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Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf die Gestalt der vorderen konvexen Fläche einer
asphärischen Brillenlinse, insbesondere auf die Gestalt einer asphärischen Brillenlinse mit
positiver Kraft.
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Im allgemeinen hat man die vorderen konvexen Flächen von Brillenlinsen zur
Augenbrechfehlerkorrektur wegen der leichten Bearbeitung sphärisch ausgebildet. Solch eine Linse wird
sphärische Linse genannt. Im allgemeinen wird die Brechkraft einer Linse in Dioptrien (abgekürzt: D)
angegeben. Die Brechkraft einer Fläche einer Linse ist definiert als
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(n - 1) x p
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mit p = Krümmung der Fläche in m&supmin;¹ und n = Brechungszahl des Linsenmaterials. Die
Brechkraft der vorderen brechenden Fläche einer Linse ist besonders bekannt als die Basiskurve. Die
der Basiskurve entsprechende Krümmung wird im folgenden als die Krümmung der Basiskurve
bezeichnet. Weil die Kraft einer Linse hauptsächlich durch die Brechkräfte der vorderen Fläche
und der hinteren Fläche bestimmt wird, kann die Basiskurve verschiedene Werte annehmen, je
nach der Kombination der Brechkräfte für eine gegebene Linsenkraft. In praxi ist die Basiskurve
jedoch durch die Kraft der Linse auf einen bestimmten Bereich wegen der optischen Leistung
begrenzt, insbesondere zum Reduzieren des beim Ansehen eines Objektes durch den sich im
Abstand von der optischen Achse der Linse befindlichen Seitenabschnitt der Linse auf dem
Auge hervorgerufenen Astigmatismus. Ein Beispiel dafür ist in Fig. 2 gezeigt, wo die Basiskurve
auf der vertikalen Achse und die Kraft einer Linse mit einer Brechungszahl von 1,50 auf der
horizontalen Achse eingetragen sind. Diese graphische Darstellung zeigt den Astigmatismus,
welcher hervorgerufen wird, wenn die Brillenlinse tatsächlich benutzt und ein Objekt angesehen
wird, welches sich 30º zur optischen Achse befindet. Die ausgezogenen Linien verdeutlichen
den Astigmatismus, welcher beim Ansehen eines entfernten Objektes erzeugt wird. Die neben
den Linien eingetragenen Zahlen geben die Astigmatismusausmaße an. Beiderseits einer das
Fehlen von Astigmatismus, d. h. 0 D, angebenden Linie sind Linien gezeigt, welche einen
Astigmatismus von 0,3 D angeben. Die gestrichelten Linien geben den Astigmatismus an,
welcher beim Ansehen eines Objektes hervorgebracht wird, das sich in einer kurzen Entfernung
von 30 cm befindet. Wie aus dieser graphischen Darstellung ersichtlich, ist die optimale
Basiskurve, welche Null-Astigmatismus liefert, unterschiedlich für das Betrachten eines fernen
Objektes und das Betrachten eines nahen Objektes. Es wird daher im allgemeinen eine
Basiskurve in der schraffierten Region a gewählt, um ferne Objekte und nahe Objekte gleich
betrachten zu können.
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Linsen, welche positive Kräfte aufweisen und hauptsächlich für weitsichtige Personen und
alterssichtige Personen verwendet werden, haben einige Nachteile. Insbesondere weisen Linsen
mit größeren Kräften eine größere Dicke in ihrer Mitte auf. Wenn das Ausmaß der
Weitsichtigkeit oder der Alterssichtigkeit sich vergrößert, muß eine Linse mit einer Basiskurve mit größeren
Krümmungen verwendet werden, so daß die konvexe Fläche stärker vorsteht. Dieses ist aus
ästhetischen Gründen ungünstig.
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Fig. 3 ist ein Querschnitt eines Beispiels einer solchen Linse. Die dargestellte Linse hat eine
Kraft von + 3 D und einen Durchmesser von 72 mm. Bei der Linse handelt es sich um eine
allgemein benutzte Kunststofflinse mit einer Brechungszahl von 1,50. Die Basiskurve ist 7,5 D
und die Dicke an jeder Kante beträgt 1,0 mm. Bei diesem Beispiel liegt die Dicke in der Mitte
der Linse bei 5,3 mm. Die konvexe Fläche der Linse steht von den Kanten der Linse um die
Strecke l = 10,6 mm vor. Wenn Brillenlinsen aus Linsen dieser Konstruktion hergestellt
werden, dann sind die Linsen erheblich dick und unansehnlich. Ein denkbares Verfahren zur
Lösung dieses Problems besteht darin, die Basiskurve zu reduzieren. Fig. 4 zeigt eine Linse,
welche derjenigen nach Fig. 3 ähnelt, abgesehen davon, daß die Basiskurve 4,0 D ist. Die
Dicke in der Mitte dieser Linse liegt bei 4,9 mm und ist also um 0,4 mm geringer als die Dicke
der Linse gemäß Fig. 3. Die Vorsprungstrecke beträgt 5,3 mm und ist also nur halb so groß wie
diejenige der Linse nach Fig. 3. Jedoch ist die Basiskurve von der optischen Leistung bestimmt,
wie oben erwähnt. Wie in Fig. 5 und 6 gezeigt, verschlechtert die Basiskurve von 4,0 D die
optische Leistung beträchtlich. Fig. 5 und 6 zeigen den im Blickfeld hervorgebrachten
Astigmatismus, wenn eine Linse mit einer Basiskurve von 7,5 D bzw. eine Linse mit einer Basiskurve
von 4,0 D benutzt wird. Die vertikale Achse gibt den Blickfeldwinkel in Grad an, während die
horizontale Achse den Astigmatismus in Dioptrien darstellt, und zwar gemessen auf der Basis
der Brechkraft der Sagittalrichtung. Es sind die beim Ansehen eines unendlich (∞) fernen
Objektes, eines 1 in entfernten Objektes und eines 0,3 m entfernten Objektes in Blickfeldern
auftretenden Astigmatismen gezeigt.
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Um den oben geschilderten Nachteil zu beheben, sind einige Linsen mit asphärischen vorderen
brechenden Flächen vorgeschlagen worden, wie in JP-A-1 36644/1 977, JP-B-1 5248/1 985 (US-
A-4 181 409) und JP-A-241 12/1983 (US-A-4 504 128) geoffenbart. Bei der in JP-A-
136644/1977 geoffenbarten Linse ist ein Meridian von einer quadratischen Kurve, wie einer
Ellipse, Parabel oder Hyperbel, gebildet. Die vordere brechende Fläche ist von einer
asphärischen Fläche gebildet, welche dadurch zustandekommt, daß der Meridian in Rotation versetzt
wird. Eine Vielzahl solcher Linsen ist vorgeschlagen worden. JP-B-15248/1985 und JP-A-
2411 2/1983 offenbaren Linsen, welche große positive Kräfte aufweisen und für aphakische
Augen verwendet werden. Bei der in JP-B-1 5248/1985 geoffenbarten Linse kommt eine
asphärische Drehfläche zur Anwendung, welche auf einer asphärischen Drehfläche einer Funktion
zehnter Ordnung des Radius r basiert. Bei der in JP-A-241 12/1983 geoffenbarten Linse kommt
eine asphärische Drehebene zur Anwendung, welche auf einer quadratischen Kurve basiert. Ein
Korrekturterm ist ihr hinzugefügt. Bei allen diesen konventionellen asphärischen Linsen
verringert sich die Krümmung des Meridians im wesentlichen monoton und beschleunigend von der
Rotationsachse (im allgemeinen die geometrische Mitte der Linse) zu den Kanten hin. Daher ist
die Kraft der Linse in den Umfangsbereichen sehr viel geringer als in der Mitte. Dieses engt die
wirksame Feldregion ein, welche für den Zustand des Auges des Benutzers geeignet ist.
Insbesondere hat eine Linse für ein aphakisches Auge eine stark asphärische Fläche, um die Linse
dünn zu halten, und so liegt der Durchmesser der effektiven Feldregion bestenfalls zwischen 30
mm und 40 mm auf der Linse.
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Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Brillenlinse zu schaffen, welche eine positive
Kraft aufweist und für Weitsichtigkeit sowie Alterssichtigkeit benutzt wird, jedoch von den
vorstehenden Problemen frei ist, und welche ein ausgezeichnetes optisches Verhalten zeigt,
dünn ist und eine schöne Gestalt hat.
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Diese Aufgabe ist durch die im Patentanspruch 1 beanspruchte Brillenlinse gelöst.
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Besondere Ausführungsformen der Erfindung sind in den Unteransprüchen beansprucht.
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Andere Aufgaben und Merkmale der Erfindung sind nachstehend in Verbindung mit den
Zeichnungen detailliert beschrieben, welche lediglich besondere Ausführungsformen
veranschaulichen. Darin zeigt:
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Fig. 1 (a) einen Querschnitt einer erfindungsgemäßen Brillenlinse entlang eines Meridians;
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Fig. 1(b) eine graphische Darstellung der Abweichung der Krümmung des Meridians der Linse
nach Fig. 1(a) von der Basiskurve in Abhängigkeit von der Entfernung von der
Symmetrieachse;
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Fig. 1(c) eine graphische Darstellung des Blickfeldwinkels in Abhängigkeit vom Ausmaß des
Astigmatismus;
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Fig. 2 eine graphische Darstellung des bei einem Blickfeldwinkel von 30º durch die
Kombination der Kraft einer konventionellen sphärischen Linse und der Basiskurve
hervorgebrachten Astigmatismus;
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Fig. 3 einen Ouerschnitt einer bekannten sphärischen Linse mit einer Kraft von + 3,0 D
und einer Basiskurve von 7,5 D;
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Fig. 4 einen Querschnitt einer anderen bekannten sphärischen Linse mit einer Kraft von +
3,0 D und einer Basiskurve von 4,0 D;
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Fig. 5 eine graphische Darstellung des Blickfeldwinkels der bekannten Linse nach Fig. 3 in
Abhängigkeit vom Ausmaß des Astigmatismus;
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Fig. 6 eine graphische Darstellung des Blickfeldwinkels der bekannten Linse nach Fig. 4 in
Abhängigkeit vom Ausmaß des Astigmatismus;
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Fig. 7 eine graphische Darstellung der Änderungen der Krümmung eines Meridians einer
anderen erfindungsgemäßen Brillenlinse;
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Fig. 8 eine graphische Darstellung des Blickfeldwinkels in Abhängigkeit vom Ausmaß des
durch die in Verbindung mit Fig. 7 geschilderte Linse hervorgerufenen
Astigmatismus;
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Fig. 9 eine graphische Darstellung der Änderungen der Krümmung eines Meridians einer
weiteren erfindungsgemäßen Brillenlinse;
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Fig. 10 eine graphische Darstellung des Blickfeldwinkels in Abhängigkeit vom Ausmaß des
durch die in Verbindung mit Fig. 9 geschilderte Linse hervorgerufenen
Astigmatismus; und
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Fig. 11 eine graphische Darstellung der Änderungen der Krümmung eines Meridians noch
einer anderen erfindungsgemäßen Brillenlinse.
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Fig. 1(a) zeigt einen Querschnitt einer Hälfte einer erfindungsgemäßen Brillenlinse. Fig. 1(b)
zeigt die Art und Weise, in welcher die Krümmung variiert, wenn ein Meridian von der Mitte zur
Kante läuft. Fig. 1(c) zeigt die Art und Weise, in welcher das Astigmatismusausmaß variiert.
Diese Linse ist durch Anwendung der vorliegenden Erfindung auf die Linse gemäß Fig. 4
hervorgebracht, welche eine Kraft von + 3,0 D und eine Basiskurve von 4,0 D aufweist. Die in
Fig. 1 (a) dargestellte Linse weist eine vordere brechende Fläche 1 sowie eine hintere brechende
Fläche 2 auf und ist svmmetrisch bezüglich einer Achse 3. Der Querschnitt der sphärischen
Linse nach dem Stand der Technik ist durch die strichpunktierte Linie 4 veranschaulicht. Dieser
Querschnitt ist ein Bogen, dessen Krümmung der Basiskurve entspricht. In der Nähe der
Rotationsachse weist die vordere brechende Fläche 1 der neuen Linse dieselbe Krümmung wie die
vordere Fläche 4 der Linse nach dem Stand der Technik auf, jedoch verringert sich die
Krümmung der vorderen Fläche der neuen Linse, sobald der Meridian sich der Kante nähert.
Demzufolge befindet sich die vordere Fläche an der Kante vor dem Bogen der Basiskurve. Fig. 1 (b)
zeigt die Art und Weise, in welcher die Krümmung auf dem Meridian variiert. Bei der
graphischen Darstellung von Fig. 1 (b) ist auf der vertikalen Achse die Abweichung der Krümmung
von der Basiskurve aufgetragen, auf der horizontalen Achse die Entfernung von der
Symmetrieachse. In Tabelle 1 sind Werte der Krümmungsabweichung ΔC angegeben.
Tabelle 1
Tabelle 2
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Wie aus Fig. 1(b) ersichtlich, verringert sich die Krümmung des Meridians allmählich mit einer
Geschwindigkeit, welche mit wachsender Entfernung des Meridians von der Symmetrieachse
größer wird. Im Bereich zwischen der Entfernung von 15 mm und der Entfernung von 20 mm
beginnt die Verringerungsgeschwindigkeit abzufallen. Nach dem Erreichen einer Entfernung von
35 mm ist die Geschwindigkeit im wesentlichen konstant oder beginnt die Krummung sich
geringfügig zu vergrößern. Dieses wird nunmehr weiterhin mathematisch diskutiert. Es sei
angenommen, daß die Krümmung eine Funktion C(r) der Entfernung r von der Symmetrieachse
ist. Die erste Ableitung dC/dr geht von 0 auf der Symmetrieachse aus und verringert sich
allmählich mit wachsender Entfernung des Meridians von der Achse. Die Ableitung nimmt in
einer Entfernung von 15 bis 20 mm ihren Mindestwert an und wird dann größer. Wenn die
Krümmung auf diese Art und Weise geändert wird, dann nimmt die vordere brechende Fläche
die in Fig. 1 (a) gezeigte Form an. Infolgedessen kann die Dicke in der Mitte im Vergleich zu der
Dicke der Linse nach dem Stand der Technik reduziert werden. Zugleich kann auch das
Vorstehen der vorderen brechenden Fläche reduziert werden. Bei diesem besonderen Beispiel liegen
die Dicke in der Mitte bei 4,3 mm und die Vorsprungstrecke bei 4,7 mm. Gegenüber der in Fig.
3 gezeigten sphärischen Linse nach dem Stand der Technik wurden also eine Reduktion der
Dicke in der Mitte um 0,6 min und eine Reduktion der Vorsprungstrecke um 5,9 mm erzielt. Die
neue Linse ist somit sehr viel dünner und flacher als die Linse nach dem Stand der Technik. Bei
der sphärischen Linse verbleibt ein großes Astigmatismusausmaß, obwohl die Basiskurve auf
4,0 D reduziert ist, wie in Fig. 6 gezeigt. Bei der neuen Linse ist das Astigmatismusausmaß
beträchtlich reduziert, wie in Fig. 1(c) gezeigt.
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Nunmehr wird unter Bezugnahme auf Fig. 7 und 8 eine andere erfindungsgemäße Brillenlinse
beschrieben. Diese Linse hat eine Kraft von + 3,0 D und eine Basiskurve von 4,0 D, wie die in
Verbindung mit Fig. 1(a) bis 1 (c) beschriebene Linse. Fig. 7 zeigt die Krümmungsabweichung
ΔC auf einem Meridian. In Tabelle 2 sind Werte der Abweichung angegeben.
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Wie aus Tabelle 2 ersichtlich, ändert sich bei diesem Beispiel die Krümmung im Bereich
zwischen der Mitte und der Entfernung von 5 mm überhaupt nicht. Dies bedeutet, daß es sich
bei der mittleren Zone mit einem Radius von 5 mm um eine sphärische Fläche handelt. In dem
am Ende dieser sphärischen Zone beginnenden und an der Kante endenden Bereich ändert sich
die Krümmung genauso wie bei der in Verbindung mit Fig. 1(a) bis 1(c) beschriebenen Linse.
Wie aus Fig. 8 ersichtlich, vergrößert sich also der Astigmatismus in der mittleren sphärischen
Zone aufgrund von Reduktionen in der Basiskurve. Außerhalb dieser Zone ist der
Astigmatismus dadurch vermindert, daß die Fläche asphärisch gemacht ist, genauso wie beim vorigen,
ersten Beispiel. Die Basiskurve und die Größe der mittleren sphärischen Zone sind so
eingestellt, daß das Ausmaß der Vergrößerung des Astigmatismus in der mittleren Zone auf 0,1 bis
0,15 D begrenzt ist. Dieses erlaubt es, die Linse ohne Behinderung des Sehens zu benutzen.
Dabei liegt die Dicke in der Mitte bei 4,4 mm und beträgt die Vorsprungstrecke 4,8 mm. Diese
Werte sind zwar etwas schlechter als die mit dem zuerst beschriebenen Beispiel erzielten
Werte, jedoch vermittelt dieses zweite Beispiel immer noch eine große Verringerung der Dicke
und eine abgeflachte Linse.
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Gegenüber dem ersten Beispiel weist das zweite Beispiel die folgenden Vorteile auf. Wenn die
Kraft der Linse gemessen wird, erhält man stabile Resultate. So wird beim Messen der Kraft
der Linse des ersten Beispiels auf der optischen Achse, welche gewöhnlich mit der
Symmetrieachse zusammenfällt, mit einem Linsenmeßgerät dann, wenn die Position, bei welcher die
Messung gemacht wird, von der korrekten Position abweicht, die Kraft nicht korrekt gemessen
oder werden unerwünschte astigmatische Aberrationen eingeführt, weil die Linse vollständig
asphärisch ist, d. h. keine sphärische Fläche in der Mitte aufweist. Das Vorsehen einer
sphärischen Fläche in der Mitte löst diese Probleme. Wenn man Fig. 1(c) mit Fig. 8 vergleicht, kann
man sich fragen, ob die Situation nicht umgekehrt ist. Jedoch veranschaulichen diese beiden
Figuren den Astigmatismus, welcher dann in dem Bereich zwischen der Mitte und der Kante
auftritt, wenn die Linse tatsächlich benutzt wird. Wenn die Kraft mit einem Linsenmeßgerät
gemessen wird, gehen die Lichtstrahlen in Winkeln hindurch, welche anders sind als bei der
tatsächlichen Benutzung, und deswegen sieht es so aus, als ob die Situation zwischen Fig. 1(c)
und Fig. 8 vertauscht wäre.
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Eine Forderung nach Dezentrierung kann genauso wie bei einer gewöhnlichen Linse mit einer
sphärischen vorderen brechenden Fläche erfüllt werden. Insbesondere bewirkt die mittlere
sphärische Zone eine gegebene Kraft stabiler als eine Linse mit einer vollständig asphärischen
Fläche. Wenn die Linse innerhalb dieses Bereichs dezentriert wird, dann kann die gewünschte
Kraft stabil abgeleitet werden, anders als bei einer Linse mit einer vollständig asphärischen
Fläche.
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Um diese Vorteile zu erzielen, muß die mittlere sphärische Zone einen Radius von mindestens 3
mm und vorzugsweise mehr als 5 mm aufweisen, weil die Offnung in einem normalerweise
benutzten Linsenmeßgerät einen Durchmesser von 5 bis 10 mm hat.
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Nunmehr wird eine weitere Brillenlinse anhand von Fig. 9 beschrieben. Diese Linse weist eine
Kraft von + 3,0 D, eine Basiskurve von 4,0 D und einen Durchmesser von 72 mm auf, wie das
zweite Beispiel. Jedoch hat dieses dritte Beispiel eine Brechungszahl von 1,60 und eine
Abbe'sche Zahl von 35, welche von denen des ersten Beispiels verschieden sind. Fig. 9 zeigt
die Krümmungsabweichung ΔC auf einem Meridian. In Tabelle 3 sind Werte der Abweichung
angegeben.
Tabelle 3
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Bei diesem Beispiel liegt die Dicke in der Mitte bei 3,7 mm und beträgt die Vorsprungsstrecke
3,9 mm. Die Dicke ist um 1,6 mm (30 %) und die Vorsprungstrecke ist um 6,7 mm (63 %)
geringer als die Dicke bzw. die Vorsprungsstrecke der konventionellen sphärischen Linse gemäß
Fig. 3. Da das Material der Linse eine höhere Brechungszahl aufweist, sind die Dicke in der
Mitte und die Vorsprungsstrecke im Vergleich zum zweiten Beispiel um 0,7 mm bzw. 0,9 mm
reduziert.
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Der Astigmatismus ist in Fig. 10 dargestellt und zeigt gute Charakteristiken ähnlich dem in Fig.
8 veranschaulichten zweiten Beispiel.
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Wie aus den graphischen Darstellungen in Fig. 1 (c), 8 und 10 über Astigmatismus ersichtlich,
sind diese drei Linsen so ausgebildet, daß der beim Ansehen eines in einer Entfernung von 1 m
befindlichen Objektes bewirkte Astigmatismus im wesentlichen auf Null reduziert ist, d. h. die
Linsen sind für Zwischensehen ausgebildet. Stattdessen können die Linsen so ausgebildet
werden, daß der beim Betrachten eines fernen Objektes auftretende Astigmatismus völlig
eliminiert ist, d. h. die Linsen werden für fernes Sehen ausgebildet. Auch können die Linsen so
ausgebildet werden, daß der beim Anblicken eines in einer kurzen Entfernung von etwa 30 cm
befindlichen Objektes bewirkte Astigmatismus beseitigt ist, d. h. die Linsen sind für nahes
Sehen ausgebildet. In jedem Fall wird dieselbe Lehre nach der Erfindung angewendet. Bei einer
für fernes Sehen ausgebildeten Linse wird die Krümmung in größerem Ausmaß als bei den oben
beschriebenen Beispielen geändert. Umgekehrt wird bei einer für nahes Sehen ausgebildeten
Linse die Krümmung in geringerem Ausmaß geändert. Wenn eine für fernes Sehen ausgebildete
Linse tatsächlich benutzt und ein fernes Objekt angesehen wird, werden die seitlichen Bereiche
etwas ungenügend korrigiert im Vergleich zu der erwünschten Kraft, d. h. der Kraft auf der
optischen Achse. Umgekehrt werden bei einer für nahes Sehen ausgebildeten Linse dann, wenn
ein fernes Objekt betrachtet wird, die seitlichen Bereiche etwas übermäßig korrigiert. Für den
allgemeinen Gebrauch werden Linsen vorzugsweise zum Zwischensehen ausgebildet, um ein
Objekt in einer Entfernung von etwa 1 m zu betrachten.
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Wie soweit beschrieben, weist die neue Brillenlinse mit einer positiven Kraft eine verminderte
Dicke in der Mitte und eine weniger weit vorstehende vordere brechende Fläche auf. Auch ist
die optische Leistung verbessert. Bezüglich der Verbesserung der optischen Leistung ändert
sich die Krümmung eines Meridians der asphärischen Linse nach dem Stand der Technik
monoton und beschleunigend zur Kante hin. Die entdeckte effektive Methode besteht darin, die erste
Ableitung der Krümmung C(r) einmal zu verringern, während der Meridian von der
Symmetrieachse der Linse fortläuft, und die Ableitung dann zu vergrößern. Wenn die Krümmung so
geändert wird, wie oben beschrieben, kann Astigmatismus über den gesamten Bereich der Linse gut
kontrolliert werden, und zwar unabhängig von der Entfernung zum betrachteten Objekt. Da die
Kraft der Linse in den Umfangsbereichen nicht beträchtlich abfällt, ist ein weites Blickfeld
gewährleistet.
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Die asphärische Gestalt, deren Krümmungsradius sich ändert, wie oben geschildert, wird mit
einer niedrigen Basiskurve kombiniert, welche für eine gewöhnliche sphärische Linse wegen der
optischen Leistung nicht zur Anwendung gebracht wird, um dadurch eine Brillenlinse zu
verwirklichen, deren optische Leistung ausgezeichnet ist und welche in ihrer Mitte eine geringe
Dicke aufweist, flach ist und eine schöne Gestalt hat. Bei der vorliegenden Erfindung ist die
Basiskurve die Krümmung in der Nähe der Symmetrieachse. Die Basiskurve wird niedrig
gemacht, so daß die folgende Beziehung erfüllt wird:
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(n - 1) × p&sub0; ≤ 0,5 × S + 5
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mit n = Brechungszahl des Linsenmaterials, p&sub0; = Krümmung in der Nähe der Rotationsachse,
d. h. Krümmung der Basiskurve, und S = äquivalente sphärische Kraft in Dioptrien.
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Wie im dritten Beispiel beschrieben, wird ein Material mit einer hohen Brechungszahl mit der
oben geschilderten asphärischen Gestalt kombiniert. Damit werden größere Vorzüge erzielt. Auf
dem Gebiete der Brillenlinsen aus Kunststoff werden Brechungszahlen größer als 1,55 als
mittlere Brechungszahlen oder hohe Brechungszahlen bezeichnet. Die normale Brechungszahl liegt
bei 1,50.
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Normalerweise haben Materialien mit hohen Brechungszahlen kleine Abbe'sche Zahlen. Bei
Kunststoffen mit Brechungszahlen über 1,55 liegen die Abbe'schen Zahlen unter etwa 40.
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Daher wird beim Betrachten eines Objektes durch einen Umfangsbereich einer Linse Licht durch
die Prismenwirkung der Linse zerstreut, so daß farbige Säume das Bild umgeben. Dieser Fehler
wird als chromatische Aberration bezeichnet. Jedoch ist bei einer Linse mit einer asphärischen
Fläche nach der Erfindung der gemäß Fig. 1(a) durch die vordere brechende Fläche um die
Kante herum gebildete keilähnliche Abschnitt kleiner als der keilähnliche Abschnitt einer
sphärischen Linse. Dieses bedeutet, daß die Prismenwirkung sich verringert, wodurch chromatische
Aberrationen reduziert werden.
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Die in der Mitte ausgebildete sphärische Zone stabilisiert die Kraft der Linse. Auch ist die neue
Linse leicht zu bearbeiten. Ferner kann die Linse dezentriert werden.
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Bei dem oben beschriebenen ersten Beispiel und dem oben beschriebenen zweiten Beispiel
ändert sich die Krümmung der vorderen brechenden Fläche kontinuierlich. Allerdings sind in
dieser Hinsicht Änderungen und Modifikationen möglich. So kann die Krümmung sich
beispielsweise gemäß Fig. 11 schrittweise ändern, während der Meridian sich von der
Rotationsachse entfernt. Auch kann die Krümmung sich in subtiler Weise ändern, solange der
Krümmungsradius ähnlich den oben beschriebenen Beispielen der Erfindung variiert wird.
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Bei allen soweit beschriebenen Beispielen ist die asphärische Fläche bezüglich der
Rotationsachse symmetrisch. Jedoch ist die Rotationssymmetrie für die Erfindung nicht wesentlich.
Wenn die Gestalt des Meridians, welcher sich von einem bestimmten Punkt, beispielsweise der
geometrischen Mitte, auf der vorderen brechenden Fläche der Linse zur Kante erstreckt, je nach
Richtung unterschiedlich ist, fällt die Linse in den Bereich der Erfindung, wenn die Krümmung
sich im wesentlichen in der oben beschriebenen Art und Weise ändert.