-
Anordnung zur Steuerung von Entladungsgefäßen großer Leistung durch
steuerbare Hilfsentladungsgefäße mit Gas- oder Dampffüllung Die Erfindung bezieht
sich auf Anordnungen, bei denen Gas- oder Dampfentladungsgefäße großer Leistung
durch steuerbare Hilfsentladungsgefäße gesteuert werden, welche ebenfalls mit Gas-
oder Dampffüllung betrieben werden. Zum Zwecke der Veränderung des Zündzeitpunktes
der Hauptentladungsgefäße wird der Zündzeitpunkt der Hilfsentladungsgefäße geändert.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die besonderen Eigenschaften eines Gas-
oder Dampfentladüngsgefäßes in ihrem Einfluß auf ein als Hilfsentladungsgefäß im
Steuerkreis eines Entladungsgefäßes großer Leistung verwendetes Gefäß zu berücksichtigen.
-
Es ist bekannt, daß jede Gas- oder Dampfentladungsstrecke eine den
elektrischen Verhältnissen und der geometrischen Anordnung der Entladungsstrecke
entsprechende Zündkennlinie aufweist. Diese Zündkennlinie verläuft bei fast allen
Gas- oder Dampfentladungsstrecken nicht parallel zur Nullinie, sondern nimmt einen
gekrümmten Verlauf, d. h. je nach.der Höhe der an der Entladungsstrecke anliegenden
Spannung ist der Zündwert-der Entladungsstrecke mehr oder weniger groß.
-
Die Zündkennlinie verschiebt sich ferner stark mit der Belastung,
@d. h. mit dem Dampfdruck des Entladungsgefäßes. Man erhält so, wie dies in der
Abbildung dargestellt ist, eine Schar von Zündkennlinien, wobei jede einzelne einem
bestimmten Belastungsstromi zugeordnet ist. Auf der Abszisse ist die Gitterzündspannung
E9 und auf der Ordinate die Anodenspannung EA aufgetragen. Der Belastungsstrom i2
soll größer als der Ström i1, der Belastungsstromi3 größer als derStromi2 usf. sein.
-
Ein gas- oder dampfgefülltes Entladungsgefäß mit gekrümmten und belastungsabhängigen
Zündkennlinien läßt sich nicht ohne weiteres bei Steuerungsanordnungen verwenden,
bei denen dieses Entladungsgefäß als Hilfsentladungsgefäß im Steuerkreis eines Entladungsgefäßes
großer Leistung verwendet werden soll. Brauchbare Ergebnisse einer solchen Steuerung
können nur dann erzielt werden, wenn konstante Gitterzündspannung-en vorliegen.
Erfindungsgemäß
wird derEinflußeiner belastungsabhängigen Zündkennlinie für steuerbare Hilfsentladüngsgefäße
mit Gas- oder Dampffüllung dadurch beseitigt, daß im äußeren Belastungsstromkreis
der Hilfsentladungs-, gefäße Regeleinrichtungen für ihre Belastung vorgesehen sind,
die in Abhängigkeit von der Spannung und bzw. oder der Belastung der Hilfsentladungsgefäße
derart gesteuert werden, daß die Zündkennlinie der Hilfsentladüngsgefäße ihren jeweiligen
Wert beibehält. Durch die Erfindung wird dem zu steuernden Entladungsgefäß großer
Leistung ein Hilfsentladungsgefäß zur Verfügung gestellt, dessen Zündk ennlinie
unabhängig von der Belastung des Hilfsentladungsgefäßes stets die gleiche Lage beibehält.
Das hat den Vorteil, daß eine genaue und von den Belastungszuständen des Hilfsentladungsgefäßes
unabhängige Zündung dieses Hilfsentladungsgefäßes und dadurch auch eine genaue Steuerung
des Hauptentlädungsgefäßes erreicht werden kann. .
-
Besonders wichtig ist es, daß die Hilfsentladungsgefäße bei Anordnungen
nach der Erfindung mit sinusfärmigen Steuerspannungen betrieben werden können. An
sich bestünde die Möglichkeit, der 'belastungabhängigen Veränderung der Zündkennlinie
dadurch zu begegnen, daß das Hilfsentladungsgefäß nicht mit einer sinusförmigen
Steuerspannung, sondern mit einer Steuerspannung spitzer Wellenform beaufschlagt
wird, bei der die Steuerspannung schroff von negativen Werten auf positive Werte
übergeht und dadurch den Zündzeitpunkt von der Lage der Zündkenn-Linie unabhängig
macht. Eine derartige Spannung spitzer Wellenform macht jedoch die Einschaltung
besonderer Einrichtungen zur Abänderung der Kurvenform der Steuerspannung notwendig.
Die Einschaltung solcher Einrichtungen ist vielfach schwierig, wenn nicht sogar
ausgeschlossen, sobald es sich, wie beispielsweise bei Anordnungen zur Freduenzumformung,
darum handelt, den Zündzeitpunkt des Haupteniadungsgefäßes von mehreren Steuerwechselspannungen
abhängig zu machen, die je für sich verändert werden müssen. Die Erfindung vermeidet
diese Schwierigkeiten dadurch, daß auf anderem Wege die belastungsabhängige Zündkennlinie
vermieden wird. Es gelingt dadurch, die Vorteile eines gas- oder dampfgefüllten
Hilfsentladungsgefäßes auch dann auszunutzen, wenn dieses Hilfsentladungsgefäß mit
sinusförmigen Steuerspannungen beaüfschlagt wird.
-
Die erfindungsgemäß im äußeren Belastungsstromkreis der Hilfsentladungsgefäße
liegenden Regeleinrichtungen können darin bestehen, daß ein im Stromkreis des Hilfsentladungsgefäßes
liegender Belastungswiderstand in Abhängigkeit von der Spannung oder von dem Strom
des Hilfsentladungsgefäßes oder auch von beiden Größen derart gesteuert wird, @
daß die Zündkennlinie des Hilfsentladungsgefäßes ihren jeweiligen Wert beibehält:
Der Gedanke der belastungsabhängigen Beeinflussung der Zündkennlinie eines Gas-
oder Dampfentladungsgefäßes ist an sich bekannt. Es ist zu dem Zweck beispielsweise
vorgeschlagen worden, in einem Entladungsgefäß zusätzliche Hilfsanoden vorzusehen,
welche mit der gleichen Kathode wie die Hauptanoden des betreffenden Entladungsgefäßes
zusammenarbeiten: Der zwischen derKathode und den Hilfsanoden fließende Strom wird
durch Steuerung dieser Hilfsanoden derart geregelt, daß an der Kathode stets ein
möglichst konstant bleibender Gesamtstrom aufrechterhalten wird. Ein anderes bekanntes
Mittel, das dem gleichen Zweck dient, besteht darin, daß abhängig von der Belastung
des Entladungsgefäßes der Dampfdruck geregelt wird. Ein Ventil zwischen dem Entladungsgefäß
und einem mit ihm in Verbindung stehenden Hilfsgefäß, welches Dampf enthält, wird
in Abhängigkeit von der Belastung mehr oder weniger geöffnet.
-
Diese bekannten Anordnungen lassen sich für die Lösung der der Erfindung
zugrunde liegenden Aufgabe der Verbesserung einer mit Hilfsentladungsgefäßen arbeitenden
Steuerung nicht verwenden, weil dabei Zusatzeinrichtungen erforderlich sind, die
bei der an sich geringen Leistung der Hilfsentladungsgefäße ohne große Nachteile
nicht anwendbar sind. Die Erfindung geht einen anderen Weg, indem sie die von der
Belastung abhängigen Regeleinrichtungen in den äußeren Belastungsstromkreis der
Hilfsentladungsgefäße verlegt. Das hat den Vorteil, daß Hilfsentladungsgefäße üblicher
Bauart verwendet werden können, daß also beispielsweise zusätzliche Anoden in diesem
Entladungsgefäß oder gar besondere Dampf enthaltende Hilfsgefäße wie bei den bekannten
Anordnungen vermieden werden. Die im Belastungsstromkreis der Hilfsentladungsgefäße
liegenden Zusatzeinrichtungen sind bei den besonderen Verhältnissen eines Hilfsentladungsgefäßes
infolge der an sich geringen Leistung ohne weiteres tragbar und lösen für diese
besonderen Verhältnisse die gestellte Aufgabe in wesentlich vorteilhafter Weise,
als es mit den bekannten- Anordnungen möglich sein würde.