
eines neuen Behälters abgesenkt, um den Einhängekamm in
eine Angriffshöhe für den neuen Behälter zurückzuführen.
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Diese zusätzlichen Handhabungen sind sehr aufwendig, da sie
als Leerlauf jeweils nach und vor einem notwendigen Ablauf
einer Handhabung für die Behälter stattfinden.
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Auch ist es ein durch den Gegenstand der vorliegenden
Erfindung zu lösendes technisches Problem, eine
Hub-Kippvorrichtung für Behälter vorzuschlagen, die einen an einem Träger
für das Verschwenken der Behälter verbundenen Anschlag
aufweist, die in automatischer Weise sowohl das Niveau des
Trägers für das Einhängen der Behälter bei 840 mm über dem
Boden als auch eine gute Bodenfreiheit oberhalb von 400 mm
für den Anschlag sichert.
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Die Lösung dieser gestellten technischen Aufgabe besteht
gemäß der Erfindung darin, daß die Hub-Kippvorrichtung eine
Vorrichtung zum Ausfahren und Einfahren des Anschlags
umfaßt, die während der Hubbewegung und der Abwärtsbewegung
des Trägers angetrieben wird.
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Auf diese Weise befindet sich der Träger in der gewünschten
Höhe, die das Einhaken der Behälter ermöglicht, wenn die
Hub-Kippvorrichtung nach der Erfindung sich in der unteren
Position befindet, während der Anschlag, beispielsweise auf
einen Abstand von 420 mm zum Boden, eingefahren ist, was
garantiert, daß das Fahrzeug alle Bewegungen mit aller
Sicherheit am Sammelplatz oder zwischen zwei aufeinanderfolgenden
Sammelstellen ausführen kann, ohne die vorerwähnten zusätz
lichen Handhabungen der Hub-Kippvorrichtung auszuführen.
Letztere befindet sich auf diese Weise ständig in
Aufnahmebereitschaft für das Aufnehmen eines neuen Behälters und weist
eine ausreichende Bodenfreiheit während der Fahrbewegungen
des Fahrzeuges auf.
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Beim Betrieb wird der Anschlag während der Hubbewegung des
Trägers derart ausgefahren, daß er an einem Behälter auf
einem Niveau zur Abstützung gelangt, welches den gleichen
Hebelarm bietet wie die bekannten Hub-Kippvorrichtungen mit
einem festen Anschlag, das heißt bei ungefähr 250 mm über
dem Boden der Behälter. In umgekehrter Weise wird der
Anschlag nach dem Verschwenken und der Entleerung des
Behälters während der Abwärtsbewegung des Trägers eingefahren.
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Mit anderen Worten vollziehen sich die Bewegungen des
Ausfahrens und des Einfahrens des Anschlages in Zeitabschnitten,
die von den nützlichen Arbeitsgängen bei der Handhabung der
Behälter überlagert sind, und folglich ohne daß zusätzliche
Handhabungen zu diesen Operationen über den normalen
Anwendungszyklus hinaus hinzugefügt werden müßten.
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Gemäß einer besonderen Ausführungsform der Erfindung ist
vorgesehen, daß der Anschlag zumindest einen Haken für das
mittige, vorderseitige Angreifen am Behälter umfaßt, der durch
die Ein- und Ausfahrvorrichtung in Funktion gebracht wird.
Selbstverständlich bietet sich diese Vorrichtung in vorteilhafter
Weise für einen Fall an, wo die verwendeten Behälter mit
solchen vorderseitigen Aufnahmen versehen sind, die dazu
bestimmt sind, ein Umstülpen der Behälter bei ihrer
Schwenkbewegung zu verhindern.
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Die nachfolgende Beschreibung ermöglicht im Zusammenhang
mit den beigefügten Zeichnungen, die nicht einschränkende
Beispiele zeigen, ein besseres Verständnis dafür, worin die
Erfindung besteht und wie sie verwirklicht werden kann.
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Figur 1a: zeigt eine Seitenansicht einer Hub-Kippvorrichtung
für Behälter gemäß der Erfindung mit
eingefahrenem Anschlag.
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Figur 1b: ist eine Seitenansicht der Hub-Kippvorrichtung
entsprechend Figur 1a mit ausgefahrenem
Anschlag.
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Figur 2: ist eine Seitenansicht des hinteren Teils eines
Müliwagens mit einer Hub-Kippvorrichtung für
Behälter gemäß der Erfindung in drei
Betriebsstellungen.
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Die Figuren 1a und 1b zeigen in Seitenansicht eine Hub-
Kippvorrichtung 100 für Behälter mit einem Anschlag 110, der
schraffiert gezeigt ist und mit einem Träger 120 zum
Schwenken eines Behälters 10 verbunden ist.
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Wie dies die Figuren 1a und 1b zeigen, umfaßt die Hub-
Kippvorrichtung 100 für Behälter eine Vorrichtung zum
Ausfahren und Einfahren, welche es gestattet, den Anschlag 110
so zu betätigen, daß er während des Anhebens des Trägers
120, ausgehend von der in Figur 1a dargestellten
eingefahrenen Position, in eine in Figur 1b dargestellte, ausgefahrene
Positiion gelangt. In der ausgefahrenen Position kommt der
Anschlag 110 an den Behälter 10 zur Anlage und verleiht so der
Hub-Kippvorrichtung 100 einen Hebelarm, der wichtig im
Augenblick des Schwenkens des Behälters ist. Andererseits wird
der Anschlag 110 während der Abwärtsbewegung des Trägers
120 von der ausgefahrenen Position gemäß Figur 1b in die
eingefahrene Position gemäß Figur 1a überführt.
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Die Bewegungen des Anschlags 110 erfolgen somit während
eines Zeitabschnittes, der von dem nutzbringenden Arbeitszyklus
der Hub-Kippvorrichtung überlagert ist.
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In der eingefahrenen Position weist das untere Ende des
Anschlages 110 eine Höhe von mindestens 400 mm,
beispielsweise 420 mm, auf, das heißt eine Bodenfreiheit, die ausreichend
ist, um Fahrbewegungen des Müllwagens ohne Risiko
durchzuführen, selbst wenn die Straße sehr schadhaft ist. In der
ausgefahrenen Position greift der Anschlag 110 dagegen etwa
250 mm oberhalb des Bodens des Behälters 10 an.
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Aus den Figuren 1a und 1b kann man ersehen, daß der
Behälter 10 eine vorderseitige Aufnahme 11 aufweist, die zum
Festhalten des Behälters während seiner Verschwenkung oberhalb
der Füllöffnung des Müllwagens dient. Sie ist folglich so
vorgesehen, daß der Anschlag 110, der zumindest einen Haken 111
trägt, in der Lage ist, mit dieser vorderseitigen Aufnahme 11
zusammenzuwirken. Selbstverständlich wird der Haken 111
durch die gleiche Vorrichtung betätigt, die ein Ausfahren und
Einfahren des Anschlages 110 gestattet.
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Entsprechend den Figuren 1a und 1b umfaßt diese Vorrichtung
ein Führungsmittel 130, das beiderseits des Trägers 120
angeordnet ist, zwei Rollen 131, 132, die von dem Anschlag 110
getragen sind und mit dem Führungsmittel 130
zusammenwirken, und ein in den Figuren 1a und 1b nicht dargestelltes
Antriebsmittel für die Bewegung des Anschlages, das durch einen
oder mehrere Arbeitszylinder gebildet sein kann.
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Die Bewegungsbahn des Anschlages 110 ist daher durch die
Form des Führungsmittels 130 und die Lage der Rollen 131,
132 auf dem Anschlag definiert. Da ein Haken 111 am
Anschlag vorhanden ist, sollte das Bahnmuster des
Führungsmittels 130 selbstverständlich einen Eingriff dieses Hakens
111 in der vorderseitigen Aufnahme 11 des Behälters 10
ebenso ermöglichen wie das Ausweichen der vorderseitigen
Aufnahme durch den Anschlag 110.
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Bei der Ausführungsform, die insbesondere in Figur 1b gezeigt
ist, erscheint es, daß die Bewegungsbahn und die Form des
Anschlages so sind, daß in der ausgefahrenen Position der
Anschlag 110 die Einhängewand 12 des Behälters 10 in eine Lage
überführt, in welcher sie mit der Vertikalen V einen
ausgefahrenen Winkel +β am Anfang der Schwenkbewegung bildet.
Diese äußerst vorteilhafte Anordnung gestattet im Hinblick auf
den begrenzten Winkel der Schwenkvorrichtung eine
Verschiebung des Ursprungs des Schwenkwinkels des Behälters im
Sinne der Schwenkbewegung und demzufolge eine bessere
Entleerung der Abfälle, die dort enthalten sind.
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Ebenso zeigt Figur 1a, daß bei eingefahrenem Anschlag 110 die
Hub-Kippvorrichtung 100 in der Lage ist, die Behälter 10
aufzunehmen, die auf einem geneigten Boden S eine
Einhängewand 12 aufweisen, die einen gegenüber der Vertikalen V
zurückgezogenen Winkel -α bilden. Dieser Vorteil ergibt sich in
direkter Weise aufgrund der Einfahrbarkeit des Anschlages
110, weil tatsächlich, wenn der Anschlag dauerhaft in der
ausgefahrenen Position verbliebe, er ein Hindernis beim Einhaken
des Behälters 10 bilden würde und der Kragen 13 des
Behälters könnte nicht oberhalb des Einhängekammes 121 des
Trägers 120 gelangen.
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Die Figur 2 faßt in einem einzigen Schema die Funktionen der
Hub-Kippvorrichtung für Behälter gemäß der Erfindung
zusammen. In der ersten unteren Position sind der Anschlag 110
und der Haken 111 eingefahren sowie bereit, einen Behälter 10
auch mit einem zurückspringenden Winkel -α aufzunehmen. In
einer Zwischenposition vor dem Schwenken ist der Anschlag
110 ausgefahren und stützt sich an dem Behälter 10 ab,
wodurch er dieser Einhängewand 12 einen verschobenen
Anfangswinkel +β verleiht, während der Haken 111 in der
vorderseitigen Aufnahme 11 eingehängt ist. Schließlich zeigt die
Figur 2 den Behälter 10 in der geschwenkten Position, wobei der
Anschlag 110 einen Hebelarm bildet und der Haken 111 den
Behälter mittels der vorderseitigen Aufnahme 11 zurückhält,
um eine bessere Entleerung zu ermöglichen.