DE686756C - Verfahren und Vorrichtung zur elektrolytischen Gewinnung von UEberschwefelsaeure und Persalzen - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zur elektrolytischen Gewinnung von UEberschwefelsaeure und PersalzenInfo
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Description
Eine bekannte Vorrichtung zur Durchführung elektrolytischer Prozesse, wie z. B. zur
Gewinnung von Überschwefelsäure und deren Salzen, die aus filterpressenartig vereinigten
Zellen besteht, weist in jeder der.durch ein Diaphragma geteilten Zellen eine als Kammer
ausgebildete, vom Kühlwasser durchflossene Kathode auf, während die Anodenplatte durch
Anpressung an die Kathode der benachbarten Zelle kühl gehalten wird.
Die vorliegende Erfindung löst die Aufgabe, die Kühlung der Anoden bei filterpressenartig
vereinigten elektrolytischen Zellen wirksamer zu gestalten, dadurch, daß für eine
>5 unmittelbare Berührung der die Kathode kühlenden Flüssigkeit mit der Anode der anschließenden
Zelle Sorge getragen wird. Demgemäß besteht das Verfahren gemäß der Erfindung
zur elektrolytischen Darstellung von Überschwefelsäure und Persalzen in filterpressenartig
vereinigten elektrolytischen Zellen im Wesen darin, daß die Kühlflüssigkeit einen
von der Anode einer Zelle und der Kathode einer anschließenden Zelle gebildeten Hofalraum
durchfließt, so daß sowohl die Kathoden als auch die Anoden der Zellen von der Kühlflüssigkeit
unmittelbar bespült werden.
Als' besonders vorteilhaft hat es sich erwiesen, die Kathoden als Schalen auszubilden,
deren freie Oberfläche durch die Anode der anschließenden Zellen abgedeckt ist. Die Kathoden
können aber beispielsweise auch als Kammern ausgebildet sein, in welchem Falle jedoch erfindungsgemäß die der Anode der
nächsten Zelle anliegende Wand mit Durchbrechungen versehen ist, um der Kühlflüssigkeit
auf einem Teil der Oberfläche der Anode die unmittelbare Berührung mit dieser zu ermöglichen.
Nach einer besonderen Ausführungsform der Vorrichtung gemäß der Erfindung sind
die Einzelzellen übereinander statt nebeneinander angeordnet, wodurch eine Flüssigkeitsführung (Elektrolyt bzw. Anolyt und Katholyt)
durch Schwerewirkung ermöglicht wird. 4g
- Der Elektrolyseur kann je nach dem angewandten Elektrolysierverfahren aus Diaphragmenzellen
oder aus diaphragmenlosen Zellen aufgebaut sein. Die Elektroden können
bipolar geschaltet werden. Trotz des Um-
Standes, daß sich Kathode und Anode mir
auf einem beschränkten Querschnitt berühren, erfolgt der Stromübergang von der Kathode
zu der Anode einwandfrei. Soll die Elektr»| lyse mit Hilfe von in Reihen geschaltet**
Elektroden durchgeführt werden, so wird de£- Stromübergang zwischen Kathode und Anode
der benachbarten Zelle durch zwischengeschaltete Isolierungen verhindert.
ίο Die Erfindung ermöglicht es, zufolge der
wirksameren Kühlung der Anoden die Ausbeute zu erhöhen. So kann man beispielsweise
in einer aus drei Zellen aufgebauten Vorrichtung 30- bis 35%ige Überschwefelsäurelösungen
mit 80O/0 Stromausbeute erhalten. Ebenso ergibt sich bei der Herstellung von
Persalzlösungen, wie z. B. Lösungen von Ammoniumpersulfat, eine Ausbeutesteigerung.
In der beiliegenden Zeichnung sind mehrere Ausführungsformen der Vorrichtung gemäß
der Erfindung beispielsweise schematisch dargestellt. Abb. ι zeigt eine einfache Zellenreihe
ohne Diaphragma. Die Kathoden, die als Schalen ausgebildet, also nach einer Seite
offen sind, sind mit 1 bezeichnet. Sie können aus Blei oder aus Graphit hergestellt sein.
Die offene Seite der Schale ist mit einem dünnen Anodenblech 2, beispielsweise aus
Platin, abgedeckt, das die Anode für die nächste Zelle bildet. Die von der Kathode 1
und der Anode 2 gebildeten Hohlräume 3 werden von Kühlwasser durchflossen, das durch
die Rohre W1 bis W6 bzw. W1' bis W/ zu-
bzw. abgeleitet wird. Die Kathoden- und Anodenpaare sind in gleicher Weise wiederholt,
und die Zwischenräuime, welche die
Elektrolysenräume 4 bilden, sind mit Hilfe der Isolierringe 5, beispielsweise Steinzeugringe,
gebildet. Innerhalb dieser Elektrolysenräume erfolgt die Stromleitung durch den Elektrolyten, der durch die Rohre E1 bis E6
in die Räume 4 eintritt und aus diesen durch die Rohre Zf1' bis Ee' austritt. Der Querschnitt
der Zellen kann beliebig gewählt werden; zweckmäßig haben die Zellen runden Querschnitt.
Die Flüssigkeitsverbindung der Zellen untereinander kann derart erfolgen, daß der
Elektrolyt dieElektrolysenräume nacheinander durchläuft, so daß der Elektrolyt sämtliche
Zellen durchfließt. Man kann aber auch derart arbeiten, daß jede Zelle ihren eigenen
Zufluß und Abfluß für den Elektrolyten besitzt. Die einzelnen Elektroden und Isolierrahmen
bzw. -ringe sind zu einem filterpressenartigen Aufbau flüssigkeitsdicht verschraubt
(in der Zeichnung nicht dargestellt).
Abb. 2 zeigt eine Vorrichtung von im wesentlichen gleichen Aufbau wie Abb. 1 mit dem
Unterschied, daß die Zellen als Diaphragmazellen ausgebildet sind. Die Diaphragmen 6
sind zwischen den Isolierrahmen 7 und 8 eingeklemmt. Anolyt und Katholyt werden in
die durch die Diaphragmen geschaffenen ,Anoden- bzw. Kathodenräume9 bzw. 10 ein-
t. Die Zellen können auch in diesem ,.-,,jfc hinsichtlich der Flüssigkeitsführung
:5f|l'iiiereinandergeschalt€t sein, so daß der
■Äno.lyt sämtliche Anodenräume und der Katholyt sämtliche Kathodenräume durchfließt,
oder gemäß Abb. 2 anodisch und kathodisch mit gesonderten Zu- und Abläufen arbeiten.
Die Abb. 3 und 4 zeigen eine Ausbildung der Vorrichtung als stehende Apparatur. Damit
sichergestellt wird, daß die obenliegenden Elektroden gut von der Flüssigkeit bespült
werden und der Stromübergang richtig vor sich gehen kann, muß das Flüssigkeitsniveau
mindestens in einer Ebene mit der Elektrodenfläche oder in einer höheren Ebene liegen.
Wie die Zeichnung zeigt, wird dies durch entsprechende Gestaltung (Eintiefung) der oberen
Elektroden nach dem dargestellten Beispiel der Kathoden 1 erzielt, wobei Sammelräume
11 zur Aufnahme entwickelter Gase geschaffen werden. Die Schaltung der Zellen hinsichtlich
der Flüssigkeitsführung ist bei der stehenden Anordnung ebenso einfach wie bei der liegenden
Anordnung nach den Abb. 1 und 2 und hat den Vorteil, daß die Flüssigkeitsbewegung
durch die Schwerkraft erfolgt. Um die Apparatur übersichtlich und leicht zugänglich zu
gestalten, werden die Zuführungen W1, W2
usw. und Abführungen W1', W2' usw. für die
Kühlflüssigkeit gegenüber jenen (E1, E* usw.
bzw. E1', E.{ usw.) der Elektrolyten zweckmäßig
versetzt angeordnet. Die Abführungen für das Kühlwasser reichen bis knapp unter
die Anodenflächen, um die Bespülung der Anoden mit dem Kühlwasser zu gewährleisten.
Nach Abb. 4 ist die Kathode 1 als Kammer ausgebildet, deren an die Anode 2 anliegende
Wand mit Öffnungen 12 versehen ist. Das Diaphragma 6 hat eine schalenförmige Form.
Bei der stehenden Anordnung der Zellen nach den Abb. 3 und 4 können die Isolierungsringe
oberhalb der Überläufe des Elektrolyten mit beispielsweise bogenförmigen Ausnehmungen
versehen sein, so daß die. Kathoden und allenfalls die Diaphragmen zugänglich
sind. In diesem Falle müssen also no die Zellen nicht geschlossen sein.
Claims (3)
- Patentansprüche:i. Verfahren zur elektrolytischen Darstellung von Überschwefelsäure und Persalzen in filterpressenartig vereinigten elektrolytischen Zellen unter Kühlung der Elektroden, dadurch gekennzeichnet, daß die Kühlflüssigkeit einen von der Anode einer Zelle und der Kathode 'einer anschließenden Zelle gebildeten Hohlraum durchfließt, so daß sowohl die Kathodenals auch die Anoden der Zellen von der Kühlflüssigkeit unmittelbar bespült werden.
- 2. Aus Zellen filterpressenartig aufgebaute Vorrichtung zur Ausführung des Verfahrens gemäß Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß die Kathoden die Form von Schalen aufweisen, deren freie Oberfläche durch die Anoden der anschließenden Zellen abgedeckt sind oder als Kammern ausgebildet sind, deren der Anode der anschließenden Zelle benachbarte Wand Durchbrechungen aufweist, wobei der zwischen Kathode und der Anode der anschließenden Zelle gebildete Hohlraum zur Aufnahme von Kühlflüssigkeit dient.
- 3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Einzelzellen übereinander angeordnet sind, wobei die oberen Elektroden derart gestaltet, z. B. eingetieft sind, daß die Berührung des Elektrolyten mit der oberen Elektrode unter Schaffung von zur Aufnahme gebildeter Gase dienenden Sammelräumen sichergestellt ist.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
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