DE3147952C2 - Mehrstärken-Brillenglas - Google Patents
Mehrstärken-BrillenglasInfo
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- G—PHYSICS
- G02—OPTICS
- G02C—SPECTACLES; SUNGLASSES OR GOGGLES INSOFAR AS THEY HAVE THE SAME FEATURES AS SPECTACLES; CONTACT LENSES
- G02C7/00—Optical parts
- G02C7/02—Lenses; Lens systems ; Methods of designing lenses
- G02C7/06—Lenses; Lens systems ; Methods of designing lenses bifocal; multifocal ; progressive
- G02C7/061—Spectacle lenses with progressively varying focal power
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Abstract
Beschrieben wird ein Mehrstärken-Brillenglas mit einem Fernteil, einem Zwischenteil und einem Nahteil, bei dem sich die Krümmung zwischen dem auf dem Hauptmeridian gelegenen optischen Zentrum des Fernteils und dem auf dem Hauptmeridian gelegenen optischen Zentrum des Nahteils entsprechend einem vorgegebenen Gesetz ändert. Die brechende Oberfläche des Glases ist durch eine Kurve, die den Hauptmeridian in dem optischen Zentrum des Fernteils schneidet, und eine Kurve, die den Hauptmeridian im optischen Zentrum des Nahteils schneidet, in die genannten drei Teile unterteilt. Ein Winkel, der zwischen einer Normalen auf die brechende Oberfläche in irgendeinem Punkt irgendeiner Schnittlinie einer beliebigen Ebene parallel zu der den Hauptmeridian enthaltenden Ebene mit der brechenden Oberfläche und der den Hauptmeridian enthaltenden Ebene eingeschlossen wird, ist im Fernteil und im Nahteil konstant, während er sich im Zwischenteil nach demselben Gesetz ändert, nach welchem sich die Krümmung zwischen dem optischen Zentrum des Fernteils auf dem Hauptmeridian und dem optischen Zentrum des Nahteils auf dem Hauptmeridian ändert.
Description
Die Erfindung betrifft ein Brillenglas mit sich zunehmend verändernder Brechkraft, das heißt ein
sogenanntes Mehrstärkenglas mit kontinuierlichen (Übergängen nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
Ein Mchrstärkenglas ist aus der älteren Anmeldung
gemäß der DE-OS 30 31443 und den in dieser genannten Druckschriften bekannt. Mehrstärkengläser
!wurden entwickelt und verbessert, um Menschen, insbesondere solchen hohen Alters, deren Augenlinse in
ihrer Akkommoüationsfähigkeit geschwächt ist, ein Korrekturgias zu bieten, das sowohl für Fernsicht als
auch für Nahsicht ve.wendet werden kann. Solche Mehrstärkengläser sind in drei Zonen unterteilt, die
allgemein als Fernteil (Fernsichtzone). Nahteil (Nahsichtzone) und Zwischenteil (Zwischensichtzone) bezeichnet
werden und von denen der Zwischenteil eine sich zunehmend verändernde Brechkraft aufweist.
F i g. 1 ist eine perspektivische Ansicht einer konvexen
Fläche, die dem grundsätzlichen Aufbau eines Mehrstärkenglases der genannten Art entspricht. Die
entgegengesetzte Fläche, die in F i g. 1 nicht gezeigt ist, ist konkav und für die vorliegende Erfindung als
sphärisch geformt oder als gekrümmte Oberfläcne einer Säule bzw. Tonne angenommen, um des Benutzers
ίο Weitsichtigkeit, Nahsichtigkeit und Astigmatismus zu
korrigieren.
In F i g. 1 ist 1 die optische Achse des Brillenglases, die
durch deren mit O bezeichneten Mittelpunkt geht.
2 ist em Hauptmeridian, bei dem es sich um die Schnittlinie zwischen einer die optische Achse 1 enthaltenden Vertikalebene und der brechenden Oberfläche des Brillenglases handelt. Fig.2 zeigt die Krümr.iungsänderung dieses Hauptmeridians. In F i g. 2 ist auf der Ordinate die S'recke längs dem Hauptmeridian und auf der Abszisse P die Brechkraft der Oberfläche aufgetragen. Diese Brechkraft ist längs dem
2 ist em Hauptmeridian, bei dem es sich um die Schnittlinie zwischen einer die optische Achse 1 enthaltenden Vertikalebene und der brechenden Oberfläche des Brillenglases handelt. Fig.2 zeigt die Krümr.iungsänderung dieses Hauptmeridians. In F i g. 2 ist auf der Ordinate die S'recke längs dem Hauptmeridian und auf der Abszisse P die Brechkraft der Oberfläche aufgetragen. Diese Brechkraft ist längs dem
-..- Hauptmeridian im oberen Bereich über dem Punkt A
und im unteren Bereich unter dem Punkt B konstant.
Zwischen den Punkten A und B steigt die Brechkraft kontinuierlich an. Die Punkte A und B werden als
optisches Zentrum des Fernteils bzw. des Nahteils und der Änderungsbetrag der Brechkraft zwischen diesen
Punkten (in Fig.2 als ADD eingezeichnet) als Brechkrafterhöhung bezeichnet. Da die Brechkraft der
brechenden Oberfläche einer Linse bzw. eines Brillenglases proportional zu deren Krümmung ist, entspricht
F i g. 2 auch einer Änderung der Krümmung, während 3 in F i g. 1 die Evolute des Hauptmeridians ist. An jedem
Punkt eines Hauptmeridians ist die Krümmung längs dem Hauptmeridian gleich der in Richtung senkrecht zu
ihm, das heißt ein Hauptmeridian ist ombilisch, und die Oberflächenteile längs dem Hauptmeridian sind annähernd
Kugelkappen. Der Astigmatismus auf einem Hauptmeridian ist null. Da aber Kugeloberflächenteile
bzw. Kugelkappen unterschiedlicher Krümmung aneinanderschließen und die brechende Oberfläche dabei
eine stetige Krümmung besitzt, müssen die weit vom Hauptmeridian entfernten Teile asphärisch sein und
kann ferner in diesen Teilen der Astigmatismus nicht null sein. Da außerdem die Brechkraft in den einzelnen
Teilen der brechenden Oberfläche verschieden ist, ergibt sich eine Zunahme der Verzeichnung.
Fig.3 zeigt die Verteilung des Astigmatismus bei
einem Mehrstärkenglas der in Rede stehenden Art. In
so F i g. 3 ist die relative Größe des Astigmatismus durch den Abstand der Schraffurlinien in den einzelnen
Bereichen gekennzeichnet. Je enger die Schraffur ist, desto stärker ist der Astigmatismus. Mit zunehmendem
Astigmatismus wird das Bild immer undeutlicher.
Allgemein gilt, daß man den Astigmatismus spürt und entsprechend gestört sieht, wenn das Glas mehr als
0,5dpt hat. In Fig.3 ist dort keine Schraffur, wo der
Astigmatismus 0,5 dpt oder weniger beträgt. Der obere Bereich über dem Punkt A ist eine Klarsichtzone des
Fernteils, während der untere Bereich unter dem Punkt B eine Klarsichtzone des Nahteils ist. Der Bereich
zwischen den beiden Punkten A und B ist eine Klarsichtzone des Zwischenteils.
F i g. 4 zeigt die Verzeichnung der Abbildung eines in horizontaler und vertikaler Richtung gleich geteilten
quadratischen Gitters durch ein Mehrstärkenglas mit kontinuierlichem Übergang. Das Bild des Quadratgitters
ist, wie Fig.4 zeigt, durch seine Vergrößerung
verzeichnet. Das heißt die vertikalen Linien sind symmetrisch nach unten in bezug auf den Hauptmeridian
41 gedehnt und auch die horizontalen Linien sind verzeichnet, indem sie zum Umfang hin einen
zunehmend größeren Abstand besitzen. Wenn der Brillenträger einen Gegenstand durch ein solches
Brillenglas ansieht und sich das Objekt beispielsweise bezüglich des Betrachtungspunktes bewegt, dann folgt
der Brillenträger mit seinen Augen dem Gegenstand, wobei das Bild als wackelnd empfunden wird, was für
den Brillenträger unangenehm ist. Ein solches Betrachten eines bewegten Gegenstands bezeichnet man als
dynamisches Se!*cn, während das sorgfältige Betrachten
eines Punktes, etwa beim Lesen, als statisches Sehen bezeichnet wird. Das statische Sehen wird hauptsächlich
durch den Astigmatismus beeinflußt. Das heißt, daß man unter der Voraussetzung, daß die Klarsichtzonen des
Fernteils, des Nahteils und des Zwischenteils groß und der Astigmatismus innerhalb des gesamten Sehfeldes
klein ist, gut sehen kann. Das dynamische Sehen wird -.andererseits hauptsächlich durch die Bildverzeichnung
.' beeinflußt. Das heißt man kann gut sehen, wann die *_' Bildverzeichnung gering ist. Das statische Sehen und
• /das dynamische Sehen sind nicht unabhängig voneinander. Sie stehen vielmehr im Gegensatz. Das heißt, eine
große Klarsichtzone des Fernteils und des Nahteils, die für ein gutes statisches Sehen notwendig ist, führt zu
einer starken Änderung der Vergrößerung im Seitenbe- - reich des Zwischenteils, wodurch das dynamische Sehen
beeinflußt und das Bild stark verzeichnet wird. Wenn hingegen die dynamische Sicht gut ist, wird der
Astigmatismus im Seitenbereich des Zwischenteils groß, wodurch die statische Sicht beeinflußt und die
Klarsichtzonen von Fernteil und Nahteil geschmälert "werden.
Aufgabe der Erfindung ist es, ein Brillenglas der eingangs angegebenen Art zu schaffen, bei dem der
Astigmatismus und die Verzeichnung, die bei einem Mehrstärkenglas mit kontinuierlichem Übergang unvermeidlich
auftreten, verringert sind und für den Brillenträger ein angenehmes Sehen gewährleistet ist.
Dabei soll dem Brillendesigner relativ freie Hand {gelassen werden können und das Gleichgewicht
zwischen statischem Sehen und dynamischem Sehen in gewissem Grad frei änderbar sein.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Brillenglas mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1
gelöst.
Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen gekennzeichnet.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand von Ausführungsbeispielen unter bezug auf die Zeichnungen näher
erläutert. Es zeigt
F i g. 1 den Aufbau eines repräsentativen Brillenglases mit kontinuierlich sich ändernder Brechkraft,
F i g. 2 eine Darstellung der Änderung der Brecnkraft der Oberfläche des Brillenglases von F i g. 1,
Fig.3-die Verteilung des Astigmatismus bei einem
solchen Brillenglas,
Fig.4 die Verzeichnung eines Quadratgitters durch
ein solches Brillenglas,
F i g. 5 die Vorderansicht der brechenden Oberfläche eines Brillenglases gemäß der Erfindung,
F i g. 6 die Änderung des Winkels, den die Normale auf die brechende Oberfläche in Punkten einer
Schnittlinie M1 mit einer den Hauptmeridian enthaltenden Ebene einschließt,
F i g. 7 einen Tt,ι einer perspektivischen Ansicht einer
brechenden Oberfläche,
F i g. 8 die Verteilung des Winkels, der vom einer den Hauptmeridian einschließenden Ebene und einer Normalen
auf die brechende Oberflache längs mehreren ι Schnittlinien eingeschlossen wird,
F i g. 9a eine normale Verzeichnung, F i g. 9b eine Schrägverzeichnung, Fig. 10 eine Vorderansicht der brechenden Oberfläche
des Brillenglases einer ersten Ausführungsform der in Erfindung,
Fig. 11 die Brechkraftverteilung 'ängs djm Hauptmeridian
des Brillenglases von F i g. 10,
Fi g. 12 die Verzeichnung eines Quadratgitters durch
ein Brillenglas nach F i g. 10,
ι-, Fi g. 13 die Verteilung des Astigmatismus im Bild des
Quadratgitters für das Brillenglas nach Fi g. 10,
Fig. 14 und 15 Darstellungen zur Erläuterung der
Wirkungen der Erfindung auf den Astigmatismus,
Fig. 16 und 17 Ansichten der Bildverzeichnung eines 2(i Quadratgitters und der Verteilung des Astigmatismus
bei einer zweiten Ausführungsform der Erfindung,
Fig. 18 und 19 die Bild Verzeichnung eines Quadratgitters
und die Verteilung des Astigmatismus bei einer dritten Ausführungsform der Erfindung,
Fig.20 und 21 die Bildverzeichnung eines Quadratgitters
und die Verteilung des Astigmatismus bei einer vierten Ausführungsform der Erfindung,
F i g. 22 und 23 die Bildverzeichnung eines Quadratgitters und die Verteilung des Astigmatismus bei einer
jo fünften Ausführungsform der Erfindung,
Fig.24 die Bewegung der Sehlinie auf den Gläsern
einer Brille,
F i g. 25 eine Vorderansicht der brechenden Oberfläche einer weiteren Ausführungsform der Erfindung,
F i g. 26 die Verteilung der Brechkraft der Oberfläche von F i g. 25 längs dem Hauptmeridian,
Fig.27 und 28 die Bildverzeichnung bzw. die Verteilung des Astigmatismus bei einem Brillenglas
gemäß F i g. 25, und
Fig.29 e;ne Darstellung zur Erläuterung der
Wirkungen der Verglasung bei der vorliegenden Erfindung.
Die F i g. 5,6 und 7 zeigen den Aufbau der brechenden
Oberfläche eines Mehrstärkenglases gemäß der Erfindung. F i g. 5 ist die Vorderansicht und F i g. 7 die
perspektivische Ansicht eines Teiles der brechenden Oberfläche. In Fig.5 ist Cl eine Kurve, die den
Hauptmeridian M im Punkt A, das heißt im optischen Zentrum des Fernteils schneidet. C 2 ist eine Kurve, die
den Hauptmeridian M im Punkt B, das heißt im optischen Zentrum des Nahteils schneidet. Die beiden
Kurven teilen die brechende Oberfläche des Glases in drei Teile. 51 ist der Fernteil, 52 der Nahteil und 53 ein
Zwischenteil. Mi ist die Schnittlinie einer beliebigen
Ebene, die zu der den Hauptmeridian enthaltenden Ebene parallel ist, mit der brechenden Oberfläche des
Brillenglases. A 1 ist der Schnittpunkt der Schnittlinie Mi mit der Kurve Ci. Bi ist der Schnittpunkt der
Schnittlinie Mi mit der Kurve C 2. Der Winkel, der von
der Normalen auf die brechende Oberfläche des Brillenglases in irgendeinem Punkt der Schnittlinie M1
mit der Hauptmeridialebene (Ebene, die den Hauptmeridian M enthält) gebildet wird, ändert sich längs der
Schnittlinie M1 gemäß der Darstellung in Fig.6. Die
perspektivische Ansicht von F i g. 7 läßt die Einzelheiten erkennen, die diese Änderung leicht verständlich
machen. In F i g. 7 sind Pi, P2 und F3 Punkte auf der Schnittlinie Mi im Fernteil, im Nahteil bzw. im
Zwischenteil. Die jeweiligen Normalen in den Punkten
Pi, P2 und P3 sind mit Ti, 7*2 bzw. T3 benannt. Diese
Normalen Ti, T2 und T3 schließen mit der Hauptmeridialebene 71 Winkel Ki, K 2 bzw. K 3 ein.
Ein Charakteristikum der vorliegenden Erfindung ist gemäß Darstellung in Fig.6, daß die einzelnen Werte
K1 bzw. K2 im Fernteil (der Bereich über A 1) und im
Nahteil (der Bereich unter B1) konstant sind. In F i g. 6
ist auf der Ordinate die Lage längs der Schnittlinie M1
und auf der Abszisse der Winkel dargestellt. Im Zwischenteil ändert sich der Winkel kontinuierlich, und
das dieser Änderung zugrunde liegende Gesetz ist das gleiche, wie das der Krümmung des Hauptmeridians.
Dieses Gesetz gilt für alle Schnittlinien mit Ebenen
parallel zur Hauptmeridialebene. Fig.8 zeigt die Änderung der genannten Winkel bei mehreren Schnittlinien,
die in der Reihenfolge Mi, M2, M3 und M4
zunehmend weiter vom Hauptmeridian entfernt liegen.
Bevor die Wirkungen der vorliegenden Erfindung beschrieben werden, soll das Verhältnis zwischen dem
Astigmatismus und der Verzeichnung des Bildes und dem Prismeneffekt erläutert werden. F j g. 9 ist das Bild
eines Teiles eines durch das Brillenglas bzw. die Linse gesehenen Quadratgitters. In den F i g. 9a und 9b zeigen
die gestrichelten Linien die Bilder, wie sie ohne Linse gesehen wurden, während die ausgezogenen Linien die
durch die Linse gesehenen Bilder wiedergeben. Im Fall von F i g. 9a tritt eine normale Verzeichnung auf, das
heißt die Form des Quadratgitters ist parallel verschoben und zu einem Rechteck geworden. Bei dieser
normalen Verzeichnung ist die Stärke der senkrecht zu den einzelnen Vertikallinien oder zu den einzelnen
Horizontallinien des Quadratgitters gerichteten Prismenwirkung auf vertikalen und horizontalen Linien
konstant. Der Astigmatismus macht sich als Differenz zwischen der langen Seite und der kurzen Seite des
Rechtecks bemerkbar. Die Richtungen der maximalen Krümmung und der minimalen Krümmung liegen, wie
durch die Doppelpfeile in Fig.9a gezeigt, parallel zu
den einzelnen Linien des Quadraigitters. F i g. 9b zeigt den FaM einer .Schrägverzeichnung, bei der das
Quadratgitter zu einem Parallelogramm oder ähnlichem verzeichnet wird. Bei dieser Schragverzeichnung ist der
Betrag, der senkrecht zu den einzelnen VertikaHinien
oder zu den einzelnen Horizontallinien des Quadratgitters gerichteten Prismenwirkung auf einer vertikalen
Linie und einer horizontalen Linie nicht konstant. Der Astigmatismus tritt hier als Grad der Änderung der
Form zu einem Parallelogramm auf. Die Richtung der maximalen Krümmung und der minimalen Krümmung
liegt hier, wie durch die Doppelpfeile in F i g. 9b gezeigt, nicht parallel zum geprüften Muster. Der von diesen
beiden Verzeichnungsarten ausgehende Einfluß auf das Sehen ist v/ie folgt. In bezug auf das statische Sehen
verursacht die normale Verzeichnung eine Dehnung oder Schrumpfung des Bildes in Richtung der
Horizontalen oder Vertikalen, und, v/enn der Astigmatismus den zulässigen Wert (0,5 dpt) übersteigt, ist das
Bild nicht scharf. Die Schrägverzeichnung bewirkt eine Dehnung oder eine Schrumpfung des Bildes in einer
geneigten Richtung und führt im übrigen in gleicher Weise v/ie bei der normalen Verzeichnung zu einem
unscharfen Bild. Was das dynamische Sehen anbetrifft, so läßt die normale Verzeichnung eine Bewegungsgeschwindigkeit
des Bildes geändert erscheinen, während die Schrägverzeichnung das Bild wackeln läßt.
Im folgenden sollen anhand von Ausführungsformen der Erfindung deren Auswirkungen auf das Sehen
beschrieben werden. Bei den folgenden Ausführungsformen ist die Brechkraft im Fernteil null. Selbst wenn der
Fernteil für Kurzsichtigkeit oder Weitsichtigkeit oder weiterhin für Astigmatismus geändert würde, würden
sich die Wirkungen dieser Änderungen bei einem Einstärkenglas summieren, jedoch führt dies nicht zu
einer Änderung der Wirkung der vorliegenden Erfindung.
Fig. 10 zeigt eine erste Ausführungsfortti der
Erfindung. Bei dieser Ausführungsform ist die Grenzlinie Ci zwischen dem Fernteil und dem Zwischen- oder
Mittelteil eine horizontale Linie, die durch den geometrischen Mittelpunkt des Glases geht. Die
Grenzlinie C2 zwischen dem Zwischenteil und dem Nahteil ist eine gerade Linie, deren Außenrandteile in
bezug auf den Hauptmeridian M symmetrisch nach unten fallen. Der Fernteil und der Nahteil sind sphärisch,
und ihre Brechkrafterhöhung beträgt 2 dpt (im folgenden ist die Brechkrafterhöhung immer 2 dpt). Es ist
einzusehen, daß eine sphärische Oberfläche die Voraussetzung der vorliegenden Erfindung im Fernteil
und im Nahteil erfüllt.
F i g. Π zeigt die Änderung der Krümmung des Hauptmeridians bei dieser ersten Ausführungsform der
Erfindung. Die Änderung zwischen dem optischen Zentrum des Fernteils und dem optischen Zentrum des
Nahteils ist, abgesehen von den Bereichen angrenzend an diese beiden optischen Zentren, geradlinig. In den an
diese optischen Zentren angrenzenden Bereichen ändert sich die Krümmung in For,n einer stetigen
Kurve, wie dies aus Fig. 11 ersichtlich ist.
Fig. 12 zeigt die Verzeichnung des Bildes eines
Quadratgitters bei dieser ersten Ausführungsform. Da der Fernteil und der Nahteil sphärische Oberflächen
besitzen, wie dies auch bei üblichen Einstärkengläsern der Fall ist, tritt an der Oberfläche nur eine sehr geringe
Schrägverzeichnung auf. Die durch diese Schrägverzeichnung bewirkte Beeinflussung des Sehens ist gering
und kann vernachlässigt werden. Das Bild des Quadratgitters wird durch die Vergrößerung in den
einzelnen Teilen des Glases vergrößert und wird zu einem vergrößerten Quadratgitter. Im Zwischenteil
ändert sich, wie in Fig.8 gezeigt, der von der Hauptmeridiaiebene und einer Normalen auf die
Oberfläche in irgendeinem Punkt einer Schnittlinie zwischen der Oberfläche und einer zur Hauptmeridialebene
parallelen Ebene eingeschlossene Winkel in gleicher Weise wie in F i g. 11 gezeigt, ausgehend von
der Grenze des Fernteils zur Grenze des Nahteils. Diese Winkeländerung ist annähernd proportional zur Änderung
der Stärke der horizontal gerichteten Prismenwirkung. Daher werden Vertikallinien des Quadratgitters
zwischen der Grenze des Fernteils und der Grenze des Nahteils in gleicher Weise, wie sich der Winkel ändert,
das heißt wie sich die Krümmung längs dem Hauptmeridian ändert, in Richtung zum Umfangsbereich
gedehnt. Bei dieser Ausführungsform ist die Änderung der Krümmung längs dem Hauptmeridian
gemäß der Darstellung in F r g. 11, so daß Vertikallinien des Quadratgitters im Zwischenteil, ausgenommen die
Bereiche angrenzend an den Fernteil und die angrenzend an den Nahteil, gerade nach unten gedehnt
werden. In den an den Fernteil bzw. an den Nahteil angrenzenden Bereichen ändert sich die Krümmung
stetig. Horizontallinien des Quadratgitters sind zum Umfangsbereich hin allmählich nach unten hin versetzt.
Fig. 13 zeigt die Verteilung des Astigmatismus bei der beschriebenen Ausrtihrungsform der Erfindung. Der
Bereich des deutlichen Sehens, das heißt die Klarsichtzone, die in Fig. 13 als nicht-schraffierter Bereich
dargestellt ist (hier ist der Astigmatismus 1,5 dpt oder weniger), umfaßt nahezu den Fernteil und den Nahteil
und ferner den an den Hauptmeridian angrenzenden Teil vom optischen Zentrum des Fernteils bis zum
optischen Zentrum des Nahteils. Die Wirkungen des Astigmatismus zeigen sich bei dieser Ausführungsform
im Bereich angrenzend an den Hauptmeridian und im gesamten Zwischenteil. Im Bereich angrenzend an den
Hauptmeridian ist eine Änderung des Winkels, der von einer Normalen in irgendeinem Punkt einer Schnittlinie
und der Meridialebene gebildet wird, das heißt die Änderung einer prismatischen Wirkung in Horizontalrichtung
gleich der Änderung der Krümmung des Hauptmeridians gemacht. Mit anderen Worten,· die
Änderung der Vergrößerung des Bildes in Vertikalrichtung und damit der Astigmatismus können klein
gemacht werden. Dieser Sachverhalt ist in Fig. 14 gezeigt. Es ist erkennbar, daß der Astigmatismus
dadurch klein gemacht ist, daß die Vergrößerung »b« des Bildes in Vertikalrichtung längs dem Hauptmeridian
M und die Vergrößerung »a« aufgrund einer horizontalen Änderung der Prismenwirkung annähernd gleich
gemacht sind. Im gesamten Zwischenteil sind die einzelnen Verzeichnungen des geprüften Musters in
Vertikalrichtung einander gleich, und die Verzeichnung des Quadratgitters ändert sich allmählich. Die Folge
davon ist, daß nicht an irgendeiner Stelle der große Astigmatismus auftritt, sondern ein geringer Astigmatismus
überall verteilt ist. Dies wird aus F i g. 15 klarer. Wie aus Fig. 15 hervorgeht, weist das Bild b eines
Quadratgitters, das mit einem Glas gemäß der Erfindung erhalten wird, einen geringeren Astigmatismus
als das Bild a auf, das nicht der Erfindung entspricht, und beim Bild b besteht überall ein Gleichgewicht.
Wie beschrieben, ist es bei dieser Ausführungsform d;>' Erfindung möglich, eine plötzliche Änderung der
Verteilung des Astigmatismus zu vermeiden und darüber hinaus den Astigmatismus klein zu halten.
Die Fig. 16 und 17 zeigen die Verzeichnung der Abbildung eines Quadratgitters und die Verteilung des
Astigmatismus bei einer zweiten Ausführungsform der Erfindung. Bei den im folgenden anhand der F i g. 16 bis
23 erläuterten Ausführungsformen der Erfindung besteht, anders als bei der ersten Ausführungsform, eine
Symmetrie in bezug auf den Hauptmeridian. Daher ist in den Figuren jeweils nur die linke Hälfte dargestellt.
Außerdem werden, da viele Markierungen bzw. Bezugszeichen in den einzelnen Figuren die gleichen,
wie bei den Figuren der ersten Ausführungsform sind, diese nicht noch einmal beschrieben.
Bei der zweiten Ausführungsform besitzt der Fernteil eine sphärische Oberfläche und der Nahteil eine
asphärische. Bei dieser Ausführungsform ist der Fernteil gleich wie bei der ersten Ausführungsform, das heißt die
Abbildung eines Quadratgitters weist keine Änderungen auf. Da aber im Nahteil die Oberfläche asphärisch
ist, weist das abgebildete Quadratgitter zum Umfangsbereich hin Änderungen bzw. Abbildungsfehler auf. Bei
dieser Erfindung ist der Winkel, der von der Hauptmeridialebene und einer Normalen auf der
Schnittlinie zwischen der brechenden Oberfläche und einer zur Hauptmeridialebene parallelen Ebene gebildet
wird, längs der Schnittlinie konstant. Da dies für alle
zum Hauptmeridian parallelen Schnittlinien gilt, ist die Richtung einer maximalen und minimalen Krümmung
gleich der Richtung parallel oder rechtwinklig zur Schnittlinie. Wie daher durch die horizontalen und
vertikalen Pfeile in F ί g. 16 gezeigt, sind die Richtungen der maximalen und der minimalen Krümmung parallel
zum Quadratgitter, und der Nahteil besitzt eine normale Verzeichnung. Natürlich kann eine Schrägverzeichnung,
die von sphärischen oder tonnenförmigen Oberflächen gegenüber der brechenden Oberfläche des Glases
hervorgehoben werden, genauso wie bei Einstärkengläsern im Hinblick auf die Sehqualität vernachlässigt
ίο werden.
Fig. 17 zeigt die Verteilung des Astigmatismus bei der vorliegenden Ausführungsform der Erfindung.
Da die Oberfläche des Fernteils sphärisch ist, findet sich dort kein Astigmatismus, es ergibt sich vielmehr
eine große Klarsichtzone. Im Nahteil verursacht die Oberfläche eine normale Verzeichnung, die mit
größerem Abstand vom Hauptmeridian größer wird. Die Folge davon ist, wie in Fig. 17 gezeigt, daß, wenn
man die Punkte gleichen Astigmatismus verbindet, sich Vertikallinien ergeben. Da bei dieser Ausführungsform
die Oberfläche im Nahteil asphärisch ist, ist die Verzeichnung des Bildes gering. Dies ergibt sich
deutlich aus einem Vergleich der Fig. 16 und 12. Der Nahteil hat eine normale Verzeichnung, so daß kein
Wackeln des Bildes empfunden wird. Auf der anderen Seite ist der Astigmatismus im Zwischenteil verringert
und im Nahteil vergrößert.
Die Fig. 18 und 19 zeigen eine dritte Ausführungsform der Erfindung. Bei dieser Ausführungsform
besitzen der Fernteil und der Nahteil asphärische Oberflächen und haben eine normale Verzeichnung, wie
dies für den Nahteil bei der zweiten Ausführungsform beschrieben wurde. Bei dieser Ausführungsform ist die
Verzeichnung des Bildes geringer als die bei der zweiten Ausführungsform, und, da der Fernteil und der Nahteil
normale Verzeichnung aufweisen, wird kein Wackeln oder Schütteln empfunden. Der Astigmatismus für diese
Ausführungsform ist in Fig. 19 gezeigt, und man erkennt, daß er im Fernteil verringert ist und sich, wenn
man Punkte desselben Astigmatismus verbindet, Vertikallinien ergeben.
Die F i g. 20 und 21 zeigen eine vierte Ausführungsform der Erfindung. Bei dieser Ausführungsform sind
die Oberflächen im Fernteil und im Nahteil asphärisch.
Auf der Schnittlinie, die der Vertikallinie 5 entspricht und parallel zur Hauptmeridialebene verläuft, ist der
schon mehrfach erwähnte Winkel zwischen der Hauptmeridialebene und der Normalen auf die brechende
Oberfläche konstant. Auch außerhalb dieser Schnittlinie ist der Winkel in allen Teilen konstant. Außerhalb
der Vertikallinie 5 liegt eine normale Verzeichnung vor, die kleiner als die bei der dritten Ausführungsform ist.
Dagegen wird der Astigmatismus im Inneren größer und die Klarsichtzone kleiner als bei der dritten
Ausführungsform.
Die F i g. 22 und 23 zeigen eine fünfte Ausführungsform der Erfindung. Wie in F i g. 22 gezeigt, ist bei dieser
Ausführungsform der Zwischenteil in der Entfernung vom Hauptmeridian nach unten verzeichnet und die
Winkeländerung ist gemäß einer Sinuskurve. Der Fernteil und der Nahteil besitzen eine asphärische
Oberfläche. Bei dieser Ausführungsform ist der Fernteil ausgedehnt, und dadurch, daß die Änderung des
genannten Winkels gemäß einer Sinuskurve verläuft, ist der Astigmatismus irgendwo zwischen CX und C2
konzentriert. Daher sind die Klarsichtzonen des Fernteils und des Nahteils ausgedehnt.
Bei der vorliegenden und voranstehend anhand
Bei der vorliegenden und voranstehend anhand
einiger Ausführungsformen erläuterten Erfindung, besitzen der Fernteil und der Nahteil eine normale
Verzeichnung und als Folge davon ist es möglich, beim dynamischen Sehen das Wackeln des Bildes zu stoppen.
Andererseits ist es im Zwischenteil durch Anordnung der Verzeichnung des Bildes möglich, eins Schrägverzeichnung
zu verringern und eine stetige Verzeichnungskurve zu erhalten. Das Gleichgewicht zwischen
den Eigenschaften des statischen Sehens mit einem Glas und denen des dynamischen Sehens mit diesem Glas
können dadurch frei geändert werden, daß einige Elemente, wie die Art der Einteilung der drei Teile, das
heißt des Fernteils, des Nahteils und des Zwischenteils, das Gesetz der Krümmungsänderung des Hauptmeridians,
der sphärischen oder asphärischen Gestalt der Oberfläche im Fernteil und im Nahteil ausgewählt und
kombiniert werden.
Es sei schließlich noch folgendes hinzugefügt. Die Erfindung wurde anhand einiger Ausführungsbeispiele
beschrieben, bei denen die Linse bzw. das Brillenglas eine \r bezug auf den Hauptmeridian symmetrische
brechende Oberfläche besitzt. Die Erfindung ist allerdings nicht auf diese Ausführungsformen beschränkt.
Die Erfindung ist auch anwendbar, wenn der Fernteil, der Nahteil und der Zwischenteil nicht
symmetrisch unterteilt sind, und auch dann, wenn die Aufteilung auf sphärische oder asphärische Oberflächen
im Fernteil und im Nahteil nicht symmetrisch ist. Es ist darüber hinaus im Rahmen der Erfindung auch noch
möglich, daß die Art der Änderung des Winkels, der von der Hauptmeridialebene und einer Normalen auf die
brechende Oberfläche in einer Schnittlinie, die zur Hauptmeridialebene parallel verläuft, gebildet wird,
allmählich vom Gesetz der Änderung der Krümmung des Hauptmeridians reicht
Es wird zunächst noch einmal auf Fig.8 Bezug
genommen. Die dort gezeigte Änderung des_ Winkels längs den Schräglinien ist proportional zur Änderung
der Prismenwirkung in Horizontalrichtung, so daß F i g. 8 als Darstellung der Verzeichnung einer Vertikallinie
bei den einzelnen Schnittlinien angesehen werden kann. Horizontallinien und Vertikallinien besitzen
Reziprozität, das heißt, wenn keine Verzeichnung einer Horizontallinie vorhanden ist. gibt es auch keine
Verzeichnung einer Vertikallinie, während bei Verzeichnung einer Horizontallinie auch eine Vertikallinie
verzeichnet wird. Daher besitzen der Ferriteil und der Nahteil eine normale Verzeichnung, die ein Quadratgitter
zu einer Rechteckform ändert, während der Zwischenteil eine Schrägverzeichnung aufweist, die ein
Quadratgitter zu einer Parallelogrammform ändert Als Folge davon können das Bildwackeln im Fernteii und im
Nahteil verringert werden.
Dadurch, daß im Zwischenteil eine Vertikallinie entsprechend demselben Gesetz wie die Änderung der
Krümmung zwischen dem optischen Zentrum des Fernteils und dem optischen Zentrum des Nahteils auf
dem Hauptmeridian verzeichnet wird, wird der Astigmatismus auf dem Hauptmeridian null, während
das Quadratgitter im Randbereich eingestellt wird und dadurch der Astigmatismus und die Verzeichnung des
Bildes auf das äußerste verringert werden.
Die vorliegende Erfindung und insbesondere auch ihr im folgenden beschriebenes Ausführungsbeispiel bezieht
sich auf eine Linse bzw. ein Brillenglas mit progressiv sich verändernder Brechkraft. Die Eigenschaften
eines solchen sogenannten Mehrstärken-Brillenglases mit kontinuierlichen Übergängen, die bei
Einstärkengläsern und Zweistärkengläsern nicht vorhanden sind, sind folgende. Vor allem, dies betrifft die
Herstellung des Glases, besteht nicht seine gesamte Oberfläche aus einer oder mehreren sphärischen
Flächenteilen, sondern ist asphärisch. Die Folge davon ist, daß die Genauigkeit der Form auf optischem oder
mechanischem Wege schwer zu messen ist und daß auch die Beeinflussung der Genauigkeit der Form aufgrund
einer solchen Messung schwierig ist. Bei Verwendung dieser Gläser in einer Brille muß, da die Breite der
Klarsichtzone im Zwischenteil schmal ist, unter genauer Berücksichtigung der Konvergenz der Augäpfel die
Position von linkem und rechtem Brillenglas eingepaßt werden. F i g. 24 zeigt die Bewegung der Sehlinie auf
den Gläsern einer Brille unter der Voraussetzung, daß ein in mittlerer Entfernung befindlicher Gegenstand
unter Benutzung der Klarsichtzone im Zwischenteil betrachtet wird. Wenn sich die Sehlinie allmählich von
einer horizontal großen Entfernung zu einer handnahen Position bewegt, dann bewegt sich auf dem Glas der
Punkt in dem die Sehlinie die Gläser durchsetzt, allmählich von einem Punkt »a« zu einem Punkt »b«, wie
in Fig.24 gezeigt, und zwar entsprechend der
Konvergenz des Augapfels. Die von diesem Punkt dabei beschriebene Linie schließt einen Winke! von etwa 10°
mit der Vertikalen ein. Wenn man andererseits ein Objekt durch den Fernteil oder den Nahteil betrachtet,
und insbesondere, wenn man diesen Gegenstand starr ansieht, während man vor ihm das Gesicht bewegt, dann
werden im wesentlichen die angrenzende Position der Linie a-a'oder der Linie W auf dem Glas benutzt.
Man erwartet daher, daß es in der angrenzenden Position der Linie a'-a und der Linie b-b' keinen
Astigmatismus gibt Die Linie a'-a-b-b' wird als Zentralsehlinie bezeichnet. Bisher wurde beim Mehrstärken-GIas
mit kontinuierlichem Übergang längs der Zentralsehlinie eine umbilische Kurve vorgesehen, die
Oberfläche im Fernteil und im Nahteil sphärisch gemacht und ein geometrisch bisymmetrisches Glas
hergestellt. Ferner war der Hauptmeridian als Symmetrieachse etwa 10° gegenüber der Linie a-b geneigt.
Wenn längs der Zentralsehlinie eine umbilische Kurve ausgebildet wird, werden die Gläser geometrisch
unsymmetrisch, so daß gesonderte Gläser für das rechte und das linke Auge vorgesehen werden müssen. Dies
macht die Kontrolle der Herstellung, das heißt von der Herstellung der Gläser bis zur Fertigstellung der Brille
außerordentlich schwierig. Im Fall, daß im Fernteil und im Nahteil sphärische Oberflächen vorgesehen sind,
wird die Breite der zwischenliegenden Klarsichtzone außerordentlich gering, so daß die Gläser mit extremer
Genauigkeit in die Augen des Brillenträgers angepaßt werden müssen.
Im nachfolgenden wird eine Ausführungsform der vorliegenden Erfindung beschrieben, bei der die
vorgenannten Mangel beseitigt sind und die es gestattet, ein Mehrstärkenglas zu schaffen, das vom Benutzer
problemlos benutzt werden kann, vom Hersteller leicht hergestellt werden kann und vom Optiker leicht
angepaßt werden kann.
F i g. 25 zeigt die Vc .'deransicht eines Mehrstärkenglases
einer solchen Ausführungsform der Erfindung als deren sechste Ausführungsform. Bei dieser Ausführungsform
ist das optische Zentrum des Fernteils A zugleich die geometrische Mitte des Glases, und die
Grenzlinie Cl zwischen dem Fernteil und dem Zwischenteil verläuft horizontal. Auch die Grenzlinie
C2 zwischen dem Nahteil und dem Zwischenteil ist eine
gerade Linie, deren Randteile ausgehend vom optischen Zentrum B des Nahteils in bezug auf den Hauptmeridian
Msymmetrisch nach unten fallen. Das Charakteristische
dieser Ausführungsform der Erfindung liegt darin, daß sowohl im Fernteil als auch im Nahteil sphärische
Bereiche D bzw. E und asphärische Bereiche D1 bzw.
E1 vorgesehen sind. Im Fernteil beträgt die Breite des
sphärischen Bereichs D mehr als 2,5 mm vom Hauptmeridian M. Im Außenbereich Di nimmt die
Krümmung in Richtung der Horizontalen mit größerem ι ο Abstand vom Hauptmeridian zu. Im Nahteil ist die
Breite des sphärischen Bereichs E größer als 1,5 mm
vom Hauptmeridian. Im Außenbereich Ei nimmt die
Krümmung in Richtung der Horizontalen mit größer werdendem Abstand vom Hauptmeridian M ab. Mit
anderen Worten, hat eine den Hauptmeridian rechtwinklig schneidende Schnittlinie Kreisbogenform mit
mehr als 2,5 mm vom Hauptmeridian im Fernteil und mehr als 1,5 mm vom Hauptmeridian im Nahteil. Der
Krümmungsradius dieser Kreisbogenform ist gleich dem des Hauptmeridians am Schnittpunkt der Schnittlinie
mit dem Hauptmeridian.
Außerhalb der Kreisbogenform nimmt der Krümmungsradius im Fernteil mit größer werdendem
Abstand vom Hauptmeridian ab, und die Krümmung ist dann nicht mehr kreisbogenförmig. Im Nahteil nimmt
der Krümmungsradius mit zunehmendem Abstand zum Hauptmeridian zu, und die Krümmung ist dann nicht
mehr kreisbogenförmig.
F i g. 26 zeigt die Änderung der Brechkraft der Oberfläche, das heißt die Änderung von deren
Krümmung. F i g. 27 zeigt die Verzeichnung eines durch ,,das Glas gesehenen Quadratgitters. Die gestrichelten
!Linien in Fig.27 trennen die in Zusammenhang mit
Fig.25 erwähnten Bereiche. In dem der sphärischen . Oberfläche entsprechenden Bereichen von Fernteil und
Nahteil wird das Quadratgitter mit einer Vergrößerung entsprechend der jeweiligen Brechkraft vergrößert. Im
Seitenteil dieser Bereiche tritt eine normale Verzeichnung auf, deren maximale oder minimale Krümmung bei
dieser Ausführungsform, wie durch die Pfeile dargestellt, in Horizontalrichtung und Vertikalrichtung liegt.
Im Seitenteil des Fernteils wird das Bild mit größerem Abstand vom Hauptmeridian verzeichnet, und zwar
stark horizontal gedehnt, während auf der anderen Seite in jenem Teil des Nahteils das Bild mit zunehmendem
Abstand vom Hauptmeridian verzeichnet wird, und zwar stark horizontal komprimiert wird, wodurch die
Verzeichnung des Bildes im Seitenteil des Glases verringert wird.
F i g. 28 zeigt die Verteilung des Astigmatismus. Bei dieser Ausführungsform der Erfindung besitzt der mit
gestrichelten Linien umrundete Bereich in nicht-schraffierten Bereich, das heißt in der Klarsichtzone (nämlich
die sphärischen Bereiche des Fernteils und des Nahteils und der Bereich angrenzend an den Hauptmeridian im
Zwischenteil) keinen Astigmatismus. Der Astigmatismus in diesen Bereichen ist vielmehr null. In den
Seitenbereichen Di und Ei im Fernteil bzw. Nahteil nimmt der Astigmatismus nahezu proportional mit der
Zunahme bzw. Abnahme der Krümmung zu.
Nachfolgend sollen die Wirkungen dieser letztbeschriebenen Ausführungsform der Erfindung erläutert
werden.
F i g. 29 zeigt die für die Brille aus dem Glas bzw. der Linse gemäß dieser Ausführungsform der Erfindung
herausgeschnittene Form eines Brillenglases. Aus der Linse wird das eigentliche Brillenglas Fherausgeschnitten,
das um etwa 10° geneigt ist (siehe F i g. 29), um eine horizontale Sehlinie a an einen Punkt zu setzen, der 2 bis
3 mm über dem optischen Zentrum des Fernteils A auf dem Hauptmeridian liegt. In Fi g. 29 ist die rechte Seite
der Nase zugewandt, und die Klarsichtzone und die sphärischen Bereiche sind wie anhand von Fig.28
beschrieben. Durch die vorgesehene Neigung von etwa 10° fallen der Hauptmeridian Mund die oben erwähnte
Zentralsehlinie a-b zusammen, was dem Benutzer das Sehen im Zwischenteil angenehm macht.
Die Wirkungen dieser Ausi.: u'gJ ■·- H*>r Erfindung
machen sich auf der Zentralsehlinie im t >.ιίη<_<ι
und im Nahteil bemerkbar. Die Zentralsehlinie a'-a-A im Fernteil ist nahezu eingeschlossen in der sphärischen
Zone, deren Breite mehr als 2,5 mm vom Hauptmeridian beträgt. Ebenso ist die Zentralsehlinie B-b-b'\-r κ'?.Ί<ρί!
nahezu im sphärischen Bereich eingeschlossen, dessen Breite mehr als 1,5 mm vom Hauptmeridian beträgt.
Dadurch wird der Astigmatismus auf der Zentralsehlinie in diesen beiden Teilen null.
Das Obige wird deutlich, wenn man berücksichtigt,
daß bei üblichen Brillengläsern der Abstand zwischen a' und a etwa von 12 bis 15 mm beträgt, der Abstand
zwischen b und b'etwa 10 mm beträgt und ferner ein Neigungswinkel von etwa 10° vorhanden ist. Es bedarf
keiner Erläuterung, daß, wenn der Astigmatismus auf der Zentralsehlinie, die häufig benutzt wird und für
angespanntes Sehen benutzt wird, null ist, die Ermüdung der Augen bei langer Benutzung verringert wird.
Darüber hinaus bedarf es bei dieser Erfindung keiner unsymmetrischen Gläser zur Vermeidung des Astigmatismus
auf der Zentralsehlinie und, wenn man die rechten Gläser umkehrt, steht für rechts oder links ein
einziges Glas zur Verfügung. Dies bedeutet eine erhebliche Verbesserung für die Herstellung der Gläser
und deren Überwachung bis zur Fertigstellung der eigentlichen Brillengläser bzw. Brillen.
Wie erwähnt, ändert sich in Seitenteilen des Fernteils und des Nahteils die Krümmung auf Linien, die den
Hauptmeridian rechtwinklig schneiden in der genannten Weise, wodurch die Verzeichnung des Bildes im
Randteil verringert wird, die Breite der Klarsichtzone im Zwischenteil vergrößert wird und die Anforderungen
an die Genauigkeit der Einstellung der Zentralsahlinie a-öund des Hauptmeridians gelockert werden.
Da im Fernteil und im Nahteil die Oberfläche sphärisch ist, wird die Genauigkeit der brechenden
Oberfläche der Gläser bei der Herstellung durch die sphärische Kurve dargestellt, die leicht auf optische
oder mechanische Weise gemessen werden kann, wodurch die Herstellung der Gläser vereinfacht werden.
Hierzu 12 Blatt Zeichnungen
Claims (3)
1. Mehrstärken-Brillenglas mit einem Fernteil, einem Zwischenteil und einem Nahteil, bei dem sich
die Krümmung zwischen dem auf dem Hauptmeridian gelegenen optischen Zentrum des Fernteils und
dem auf dem Hauptmeridian gelegenen optischen Zentrum des Nahteils entsprechend einem vorgegebenen
Gesetz ändert, dadurch gekennzeichnet,
daß die brechende Oberfläche des Glases durch eine Kurve CCi), die den Hauptmeridian
(M)\n dem optischen Zentrum (A)des Fernteils
schneidet, und eine Kurve (C2), die den Hauptmeridian im optischen Zentrum (B) des Nahteils
schneidet, in die genannten drei Teile unterteilt ist, daß ein Winkel, der zwischen einer Normalen auf die
brechende Oberfläche in irgendeinem Punkt irgendeiner Schnittlinie einer beliebigen Ebene parallel zu
der den Hauptmeridian enthallenden Ebene nrt der brechenden Oberfläche und der den Hauptmeridian
enthaltenden Ebene eingeschlossen wird, im Fernteil und im Nahteil konstant ist, und daß sich dieser
Winkel im Zwischenteil nach demselben Gesetz ändert, nach welchem sich die Krümmung zwischen
dem optischen Zentrum des Fernteils auf dem Hauptmeridian und dem optischen Zentrum des
Nahteils auf dem Hauptmeridian ändert.
2. Mehrstärken-Brillenglas nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß im Fernteil die Schnittlinie
einer zum .Hauptmeridian (M) senkrechten Ebene mit der brechenden Oberfläche bis zu einer
Entfernung von wenigstens 2,5 mm vom Hauptmeridian eine Kreisbogenform mit der gleichen Krümmung
wie der Hauptmeridian aufweist, während die Form der Schnittlinie im übrigen Bereich von der
Kreisbogenform abweicht und ihre Krümmung mit zunehmendem Abstand vom Hauptmeridian zunimmt.
3. Mehrstärken-Brillenglas nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß im Nahteil die Schnittlinie
einer zum Hauptmeridian senkrechten Ebene mit der brechenden Oberfläche bis zu einer Entfernung
von mindestens 1,5 mm vom Hauptmeridian Kreisbogenform mit derselben Krümmung wie der
Hauptmeridian besitzt, und daß die Form der Schnittlinie in den übrigen Bereichen von der
Kreisbogenform abweicht und ihre Krümmung mit zunehmendem Abstand vom Hauptmeridian abnimmt.
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| SG53186G (en) | 1988-01-15 |
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Legal Events
| Date | Code | Title | Description |
|---|---|---|---|
| 8110 | Request for examination paragraph 44 | ||
| D2 | Grant after examination | ||
| 8327 | Change in the person/name/address of the patent owner |
Owner name: KABUSHIKI KAISHA SUWA SEIKOSHA, SHINJUKU, TOKIO-TO |
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| 8363 | Opposition against the patent | ||
| 8331 | Complete revocation |